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| Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der abenteuerliche Simplicissimus teutsch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Siegfried Streller Gebundene Ausgabe, 1959 Verkaufsrang: 1992414 Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Abenteurliche Simplicissimus OA 1668 (1669) Form Roman Epoche Barock Unter dem Pseudonym German Schleifheim von Sulsfort erschien 1668 (vordatiert auf 1669) der wohl bedeutendste Roman des Barock und einer der ersten Schelmenromane seiner Zeit: Der Abenteurliche Simplicissimus - ein Buch vom und über den Dreißigjährigen Krieg. Sein Untertitel enthält zugleich auch Hinweise auf den Stoff: "Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim/wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/was er darinn gesehen/gelernet/erfahren und außgestanden/auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Überauß lustig/und männiglich nutzlich zu lesen." Inhalt: Grimmelshausen schildert das Leben des Romanhelden Simplicius Simplicissimus. Am Beginn steht der tragische Überfall auf den Bauernhof seines angeblichen Vaters im Spessart. Anschließend erfährt er in der Einsiedelei eines Eremiten, der sich später als sein wirklicher Vater herausstellt, eine christliche Erziehung. In die Welt entlassen, wird er in Hanau zum Narren, bevor man ihn entführt. Wenig später schließt er sich den kaiserlichen Truppen an, bis ihn der kommandierende Obrist zu einem Hofmeister gibt, der sich seiner annimmt. Im Kriegsgetümmel wird Simplicius zum "Jäger von Soest"; als Soldat und Kaufmann zieht er durch die Welt, von einem Abenteuer ins nächste gestoßen. Der beschriebenen Wirklichkeit stehen verschiedene Utopien gegenüber, die sich jedoch alle als untauglich erweisen. "Jupiter" etwa predigt den ewigen Frieden und erscheint als wahnsinnig. Zuletzt formuliert Simplicius sein berühmt gewordenes "Adieu Welt" und zieht sich als Eremit in den Schwarzwald zurück. Dort hält er Rückschau und erzählt sein früheres Leben. Aufbau: Wie alle Barockromane (Stichwort R S. 440), die vom spanischen Schelmenroman geprägt sind, besteht auch der Simplicissimus aus zahlreichen Episoden, an deren Beginn der Erzähler jeweils eine kurze Inhaltsübersicht über das sich anschließende Kapitel gibt. Allerdings kommt der Autor über das bloße Prinzip der Reihung hinaus, indem er den Erzähler in das Geschehen einbindet und dadurch der Prozess der Selbsterkenntnis bzw. der inneren Umkehr an Aussagekraft gewinnt. Das ständige Auf und Ab seiner Erfahrungen steht für das Schicksals-Prinzip (Fortuna), in dem sich das Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt. Um dieses Kompendium an Ideen in eine passende Form bringen zu können, wählte Grimmelshausen eine satirische Darstellung, in der sich allegorischer und realistischer, hoher und niederer Stil adäquat miteinander verbinden. Wirkung: Bereits im Frühjahr 1669 erschien eine zweite Ausgabe, vermehrt um die Continuatio. Der anhaltende Erfolg bewirkte eine recht komplizierte Folge von insgesamt sechs, zum Teil unautorisierten Fassungen. Auch in den folgenden Jahrhunderten zählte das Werk zu den wenigen Barockromanen, die auch außerhalb der Wissenschaft auf ein reges Interesse stießen. Seit der Romantik haben sich zahlreiche Dichter von dem Buch inspirieren lassen. Im 20. Jahrhundert adaptierten u. a. Bertolt Brecht in seinem Drama Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) sowie Günter Grass in der Erzählung Das Treffen in Telgte (1979) den Stoff. Mehrere Künstler, darunter A. Paul Weber (1893-1980), fertigten Illustrationen an, Karl Amadeus Hartmann (1905-63) komponierte die Oper Simplicius Simplicissimus (entst.1936; UA 1948). C. V.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
eine verblueffend aktuelle menschheits-beschreibung 5 von 5 Punkten in der sogenannten "ständebaum-allegorie" beschreibt grimmelshausen, scheinbar spöttisch voraussehend auf die pyramiden-grafiken unserer heutigen soziologen, die gesellschaftliche schichtung: unten, an der wurzel, "ungültige leute", handwerker, tagelöhner, bauern und dergleichen, über diesen leuten saßen "so alte hühnerfänger", die sich "auf den untersten ästen durchgebissen" und glück gehabt hatten; "über ihnen befanden sich noch höhere, welche auch höhere einbildungen hatten, weil sie die untersten" kommandierten; danach weist der baumstamm eine lange, glatte, astlose strecke auf, die allerdings "mit seltsamen seifen der missgunst geschmiert" ist - "also dass kein kerl ... hinaufsteigen konnte". darüber saßen von vettern hochgezogene, ganz oben jedoch diejenigen, über die wannen voll geldes ausgeschüttet wurde. sie fingen natürlich alles auf, sodass unten nichts mehr vom segen ankam: allein, wenn man diese kleine textstrecke nur liest, denkt man, man wäre auf einer satire-bühne des jahres 2003, aber nein, dies wurde bereits 1668 geschrieben - und bisher hat sich daran nichts geändert. es ist also nutzbringend, grimmelshausen zu lesen - und amüsant genug auch, falls man nicht ganz unten im baum hängt. grimmelshausen, der eigentlich nur den 30jährigen krieg beschreiben wollte, hat ein für jahrhunderte stabiles anthropologisches grundkonzept aufs papier gebracht. räubereien, lügereien, sexuelle ausschweifungen, folter, brutales kriegs-handwerk - nichts davon ist seitdem leider durch kulturellen fortschritt der menschheit auf diesem globus zum verschwinden gebracht. unsere sprache rechtfertigt oder versteckt die dinge vielleicht nur gekonnter. "einem anderen machten sie ein seil um den kopf und raitelten es mit einem bengel zusammen, dass ihm das blut zu mund, nas und ohren heraussprang" - die altertümliche sprache durchschaut man genug, um zu ahnen, was hier herzlos vor sich ging. es werden nicht nur kriegsdinge geschildert, sondern auch ausflüge nach paris: "alle monsieur beau alman, gee schlaff mein herz, gom, rick su mir!" man kann sich ungefähr denken, was sich da abspielt, auch wenn man in den nachfolgenden details nicht weiterliest. in der sogenannten "jupiter-episode" kündigt sich welt-eroberischer größenwahn künftiger epochen bereits an. VULCANUS schmiedet ein schwert, das einer ganzen armada "auf einmal die köpf herunterhauen kann". wer sich in der biographie der gegenwärtigen präsidenten-beraterin condoleezza rice etwas auskennt, weiß, dass dieses vulcanus-symbol für sie eine ganz besondere, ihrem planungs-team namengebende, magische kraft hat. grimmelshausen lässt seinen helden, nachdem er durch 30 kriegsjahre geirrt ist, den rückzug aus dem getriebe in ein schwarzwaldhäuschen planen. in seinem letzten kapitel "adjeu welt" listet er auf: "der eine stirbt in der wiegen, der andere in der jugend, der dritte am strick, der vierte am schwert, ...(u.s.w.) und der vierzehnte ertränkt seine arme seele im tintenfass". heute müsste man nur variieren: ertränkt seine arme seele im internet.
Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit. 5 von 5 Punkten Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit, ein Schelmenroman mit dem ernsten Hintergrund des 30jährigen Krieges. Das Werk ist mit seinen fünf Büchern in der Form des klassischen Dramas aufgebaut: Exposition, Steigerung, Höhepunkt, Niedergang und Katastrophe. Das Buch stellt die Geschichte des Hirtenknaben Simplicissimus dar. Das Kind erhält von einem Einsiedler Belehrungen, die traurig-komisch wirken. Durch Opportunismus kommt er zu Ruhm und Geld, erlebt Abenteuer und wendet sich schließlich von der Welt ab. Er lernt auch, dass die Welt betrogen sein will. Im Elend kommt er schließlich zu der Einsicht, dass der wahre Reichtum in der Entsagung liegt. Allein der vollständige Titel ist eine kleine Geschichte: "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch / Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltsamen Vaganten / genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim / wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen / was er darinn gesehen / gelernet / erfahren / und außgestanden / auch warumb er solche wieder freywillig qutittirt. Überauß lustig und männiglich nutzlich zu lesen." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Hans Heinrich Borcherdt Broschiert, 1965 Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Abenteurliche Simplicissimus OA 1668 (1669) Form Roman Epoche Barock Unter dem Pseudonym German Schleifheim von Sulsfort erschien 1668 (vordatiert auf 1669) der wohl bedeutendste Roman des Barock und einer der ersten Schelmenromane seiner Zeit: Der Abenteurliche Simplicissimus - ein Buch vom und über den Dreißigjährigen Krieg. Sein Untertitel enthält zugleich auch Hinweise auf den Stoff: "Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim/wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/was er darinn gesehen/gelernet/erfahren und außgestanden/auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Überauß lustig/und männiglich nutzlich zu lesen." Inhalt: Grimmelshausen schildert das Leben des Romanhelden Simplicius Simplicissimus. Am Beginn steht der tragische Überfall auf den Bauernhof seines angeblichen Vaters im Spessart. Anschließend erfährt er in der Einsiedelei eines Eremiten, der sich später als sein wirklicher Vater herausstellt, eine christliche Erziehung. In die Welt entlassen, wird er in Hanau zum Narren, bevor man ihn entführt. Wenig später schließt er sich den kaiserlichen Truppen an, bis ihn der kommandierende Obrist zu einem Hofmeister gibt, der sich seiner annimmt. Im Kriegsgetümmel wird Simplicius zum "Jäger von Soest"; als Soldat und Kaufmann zieht er durch die Welt, von einem Abenteuer ins nächste gestoßen. Der beschriebenen Wirklichkeit stehen verschiedene Utopien gegenüber, die sich jedoch alle als untauglich erweisen. "Jupiter" etwa predigt den ewigen Frieden und erscheint als wahnsinnig. Zuletzt formuliert Simplicius sein berühmt gewordenes "Adieu Welt" und zieht sich als Eremit in den Schwarzwald zurück. Dort hält er Rückschau und erzählt sein früheres Leben. Aufbau: Wie alle Barockromane (Stichwort R S. 440), die vom spanischen Schelmenroman geprägt sind, besteht auch der Simplicissimus aus zahlreichen Episoden, an deren Beginn der Erzähler jeweils eine kurze Inhaltsübersicht über das sich anschließende Kapitel gibt. Allerdings kommt der Autor über das bloße Prinzip der Reihung hinaus, indem er den Erzähler in das Geschehen einbindet und dadurch der Prozess der Selbsterkenntnis bzw. der inneren Umkehr an Aussagekraft gewinnt. Das ständige Auf und Ab seiner Erfahrungen steht für das Schicksals-Prinzip (Fortuna), in dem sich das Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt. Um dieses Kompendium an Ideen in eine passende Form bringen zu können, wählte Grimmelshausen eine satirische Darstellung, in der sich allegorischer und realistischer, hoher und niederer Stil adäquat miteinander verbinden. Wirkung: Bereits im Frühjahr 1669 erschien eine zweite Ausgabe, vermehrt um die Continuatio. Der anhaltende Erfolg bewirkte eine recht komplizierte Folge von insgesamt sechs, zum Teil unautorisierten Fassungen. Auch in den folgenden Jahrhunderten zählte das Werk zu den wenigen Barockromanen, die auch außerhalb der Wissenschaft auf ein reges Interesse stießen. Seit der Romantik haben sich zahlreiche Dichter von dem Buch inspirieren lassen. Im 20. Jahrhundert adaptierten u. a. Bertolt Brecht in seinem Drama Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) sowie Günter Grass in der Erzählung Das Treffen in Telgte (1979) den Stoff. Mehrere Künstler, darunter A. Paul Weber (1893-1980), fertigten Illustrationen an, Karl Amadeus Hartmann (1905-63) komponierte die Oper Simplicius Simplicissimus (entst.1936; UA 1948). C. V.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
eine verblueffend aktuelle menschheits-beschreibung 5 von 5 Punkten in der sogenannten "ständebaum-allegorie" beschreibt grimmelshausen, scheinbar spöttisch voraussehend auf die pyramiden-grafiken unserer heutigen soziologen, die gesellschaftliche schichtung: unten, an der wurzel, "ungültige leute", handwerker, tagelöhner, bauern und dergleichen, über diesen leuten saßen "so alte hühnerfänger", die sich "auf den untersten ästen durchgebissen" und glück gehabt hatten; "über ihnen befanden sich noch höhere, welche auch höhere einbildungen hatten, weil sie die untersten" kommandierten; danach weist der baumstamm eine lange, glatte, astlose strecke auf, die allerdings "mit seltsamen seifen der missgunst geschmiert" ist - "also dass kein kerl ... hinaufsteigen konnte". darüber saßen von vettern hochgezogene, ganz oben jedoch diejenigen, über die wannen voll geldes ausgeschüttet wurde. sie fingen natürlich alles auf, sodass unten nichts mehr vom segen ankam: allein, wenn man diese kleine textstrecke nur liest, denkt man, man wäre auf einer satire-bühne des jahres 2003, aber nein, dies wurde bereits 1668 geschrieben - und bisher hat sich daran nichts geändert. es ist also nutzbringend, grimmelshausen zu lesen - und amüsant genug auch, falls man nicht ganz unten im baum hängt. grimmelshausen, der eigentlich nur den 30jährigen krieg beschreiben wollte, hat ein für jahrhunderte stabiles anthropologisches grundkonzept aufs papier gebracht. räubereien, lügereien, sexuelle ausschweifungen, folter, brutales kriegs-handwerk - nichts davon ist seitdem leider durch kulturellen fortschritt der menschheit auf diesem globus zum verschwinden gebracht. unsere sprache rechtfertigt oder versteckt die dinge vielleicht nur gekonnter. "einem anderen machten sie ein seil um den kopf und raitelten es mit einem bengel zusammen, dass ihm das blut zu mund, nas und ohren heraussprang" - die altertümliche sprache durchschaut man genug, um zu ahnen, was hier herzlos vor sich ging. es werden nicht nur kriegsdinge geschildert, sondern auch ausflüge nach paris: "alle monsieur beau alman, gee schlaff mein herz, gom, rick su mir!" man kann sich ungefähr denken, was sich da abspielt, auch wenn man in den nachfolgenden details nicht weiterliest. in der sogenannten "jupiter-episode" kündigt sich welt-eroberischer größenwahn künftiger epochen bereits an. VULCANUS schmiedet ein schwert, das einer ganzen armada "auf einmal die köpf herunterhauen kann". wer sich in der biographie der gegenwärtigen präsidenten-beraterin condoleezza rice etwas auskennt, weiß, dass dieses vulcanus-symbol für sie eine ganz besondere, ihrem planungs-team namengebende, magische kraft hat. grimmelshausen lässt seinen helden, nachdem er durch 30 kriegsjahre geirrt ist, den rückzug aus dem getriebe in ein schwarzwaldhäuschen planen. in seinem letzten kapitel "adjeu welt" listet er auf: "der eine stirbt in der wiegen, der andere in der jugend, der dritte am strick, der vierte am schwert, ...(u.s.w.) und der vierzehnte ertränkt seine arme seele im tintenfass". heute müsste man nur variieren: ertränkt seine arme seele im internet.
Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit. 5 von 5 Punkten Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit, ein Schelmenroman mit dem ernsten Hintergrund des 30jährigen Krieges. Das Werk ist mit seinen fünf Büchern in der Form des klassischen Dramas aufgebaut: Exposition, Steigerung, Höhepunkt, Niedergang und Katastrophe. Das Buch stellt die Geschichte des Hirtenknaben Simplicissimus dar. Das Kind erhält von einem Einsiedler Belehrungen, die traurig-komisch wirken. Durch Opportunismus kommt er zu Ruhm und Geld, erlebt Abenteuer und wendet sich schließlich von der Welt ab. Er lernt auch, dass die Welt betrogen sein will. Im Elend kommt er schließlich zu der Einsicht, dass der wahre Reichtum in der Entsagung liegt. Allein der vollständige Titel ist eine kleine Geschichte: "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch / Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltsamen Vaganten / genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim / wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen / was er darinn gesehen / gelernet / erfahren / und außgestanden / auch warumb er solche wieder freywillig qutittirt. Überauß lustig und männiglich nutzlich zu lesen." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Der abenteuerliche Simplicissimus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Gebundene Ausgabe Der erste deutschsprachige Prosaroman in grandioser Nachfolge des "Don Quijote" schildert die abenteuerliche Odyssee des Helden Simplicissimus durch die Landschaften des Dreißigjährigen Krieges.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Gar nicht so einfältig 5 von 5 Punkten Auch wenn die Sprache manchmal Fantasie fordert, aber zum Glück durch den "Übersetzungsteil" am Ende des Buches erklärt wird, sind Erfahrungen, Beschreibungen und Überlegungen des Titelhelden absolut nicht einfältig. Spannende Bettlektüre.
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Der abenteuerliche Simplicissimus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Alfred Kelletat Gebundene Ausgabe, 1956 Verkaufsrang: 875559 Der erste deutschsprachige Prosaroman in grandioser Nachfolge des "Don Quijote" schildert die abenteuerliche Odyssee des Helden Simplicissimus durch die Landschaften des Dreißigjährigen Krieges.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Gar nicht so einfältig 5 von 5 Punkten Auch wenn die Sprache manchmal Fantasie fordert, aber zum Glück durch den "Übersetzungsteil" am Ende des Buches erklärt wird, sind Erfahrungen, Beschreibungen und Überlegungen des Titelhelden absolut nicht einfältig. Spannende Bettlektüre.
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Der abenteuerliche Simplicissimus teutsch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Gebundene Ausgabe, Dezember 1984 Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Abenteurliche Simplicissimus OA 1668 (1669) Form Roman Epoche Barock Unter dem Pseudonym German Schleifheim von Sulsfort erschien 1668 (vordatiert auf 1669) der wohl bedeutendste Roman des Barock und einer der ersten Schelmenromane seiner Zeit: Der Abenteurliche Simplicissimus - ein Buch vom und über den Dreißigjährigen Krieg. Sein Untertitel enthält zugleich auch Hinweise auf den Stoff: "Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim/wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/was er darinn gesehen/gelernet/erfahren und außgestanden/auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Überauß lustig/und männiglich nutzlich zu lesen." Inhalt: Grimmelshausen schildert das Leben des Romanhelden Simplicius Simplicissimus. Am Beginn steht der tragische Überfall auf den Bauernhof seines angeblichen Vaters im Spessart. Anschließend erfährt er in der Einsiedelei eines Eremiten, der sich später als sein wirklicher Vater herausstellt, eine christliche Erziehung. In die Welt entlassen, wird er in Hanau zum Narren, bevor man ihn entführt. Wenig später schließt er sich den kaiserlichen Truppen an, bis ihn der kommandierende Obrist zu einem Hofmeister gibt, der sich seiner annimmt. Im Kriegsgetümmel wird Simplicius zum "Jäger von Soest"; als Soldat und Kaufmann zieht er durch die Welt, von einem Abenteuer ins nächste gestoßen. Der beschriebenen Wirklichkeit stehen verschiedene Utopien gegenüber, die sich jedoch alle als untauglich erweisen. "Jupiter" etwa predigt den ewigen Frieden und erscheint als wahnsinnig. Zuletzt formuliert Simplicius sein berühmt gewordenes "Adieu Welt" und zieht sich als Eremit in den Schwarzwald zurück. Dort hält er Rückschau und erzählt sein früheres Leben. Aufbau: Wie alle Barockromane (Stichwort R S. 440), die vom spanischen Schelmenroman geprägt sind, besteht auch der Simplicissimus aus zahlreichen Episoden, an deren Beginn der Erzähler jeweils eine kurze Inhaltsübersicht über das sich anschließende Kapitel gibt. Allerdings kommt der Autor über das bloße Prinzip der Reihung hinaus, indem er den Erzähler in das Geschehen einbindet und dadurch der Prozess der Selbsterkenntnis bzw. der inneren Umkehr an Aussagekraft gewinnt. Das ständige Auf und Ab seiner Erfahrungen steht für das Schicksals-Prinzip (Fortuna), in dem sich das Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt. Um dieses Kompendium an Ideen in eine passende Form bringen zu können, wählte Grimmelshausen eine satirische Darstellung, in der sich allegorischer und realistischer, hoher und niederer Stil adäquat miteinander verbinden. Wirkung: Bereits im Frühjahr 1669 erschien eine zweite Ausgabe, vermehrt um die Continuatio. Der anhaltende Erfolg bewirkte eine recht komplizierte Folge von insgesamt sechs, zum Teil unautorisierten Fassungen. Auch in den folgenden Jahrhunderten zählte das Werk zu den wenigen Barockromanen, die auch außerhalb der Wissenschaft auf ein reges Interesse stießen. Seit der Romantik haben sich zahlreiche Dichter von dem Buch inspirieren lassen. Im 20. Jahrhundert adaptierten u. a. Bertolt Brecht in seinem Drama Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) sowie Günter Grass in der Erzählung Das Treffen in Telgte (1979) den Stoff. Mehrere Künstler, darunter A. Paul Weber (1893-1980), fertigten Illustrationen an, Karl Amadeus Hartmann (1905-63) komponierte die Oper Simplicius Simplicissimus (entst.1936; UA 1948). C. V.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
eine verblueffend aktuelle menschheits-beschreibung 5 von 5 Punkten in der sogenannten "ständebaum-allegorie" beschreibt grimmelshausen, scheinbar spöttisch voraussehend auf die pyramiden-grafiken unserer heutigen soziologen, die gesellschaftliche schichtung: unten, an der wurzel, "ungültige leute", handwerker, tagelöhner, bauern und dergleichen, über diesen leuten saßen "so alte hühnerfänger", die sich "auf den untersten ästen durchgebissen" und glück gehabt hatten; "über ihnen befanden sich noch höhere, welche auch höhere einbildungen hatten, weil sie die untersten" kommandierten; danach weist der baumstamm eine lange, glatte, astlose strecke auf, die allerdings "mit seltsamen seifen der missgunst geschmiert" ist - "also dass kein kerl ... hinaufsteigen konnte". darüber saßen von vettern hochgezogene, ganz oben jedoch diejenigen, über die wannen voll geldes ausgeschüttet wurde. sie fingen natürlich alles auf, sodass unten nichts mehr vom segen ankam: allein, wenn man diese kleine textstrecke nur liest, denkt man, man wäre auf einer satire-bühne des jahres 2003, aber nein, dies wurde bereits 1668 geschrieben - und bisher hat sich daran nichts geändert. es ist also nutzbringend, grimmelshausen zu lesen - und amüsant genug auch, falls man nicht ganz unten im baum hängt. grimmelshausen, der eigentlich nur den 30jährigen krieg beschreiben wollte, hat ein für jahrhunderte stabiles anthropologisches grundkonzept aufs papier gebracht. räubereien, lügereien, sexuelle ausschweifungen, folter, brutales kriegs-handwerk - nichts davon ist seitdem leider durch kulturellen fortschritt der menschheit auf diesem globus zum verschwinden gebracht. unsere sprache rechtfertigt oder versteckt die dinge vielleicht nur gekonnter. "einem anderen machten sie ein seil um den kopf und raitelten es mit einem bengel zusammen, dass ihm das blut zu mund, nas und ohren heraussprang" - die altertümliche sprache durchschaut man genug, um zu ahnen, was hier herzlos vor sich ging. es werden nicht nur kriegsdinge geschildert, sondern auch ausflüge nach paris: "alle monsieur beau alman, gee schlaff mein herz, gom, rick su mir!" man kann sich ungefähr denken, was sich da abspielt, auch wenn man in den nachfolgenden details nicht weiterliest. in der sogenannten "jupiter-episode" kündigt sich welt-eroberischer größenwahn künftiger epochen bereits an. VULCANUS schmiedet ein schwert, das einer ganzen armada "auf einmal die köpf herunterhauen kann". wer sich in der biographie der gegenwärtigen präsidenten-beraterin condoleezza rice etwas auskennt, weiß, dass dieses vulcanus-symbol für sie eine ganz besondere, ihrem planungs-team namengebende, magische kraft hat. grimmelshausen lässt seinen helden, nachdem er durch 30 kriegsjahre geirrt ist, den rückzug aus dem getriebe in ein schwarzwaldhäuschen planen. in seinem letzten kapitel "adjeu welt" listet er auf: "der eine stirbt in der wiegen, der andere in der jugend, der dritte am strick, der vierte am schwert, ...(u.s.w.) und der vierzehnte ertränkt seine arme seele im tintenfass". heute müsste man nur variieren: ertränkt seine arme seele im internet.
Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit. 5 von 5 Punkten Eines der wichtigsten Werke der frühen Neuzeit, ein Schelmenroman mit dem ernsten Hintergrund des 30jährigen Krieges. Das Werk ist mit seinen fünf Büchern in der Form des klassischen Dramas aufgebaut: Exposition, Steigerung, Höhepunkt, Niedergang und Katastrophe. Das Buch stellt die Geschichte des Hirtenknaben Simplicissimus dar. Das Kind erhält von einem Einsiedler Belehrungen, die traurig-komisch wirken. Durch Opportunismus kommt er zu Ruhm und Geld, erlebt Abenteuer und wendet sich schließlich von der Welt ab. Er lernt auch, dass die Welt betrogen sein will. Im Elend kommt er schließlich zu der Einsicht, dass der wahre Reichtum in der Entsagung liegt. Allein der vollständige Titel ist eine kleine Geschichte: "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch / Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltsamen Vaganten / genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim / wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen / was er darinn gesehen / gelernet / erfahren / und außgestanden / auch warumb er solche wieder freywillig qutittirt. Überauß lustig und männiglich nutzlich zu lesen." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Der abenteuerliche Simplizissimus, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Broschiert, 1. Januar 1930
| Der abenteuerliche Simplicissimus Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen Gebundene Ausgabe, 1. Januar 1924
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Der abenteuerliche Simplizissimus, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Unbekannter Einband, 1. Januar 1915
| Simplicianische Schriften Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Alfred Kelletat Unbekannter Einband, 1958
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Die Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courasche Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Unbekannter Einband, 1. Januar 1989
| Mutter Courage und andere Simplizianische Schriften Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Alfred Kelletat Unbekannter Einband, 1965 Verkaufsrang: 1883988
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Grimmelshausens Werke. Bd. 4. Des wunderbarlichen Vogelnests zweiter Teil Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Siegfried Streller Gebundene Ausgabe, 1960 Verkaufsrang: 2702556
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| Der abenteuerliche Simplizius Simplizissmus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Broschiert, 1. Januar 1942
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Der abenteuerliche Simplicissimus. Schulausgabe. In Auswahl des Urtextes von 1669. Hrg. von W.Hofstaetter Hans Jakob Christoffel von: Grimmelshausen Unbekannter Einband, 1. Januar 1944
| Simplicius Simplicissimus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Gebundene Ausgabe, 1. Januar 1100
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Simplicianische Kalendergeschichten Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Hubert Gersch Pappband, 1966 Verkaufsrang: 3339769
| Der abenteuerliche Simplicissimus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Unbekannter Einband, 1. Januar 1950
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Der abenteuerliche Simplicius Simplicissimus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Max Hunziker, Louis Wiesmann Pappband, 1963 Verkaufsrang: 2652344
| Der abenteuerliche Simplicissimus Hans Jakob Christoffels Grimmelshausen Gebundene Ausgabe, 1. Januar 1928
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Gesammelte Werke in Einzelausgaben: Das wunderbarliche Vogel- Nest Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen Taschenbuch Verkaufsrang: 3419931
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