Heribert Illig

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Das erfundene Mittelalter: Die größte Zeitfälschung der Geschichte. Hat Karl der Große je gelebt? - Heribert IlligDas erfundene Mittelalter: Die größte Zeitfälschung der Geschichte. Hat Karl der Große je gelebt?
Heribert Illig

Taschenbuch, November 2002
     Verkaufsrang: 177634      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Propheten haben sich eventuell doch nicht geirrt. Der Weltuntergang kann bis zum Ende des Milleniums durchaus noch kommen. Doch keine Panik, wir schreiben erst das Jahr 1702. Zumindest, wenn man Heribert Illig glauben darf. Er, der passionierte Zeitforscher, der bereits 2000 Jahre altägyptischer Geschichte als Hirngespinst entlarvte, deckt in seinem Bestseller Das erfundene Mittelalter nun Die größten Zeitfälschung der Geschichte Europas auf.
"Gewitzt durch Erfahrungen mit antiken Chronologien, deren Wahrheitsgehalt kein näheres Hinschauen verträgt", machte ihn diesmal die Dunkelheit des Mittelalters stutzig. Die Überprüfung der Gregorianischen Kalenderreform brachte es schließlich zutage. Rund 300 Jahre Geschichte sind frei erfunden, "Phantomzeit", die "ersatzlos zu streichen" ist. Doch gemach. Es ist nämlich kein Geringerer, als der strahlende Ahnherr des christlichen Abendlandes, Karl der Große (um 742-814), der einer Zeitkürzung in der europäischen Geschichtsschreibung am ehesten im Wege steht. Indes, die geradezu herkulische Vita dieses sagenhaften Heros, der mitten im sprichwörtlich "finsteren Mittelalter" aufleuchtet, um in einem saeculum obscurum wieder zu verlöschen, ist es, die Illigs Zweifel überhaupt erst nährten. "Karls Heldentaten prangen im hellsten Licht der Geschichte, Zeugnisse für das Entstehen eines geeinten Europas. Sie verdecken nur mühsam die allgegenwärtigen Widersprüche. Jede Prüfung enthüllt neue Unverträglichkeiten und Lücken, als wäre 'Er' ein Widerspruch in sich, ein hölzernes Eisen, ein Oxymoron".
Getreu Kurt Gödels Erkenntnis, daß die Gesamtheit einer (mathematischen) Theorie nur von außen durch eine Metatheorie abgrenzbar ist, sieht sich Illig selbstbewußt als "unbedarfter Außenseiter", der mit "unverstelltem Blick eine Lösung erkennt, die der Fachmann inmitten 'seiner' Bäume niemals finden würde". Zeigte sich die Mediävistik Anfang der neunziger Jahre von dem "neuen Däniken" und seinen ersten dünnen Beweisen für "Karl den Fiktiven" noch weitgehend unbeeindruckt, scheint sie mit zunehmender Unterfütterung archäologischer, architektonischer und dokumentarischer Anachronismen inzwischen zum kritischen Disput geneigter. -Roland Detsch


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 41 Bewertungen)

Illig regt zum nachdenken an      4 von 5 Punkten
Es überrascht mich nicht, daß Illig entweder einen oder fünf Sterne von seinen Lesern erhält. Kaum jemand provoziert mit seinen Thesen ähnlich. Ich sehe seine Aussagen gelassener. Die Fragen, die Illig stellt halte ich für durchaus berechtigt. Warum gibt es so wenig Fundstücke aus der Karolingerzeit? Warum entsteht ausgerechnet in Aachen (heute würde man sagen:"Auf der grünen Wiese"), daß es damals noch gar nicht gab, ein monumentaler Bau, in einem Baustil, der erst 200 Jahre später bei den romanischen Kirchen in Köln zur Blüte erwacht? Was sind die Gründe der sehr hohen Anzahl von Urkundenfälschungen? Warum geht die Rechnung bzgl. der Umstellung auf den gregorianschen Kalender scheinbar nicht auf?
Alle diese Fragen sind berechtigt! Und Heribert Illig hat ein gutes Buch darüber geschrieben. Seine Erklärungsversuche scheinen auch auf den ersten Blick zu passen, aber eben nur auf den ersten Blick. Um einen zweiten Blick zu bekommen, muß man sich bemühen andere schlüssige Antworten zu erhalten und das ist gar nicht so leicht. Für mich war das Buch der Anstoß, mich mehr mit dem frühen Mittelalter auseinanderzusetzen. Ich habe dabei sehr viel gelernt. Selbst der größte Kritiker Illigs kann m.E. nicht behaupten, daß das Buch langweilig sei und daß die aufgestellten Fragen nicht berechtigt seien und sich sofort und zweifelsfrei beantworten ließen. Ich glaube nicht, daß 200 Jahre der Geschichtsschreibung aus machtpolitischen Gründen erfunden wurden. Trotzdem stimmt mich die bauevolutionäre Betrachtung Illigs hinsichtlich des Aachener Doms nachdenklich.


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Wer hat an der Uhr gedreht?: Wie 300 Jahre Mittelalter erfunden wurden - Heribert IlligWer hat an der Uhr gedreht?: Wie 300 Jahre Mittelalter erfunden wurden
Heribert Illig

Broschiert, 1. Mai 2003
     Verkaufsrang: 234499      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Millennium klingt mit einem Heiligen Jahr aus. Symbolträchtig fallen dann der 2000. Geburtstag des Heilands und das 1200. Krönungsjubiläum des allerchristlichsten Kaisers und Einigers Europas - Karl dem Großen - zusammen.
Der Privatgelehrte Dr. Heribert Illig, Jahrgang 1947, Publizist und Herausgeber der geschichtskritischen Zeitschrift Zeitensprünge, bezweifelt, daß es sich dabei um "eine glückliche Fügung des Schicksals" handelt. In seinem Buch Wer hat an der Uhr gedreht? führt er den Nachweis, daß es sich bei dem scheinbar zufälligen Ereignis um eine teilweise minutiös geplante Fälschung handelt, daß der gekrönte Herrscher ebenso wie der krönende Papst und die versammelten Zeitgenossen niemals gelebt haben. Er dokumentiert dabei einmal mehr, Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden. -Roland Detsch


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Über weite Strecken überzeugend und für Vorgebildete spannend      4 von 5 Punkten
Die These selbst ist allemal interessant, und sollte selbst Leuten, die niemals daran glauben werden, eine gewisse Neugier abnötigen.
Die Argumentation wirkt über weite Strecken überzeugend und ist für historisch Vorgebildete spannend, aber nicht gänzlich makellos. Letzte Zweifel an der These bleiben schon deshalb, weil es sich bei den vorgebrachten Fakten fast ausschließlich um Indizien handelt. Dass außerdem die von Illig ausgewiesenen mittelalterlich-religiösen Motive für die Zeit-Manipulation den Menschen des 21 Jahrhunderts etwas abseitig erscheinen mögen, liegt nicht an Illigs Argumentation, sondern an den profunden Mentalitätsunterschieden, die sich in den vergangenen 1000 Jahren entwickelt haben.
In den meisten Fällen kann man Illigs Ausführungen und Argumente zwar inhaltlich nachvollziehen, aber nicht wirklich überprüfen. Dies nicht, weil sie so wenig greifbar wären, sondern einfach weil er sich mit reichem Detailwissen so mühelos zwischen den Disziplinen (Geschichte, Archäologie, Kunst- und Architekturgeschichte, Astronomie, etc.) bewegt, dass diese Ausführungen das jeweils relevante Fachwissen des gebildeten Laien meist ebenso weit hinter sich lassen wie das gestandener Quellen-Historiker.
Allerdings ist die interdisziplinäre und auch weltumspannende Betrachtung gerade eine von Illigs großen Stärken. Dass die traditionelle Historikerzunft ihm aus Mangel an Kenntnissen nicht in alle Sachgebiete folgen kann, ist am Ende nicht Illigs Problem. Wenn ein Historiker auf dem Vorrang der Schriftquellen beharrt, nur weil er von Archäologie und Architektur keine Ahnung hat, so macht er sich zur Karikatur eines Wissenschaftlers. Und die Tatsache, dass jeder Mittelalter-Historiker genau weiß, dass ein großer Teil seiner Schriftzeugnisse ohnehin Fälschungen sind, macht dies freilich noch absurder.
Ob man die These der erfundenen Zeit nun akzeptiert oder nicht: Ein Nachdenken über die Grundlagen unseres Geschichtswissens wird sich bei unvoreingenommenen Lesern allemal einstellen. Die gravierenden Lücken in unserem Geschichtsbild, die Illig aufzeigt, sind in jedem Fall erklärungsbedürftig. Wer sich diesem Nachdenken verschließt - nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf" - der ist kein Wissenschaftler, sondern Fundamentalist seines Glaubens. Und es ist wahrlich erstaunlich, wie viele solche Fundamentalisten sich im Rahmen der von Illig entfachten Diskussion bereits geoutet haben.
Illigs eigene Überzeugung halte ich übrigens für echt, auch wenn sie stellenweise etwas zu dominant daherkommt und manchmal vielleicht mehr Raum für mögliche Alternativen lassen sollte. Immerhin kann man ihm nicht vorwerfen, für die Argumente seiner Gegner so taub und blind zu sein wie diese teilweise für seine. Man wird Illig zwar nicht so leicht umstimmen können, aber er bleibt stets diskussionsbereit und nimmt Einwände zur Kenntnis.
Im Übrigen hoffe ich, dass dies nicht alles war - es wäre schön, in Zukunft mal vom Fortgang der Diskussion zu hören.


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Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte - Heribert IlligDas erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte
Heribert Illig

Gebundene Ausgabe, 2001
     Verkaufsrang: 253349     

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Die Propheten haben sich eventuell doch nicht geirrt. Der Weltuntergang kann bis zum Ende des Milleniums durchaus noch kommen. Doch keine Panik, wir schreiben erst das Jahr 1702. Zumindest, wenn man Heribert Illig glauben darf. Er, der passionierte Zeitforscher, der bereits 2000 Jahre altägyptischer Geschichte als Hirngespinst entlarvte, deckt in seinem Bestseller Das erfundene Mittelalter nun Die größten Zeitfälschung der Geschichte Europas auf.
"Gewitzt durch Erfahrungen mit antiken Chronologien, deren Wahrheitsgehalt kein näheres Hinschauen verträgt", machte ihn diesmal die Dunkelheit des Mittelalters stutzig. Die Überprüfung der Gregorianischen Kalenderreform brachte es schließlich zutage. Rund 300 Jahre Geschichte sind frei erfunden, "Phantomzeit", die "ersatzlos zu streichen" ist. Doch gemach. Es ist nämlich kein Geringerer, als der strahlende Ahnherr des christlichen Abendlandes, Karl der Große (um 742-814), der einer Zeitkürzung in der europäischen Geschichtsschreibung am ehesten im Wege steht. Indes, die geradezu herkulische Vita dieses sagenhaften Heros, der mitten im sprichwörtlich "finsteren Mittelalter" aufleuchtet, um in einem saeculum obscurum wieder zu verlöschen, ist es, die Illigs Zweifel überhaupt erst nährten. "Karls Heldentaten prangen im hellsten Licht der Geschichte, Zeugnisse für das Entstehen eines geeinten Europas. Sie verdecken nur mühsam die allgegenwärtigen Widersprüche. Jede Prüfung enthüllt neue Unverträglichkeiten und Lücken, als wäre 'Er' ein Widerspruch in sich, ein hölzernes Eisen, ein Oxymoron".
Getreu Kurt Gödels Erkenntnis, daß die Gesamtheit einer (mathematischen) Theorie nur von außen durch eine Metatheorie abgrenzbar ist, sieht sich Illig selbstbewußt als "unbedarfter Außenseiter", der mit "unverstelltem Blick eine Lösung erkennt, die der Fachmann inmitten 'seiner' Bäume niemals finden würde". Zeigte sich die Mediävistik Anfang der neunziger Jahre von dem "neuen Däniken" und seinen ersten dünnen Beweisen für "Karl den Fiktiven" noch weitgehend unbeeindruckt, scheint sie mit zunehmender Unterfütterung archäologischer, architektonischer und dokumentarischer Anachronismen inzwischen zum kritischen Disput geneigter. -Roland Detsch


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 41 Bewertungen)

Illig regt zum nachdenken an      4 von 5 Punkten
Es überrascht mich nicht, daß Illig entweder einen oder fünf Sterne von seinen Lesern erhält. Kaum jemand provoziert mit seinen Thesen ähnlich. Ich sehe seine Aussagen gelassener. Die Fragen, die Illig stellt halte ich für durchaus berechtigt. Warum gibt es so wenig Fundstücke aus der Karolingerzeit? Warum entsteht ausgerechnet in Aachen (heute würde man sagen:"Auf der grünen Wiese"), daß es damals noch gar nicht gab, ein monumentaler Bau, in einem Baustil, der erst 200 Jahre später bei den romanischen Kirchen in Köln zur Blüte erwacht? Was sind die Gründe der sehr hohen Anzahl von Urkundenfälschungen? Warum geht die Rechnung bzgl. der Umstellung auf den gregorianschen Kalender scheinbar nicht auf?
Alle diese Fragen sind berechtigt! Und Heribert Illig hat ein gutes Buch darüber geschrieben. Seine Erklärungsversuche scheinen auch auf den ersten Blick zu passen, aber eben nur auf den ersten Blick. Um einen zweiten Blick zu bekommen, muß man sich bemühen andere schlüssige Antworten zu erhalten und das ist gar nicht so leicht. Für mich war das Buch der Anstoß, mich mehr mit dem frühen Mittelalter auseinanderzusetzen. Ich habe dabei sehr viel gelernt. Selbst der größte Kritiker Illigs kann m.E. nicht behaupten, daß das Buch langweilig sei und daß die aufgestellten Fragen nicht berechtigt seien und sich sofort und zweifelsfrei beantworten ließen. Ich glaube nicht, daß 200 Jahre der Geschichtsschreibung aus machtpolitischen Gründen erfunden wurden. Trotzdem stimmt mich die bauevolutionäre Betrachtung Illigs hinsichtlich des Aachener Doms nachdenklich.


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Geschichte, Mythen, Katastrophen: Über Velikovsky hinaus - Heribert IlligGeschichte, Mythen, Katastrophen: Über Velikovsky hinaus
Heribert Illig

Broschiert, 9. Oktober 2009
     Verkaufsrang: 73902     

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein Parforceritt durch Chronologisches und Katastrophisches      5 von 5 Punkten
Anlässlich des 30. Todestages von Immanuel Velikovsky (gest. 17.11.1979) wird hier der aktuelle Kenntnisstand der Untersuchungen der "deutschen Fraktion" der "Post-Velikovskyaner" zu den von Velikovsky vorgestellten Thesen dargestellt. So sehr sich Velikovsky im Detail auch geirrt haben mag, so treffsicher war die von ihm grundsätzlich angeregte Infragestellung der Chronologie und damit verbunden seine Kritik an zahlreichen weiteren Forschungsgebieten, z.B. Biologie, Geologie, Astronomie, Physik und Psychologie. Das Buch bietet auf 360 Seiten einen Parforceritt durch Chronologisches und Katastrophisches, wobei auch die anderen oben genannten Gebiete nicht zu kurz kommen.
Dieser Titel hat einen weitgehend unbekannten Vorläufer von 1992: "Chronologie und Katastrophismus. Vom ersten Menschen bis zum Asteroideneinschlag" mit 265 Seiten, das erste Buchprojekt des Mantis-Verlags. Siebzehn Jahre später zeigt sich, dass diese Zusammenfassung von ihrer Struktur her immer noch brauchbar ist. Die seitdem erarbeiteten vielfältigen Details können in einem derartigen Kondensat nicht alle vorgestellt werden. Das Buch dient daher auch als Wegweiser zur chronologischen Kritik in Verbindung mit katastrophischen Ereignissen in historischen wie in prähistorischen Zeiten.


Der Bau der Cheops-Pyramide: Nach der Rampenzeit - Heribert IlligDer Bau der Cheops-Pyramide: Nach der Rampenzeit
Heribert Illig, Franz Löhner

Taschenbuch, 1998
     Verkaufsrang: 271143      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,41 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Fast so alt wie die ägyptischen Pyramiden ist das Rätsel um ihre Erbauung und Bedeutung. Ohne hinreichend beweiskräftige Anhaltspunkte sahen Generationen von Forschern in ihnen gigantische Grabmäler selbstvergöttlichter Pharaonen, zu deren Errichtung Heerscharen von Fellachen jahrzehntelang zum bitteren Frondienst gezwungen wurden. Ja, einige meinten sogar im Pyramidenbau den Zweck der ägyptischen Staatsbildung schlechthin erkannt zu haben.
Einmal mehr ist es der spätestens durch die Recherchen zu seinem bemerkenswerten Buch Wann lebten die Pharonen? zum Experten gereifte Autodidakt Heribert Illig, der in Der Bau der Cheops-Pyramide in Zusammenarbeit mit dem Baupraktiker Franz Löhner einige in ihrer Nüchternheit und Plausibilität bestechende Vorschläge zur Entmystifizierung des Pyramidenbaus anbietet. Er verweist die bis heute kursierenden Rampenmodelle mangels Realisierbarkeit und angesichts fehlender Relikte bei unvollendeten Pyramiden ebenso ins Reich der Fantasie wie alle Arten der bislang erdachten Baumaschinen, die seinen reich illustrierten Ausführungen zufolge einem Praxistest nur schwerlich standhalten könnten.
Ihnen setzt er zahlenmäßig überschaubare Kolonnen von Steineschleppern entgegen, die unter Ausnutzung ihres eigenen Körpergewichts direkt an den Flanken der Pyramiden arbeiteten. Er errechnet auf diese Weise nachvollziehbar - inklusive Aufseher, Steinbrecher, Schiffer und sonstige Hilfskräfte - einen Bedarf von unter 7000 Mann zur Errichtung eines Weltwunders, für das Mutmaßungen anerkannter Ägyptologen zufolge Millionen von Fronarbeitern zu Tode gequält worden sein sollen.
Nebenbei rekapituliert Illig in seinem auch für den interessierten Laien ungemein spannenden Buch noch einmal die wichtigsten Indizien für seine These von einer auf ein Jahrtausend zu straffenden Geschichte der alten Ägypter. Bedauerlicherweise wurde diese bis jetzt im Elfenbeinturm der Ägyptologie ebenso sträflich ignoriert wie seine bereits in dritter Auflage erschienenen Ideen zum Pyramidenbau.-Roland Detsch


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Sehr lesenswert, obwohl oft nicht komplett zu Ende gedacht.      5 von 5 Punkten
Der Bau der Cheops-Pyramide
Der Autor bietet im Gegensatz zu vielen etablierten Ansätzen eine Variante an, die die Pyramiden in einem nicht mehr so geheimnisvollen Licht bezgl. der Bautechnik erscheinen lassen. Schon zu Beginn in seinem Vorwort bringt er treffend zum Ausdruck, wie desolat der Zustand unserer etablierten Wissenschaft in Bezug auf die ehrliche Klärung brennender Fragen ist. Ergänzen kann man diese Beschreibung mit dem Hinweis, daß auch in unserer sog. freien Marktwirtschaft und unserer "Leistungsgesellschaft" die Scheinleistung das Maß aller Dinge ist. Überzeugend bei dem vorliegenden Buch ist vor allem, die akribische Herleitung einer möglichen Bauabwicklung. Insbesondere die Thematik zur "kalkulierten Reibung". Als Quellen für die Beweis-führung der Machbarkeit von Illig's Bauverfahren machen die "Fachbibeln" von Dubbel und Hütte einen soliden Eindruck. Diesen Eindruck hat man eigentlich von der ganzen Illig'schen Vorgehens-weise. Auch wenn er im Bewußtsein seiner Überlegenheit die Schreiberlinge der übrigen "Pyramiden-Bauzunft" oft mit beißender Ironie im Regen stehen läßt. Leider wird dem Leser nur ein halber Lösungs-Ansatz geboten: nämlich den der Steineschlepperei. Das Thema der Anfertigung der Steinblöcke durch Bohrreihen mit nachfolgender Keilspaltung konnte mich nachträglich dann doch nicht so überzeugen, da ich parallel (nicht gleichzeitig) zur Buchlektüre bei Renovierungsarbeiten Kernbohrungen für Steckdosen-Einlässe in Mauern fräste, auf deren Oberfläche sich alte Fliesenkleberschichten (30-40 Jahre alt) befanden. Bei diesen Arbeiten konnte ich mir die alten Ägypter in der geschilderten Vorgehensweise bei der Anfertigung von präzisen Steinblöcken im Umfang von 2,5Mio. Stück und der präzisen Verlegetechnik, ohne daß man je Ansätze von Bohrreihen fand, nun einfach nicht vorstellen. Einem weiteren Punkt wurde meiner Meinung nach nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Wie sollen es die antiken Baumeister geschafft haben, Verlegeresultate in einer solchen Präzision zu liefern, wenn sie es mit Steingewichten von durchschnittlich 2,5t zu tun hatten, bis hin zu 40t Ge-wicht. Das alles soll mit irgendwelchen Hebelvorrichtungen ermöglicht worden sein? Es wäre interes-sant zu hören, wo man sich die imaginären Hebelansatzpunkte zu denken hat, damit man diese Kolosse paßgenau in die Ecken bugsiert und am Schluß eine kerzengerade Verlegenaht entsteht. Ganz abgesehen von den imensen Punktbelastungen und der Materialbeanspruchung (Welches Material? Holz kann doch wohl nicht gemeint sein, oder doch?) an diesen Stellen. Es gäbe noch eine Reihe von Punkten, die nicht konsequent weitergedacht wurden, deren Anzahl und Umfang jedoch den Rahmen einer Kurz-Rezension sprengen würden. Ein Punkt muß zum Schluß doch noch erwähnt werden. Auch wenn das Buch im großen und ganzen einen solideren Eindruck macht als viele andere Ergüsse, so hat es mich doch gewundert, daß man im letzten Teil der Baubeschreibung die Pyramidionplazierung wie eine Fronleichnamsprozession schildert. Woher weiß man eigentlich, daß auf der Pyramidenspitze ein spezielles Pyramidion exis- tierte? Das paßt nun ganz und garnicht zum Stil des übrigen Buches. Ein echter Strukturbruch. Aber, wenn man schon zu einer solchen Beschreibung greift, wundert es einen doch, daß sich die Autoren um die Frage herumdrückten, warum eigentlich nirgends irgendwelche Inschriften zu finden waren. Denn diese Pyramiden machen doch eigentlich nicht den Eindruck eines alltäglichen Routine-vorganges, der unerwähnt bleiben kann. Auch der Pharao als angeblicher Initiator hatte scheinbar kein Interesse im Zusammenhang mit dem Pyramidenbau genannt zu werden. Da halten wir es in unserer Zeit doch etwas anders, wenn wir nach jedem Hinz und Kunz eine Strasse benennen. Auch wenn meine Gedanken zu Illig's Pyramidenbau nicht von Lob überschäumen, so ist die Lektüre dieses Buches doch sehr empfehlenswert. Jeder Leser sollte auch andere Bücher zu diesem Thema lesen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen, aber nicht in den gebetsmühlenhaften Ausweg verfallen, der Grund für die Pyramiden- bauten sei in irgendwelchen Religionen zu suchen. Ich jedenfalls bin der vollen Überzeugung, daß diese Pyramiden einen technisch-funktionalen Zweck hatten und viel älter sind als unsere kühnsten Schätzungen (siehe hierzu die Ansätze von Robert Bauval in "Das Geheimnis des Orion"). Übrigens, in Baalbek liegen noch ganz andere Kavenzmänner herum, gegen die die Steinchen der Cheopspyramide nur noch Spielzeugcharakter haben.


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Die veraltete Vorzeit: Eine neue Chronologie der Prähistorie - Heribert IlligDie veraltete Vorzeit: Eine neue Chronologie der Prähistorie
Heribert Illig

Broschiert, 11. Oktober 2005
     Verkaufsrang: 347396      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die bisherige Chronologie für Alt- und Jungsteinzeit wird kritisch geprüft, verworfen und neu rekonstruiert. Insbesondere für die Grosssteinkulturen (Megalithikum) ergeben sich überraschende Verbindungen hin zu geschichtlichen Zeiten. Ein grundlegender Entwurf!

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein Baustein zum Weltbild      4 von 5 Punkten
Ich finde dieses Buch klasse! Ich habe unendlich viele Bücher über Vorgechichte im Bücherschrank stehen und habe auch schon viele prähistorische Stellen live besucht. Immer fällt einem auf, dass die Führer oder Autoren so unendlich sicher sind, was sie einem erzählen. Und immer wieder mal fällt es sogar einem Laien auf, dass es möglicherweise so nicht sein kann. Herbert Illig stellt die Wissenschaft an die Wand. "Wissenschaft" das sind die, die immer dann, wenn sie fast nichts mehr wissen, besonders laut werden. Dieses Buch deckt auf, was Wissenschaftler oft nicht wissen. Und damit ist es ein Baustein in meinem Weltbild der Prähistorie geworden. Viele Zeichnungen, leider keine Fotos (deshalb nur 4 Sterne), fundierte Texte (manchmal mit eigenen Deutungen ausgestattet), ein umfassendes Glassar und eine sehr unmfangreiche Literaturliste. Man muss dieses Buch kennen, um ein vollständiges Bild zu haben.


Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte - Heribert IlligDas erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte
Heribert Illig

Broschiert, 1998
     Verkaufsrang: 581586     

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Die Propheten haben sich eventuell doch nicht geirrt. Der Weltuntergang kann bis zum Ende des Milleniums durchaus noch kommen. Doch keine Panik, wir schreiben erst das Jahr 1702. Zumindest, wenn man Heribert Illig glauben darf. Er, der passionierte Zeitforscher, der bereits 2000 Jahre altägyptischer Geschichte als Hirngespinst entlarvte, deckt in seinem Bestseller Das erfundene Mittelalter nun Die größten Zeitfälschung der Geschichte Europas auf.
"Gewitzt durch Erfahrungen mit antiken Chronologien, deren Wahrheitsgehalt kein näheres Hinschauen verträgt", machte ihn diesmal die Dunkelheit des Mittelalters stutzig. Die Überprüfung der Gregorianischen Kalenderreform brachte es schließlich zutage. Rund 300 Jahre Geschichte sind frei erfunden, "Phantomzeit", die "ersatzlos zu streichen" ist. Doch gemach. Es ist nämlich kein Geringerer, als der strahlende Ahnherr des christlichen Abendlandes, Karl der Große (um 742-814), der einer Zeitkürzung in der europäischen Geschichtsschreibung am ehesten im Wege steht. Indes, die geradezu herkulische Vita dieses sagenhaften Heros, der mitten im sprichwörtlich "finsteren Mittelalter" aufleuchtet, um in einem saeculum obscurum wieder zu verlöschen, ist es, die Illigs Zweifel überhaupt erst nährten. "Karls Heldentaten prangen im hellsten Licht der Geschichte, Zeugnisse für das Entstehen eines geeinten Europas. Sie verdecken nur mühsam die allgegenwärtigen Widersprüche. Jede Prüfung enthüllt neue Unverträglichkeiten und Lücken, als wäre 'Er' ein Widerspruch in sich, ein hölzernes Eisen, ein Oxymoron".
Getreu Kurt Gödels Erkenntnis, daß die Gesamtheit einer (mathematischen) Theorie nur von außen durch eine Metatheorie abgrenzbar ist, sieht sich Illig selbstbewußt als "unbedarfter Außenseiter", der mit "unverstelltem Blick eine Lösung erkennt, die der Fachmann inmitten 'seiner' Bäume niemals finden würde". Zeigte sich die Mediävistik Anfang der neunziger Jahre von dem "neuen Däniken" und seinen ersten dünnen Beweisen für "Karl den Fiktiven" noch weitgehend unbeeindruckt, scheint sie mit zunehmender Unterfütterung archäologischer, architektonischer und dokumentarischer Anachronismen inzwischen zum kritischen Disput geneigter. -Roland Detsch


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 41 Bewertungen)

Illig regt zum nachdenken an      4 von 5 Punkten
Es überrascht mich nicht, daß Illig entweder einen oder fünf Sterne von seinen Lesern erhält. Kaum jemand provoziert mit seinen Thesen ähnlich. Ich sehe seine Aussagen gelassener. Die Fragen, die Illig stellt halte ich für durchaus berechtigt. Warum gibt es so wenig Fundstücke aus der Karolingerzeit? Warum entsteht ausgerechnet in Aachen (heute würde man sagen:"Auf der grünen Wiese"), daß es damals noch gar nicht gab, ein monumentaler Bau, in einem Baustil, der erst 200 Jahre später bei den romanischen Kirchen in Köln zur Blüte erwacht? Was sind die Gründe der sehr hohen Anzahl von Urkundenfälschungen? Warum geht die Rechnung bzgl. der Umstellung auf den gregorianschen Kalender scheinbar nicht auf?
Alle diese Fragen sind berechtigt! Und Heribert Illig hat ein gutes Buch darüber geschrieben. Seine Erklärungsversuche scheinen auch auf den ersten Blick zu passen, aber eben nur auf den ersten Blick. Um einen zweiten Blick zu bekommen, muß man sich bemühen andere schlüssige Antworten zu erhalten und das ist gar nicht so leicht. Für mich war das Buch der Anstoß, mich mehr mit dem frühen Mittelalter auseinanderzusetzen. Ich habe dabei sehr viel gelernt. Selbst der größte Kritiker Illigs kann m.E. nicht behaupten, daß das Buch langweilig sei und daß die aufgestellten Fragen nicht berechtigt seien und sich sofort und zweifelsfrei beantworten ließen. Ich glaube nicht, daß 200 Jahre der Geschichtsschreibung aus machtpolitischen Gründen erfunden wurden. Trotzdem stimmt mich die bauevolutionäre Betrachtung Illigs hinsichtlich des Aachener Doms nachdenklich.


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Wer hat an der Uhr gedreht? Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden - Heribert IlligWer hat an der Uhr gedreht? Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden
Heribert Illig

Broschiert, 1999
     Verkaufsrang: 736240     

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Das Millennium klingt mit einem Heiligen Jahr aus. Symbolträchtig fallen dann der 2000. Geburtstag des Heilands und das 1200. Krönungsjubiläum des allerchristlichsten Kaisers und Einigers Europas - Karl dem Großen - zusammen.
Der Privatgelehrte Dr. Heribert Illig, Jahrgang 1947, Publizist und Herausgeber der geschichtskritischen Zeitschrift Zeitensprünge, bezweifelt, daß es sich dabei um "eine glückliche Fügung des Schicksals" handelt. In seinem Buch Wer hat an der Uhr gedreht? führt er den Nachweis, daß es sich bei dem scheinbar zufälligen Ereignis um eine teilweise minutiös geplante Fälschung handelt, daß der gekrönte Herrscher ebenso wie der krönende Papst und die versammelten Zeitgenossen niemals gelebt haben. Er dokumentiert dabei einmal mehr, Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden. -Roland Detsch


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Über weite Strecken überzeugend und für Vorgebildete spannend      4 von 5 Punkten
Die These selbst ist allemal interessant, und sollte selbst Leuten, die niemals daran glauben werden, eine gewisse Neugier abnötigen.
Die Argumentation wirkt über weite Strecken überzeugend und ist für historisch Vorgebildete spannend, aber nicht gänzlich makellos. Letzte Zweifel an der These bleiben schon deshalb, weil es sich bei den vorgebrachten Fakten fast ausschließlich um Indizien handelt. Dass außerdem die von Illig ausgewiesenen mittelalterlich-religiösen Motive für die Zeit-Manipulation den Menschen des 21 Jahrhunderts etwas abseitig erscheinen mögen, liegt nicht an Illigs Argumentation, sondern an den profunden Mentalitätsunterschieden, die sich in den vergangenen 1000 Jahren entwickelt haben.
In den meisten Fällen kann man Illigs Ausführungen und Argumente zwar inhaltlich nachvollziehen, aber nicht wirklich überprüfen. Dies nicht, weil sie so wenig greifbar wären, sondern einfach weil er sich mit reichem Detailwissen so mühelos zwischen den Disziplinen (Geschichte, Archäologie, Kunst- und Architekturgeschichte, Astronomie, etc.) bewegt, dass diese Ausführungen das jeweils relevante Fachwissen des gebildeten Laien meist ebenso weit hinter sich lassen wie das gestandener Quellen-Historiker.
Allerdings ist die interdisziplinäre und auch weltumspannende Betrachtung gerade eine von Illigs großen Stärken. Dass die traditionelle Historikerzunft ihm aus Mangel an Kenntnissen nicht in alle Sachgebiete folgen kann, ist am Ende nicht Illigs Problem. Wenn ein Historiker auf dem Vorrang der Schriftquellen beharrt, nur weil er von Archäologie und Architektur keine Ahnung hat, so macht er sich zur Karikatur eines Wissenschaftlers. Und die Tatsache, dass jeder Mittelalter-Historiker genau weiß, dass ein großer Teil seiner Schriftzeugnisse ohnehin Fälschungen sind, macht dies freilich noch absurder.
Ob man die These der erfundenen Zeit nun akzeptiert oder nicht: Ein Nachdenken über die Grundlagen unseres Geschichtswissens wird sich bei unvoreingenommenen Lesern allemal einstellen. Die gravierenden Lücken in unserem Geschichtsbild, die Illig aufzeigt, sind in jedem Fall erklärungsbedürftig. Wer sich diesem Nachdenken verschließt - nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf" - der ist kein Wissenschaftler, sondern Fundamentalist seines Glaubens. Und es ist wahrlich erstaunlich, wie viele solche Fundamentalisten sich im Rahmen der von Illig entfachten Diskussion bereits geoutet haben.
Illigs eigene Überzeugung halte ich übrigens für echt, auch wenn sie stellenweise etwas zu dominant daherkommt und manchmal vielleicht mehr Raum für mögliche Alternativen lassen sollte. Immerhin kann man ihm nicht vorwerfen, für die Argumente seiner Gegner so taub und blind zu sein wie diese teilweise für seine. Man wird Illig zwar nicht so leicht umstimmen können, aber er bleibt stets diskussionsbereit und nimmt Einwände zur Kenntnis.
Im Übrigen hoffe ich, dass dies nicht alles war - es wäre schön, in Zukunft mal vom Fortgang der Diskussion zu hören.


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Hrotsvith von Gandersheim. Eine Entmystifizierung - Alfred TamerlHrotsvith von Gandersheim. Eine Entmystifizierung
Alfred Tamerl

Broschiert, Juli 1999
     Verkaufsrang: 1195586     

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

schlecht recherchierter Zirkelschluss      1 von 5 Punkten
Der Autor versucht uns durch einen schlecht recherchierten Zirkelschluss nach dem anderen weiß zu machen, daß es die Person der Roswita von Gandersheim nicht gab und ihre Texte Fälschungen der Neuzeit sind.
Viele Aspekte werden außer acht gelassen, die die Texte eindeutig in die ottonische Zeit einordnen lassen.
Vor allem Untersuchungen zu schreibenden Frauen im Mittelalter lassen diesen hier angeführten Schluss nicht zu, da eine Fälschung der frühen Neuzeit keine derartige Darstellung von Frauen im Mittelalter hervorbringen konnte.
Alles in allem ein fehlgeleitetes Buch, dass uns weder Aufschluss über Roswitas Texte noch über andere Aspekte ihres Lebens und ihres Umfeldes gibt.


Die Chiemseeklöster: Neue Sicht auf alte Kunst - Heribert IlligDie Chiemseeklöster: Neue Sicht auf alte Kunst
Heribert Illig

Broschiert, 6. Oktober 2008
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Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Vor wenigen Jahren wurden die Klöster auf Frauen- und Herrenchiemsee erneut älter gemacht - nicht mehr romanisch, nicht mehr karolingisch: Nunmehr sollen sie für den bayerischen Herzog Tassilo III. und das 8. Jahrhundert der Agilolfinger bürgen. Das Bedürfnis nach möglichst alten Klöstern ist groß - aber es führt in die Irre. Nichts spricht auf Frauenchiemsee für diesen Tassilo, nichts auf Herrenchiemsee für ein halbes Jahrtausend Klostertradition vor 1125. Ein weiterer Beweis dafür, dass das frühe Mittelalter zum Teil erfunden worden ist und immer wieder mit Funden ausgestattet werden muss.



Wann lebten die Pharaonen? - Gunnar HeinsohnWann lebten die Pharaonen?
Gunnar Heinsohn, Heribert Illig

Taschenbuch, November 1992
     Verkaufsrang: 1783060     

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Die überlegene ägyptische Kultur in Wirklichkeit nur eine Schimäre? Eine Zivilisation, die Jahrhunderte ohne Landwirtschaft auskommt und an den Ufern eines Stromes lebt, ohne die Schiffahrt zu beherrschen? Künstler, denen nichts besseres einfällt, als jahrtausendealte Stile zu perpetuieren? Immer wieder Rückfälle in den architektonischen Dilettantismus? Geheimnisvolle Techniken zur Granitbearbeitung lange vor der Eisenzeit? Um Äonen zeitversetzte kulturelle Parallelen bei Nachbarvölkern? Gunnar Heinsohn und Heribert Illig greifen in ihrem hochinteressanten Buch Wann lebten die Pharaonen? die großen Rätsel auf, vor die sich die Forschung immer wieder gestellt sieht. Durchaus nachvollziehbar ihre unausgesprochene Vermutung wissenschaftlicher Borniertheit als eigentliche Ursache dafür, "daß die Historiker die Völker des Altertums immer wieder mit Unglaubwürdigkeiten und Zwielichtigkeiten belasten müssen, weil ihnen nicht einfällt, daß ihre eigene Chronologie mit Merkwürdigkeiten belastet sein könnte, die auf sie selbst und nicht die Menschen der Antike zurückzufallen hat".
In atemberaubender Fülle legen sie Indizien für eine längst überfällige Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt vor. Sie räumen auf mit mysteriösen Dark Ages, die Hochkulturen in die Steinzeit zurückkatapultierten und zeichnen eine drastisch gestraffte, ins erste vorchristliche Jahrtausend datierte Geschichte der altägyptischen Reiche. Und mit einem Mal entsteht das Bild eines vitalen Volkes, das binnen weniger Jahrhunderte eine große Kultur hervorgebracht und eine äußerst wechselvolle Geschichte durchlebt hat.
Zugleich mutieren freilich mindestens 2000 Jahre Historie zum reinen Hirngespinst. Für Ägyptologen eindeutig zu viel, um sich ohne wissenschaftlichen Offenbarungseid aus der Affäre ziehen zu können. Für den interessierten Laien erscheint die Beweislast erdrückend. Von den ägyptologischen Instituten des deutschen Sprachraums reagierte nur ein einziges auf die grundstürzenden Thesen von Heinsohn und Illig. Es schickte das Buch an den Verlag zurück.- Roland Detsch


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Schlüssig und nachvollziehbar      4 von 5 Punkten
Die Annahmen der beiden Autoren sind schlüssig und werden im Normalfall etwa in der Kunstgeschichte auch durchaus angewendet.
Trotz aller Retro-Mode unterscheiden sich die Kleidungsstücke aus dem Jahr 2005, die auf 70er oder 80er Design geschneidert wurden durchaus erheblich von den alten Originalen. In einem zeitlich breiterem Blick könnte man außerdem die letzten 100 oder 150 Jahre modetechnisch wohl zu einer großen Epoche zusammenfassen, deren Feingliederung dann Experten vornehmen müssten. Niemand käme aber heute auf de Idee, den Kleidungsstil des 17., 15. oder 11. Jahrhunderts nachzuahmen oder in einer antiken Tunika herumzulaufen. Um aber wieder zur Historie zurückzukommen: Rückschritte gibt es durchaus in der Geschichte, was die Autoren auch nicht leugnen. Während der Völkerwanderungszeit etwa, also zwischen Antike und Mittelalter ging einiges an Wissen verloren. Danach bei der Neuentdeckung der Fähigkeiten erfolgt aber keine Wiederholung des alten Stils. In Ägypten jedoch sollen nach herrschender Lehre zwischen nahezu gleichen Stilrichtungen bis zu 2 Jahrtausenden liegen. Eine Auffälligkeit, die Heinsohn und Illig konsequent aufzeigen und Lösungsvorschläge unterbreiten.
Die Autoren bestreiten auch geographische Kulturgefälle durchaus nicht. Beim Blick in die sog. 3 Welt müsste man auch nicht die Industrieländer in die Steinzeit datieren, um eine Synchronisation zu erreichen. Schon ein Blick auf die Hochhäuser in den Millionenmetropolen in Afrika und Asien zeigt eindeutig die "Gleichzeitigkeit". Die Lebensverhältnisse mögen andere sein, aber das grundsätzliche Wissen verbreitet sich weltweit und kulturübergreifend. Nur in der Zeit des alten Ägypten soll sich Wissen nicht verbreitet haben?
Die Hartseinverarbeitung ist ohne Stahl kaum denkbar. Stahl ist nicht erst seit der Neuzeit deutlich härter als Bronze, sondern von Natur aus. Mit Bronze kann man Granit nicht einmal einritzen, geschweige denn ordentlich bearbeiten. Mit Steinwerkzeugen dagegen kann man weder große Mengen an Steinblöcken passgenau bearbeiten, noch feine Verzierungen gestalten können.
Die Arbeit von Heinsohn und Illig ist insgesamt gut nachvollziehbar, logisch und schlüssig, leider aber auch teilweise etwas langatmig geschrieben. Daher nur vier Punkte.


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