Das Amarna-Grab - Jacob NomusDas Amarna-Grab
Jacob Nomus

Broschiert, Juni 2009
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Das außergewöhnliche Erstlingswerk "Das Amarna-Grab" des deutschen Autors Jacob Nomus ist ein überraschend vielschichtiger Roman. Von dem ersten Satz an wird der Leser mitgerissen. Nach einem kurzen Abstecher zu dem Leichnam einer ägyptischen Königin, die anscheinend lebend mumifiziert wurde, führt die Geschichte in die Mitte der Verschwörer, die im Jahr 33 n. Chr. den Tod von Jesus planen. Ein historischer Thriller kündigt sich an. Die fein durchdachte Handlung, die mehrere Erzählstränge nach und nach zu einer einzigen, fiktiven Geschichte verwebt, enthält eine Fülle von Fakten wie z.B. die beschriebenen Mumien, die versunkene Stadt des Echnaton, die Oase, an der das Ammoniak gefunden wurde, sowie das seltsame Verschwinden der gesamten Königsfamilie um Tutenchamun. Teile der Evangelien werden in den Text um Jesus eingebunden, Seite an Seite mit wirklich existierenden, antiken Texten, die nicht in die Bibel aufgenommen worden sind. Das Ergebnis ist eine faszinierende Geschichte, bei der die Grenze zwischen Realität und Fiktion auf eindrucksvolle Weise verschwimmt. Durch die drei in sich abgeschlossenen und miteinander verbundenen Erzählungen zieht sich ein roter Faden, der sich über Jahrtausende und mehrere Kontinente erstreckt und tief in unserer eigenen Kultur endet. Am Schluss des Buches erkennt der Leser das endgültige Bild: die vierte, umfassende Geschichte. „Das Amarna-Grab“ ist definitiv ein grandioser Lesespaß, der zum Nachdenken anregt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Zum Glück kein Dan Brown!      4 von 5 Punkten
Wer sich "Das Amarna-Grab" von Jacob Nomus mit dem Wunsch zulegt, eine möglichst ähnliche Kopie zu den Action-Mythos-Erzählungen von Dan Brown zu lesen, wird glücklicherweise enttäuscht werden. Denn dieser Roman springt keineswegs auf den Trend der überpackten Historienhetzjagd auf, sondern nimmt sich Zeit für eine Variante eines historischen Ereignisses.
So ist es durchaus folgerichtig, dass die gegenwärtigste von drei Handlungsebenen, die Untersuchungen des Forschers Starck, eben keine atemraubenden Spannungsszenen enthält. Stattdessen verbindet die Gegenwart zwei historische Handlungsebenen miteinander: Zum einen die weit in der Zeit zurückliegende Regierungszeit des Pharao Echnatons, zum anderen die Lebenszeit Jesus von Nazareth.
Jede dieser Zeitebenen wird ausführlich mit einer Liebe fürs historische Detail und einem Blick für das große Ganze aufgebaut. Mit jedem Abschnitt verstricken sich die verschiedenen Ebenen mehr miteinander, anfänglich ans Licht gebracht vom modernen Forscher und dessen Entdeckungen. Wirkt die Erzählung zu Beginn noch wie eine reiche historische Schilderung, die mit einem teils historischen, teils fiktionalen Figurenpersonal bebildert ist, so baut sich mit jeder Seite weiter die unglaubliche Idee zusammen, die Motivation für die Handelnden ist.
Ohne hier mehr von der Handlung verraten zu wollen, soll dieses Buch jedem empfohlen werden, der eine Verbindung von historischen Begebenheiten mit fiktionalen Ideen sucht. Die Geschichte wird zu keinem Zeitpunkt reißerisch, sie bleibt immer niveauvoll beschrieben und bebildert. Gerade die historischen Figuren werden tatsächlich zu echten Romanfiguren aufgearbeitet, sie sind glaubhaft und detailiert beschrieben.
Der fünfte Stern wäre für eine ebenso vitale Ausarbeitung des Charakters Starck und seiner Gehilfen vergeben worden. Doch wie bereits erwähnt, spielt die gegenwärtige Zeitebene eine eher gliedernde und informierende Rolle. Sie ist in dieser Funktion kaum weniger spannend als die vergangen Handlungsstränge, doch reicht sie nicht ganz an diese heran.
Alles in allem ist "Das Amarna-Grab" ein sehr gut ausgearbeiteter und spannender Roman, der einen in kürzester Zeit an die Buchseiten fesseln wird.

Nicht nur zur Weihnachtszeit...      5 von 5 Punkten
Jabob Nomus auf einer Stufe mit Heinrich Böll? Vielleicht ein wenig früh für Nomus, hier einen Vergleich zu ziehen, auch wenn beide Autoren aus Köln stammen (siehe die Webseite von Jacob Nomus).
Derartige (zufällige?) Parallelen passen aber irgendwie zum Amarna-Grab. (Eine kleine Recherche offenbart z.B., dass Nomus und Böll beide nach ihrer Schulzeit am Wilhelm-Gymnasium an der Universität zu Köln studierten und ihr schriftstellerisches Werk mit einer Kurzgeschichte starteten). Der geneigte Leser möge verzeihen, dass die kunstvoll verwobenen Erzählstränge des Amarna-Grabs und seine Offenlegung frappierender Parallelen der Geschichte bei mir ein wenig den (paranoiden?) Forschergeist herausgefordert haben.
Der Bezug zur Weihnachtszeit trägt beim Amarna-Grab indes auch eine eigene Bedeutung. Zwar habe ich selbst das Buch im Sommerurlaub verschlungen, jedoch werde ich es an Weihnachten ein weiteres Mal genießen, da ich wahrscheinlich das eine oder andere Detail überlesen habe. Dafür war es einfach zu spannend erzählt, so dass das Nachdenken über den Kern der Geschichte erst im Nachgang einsetzt und einen einfach nicht mehr loslässt. Entgegen anderen Mystery-Geschichten à la Dan Brown etc. bezieht das Amarna-Grab seine Spannung dabei nicht aus austauschbaren Schnitzel- oder Verfolgungsjagden, sondern (wie es sich für ein wirklich gutes Buch gehört) aus der Geschichte und den dahinter stehenden Gedanken selbst. Neben der reinen Unterhaltung gewinnt der Leser eine bisher wohl kaum gekannte Perspektive hinsichtlich Geschichte, Religion und Politik.
In meiner Jugend war der sog. Weihnachtsvierteiler im Fernsehen ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Zeit. Das Amarna-Grab wäre ein würdiger Anlass, diese Tradition wieder aufzunehmen. Ich werde es jedenfalls dieses Jahr mit der Geschenksuche einfach haben und in meinem Freundes- und Verwandtenkreis mal wieder ein richtig gutes Buch verschenken können.


Viel heiße Luft      3 von 5 Punkten
Nach den vor meiner Kaufentscheidung gelesenen Rezensionen habe ich mehr mit einem Krimi gerechnet. Insgesamt fand ich die Schreibe recht langatmig. Es kommen ja zur Zeit etliche Bücher auf den Markt, welche das Leben und Nachleben von Jesus beschreiben. Dieses Buch kann man lesen, muß aber nicht.

Die wahre Herkunft von Tutanchamun      5 von 5 Punkten
Ich war in der Tutanchamun-Ausstellung in Hamburg und bin vollkommen begeistert von Tut und seinem Leben.
Danach fragte ich mich: Wer sind denn jetzt seine Eltern? Echnaton und Nofretete?
Mein Sohn hat mir von dem Roman 'Das Amarna-Grab' erzählt, in dem das Geheimnis um Tutanchamuns Geburt gelüftet wird. Ich hab mir das Buch sofort gekauft und es in einem Rutsch gelesen. Die Geschichte ist toll, und dort steht genau das, was ich in der Tut-Ausstellung über Howard Carter erfahren habe.
Aber was da über die wahre Herkunft von Tutanchamun verraten wird, DAS ist KLASSE!!

Spannender Schmöker      5 von 5 Punkten
Das Amarna-Grab
Der Roman ist nicht leicht in ein Genre zu pressen. Er kein historischer Roman, obwohl er weit in die Vergangenheit reicht. Er ist kein Geschichtsthriller à la Dan Brown, obwohl er ebenso spannend ist. Er ist kein Sachbuch à la C.W.Ceram, obwohl man viel lernen kann und kein Action-Klamauk wie Indiana Jones. Jacob Nomus' Buch hat von allem etwas, und das ist es, was den Roman so faszinierend macht. Allerdings sollte man sich für Geschichte interessieren, für Mythen, für verlorene Geheimnisse und atemberaubende Thesen. Man fragt sich zu Beginn: Was haben die Pharaonen, das Gilgameschepos, Jesus Christus und ein Archäologe miteinander zu tun? Der Roman erklärt es auf äußerst spannende Weise.


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