Die Perser / Sieben gegen Theben - AeschylusDie Perser / Sieben gegen Theben
Aeschylus, Emil Steiger

Taschenbuch, 1997
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

historisch wohl relevant      2 von 5 Punkten
Ich weiß, "Die Perser" ist das älteste erhaltene literarische Werk, das sich auf geschichtliche Ereignisse beruft, deshalb gebe ich diesem Stück einen Stern mehr als ich objektiv täte. Sicherlich sollte ich hier tatsächlich globaler denken und nicht allein anhand meines persönlichen Gefallens urteilen; allerdings stört mich die extreme Statik dieses Dramas. Interaktion zwischen den Figuren findet kaum statt, stattdessen agiert der Chor als kommunikativer Gegenpart. "Sieben gegen Theben" finde ich interessanter, vor allem wegen des Aha-Erlebnisses, dass es sich bei den beiden Hauptfeinden um die Söhne des Ödipus handelt, sodass "Antigone" auf einmal umso verknüpfter ist. Als ich "Antigone" las, war ich auch davon nicht sehr angetan, aber im direkten Vergleich kommt es tatsächlich weit theatraler daher, weshalb ich mich in der Bewertung des Stücks vielleicht noch mal umentscheiden sollte. Ich werde weiterhin antike Dramen lesen, aber ich befürchte, dass das eher aus einem Gefühl der akademischen Verpflichtung geschehen wird, nicht so sehr aus tatsächlichem Interesse.

Das älteste erhaltene Drama der Welt      5 von 5 Punkten
"Die Perser" von Aischylos ist das älteste erhaltene Drama der Welt. Auch ist es das erste erhaltene Werk der Literaturgeschichte, das sich einem nicht-mythischen Thema bedient, sondern auf einem historischen Ereignis basiert. Aus der fiktiven Sicht des persischen Königshofes schildert Aischylos, der älteste der großen drei Tragödiendichter, den Untergang der persischen Flotte in der Seeschlacht von Salamis durch die Griechen.
Das Drama "Sieben gegen Theben" dreht sich um Ödipus' Sohn Eteokles, dem König von Theben, der in zuversichtlicher Erwartung den Angriffen der "Sieben gegen Theben" harrt, unter denen sich auch sein Bruder Polyneikes befindet. An den beiden Söhnen des Ödipus erfüllt sich nun auch der letzte Teil der unheilvollen Verheißungen, die die Vorhersehung dem Ödipus und seinen nächsten Verwandten zugedacht hat.
Nun könnte man diese beiden Werke schon guten Gewissens aufgrund historischer, bzw. literatur- u. kulturhistorischer Aspekte empfehlen. Aber auch bezüglich des inhaltlichen und stilistischen Eigenwertes haben sie ihre Berechtigung gelesen zu werden.
Trotz ihrer 2500 Jahre haben sie durchaus Aktualität aufzuweisen, so z.B. wenn in "Die Perser" der Sieg der Griechen, den sie mit weit unterlegenen Streitkräften errungen haben, als direkte Folge richtiger Werte angesehen wird, allen voran der Demut vor den Göttern. Das Selbstverständnis der Griechen, mit der Demokratie ein dem totalitären Regime der Perser überlegenes politisches System zu haben, ist augenfällig. So reagiert Atossa, die Mutter des Perserkönigs Xerxes mit großem Unglauben und Unverständnis als sie vom Konzept der Demokratie erfährt und weiterhin fällt auf, dass Themistokles, der Befehlshaber, der den Griechen entscheidend zum Sieg verholfen hatte, nicht einmal Erwähnung im Werk findet, da gezeigt werden soll, dass es ein Sieg aller gewesen ist. Verwundern erweckt auch die einfühlsame und nie herablassende Art in der Aischylos, der Grieche, die Niederlage aus der Sicht der Besiegten darstellt.
Sowohl "Die Perser" wie auch die "Sieben gegen Theben" kann man in je einer guten Stunde getrost lesen und hat damit seine Zeit sehr gut investiert. Dem Erklärungsbedarf der aber ohnehin leicht verständlichen Werke wird wie gewohnt Abhilfe verschafft. An der Übersetzung von Emil Staiger ist nichts auszusetzen und seine kurzen, aber sehr treffenden Nachworte, sind eine Bereicherung.