Die Kinder der Killing Fields: Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies - Erich FollathDie Kinder der Killing Fields: Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies
Erich Follath

Taschenbuch, 18. Oktober 2010
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Dreißig Jahre nach Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha verhandelt ein Sondertribunal seit Anfang des Jahres in Phnom Penh ihre Verbrechen. Mindestens 1, 7 Millionen Menschen und damit knapp ein Viertel der Bevölkerung fielen dem Terrorregime der fanatischen Kommunisten zum Opfer, die das ostasiatische Land regelrecht zurück in die Steinzeit zu katapultieren trachteten.
? Tiefe Dunkelheit wird sich über die Menschen dieses Volkes legen. Das Land wird regiert werden von Barbaren, die keine Religion kennen. Und überleben werden nur die Stummen und die Tauben. ? So lautet eine Jahrhunderte alte Prophezeiung, die mit dem Regime von Pol Pot und seinen Schergen grauenhafte Wirklichkeit wurde. Systematisch entvölkerten sie die Städte, erschlugen Geschäftsleute, Bildungsbürger, Künstler und Intellektuelle, die sie im Zweifelsfall an der Brille identifizierten, rotteten ganze Familien aus oder ? was auf das selbe hinauslief ? zwangen sie zur Fronarbeit auf die Reisfelder, wo sie sich unter erbärmlichsten Bedingungen zu Tode schufteten. Meterhoch türmten sich stellenweise die Gebeine der Abgeschlachteten im blutigen Schlamm der berüchtigten ? Killing Fields? . Nach knappen vier Jahren war der Spuk vorbei und nichts mehr so wie zuvor.
Kenntnisreich zeichnet der Spiegel-Korrespondent Erich Follath das dunkelste Kapitel in der Geschichte Kambodschas nach und beleuchtet die Praxis der Vergangenheitsbewältigung. Er lässt Mitläufer, Opfer und Hinterbliebene zu Wort kommen, spürt aber auch einstigen Tätern, Massenmördern und Folterknechten nach. So spricht er etwa mit Familienmitgliedern von Pol Pot und sogar dem greisen König Norodom Sihanouk, einer der schillerndsten Figuren in der Geschichte Kambodschas. Eine schlüssige Erklärung für das Grauen muss Follath letztendlich ebenfalls schuldig bleiben. Aber eines wird bei der Lektüre seines glänzend geschriebenen Buches klar: Die Aufarbeitung der Geschehnisse hat selbst drei Jahrzehnte danach gerade erst begonnen. ? Arnold Abstreiter







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