Deutsche Einfalt: Betrachtungen über ein unbekanntes Land - Frank BöckelmannDeutsche Einfalt: Betrachtungen über ein unbekanntes Land
Frank Böckelmann

Broschiert, 2. August 1999
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Das Volk der Dichter und Denker in Wahrheit ein zum fortwährenden Barbarentum verurteilter Haufen notorischer Einfaltspinsel: Schlicht, naiv, begriffsstutzig, weltfremd - genetisch determiniert durch den Waldschrat, des Deutschen eigentlicher Archetypus. Überspitzt formuliert ist dies die Botschaft des intellektuell betont hochtrabenden Buches < I> Deutsche Einfalt des zum Philosophen mutierten ehemaligen 68er " Berufsrevolutionärs" Frank Böckelmann, dessen < I> Betrachtungen über ein unbekanntes Land den viel treffenderen Untertitel " Betrachtungen über den Deutschen, das unbekannte Wesen" verdient hätten.
Streckenweise Ratlosigkeit bei der Lektüre des als "historische Phänomenologie" apostrophierten Werkes: Einleitungslos wird der Leser sogleich mit thematisch scheinbar zusammenhanglosen, weitschweifigen Erörterungen über die Herkunft der Urahnen und die Geburt "des" Deutschen konfrontiert, wobei ein besonderer Abschnitt seiner eigentlichen geistigen Heimstatt - der Einöde des Waldes - gewidmet ist.
Sodann folgen in Kapiteln wie " Namlos Vaterland", " Einfalt und Esprit", " Blödigkeit" sowie " Deutsche Sprache und Politik" die eigentlichen Reflexionen der Böckelmannschen Schau in die Abgründe der deutschen Volksseele, wobei wir erfahren: " Die Mentalitätszuschreibung 'einfältig' kehrt nahezu bei allen deutschsprachigen Schriftstellern seit dem Mittelalter, die sich dem Deutschen zuwenden, mit großer Kongruenz und vielen Varianten und fast immer mit einem Schweif von Anschlußattributen wieder, obwohl diese Selbsteinschätzung im Laufe der Jahrhunderte eine Bewertungswende vom Positiven zum Negativen durchläuft. "
Nach der unvermeidbaren Abhandlung über Antisemitismus als " Ausdruck des deutschen Selbsthasses", der "in der Judenvernichtung - und in der deutschen Niederlage - (. . . ) Erfüllung und neue Nahrung" gefunden habe, mündet das Buch in zwei Essays mit dem bedeutungsschweren Titel " Hunger nach Begrenzung" ( I und I I). Während ersteres (" Die letzten Jahre der Bundesrepublik", 1984) eher verzichtbar erscheint, entschädigt das zweite (" Deutschland am Ende des Jahrhunderts", 1999) dagegen für vieles. < I>-Roland Detsch







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