Die fremde Braut: Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland Necla Kelek Gebundene Ausgabe, 10. Januar 2005 Verkaufsrang: 33908 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ist die Türkei reif für die EU? Bei der Diskussion dieser Frage steht meist das türkische Regierungs-, Rechts- und Wirtschaftssystem im Vordergrund: Sind die demokratischen Strukturen in der Türkei gefestigt? Könnte der türkische Staat in die Hände von Islamisten fallen? Wie sieht es mit der Einhaltung der Menschenrechte in türkischen Gefängnissen aus? und so fort. Für die gesellschaftlich-kulturelle Europatauglichkeit der Türkei wird hierzulande häufig auf die positiven Erfahrungen mit den vielen türkischen Einwanderern in Deutschland verwiesen. Doch wie weit sind die bei uns lebenden Türken gesellschaftlich tatsächlich integriert? Das Buch Die fremde Braut der in Hamburg lebenden türkisch-deutschen Soziologin Necla Kelel zeichnet diesbezüglich ein ausgesprochen düsteres Bild. Jede zweite türkische Ehe in Deutschland, so haben ihre Recherchen ergeben, ist das Ergebnis einer Zwangsverheiratung. Ehefrauen oder -männer für die in Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Kreuzberg lebenden jungen Türkinnen und Türken werden demnach von den Eltern aus der Türkei "importiert". Oder man "exportiert" die Tochter zum künftigen Ehemann in die Türkei. Jede zweite Ehe in Deutschland aufgewachsener Türken soll so zustande kommen - mit steigender Tendenz! Wie soll jemand, so hat es Necla Kelek in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht, der nicht mal seinen Lebensgefährten selbst aussuchen darf, diese Gesellschaft demokratisch mitgestalten? Die Zwangsverheiratung ist dabei nur das Ende eines Martyriums, wie Kelek, die als Zehnjährige 1967 nach Deutschland kam, anschaulich darlegt. Wir sollten, so lautet die Lehre, die aus diesem Buch zu ziehen ist, nicht aus falsch verstandener Toleranz vor den Relikten Menschen verachtender Konventionen mitten in unserer Gesellschaft die Augen verschließen. Die fremde Braut verdient größte Aufmerksamkeit! -Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Enttäuschend, nicht wahrheitsgetreu 1 von 5 Punkten Dieses Buch wird meines Erachtens zu Unrecht so gelobt. Frau Kelek verallgemeinert und gibt zumeist auch falsche Informationen wie z.B. die Bedeutung des Hennas am Hennaabend vor der Hochzeit. Außerdem verstehe ich den Zusammenhang zwischen ihrem Leben und dem Leben der "Importbräute" - wie Frau Kelek es ausdrückt - nicht. Sie vermittelt den Eindruck als wenn sie in ihrem Buch zunächst mal ihre Erlebnisse zu ihrem Vater verarbeiten muss. Mein Rat an alle die dieses Buch dennoch lesen wollen, nicht alles als wahr und wissenschaftlich fundiert anzunehmen.
Mehr erwartet 2 von 5 Punkten Ich habe dieses Buch gelesen und war enttäuscht... ich hätte mehr erwartet... spätestens nach ein paar Seiten langweilt einen den Schreibstil der Autorin und auch die Argumente sind nicht neu... ich weiss nicht welches Ziel die Autorin mit dem Buch verfolgt, allerdings hat es mich nicht erreicht...
Eindringliche Erzählungen 5 von 5 Punkten Dieses Buch möchte ich all denen empfehlen, die sich mit dem Thema Islam auseinander setzen möchten, ohne das es rein wissenschaftlich ist. Man erfährt über das Leben der türkischen Einwandererfamilien, wie ich es als Deutsche nicht mitbekommen habe, da ich auch nicht in einem Stadtteil wohne, in denen es viele Ausländer gibt, wohl aber waren in meiner Klasse damals zwei türkischen Schülerinnen, die sich allerdings frei bewegen durften und Sport trieben sowie auf Klassenfahrten mitfuhren. Die eine Mitschülerin ist kurz vorm Schulabschluss mit ihren Eltern wieder in die Türkei zurück gekehrt und ich hab nie wieder von ihr gehört, die andere machte den mittleren Reife Abschluss und eine Ausbildung und wurde dann in eine andere Stadt verheiratet, natürlich brach auch da der Kontakt ab, das Kopftuch spielte da keine Rolle, sie trugen es nicht, aber innerlich war die Rolle dieser Mädchen wohl ähnlich wie in dem Buch beschrieben. Was auch interessant war, wie Frau Kelek in ihrem Buch viel von alten Traditionen berichtete, die eben bis zu ihren Großeltern zurück ging und auch über den Propheten Mohammad, die einen insgesamt über die Struktur der Religion aufklärt. Dieses Buch sollte helfen, die Mauer des Schweigens zu überwinden, aber ich glaube, dazu müsste auch z. B. in der Türkei selbst eine Veränderung erfolgen, aber schon der Unterschied zwischen den Dörfern und Istanbul ist ja schon gewaltig, da leben die Türken ja m. E. schon nach westlichem Modell und nur dann kann sich das auch auf deutschem Boden wieder finden und auch andere muslimische Staatsangehörige als die Türken zu eigen werden (ein frommer Wunsch fürwahr). Ein eindringlicher Bericht, der auch unsere Rolle aufzeigt, die es für die Türken einfach macht, auch hier in Deutschland ihre Lebensweise unverändert fortzuführen. Sehr empfehlenswert!
Respekt! Mutig, interessant und Augen öffnend!!! 5 von 5 Punkten Vielen Dank, liebe Necla Kelek, für dieses mutige Buch! Danke, dass Sie so offen und kritisch Tatsachen aufzeigen, vor denen viel zu lange die Augen verschlossen wurden. Ich hoffe sehr, dass es zu konstruktiven und ergebnisreichen Diskussionen anregt, die einer Veränderung dieses fehlerhaften Systems die Tore öffnet (nicht nur in Deutschland). Die Zeit ist reif für ein Umdenken auf beiden Seiten. Dieses Buch ist mit Sicherheit ein wichtiger Beitrag dazu. Absolut empfehlenswert!
Nicht wirklich neues.. 1 von 5 Punkten Ich habe viel von diesem Buch an Hand der Bewertungen erwartet, weshalb die Enttäuschung viel grösser war. Dieses Buch ist nicht sehr repräsentativ für die Türken in Deutschland, und bietet keine Lösungsvorschläge. Wie denn auch, wissentschaftlicher Bezug und Ansatz einer Lösung sucht man vergeblich. Türkin, Kopftuch, Ehre, Islam, Ausländer in BRD... Stichwörter, viele Bücher, wenig Qualitatives.. 1 Stern
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