Heydrich: Das Gesicht des Bösen - Mario R. DederichsHeydrich: Das Gesicht des Bösen
Mario R. Dederichs

Gebundene Ausgabe, Februar 2005
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"Lebensunwertes Leben" war es nach Ansicht der Nazi-Rassisten, was sie da millionenfach in den Konzentrationslagern auslöschten. Doch wenn es wirklich je so etwas gegeben haben sollte, dann hätten wir dessen Prototyp in der Gestalt Reinhard Heydrichs vor uns. Ein Blick in sein Gesicht offenbart das zutiefst Böse der Nazi-Bestie, deren Frau, was heute noch schmerzt, es nach dem Kriege vermochte, für sich vor bundesdeutschen Gerichten eine Witwenpension zu erstreiten. In den Augen der NS-Ideologie entsprach der Mann, der auf Geheiß von Generalfeldmarschall Göring die Blaupause für den Holocaust fertigte, das Ideal des germanischen Mannes: groß, blond, blauäugig, gestählter Körper, wacher Geist.
Dederich nimmt die Person Heydrich zum Ausgangs- und Angelpunkt für eine Darstellung des Nationalsozialismus überhaupt. Und es ist ihm - mit der Hilfe Teja Fiedlers, der das Manuskript des 2003 verstorbenen Autors ganz in seinem Sinne fertig stellte - in absolut überzeugender Weise gelungen. Das Gesicht, oder besser: die Fratze, in die er uns da blicken lässt, entlarvt das System des Bösen in seiner ganzen, niederträchtigen Erbärmlichkeit. Und dies gerade weil Heydrich "kein primitiver Nazi war, sondern ein ganz modern denkender und handelnder Schurke (?) durchdrungen und getrieben von Geltungssucht, Machtgier und Rücksichtslosigkeit". Menschen wie er "können zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft für alle jene, die ein Gewissen haben, gefährlich werden, wenn man ihnen die Instrumente der Macht in die Hand legt".
Aus der Masse an Büchern über das Dritte Reich, die 2005 wegen des sechzigsten Jahrestages des Kriegsendes erscheinen, ragt Heydrich. Das Gesicht des Bösen als besonders gelungener Versuch heraus, einer neuen Generation von Lesern die Geschichte dieser grauenhaften Diktatur neu zu erzählen. Mit Nachdruck empfohlen! - Andreas Vierecke







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