Alexander der Große: Eroberer der Welt Robin Lane Fox Taschenbuch, 3. Mai 2010 Verkaufsrang: 32648 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Spannende Biographie 4 von 5 Punkten Robin Lane Fox hat diese Biographie im Alter von 27 Jahren nach ausführlichen Quellenstudien und Reisen verfasst. Man merkt das immer wieder während des Lesens. Der Autor ist auch ein guter Erzähler, die Übersetzung aus dem Englischen ist - nicht selbstverständlich! - gut gelungen, also die besten Voraussetzungen, eine spannende Biographie hervorzubringen. Wenn noch ein paar Photos von den Stationen des Alexanderzuges eingebracht würden, wäre das Werk unschlagbar. Im Text wird mit Jahreszahlen gespart, so dass manchmal die Zeit aufgehoben scheint, und man muss in der Zeittafel nachsehen, wann welche Ereignisse stattgefunden und wie lange bestimmte Aktionen gedauert haben. Bei manchen Kapiteln ist offensichtlich, dass es zu vielen Lebensabschnitten wenig Fakten gibt und dass auch der Autor auf Spekulationen angewiesen ist; er lässt uns darüber nicht im Unklaren. Man muss sich jedoch immer vergegenwärtigen, dass von den angeblich 20 zeitgenössischen Überlieferungen keine einzige direkt auf uns gekommen ist. Robin Lane Foxens Werk verdient, ein zweites Mal gelesen zu werden.
Unglaublich 4 von 5 Punkten Dies ist mein erstes Buch über Alexander, das ich gelesen habe. In Sachen Geschichte bin ich ein Laie. Aber meine Lektüre wurde immer wieder unterbrochen von meinem Satz: "Unglaublich, einfach unglaublich, was der alles getan/erobert/bereist hat." Ein lohnendes Buch für "Alexander-Einsteiger". Manchmal geraten die Daten und die Ortschaften durcheinander (eine Karte hilft zum Glück), aber für den Feierabendleser ist dies halb so schlimm. Ich habe dieses Buch sehr genossen.
Alexander als Achilles 5 von 5 Punkten Lane Fox schrieb seine Alexander-Biographie in jungen Jahren (1973 erschienen) und erfuhr dafür viel Aufmerksamkeit, aber auch einige Kritik. Für die einen war das Buch eine der besten historischen Biographien, für die anderen nicht viel mehr als ein romantisch verklärtes Bild. Tatsächlich sieht Lane Fox Alexander als einen "zweiten Achilles" - eben genau so, wie Alexander sich wohl selbst sah. Lane Fox bot eine Rekonstruktion der Figur des großen Makedonenkönigs als homerischen Heros - und das gelang ihm ausgesprochen gut. Man mag einiges kritisieren: weder werden strukturgeschichtliche Fragen tiefergehend erörtert (wie etwa der Aspekt von Alexanders Vergöttlichung, sein Verhältnis zur indigenen Bevölkerung oder die Logistik seiner Feldzüge), doch war es ja auch nicht die Absicht des Autors, dies zu tun (dem daran interessierten Leser sei unter anderem Joseph Roisman (Hg.): Brill's companion to Alexander the Great, Leiden 2003 und Hans-Ulrich Wiemer: Alexander der Große, München 2005, ans Herz gelegt). Lane Fox wollte ein Panorama des Mannes entwerfen, der auch noch in der Moderne verehrt (Droysen, Tarn oder auch Hammond) oder eher abgelehnt wird (Worthington, Bosworth, ähnlich Peter Green und Ernst Badian). Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Seine Darstellung ist sehr flüssig geschrieben, teils sogar ausgesprochen spannend, und dabei doch, bei aller Zuneigung, die er zweifellos für Alexander empfindet, kein reines Loblied, sondern eine historisch funiderte Lebensbeschreibung des Mannes, der aus Makedonien auszog, ein Weltreich zu erobern und der damit den Griechen das Tor zur Welt öffnete: Auch wenn bereits vorher die Griechen im Osten wirkten, erst der Alexanderzug ebnete den Weg für die Hellenisierung des Orients und damit für das Römische Reich, welches daran anknüpfte, und das Christentum, welches sich nach Paulus Aspekte der griechischen Philosophie bediente. Aufgrund der ambivalenten Quellenlage bezüglich Alexanders ist das Problem, das sich jedem Biographen dieses Mannes stellt, beträchtlich: nicht so sehr die Ereignisse, vielmehr ihre Interpretation ist eine höchst subjektive Angelegenheit. Daher muss man die Darstellung von Lane Fox nicht unbedingt teilen, sie ist aber kaum weniger treffend als diverse andere Versuche, das Wesen des Makedonen einzufangen - jede Generation schafft sich wohl ihren eigenen Alexander und das vorliegende Buch ist dabei durchaus überzeugend. Kritisieren möchte ich an dieser höchst geschmackvoll gestalteten Neuausgabe (an der mir auch das interessante Nachwort von Wolfgang Will gefiel; Klett-Cotta mausert sich langsam zu einem interessanten Anbieter für antiken Geschichte: siehe auch "Die Römische Revolution" von Syme, "Hannibal" von Barceló und "Sparta" von Welwei) nur wenig: der Anmerkungsapparat ist etwas umständlich gestaltet (man wollte wohl wieder auf "abschreckende" Fußnoten verzichten...), ein paar Abbildungen mehr hätten nicht geschadet, ebenso wünschte ich mir, dass manche Ergebnisse der modernen Forschung stärker mit eingeflossen wären - sei`s drum, die Biographie von Lane Fox ist hervorragend geschrieben und recherchiert und ein Beispiel für lebendige Geschichtsschreibung - dies kann man leider nicht von vielen modernen Geschichtswerken sagen.
Alexander ungeschminkt 5 von 5 Punkten Geschichte ist ewtas ungemein Spannendes und Fesselndes und in keinem historischen Sachbuch, das ich bisher gelesen habe, kommt dies so klar zum Ausdruck, wie in diesem. In einem 600-Seiten dicken Schmöcker (der sich jedoch besser und flüssiger lesen lässt als so manches Taschenbuch zu diesem Thema) beschreibt Robin Lane Fox das Leben, Kämpfen und Sterben von Alexander dem Großen. Dass er dabei sämtliche Quellenangaben in den Anhang verbannt hat, mag auf den echten Historiker befremdlich wirken, für einen Geschichtslaien wie mich war der Lesegenuss dadurch jedoch umso größer. Lane Fox steht Alexander eindeutig positiv gegenüber, stellt ihn nicht als Tyrann oder größenwahnsinnigen Brutalo dar, verschweigt jedoch auch seine dunkle, widersprüchliche Seite nicht. Er versucht die Beweggründe und Motive der Taten des antiken Feldherrn verständlich zu machen, nicht jedoch sie zu entschuldigen. Der Autor lädt den Leser ein auf eine überraschende, spannende, manchmal erschreckende und oppulente Suche nach Alexander dem Großen, und man folgt ihm nur zu gerne, was, neben einer Fülle von Informationen zur makedonischen, griechischen und persischen Kultur, vorallem auch an dem unkomplizierten und famosen Erzählstil von Lane Fox liegt. Manche Kapitel waren so interessant und spannend, dass ich sie zweimal lesen musste, wie etwa der Tod Phillips, die Schlacht bei Gaugamela, die Ermordung des Kleitos oder die Verschwörung der königlichen Pagen. Ich muss sagen, wenn man dieses Buch gelesen hat, versteht man auch den umstrittenen Film von Oliver Stone um ein vielfaches besser. Auch wenn ich nach wie vor nicht nachvollziehen kann, warum so wichtige Ereignisse, wie die Schlacht von Issos oder die Zerstörung von Persepolis darin nicht vorkommen. In jedem Fall kann ich diese Biographie jedem wärmstens empfehlen, der sich für Alexander oder für Geschichte im Allgemeinen interessiert. Ein besseres Buch zu diesem Thema ist kaum zu finden.
Fesselnde Biografie, empfehlenswert 4 von 5 Punkten Schon zu Lebzeiten war Alexander ein Mythos, denn er wusste sich als Götterspross in Szene zu setzen. Dabei waren bereits seine Zeitgenossen auf fremde Berichte angewiesen. Die jüngsten Quellen, auf die sich Historiker heute beziehen können, entstanden rund 250 Jahre nach Alexanders Tod - Zeit genug für weitere Verklärungen. Der britische Historiker Robin Lane Fox studierte 1500 Quellen und versuchte mit detektivischem Gespür, den Kern der damaligen Ereignisse aus dem Hintergrund der zahlreichen Mythen herauszuschälen. 25 Jahre nach der Erstausgabe 1973 überarbeitete Fox seine Alexander-Biografie grundlegend, indem er erneut die neuesten Forschungsergebnisse integrierte. Besessen von seinem Thema unternahm Fox ausgedehnte Reisen an die Schauplätze von Alexanders Wirken, um sich einen Eindruck von Landschaft, Leuten und Gebräuchen zu verschaffen. Last but not least stand er Oliver Stone für dessen Alexander-Verfilmung als Berater zur Verfügung. An dieser Begeisterung für den Helden dürfte es liegen, dass es dem Autor so hervorragend gelingt, uns Alexander lebensnah zu präsentieren. Wir meinen: ein packender Lesegenuss für alle, die Alexander nicht nur als großen Feldherrn und Führer, sondern auch als Menschen kennen lernen wollen.
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