Rosen für Apoll: Die Geschichte der Griechen Joachim Fernau Taschenbuch, 1993 Verkaufsrang: 27234 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit seiner unnachahmlichen Gestaltungskraft und Einfühlungsvermögen erzählt Joachim Fernau die Geschichte der Griechen von den mythischen Anfängen bis zum Tode Alexanders des Großen. Eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu den Ursprüngen der westlichen Zivilisation.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Was war Solons Leibspeise? 5 von 5 Punkten Will man Joachim Fernaus "Rosen für Apoll: Die Geschichte der Griechen" in aller Kürze auf den Punkt bringen, ist das gar nicht so einfach. Was müsste ein solcher Versuch aufweisen können? Es wären die Minoer dabei mit ihrer ja eigentlich vorgriechischen Hochkultur, die beweisen, dass die Ursprünge durchaus Farbe haben und nicht nur im Dunkeln liegen. Es wäre ferner Homer dabei, der Reporter der Götter, Kriege und Helden, mit seiner Illias und der Odyssee - ganz gleich, ob Homer nun einer war oder mehrere. Und mit von der Partie wären ganz sicher auch der erste Gesetzgeber Athens, Solon, und dessen Leibspeise. Zu erzählen wäre vom Zusammenschluss der Spartaner und Athener gegen Persien, vom "echten" Marathonläufer, den Thermopylen und von Salamis. Es käme auch noch die große Figur der athenischen Demokratie, der kunstsinnige Perikles, bei dem das Lachen im Theater zu einem Dienst am Staate wurde. Noch gar nicht berichtet hätten wir dann vom Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta, der nach Seite 249 von Fernaus Buch "Dreißigjährige Krieg", der ganz Griechenland spaltete, nicht berichtet von Philipp von Makedonien und seinem berühmten Sohn, der den halben Erdball erobert hatte, als er nach Indien kam. Aber da diese Besprechung jetzt schon über das hinausgeht, was man "in aller Kürze" nennen würde, schlage ich eines vor: Lesen Sie selbst. Die Begeisterung für die Geschichte Griechenlands kommt garantiert!
Glücksgriff für die Ohren 5 von 5 Punkten Glücklicherweise bin ich einmal auf Joachim Fernaus "Caesar läßt grüßen" gestoßen, habe es gelesen und fühle mich seitdem um einige Gefühle für die Antike reicher. Das war mir Empfehlung genug mich an weiteren Fernau Texten zu bereichern. "Rosen für Apoll" habe ich nun nicht gelesen, sondern auf einigen längeren Autofahrten gehört. Und obwohl ich eher ein Freund des Lesens, als des Hörens von Literatur bin, bin ich schier überwältigt gewesen. Mit jedem (vortrefflich(st)) gelesenen Wort wird einem die Liebe des Autors zur griechischen Geschichte ins Herz gebrannt. Nicht blind ist diese Liebe. Fehler, Schwächen, Macken der vergangenen Griechen werden erkannt und auch als solche deutlich herausgestellt. Geschichte wird dabei nicht doziert, sondern erzählt. Eben wie EINE Geschichte und nicht wie DIE Geschichte. Dies geschieht mit einer Wonne am Schreiben, mit einem leisen Witz, teilweise mit einer stillen Ironie, wie sie - für den, der dies alles verstehen kann und will - nur köstlich ist. Vielmehr wird einem geboten, als nur Daten und Fakten. Es wird gefragt, beantwortet, in den Raum gestellt, zum Denken angeregt. Leider gelingt dies nicht vielen Autoren. Dieter Mann, als die Stimme, die uns in das alte Griechenland begleitet, gelingt die sprachliche Umsetzung einfach wunderbar. Man fühlt sich in die Kinderrolle versetzt. Auf einem Läufer vor einem Kamin kauernd, lauscht man dem Erzähler einer Geschichte, versinkt in sie und will immer noch mehr hören. Schade, dass solche Momente nicht länger bleiben dürfen. Als die acht CD?s gehört waren, stellte sich dieses merkwürdige Gefühl ein: irgendetwas zwischen freude und wehmut. Schön, dass man das alles hören durfte, schade, dass es schon zu Ende war. Vielen Dank, Herr Fernau, für dieses Buch. Ich habe vieles mitgenommen. Vielen Dank, Herr Mann, für diese tolle Umsetzung ins gesprochene Wort.
Rosen für Fernau 5 von 5 Punkten Bravo !!!! Joachim Fernau gelingt es hervorragend den Spagat zwischen geschichtlichem Anspruch und teilweise etwas flapsiger Umgangssprache zu finden. Da wird ein recht trockenes Thema (sorry, liebe Hellas-Fanatiker)auch für Laien anschaulich dargestellt ohne dabei oberflächlich zu wirken. Auch heikle Kapitel (z.B. Knabenliebe) meistert Fernau mit der gehörigen Prise Humor und seinem ausgezeichneten Verständnis für die Denkweise der damaligen Zeit. Fazit: Absolut zu empfehlen und ich mache mich gleich dran die anderen Bücher von Joachim Fernau auch zu lesen.
Liebeserklärung mit viel Esprit 5 von 5 Punkten Ich liebe den ollen Fernau! Wie er mit geschliffenem Deutsch in "Rosen für Apoll" die griechische Geschichte vom Trojanischen Krieg bis zu Alexander dem Großen abhandelt, das macht ihm keiner nach. Und er liebt die alten Griechen, das merkt man in jeder Zeile. Er liebt sie so, wie man einen charmanten Lausbuben ins Herz schließt oder einen renitenten Rauhhaardackel - wenn der vielleicht etwas despektierlich klingende Vergleich gestattet ist. Er ist nämlich nicht despektierlich gemeint, sondern bewundernd. Und Fernau selber nennt die Griechen die "bösen Buben, die himmlischen Sünder, [...] die vor 3000 Jahren auf dem Meer der irdischen Freuden die Piratenflagge hißten" und macht dem Leser klar, wie er seine Geschichte der Griechen verstanden wissen will: nicht als akribische Faktensammlung, sondern als Liebeserklärung. Schließlich ist Fernau ja auch kein gelernter Historiker, sondern ein gelernter Journalist. Fernau findet den verloren geglaubten Schlüssel zum Verständnis des antiken Hellas und seiner Mentalität: Man lege Apoll nicht "das Abiturientenzeugnis als Eintrittskarte zu Füßen", denn dieser Gott will Rosen: "Vergeßt die Rosen nicht, wenn ihr den Fuß in eine Zeit setzt, in der die Götter noch verliebt waren und lächeln durften!" Dieser Parforce-Ritt durch die griechische Geschichte ist geistreich geschrieben, in geschliffenem, allerbesten Feuilleton-Stil. Mehr als einmal muss man laut auflachen, oder doch wenigstens kichern. Fernau nähert sich den großen Namen nicht ehrerbietig, sondern in Augenhöhe. Respektlos hat ihn jemand genannt - nun, respektlos ist Fernau durchaus, und zwar gegenüber den Wahrnehmungs-Klischees der allzu Bildungsbeflissenen. Seinem Thema hingegen, vor allem den Protagonisten, erweist er durchaus Respekt - liebevollen Respekt. Fernau fragt nach: Wie war das mit der Demokratie in Athen? War der Diktator Peisistratos wirklich abgrundtief böse? Wie war das mit den als amusisch verschrienen Spartanern? Und Perikles - war der wirklich so makellos, wie es überliefert wird? Irgendwann konstatiert er auch, wieso die Nachwelt Sparta bewundert, Athen aber liebt: Die Spartaner waren zeit ihrer Existenz damit beschäftigt, den Augias-Stall auszumisten. Doch das Leben liebt den Mist. Mehr als eine Schulbuch-Weisheit bürstet Fernau augenzwinkernd gegen den Strich, und seine eigene Meinung verhehlt er nie. À propos Meinung: Fernaus Ansichten zu manchen Themen sind mitunter ein wenig schwer verdaulich, und nicht immer spricht ein "temperamentvoller Konservativer", wie man ihn früher bezeichnete, sondern... Nunja. Die Leser sind erwachsen und werden das selber beurteilen können. Man kann Fernau durchaus seine NS-Vergangenheit als Scharfmacher übelster Sorte vorwerfen. Andererseits sollte man einem Werk, zumal einem dermaßen genialen, nicht die Vergangenheit seines Autors vorwerfen. Also zurück zu Apoll und den Rosen. Bei aller feuilletonistischen Versiertheit behält Fernau doch auch die wichtigen Fakten im Auge; man merkt das nicht nur bei seiner Schilderung des Peloponnesischen Krieges, den er kurz und prägnant genug zusammenfasst, dass man in diesem Wust endlich mal ein wenig die Übersicht gewinnt. Wie gesagt, Fernau verkündet hier kein Evangelium, sondern er erzählt die Geschichte aus seiner Sicht nach. Und das tut er geistreich wie wenige andere (neuerdings schreibt Luciano de Crescenzo Vergleichbares). Freilich, wer "Rosen für Apoll" als Geschichtsbuch liest, muss sich darüber im klaren sein, dass dieses Buch dazu nur bedingt taugt, denn es ist, ich wiederhole mich, eine Liebeserklärung an eine Kultur, in Form eines langen aber kurzweiligen, amüsanten, witzigen Essays zu deren Geschichte.
Lachen und Lernen! 5 von 5 Punkten Einmal Fernau gelesen und man will nicht mehr aufhoeren. Wie man "trockene" Geschichte so bildlich, real, und amuessant erzaehlen kann, das wuensche sich ein Schueler im Geschichte Unterreicht.
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