Durch den wilden Kaukasus - Fritz F. PleitgenDurch den wilden Kaukasus
Fritz F. Pleitgen

Taschenbuch, 2002
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Der Kaukasus - eine der geheimnisvollsten, und abenteuerlichsten Regionen der Welt. Fritz Pleitgens Buch ist ein literarischpolitischer Reisebericht über den Kaukasus und sein Geschichte, über seine grandiosen Landschaften und Kulturen, über Kriegsgebiete und Handelsstraßen, über faszinierende Menschen und ihre uralten Traditionen, über grenzenlose Gastfreundschaft, aber auch über unausrottbare Blutrache und Völkerfeindschaft.

"Der Kaukasus bleibt mein Traum, aber auch ein Rätsel."
Fritz Pleitgen


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Wärmstens zu empfehlen      5 von 5 Punkten
Nachdem ich sekbst einen kleinen Teil der Ländereien selbst bereist habe und daher auch kenne die Fritz Pleitgen beschreibt, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.

Zwischen Mythen und Wirklichkeit      5 von 5 Punkten
Natürlich verleiht der an Karl May angelehnte Titel: >Durch den wilden Kaukasus< Abenteuer verheißende Zugkraft. Aber Pleitgen, routinierter Korrespondent und ehemaliger Intendant des WDR, löst die Erwartungen ein. Der heutigen Zeit angepasst ist sein Team nicht mehr unterwegs auf Pferden sondern im Offroader, auch schon mal im Hubschrauber oder gar Schützenpanzer - in besonders neuralgischen Gegenden unter dem Schutz offizieller Begleiter. Trotz guter Planung gibt es genügend Hindernisse, die abenteuerliche Improvisation erfordern.
Einleitend berichtet der Autor, was ihn seit seiner Jugend für die Kaukasusregion motivierte: z.B. der antike Mythos des Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und zur Strafe an den Kaukasusberg Kasbek (5047m) geschmiedet wurde oder die Sage von Jason und den Argonauten. Später waren es die Berichte des russ. Dichters Lermontow sowie Alexandre Dumas abenteuerliche Kaukasusreise von 1858. Die Zitate sind z. Tl. recht ausführlich wem das zu viel Bildung ist, mag getrost auch mal ein paar Seiten überblättern.
Endlich, im Jahr 2000, konnte Pleitgen sich seinen Wunsch erfüllen und diese seit der Vorantike geheimnisumwitterte Region zwischen Schwarzem- und Kaspischen Meer im wahren Wortsinn erfahren. Der Autor schildert in flüssigem, klarem Reportagestil die schwierigen politischen Verhältnisse, erläutert ausführlich die geschichtliche Entwicklung und die Probleme, die sich ergeben aus der Verzahnung der unterschiedlichen Ethnien und Kulturen, deren Struktur zuletzt der Stalinismus zu zerschlagen versuchte. Die Stammestraditionen haben sich dennoch erhalten: Rivalisierende Machthaber, ständige Grenzkontrollen, bürokratische Schikanen, militärisches Gehabe. Dazwischen werden einfühlsam warmherzige Begegnungen geschildert mit Menschen, die hier einfachst leben neben Hass und Fehden.
Begeisterung wird geweckt für die grandiose Wildheit der Natur in der sich dies alles abspielt.
Hauptanliegen bleibt dennoch der Blick auf die verworrene politische Situation. Die energiestrategische Besonderheit macht die Region nach dem Zerfall der Sowjetunion zum machtpolitischen Spielball zwischen Russland und den USA. Vermeintlich demokratische Strukturen werden von Autokraten beherrscht, geschriebene Gesetze mittels Korruption ausgehebelt. Im realen Leben herrschen noch immer archaische, ungeschriebene Gesetze, geprägt von Kompromisslosigkeit und Unversöhnlichkeit. Der Lebensinhalt vieler Männer ist die Kalaschnikow.
Nach seiner Reise äußert Pleitgen die vage Hoffnung auf eine allmähliche Befriedung der Region. Der just in diesen Augustwochen 2008 vom Zaun gebrochene Krieg zwischen Georgien und Russland zeigt, dass diese Hoffnung auf nicht absehbare Zeit eine Schimäre bleiben wird.
Gerade vor dem Hintergrund dieser aktuellen Entwicklung leistet dieser Bericht einen sehr guten Beitrag zum Verständnis oder Unverständnis der Gesamtsituation.

Das schlechteste Buch über den Kaukasus      1 von 5 Punkten
Das Buch von Herrn Pleitgen ist so ziemlich das schlechteste, was ich an Gegendbeschreibungen bisher gelesen habe. Es besteht hauptsächlich aus Rezitationen älterer Bücher, seinen selbstgefälligen und oft beleidigenden Ansichten über Land und Leute und daraus, aufzuzählen, mit welchen Lokalpatriarchen er wieviel Wodka getrunken hätte. Zudem ist es nur was für Freunde von Sätzen die lediglich aus Subjekt, Prädikat, Objekt und maximal einem Füllwort bestehen. Gibt es eigentlich keine Lektoren mehr? Ich kann jeden nur warnen, dieses Buch zu kaufen.

Realistisch und sagenhaft      5 von 5 Punkten
Weil ich selbst Georgioerin bin, habe ich mit grosser Neugier und Sachlichkeit angefangen das Buch zu lesen. Ich fand faszinierend, wie realistisch und farbenreich der Autor das Land und sein vergangenes und jetziges Leben beschreibt. Wenn man nichts uber Kaukasus und seine Volker weisst, dann hat man nach dem man das Buch gelesen hat wirklich vollstandige Vorstellung uber die geo-politische Lage des Kaukasus,die schone Landschaften, temperamentvolle Stamme, die jahrhundertelang in den Gebirgen hausen und die ungeschriebene, strengste Gesetze haben. Dann hat man auch reichlich gute Vorsetellung, wie sich die ehemaligen kaukasischen Sowjetrepubliken: Georgien Armenien und Aserbeidschan jetzt bemuhen sich wirtschaftlich zu entwikeln.
Man erfahrt, dass angefangen von alten Griechen, die nach Kolchetien zur Erwerbung des "Goldenen Flieses" reisten auch selbst die grossen russischen Dichter, wie Puschkin und Lermontow sich fur Georgien schwarmten.

Grenzüberschreitungen      5 von 5 Punkten
Fritz Pleitgen, Intendant des Westdeutschen Rundfunks, hat vier Kinder und eine beachtliche Karriere vorzuweisen. Sicher hat er irgendwann auch einen Baum gepflanzt. Was fehlte, war das Buch zum Mann. Worüber aber schreiben, ohne das eigene Leben zum Thema zu erheben? Eine riskante Reise mußte her, strapaziös, spannend und sendefähig. Laßt Bednarz den friedlichen Baikalsee, Ruge das frostige Sibirien- Pleitgen zieht es in den Kaukasus, wo laut Puschkin Mord nur eine ganz normale Geste ist. Die Gebirgsregion zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer war immer schon ein heißes Pflaster. Jeder Temperaturanstieg treibt dem geneigten Leser Schweißperlen auf die Stirn. Was passiert, wenn der Autor seine kugelsichere Weste ablegt und die Fertigstellung des Manuskriptes zugleich mit der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ernsthaft gefährdet? Doch keine Bange, im Schlepptau befindet sich neben dem Kamerateam auch militärisches Begleitpersonal samt Schützenpanzer. Wie üblich will Pleitgen hoch hinaus. Er überfliegt den Elbrus und hält mit humanistischer Bildung nicht hinterm Berg. Waghalsig folgt er den Spuren literarisch ebenbürtiger Vorreiter wie Michail Lermontow und Alexandre Dumas. Überall wird der illustre Gast mit offenen Armen empfangen. Wohl wissend, welche Anforderungen der Kaukasus seit Prometheus' Zeiten an die Leber stellt, muß Pleitgen manch gutem Tropfen zusprechen. Dennoch bleibt sein Ausdrucksvermögen gewohnt nüchtern und präzise, so kennen wir ihn aus Korrespondententagen. Nicht der Intendant ist unterwegs, sondern der entdeckungsfreudige Journalist und Mensch. Begeistert schildert er die grandiose Landschaft, teilnahmsvoll das harte Leben einfacher Leute, neutral die Hintergründe politischer Konflikte. Flora und Fauna liegen ihm zu Füßen. Mal folgt ihm ein Trupp Esel über eine Brücke, mal gehen die Pferde mit ihm durch- etwa beim Besingen weiblicher Schönheit in Wladikawkas und anderswo. Die ständige Grenzüberschreitung (in jener Gegend etwa alle hundert Meter) bietet dem ARD-Hierarchen ein willkommenes Kontrastprogramm zum Berufsalltag. Der Kaukasus mit seiner explosiven Vielvölkerstruktur verdient eine differenzierte Berichterstattung, wie sie hier geliefert wird. Jede Zeile klingt wohltuend nach Pleitgen. Charakteristisch sind die klare, saloppe Sprache, die professionelle Neugier und Abenteuerlust. Feine Selbstironie durchweht die Seiten und sorgt für Auflockerung informationsüberfrachteter Kapitel. Hoffnung auf Frieden für das idyllische Krisengebiet prägt die Bilanz der Reise. Nachdenklich klappen wir das Buch zu, in tröstlicher Gewißheit, bei endlosen Fußballübertragungen auf gute Lektüre zurückgreifen zu können. Wann findet der vielbeschäftigte Senderchef eigentlich Zeit, an Formulierungen zu drechseln? Augenzwinkernd verrät er es im Nachwort- auf langweiligen Dienstreisen, Konferenzen, Festsitzungen und notfalls im Schlaf. Fairerweise widmet Pleitgen sein Werk den Menschen, die ihn vorwiegend vom Bildschirm kennen: seiner Frau und seinen Kindern.


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