Venedig, Wien und die Osmanen: Umbruch in Südosteuropa 1645-1700 Ekkehard Eickhoff Gebundene Ausgabe, Januar 2009 Verkaufsrang: 316790 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "... Eickhoff beleuchtet die Widersprüche dieser Barockwelt mit einer an klassischen Vorbildern, an Ranke, Mommsen und Droysen geschulten Diktion. Der einzige Fehler seines Buchs besteht darin, dass es nach vierhundertfünfzig Seiten aufhört. Man könnte ewig weiterlesen, um noch mehr über Zaubergärten der Ägais, die Prinzenkäfige im Serail, die Festungen an den Dardanellen und die Seeschlacht von Naxos zu erfahren. In seinem jüngsten, vor zwei Jahren erschienenen Buch hat Ekkehard Eickhoff das "späte Feuerwerk" der Republik Venedig beschrieben. Hier nun zeigt er das reiche Farbenspiel einer erzählenden Historiographie, die mit den Theoriediskussionen des vergangenen Jahrhunderts ausgestorben schien. ..."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Detailversessen (und -verloren?) 2 von 5 Punkten Die Darstellung der historischen Konflikte in Osteuropa ist äußerst detailliert und bietet eine Fülle an Informationen. Sie strotzt vor Fakten: Namen, Jahreszahlen, geographische Daten. Dabei geht aber die große Linie verloren. Es fehlen übersichtliche, zusammenfassende Passagen, die die Details einordnen und Struktur geben. Schade ist der (fast) völlige Verzicht auf Karten. Es gibt lediglich eine Karte Südosteuropas, die ein Nachvollziehen der einzelnen Feldzüge und Flottenbewegungen sehr erschwert. Um sich einen Überblick über die behandelte Zeit und den Raum zu verschaffen, ist das Buch völlig ungeeignet. Seine Stärke liegt in der Vertiefung und im Ausbau bereits vorhandenen Wissens.
Dieses historische und kulturgeschichtliche Standardwerk ist wichtig für das Verständnis der gegenwärtigen Konflikte 5 von 5 Punkten
Diese umfangreiche Kulturgeschichte Venedigs ist im Jahr 1970 zum ersten und 1997 zum zweiten Mal erschienen und nun vom Klett-Cotta Verlag in einer vom Autor überarbeiteten Form neu aufgelegt worden. Eickhoff schafft es, sowohl als Historiker als auch als ehemaliger KSZE-Diplomat mit großer Erfahrung ausgestattet, eine Darstellung zu liefern des bunten Treibens, der unzähligen Feste und der großen Inszenierungen. Das Buch ist unter anderem ein schillerndes Gesellschaftspanorama des Venedigs der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zum anderen ist es eine brillante Beschreibung der Geburtswehen des modernen Europa, die, wie wir alle aus den letzten Jahrzehnten und aus der Gegenwart wissen, im Südosten Europas immer noch nicht ausgestanden und bewältigt sind. Ekkehard Eickhoff beschreibt die zunehmende Entwicklung der Regionen Europas und den Prozess der Nationalisierung und Konfessionalisierung. Dieser unabwendbare Prozess hat Gegensätze geschaffen, die sich unter dem alten Dach der tradierten Herrschafts- und Lehensordnung nicht mehr vereinen ließen. Er zeigt, wie an den Grenzlinien von Islam und Christentum, von Katholizismus, Protestantismus und Orthodoxie damals schwere Wunden aufgerissen wurden, die auch heute noch nicht geschlossen sind. Ihr genaues historisches Verständnis ist unabdingbar, will man die heutigen Auseinandersetzungen an den Grenzen Europas und in seinen Zentren nicht nur begreifen , sondern vielleicht auch politisch und kulturell etwas zu tun, um sie zu schließen. Dem Rezensenten schwindet nach der Lektüre dieses Buches fast alle kurzfristige Hoffnung auf schnelle Lösungen innerhalb der gegenwärtigen Generation. Zu schmerzhaft sind wohl die alten Wunden, zu schmal das gegenseitige Vertrauen, als dass es eine baldige friedliche Lösung geben könnte. Was früher an den Außenrändern Europas sich abspielte, könnte bald zu Auseinandersetzungen in seinen Zentren werden.
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