Die wilden Götter: Sagenhaftes aus dem hohen Norden Tor Age Bringsvaerd Gebundene Ausgabe, Oktober 2001 Verkaufsrang: 33524 In den Namen unserer Wochentage begegnen sie uns noch, die alten nordischen Götter: Thor im Donnerstag, Freia im Freitag, Tyr im Dienstag. Dass all das, was sie so trieben, in irgendwelchen Werken namens Edda steht, dürfte zumindest den versierteren Kreuzworträtsel-Lösern noch bekannt sein. Wie sich diese Geschichten aber tatsächlich anhören, erzählt uns der norwegische Autor Tor Åge Bringsværd in seinem Buch Die wilden Götter. Dabei verlässt er die Versform seiner Vorlagen und entwickelt aus den zyklischen Einzelerzählungen - ganz in der Tradition isländischer Dichtung - seine eigene Prosaversion einer fortlaufenden nordischen Göttergeschichte. In leichtem, bisweilen fast flapsigem Tonfall zieht uns der gelernte Religionswissenschaftler immer weiter in den Bann seiner Gestalten. Wir begleiten den grüblerischen Göttervater Odin auf seinem Weg gegen eigenes Unwissen, bei hoffnungslosen Bändigungsversuchen seiner unberechenbaren Familienschar und in den Kampf gegen die bedrohlichen Trolle. Wir begegnen seinem kriegerischen Sohn Thor beim Hammerschwingen und in Frauenkleidern, verfolgen atemlos die zahlreichen Abenteuer des schalkhaften, aber auch tückischen Loki und die Ränke der verführerischen Freia. Wir sind zu Gast bei furchtbaren Riesen, bei sehr kunstfertigen, aber gierigen Zwergen und werden mit entsetzlichen Ungeheuern konfrontiert. Aus dieser Mischung ergibt sich eine unterhaltsame, bisweilen komische, immer jedoch spannende Lektüre, die von allem ideologischen Ballast der jüngeren Vergangenheit befreit ist. Ein kommentiertes Namensregister im Anhang hilft beim Hangeln durch den - in jeder Mythologie sehr dichten - Namensdschungel, ein kluges Nachwort der Übersetzerin umreißt die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte dieser wilden Göttersaga. Die aufwändig hergestellte, von Johannes Grützke behutsam illustrierte Ausgabe im Rahmen der Anderen Bibliothek vervollständigt letztendlich den Eindruck eines rundum schönen Buches. -Burkhard Steinmüller
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Götter wie du und ich 4 von 5 Punkten Ein einfacher Einstieg zum Thema nordische Götter. Man lernt die wichtigsten von ihnen auf eine herzliche Weise kennen. Der Autor beschreibt die Götter als sehr "menschlich" und bringt sie sympathisch rüber. Am Ende hat man einen guten Überblick über die wichtigsten Asen und deren Charakter. Mehr aber auch nicht.
märchenhafte schilderung 5 von 5 Punkten dieses buch schildert farbenfroh und märchenhaft die geschichte der nordischen götterwelt. langeweile kommt hier beim lesen sicherlich nicht auf. verständlich für jeden beginnt dieses meisterwerk mit der enstehung der welt und geht über zu den geschichten über odin, thor, freia und loki. oftmals fehlen in ähnlichen werken wichtige oder gar die spannensten geschichten aus der edda. dies ist hier jedoch nicht der fall. lange habe ich nach solch einem buch gesucht und es hier mit gefunden. es erfüllt einfach sämmtliche erwartungen. sehr empfehlenswert!
Die Edda für Einsteiger! 5 von 5 Punkten Um ein Zitat der FAZ abzuwandeln: ".. ein anmutiger und leichtfüßiger Roman von Aufstieg, Leben und Fall der altnordischen Götter und ihrer Welt." Genau das ist es. Der Norweger Tor Age Bringsvaerd bringt uns den Pantheon des Nordens mit seinen Helden und Göttern auf unterhaltsame und interessante Weise nahe. In Prosaform und vertrauter Diktion, ohne wortgewaltige Stabreime (die sowieso nur im altnordischen gut klingen!) und frei von "Nebelschwere und Waberlohe" ist diese Version der Edda ideal für Leute (wie mich), die sich zwar für die nordischen Göttermythen interessieren, aber vor dem schieren Umfang und der Schwere der vorherrschenden Literatur zurückschreckten. Unser Problem ist gelöst, der Weg ist frei - und nach dem Lesen dieses Buches ist meine Neugierde auf die Eddas jetzt voll entfacht. Mit dem hier gewonnen Wissen traue ich mir jetzt durchaus zu, auch die "ernsthafte" Version zu lesen und vor allem, zu verstehen! Viel Spaß bei den Geschichten um Odin, Thor und Loki wünscht Petra
Von Thors Hammer erschlagen 4 von 5 Punkten Das Buch ist ein guter Anfang für alle, die sich für die germanische Mythologie interessieren aber noch nichts bis wenig wissen. Der Inhalt ist eine grobe Darstellung von allem was wissenswert ist. Vom der Entstehung der Welt bis hin zum großen Krieg, dem letzten Krieg der Asen. Leider gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Zum einen währe da der Anfang des Buches. Eben durch diese eher grobe Darstellung wirft der Autor, die Leser mit Namen und Figuren nur so zu. Man meint, Thor hätte kurz mit seinem Hammer ausgeholt und zugeschlagen. Die Namen sind, ihrer Anzahl und schnellen folge auch schnell wieder vergessen und man weiß nicht mehr wer wer ist und welche Bedeutung diese Figur hatte. Der zweite Kritikpunkt sind die unglaublich miesen Illustrationen. Entweder hatte der Illustrator absolut keine Lust oder er ist schlicht und einfach total unfähig. Mich persönlich haben die schlechten Zeichnungen am meisten gestört. Ansonsten ist es eine sehr gute Einführung und macht Hunger auf mehr. Der Schreibstil ist einfach gehalten, jeder kann verstehen.
Die Geschichten um Odin, Thor und Heimdahl 5 von 5 Punkten Wer sich mit nordischer Mythologie beschäftigt, kommt um die Edda nicht herum. Die allerdings besticht durch ihre Versform und je nach Übersetzung ist diese mal leichter oder schwerer zu durchdringen. Tor Age Bringsvaerd hat es geschafft, eine wunderbare schnörkellose Version über den nordischen Schöpfungsmythos und die Geschichten des Gottes Odin/Wotan zu schreiben. Er kommt ohne den üblichen Romanepos aus. Denn gerade die nordischen Göttersagen sind oft widersprüchlich und dadurch in diesem Buch leicht zu verstehen. Man erfährt, was es mit dem Weltenbaum, den neun Welten und dem Brunnen der Erinnerung auf sich hat, Geschichten, wie Fafner (der später als Drache im Siegfriedlied getötet wird) an das Gold und wie Thor zu seinem Hammer kam und warum Odin loyal zu Loki steht, der am Ende das Ragnarök (Götterdämmerung) heraufbeschwört. Die wilden Götter sind ein wunderbarer Einstieg in die nordische Mythenwelt und auch als ergänzende Lektüre zur Edda zu empfehlen.
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