Die Dagoberts: Eine Weltgeschichte des Reichtums - von Krösus bis Bill Gates - Detlef GürtlerDie Dagoberts: Eine Weltgeschichte des Reichtums - von Krösus bis Bill Gates
Detlef Gürtler

Gebundene Ausgabe, 20. August 2004
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Ein Gang durch 3000 Jahre Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeigt Aufstieg, Methoden, Bedingungen und Untergang der reichsten Menschen und Dynastien ihrer jeweiligen Zeit.Nichts ist so faszinierend wie sagenhafter Reichtum. Ein Blick in die Weltgeschichte zeigt, dass es immer schon Menschen und Dynastien gegeben hat, die reicher waren als alle anderen. Ob Krösus, der das Geld erfand, Cäsar, der der Dagobert Duck der Antike war, im Mittelalter die Kaufleute der Hanse, später Jakob Fugger, die indischen Mogul-Kaiser, die Rothschilds, Rockefeller, Henry Ford, Warren Buffett, Bill Gates und viele andere mehr: Detlef Gürtler erzählt in dieser großen Wirtschafts- und Kulturgeschichte von der Herrschaft über Gold, Gewürze, Sklaven oder Öl; von Kriegs- und Krisengewinnlern; von genialen Ideen und brillanten Hasardeuren; von Emporkömmlingen, Ehrgeiz, Gier und Größenwahn als Bedingungen für Milliardäre. Und von den Gründen, warum die meisten Mega-Vermögen wieder untergegangen sind."Ein Lesegenu ss besonderer Art: erfrischend und." Süddeutsche Zeitung über Vorbild Deutschland

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Die Multi-Milliardäre aus 3000 Jahren      4 von 5 Punkten
Ob Krösus, Fugger, die Rothschilds, Rockefellers oder Bill Gartes - in diesem Buch geben sich die reichsten Menschen, die dieser Planet je gesehen hat, die Klinke in die Hand. Gürtler stellt sie alle vor, ihren Reichtum, ihre Produkte, die Mechanismen der Geld- und Machtakkumulation. Jede Zeit hat auf andere Art und Weise ihre Superreichen hervorgebracht, weshalb die Geschichte dieser historisch herausragenden Figuren sowie einiger exotischer Fälle gleichzeitig ein interessanter Streifzug durch die Menschheitsgeschichte insgesamt ist. Gürtler hat gut recherchiert und alles kurzweilig verpackt.

Wirtschaftsgeschiche, einmal anders      4 von 5 Punkten
Der Autor schreibt in diesem Buch eine Geschichte der Wirtschaft anhand der Superreichen der einzelnen Epochen. Von den Pharaonen, Krösus und Cäsar über die Hanse, China und die Conquistadoren bis zu den Superreichen der Neuzeit: Rockefeller, Ford, Rothschild oder Bill Gates. Auf über 300 Seiten lernen wir rund 30 Superreiche kennen, die mit mehr oder weniger moralischen Methoden (meist letzeren) zu unvorstellbaren Vermögen gekommen sind. Wer der reichste von allen war? Diese Frage bleibt aufgrund der unterschiedlichen Bemessungen offen.

Die unterhaltsamste Kultur- und Wirtschaftsgeschichte      5 von 5 Punkten
Ziemlich grosskotzig, dachte ich, als ich das Vorwort des Autors las. Genial, dachte ich auf Seite 315. Dieses Buch musste tatsächlich geschrieben werden, genau mit diesem Inhalt und diesem Stil. Der Verfasser übte seine journalistische Virtuosität nach einem Studium der Volkswirtschaft bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, bis er so weit war, als freier Autor mal in Berlin, mal in Marbella "reich" zu werden. Der Kerl kann schreiben. Aber das können heute viele. Detlef Gürtlers Wettbewerbsvorteil ist jedoch, dass er nebst geschliffenen Worten auch Inhalt zu bieten hat, nämlich 3000 Jahre Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Und die präsentiert er uns in einer Form, die schwierig zu übertreffen ist. Daher gleich vorweg die dringende Empfehlung an alle Lehrer, die eine oder andere Story in ihren Unterricht einfliessen zu lassen. Sie können ja immer noch so tun, als seien die didaktischen Pflänzlein auf ihrem eigenen Mist gediehen. Um das Thema Zielpublikum erschöpfend abzuschliessen: das Buch ist für alle, die sich für den Lauf der Dinge und Wirtschaft interessieren, theoretischer Werke überdrüssig sind und Vorlagen für modernes Infotainment suchen.
Was hat Detlef Gürtler unter spanischer Sonne verfasst? Einen Tour d'Horizont ökonomischer Begebenheiten in Form biografischer Erzählungen. Und da jeder Reiche auf der Bühne Gürtlers ein bisschen anders tickt, erfährt sein Publikum, wie konstruiert und einförmig universitäres Wissen verabreicht wird. Nicht dass ich die Gürtler-Show völlig unkritisch über mich ergehen liess und jedes Detail als letzte Wahrheit frass. Aber die Sache mit der wissenschaftlichen Wahrheit ist eh ein Auslaufmodell für Faktengläubige. Dort wo meine eigenen Kenntnisse etwas profunder waren, kam ich jedenfalls zum Schluss, dass der pfiffige Autor sauber recherchierte und die im Verzeichnis aufgeführten Bücher auch gelesen hat.
Und wie hat es Gürtler mit der Ideologie? Macht Geld dumm? Ist Geld verdienen unmoralisch? Sind alle Reichen Ausbeuter? Klebt an riesigen Vermögen immer Blut? Der Autor widmet der Moral von der Geschicht' dreieinhalb Seiten, hält sich mit seinem persönlichen Urteil zurück, erinnert aber daran, dass mit dem Blick zurück fasst jede Methode der Reichtumanhäufung fraglich ist. Nur in der Gegenwart haben wir die Möglichkeit, Leitplanken zu setzen. Doch das braucht Einsatz und nicht nur schöne Worte. Offiziell wird sich Detlef Gürtler mit seinem Buch nicht viele Freunde in der linken Szene machen. Aber seine Geschichtensammlung ist alles andere als Wirtschaftsporno. Sie ist meiner Ansicht nach der geglückte Versuch, die Verstrickungen von Zufall, Macht und menschlichen Trieben aufzuzeigen. Nicht als Anweisung "Wie werde ich Millionär?", sondern als Spiegel von uns allen.