Kultur, um der Freiheit willen: Griechische Anfänge - Anfang Europas? - Christian MeierKultur, um der Freiheit willen: Griechische Anfänge - Anfang Europas?
Christian Meier

Gebundene Ausgabe, 19. Januar 2009
     Verkaufsrang: 56076      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Exoten als Urahnen Europas?      5 von 5 Punkten
Es ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen wissen zu wollen und danach zu fragen, wer man eigentlich ist; oder als Gruppe, wer wir eigentlich sind. Vor allem seit dem Zusammenwachsen der Staaten Europas in der europäischen Staatengemeinschaft wurde und wird die Identitätsfrage in kollektiver Form immer wieder gestellt. Gibt es hinter der politischen und wirtschaftlichen Zweckgemeinschaft und dem geographisch abgegrenzten Raum Europa auch kluturelle Elemente und Werte, die für das moderne Europa eine gemeinsame Wurzel bilden, gar eine gemeinsame Identität verleihen können? Wo fängt die Geschichte Europas an und was macht Europa aus? Diese Fragen würden uns in die Irre führen, würden wir eine monokausale Antwort auf sie erwarten. Wer oder was Europa eigentlich ist, lässt sich immer nur schemenhaft aus einem hochkomplexen Geschichtsprozess heraus beantworten, gleich mit dem Zusatz, dass eine solche Frage aus der Perspektive vergangener Kulturen wie die der Griechen anachronistisch wäre. Wer sich der Frage nach der gegenwärtigen und zukünftigen Identität stellt, muss fragen wer "unsere" Vorfahren waren, ohne aber anzunehmen, dass diese sein wollten oder werden wollten, wer oder was wir sein wollen. Dafür ist ein sachlicher und historisch kritischer Blick auf vergangene Kulturen und Menschen nötig, den auch Christian Meier hier anstrebt.
Die Griechen waren aus der Sicht Meiers seit ihren Anfängen (9. / 8. Jh. v.Chr.) ein exotisches Volk, so ganz anders als die sie umgebenden Hochkulturen. Sie bildeten keine klaren Herrschaftsstrukturen aus, die ja politische Organisation, Mentalität, Mythen, Denkweisen, Religion, Kunst und Wissenschaft anderer Völker stark beeinflusste. Zentrales Anliegen des Autoren ist es dehalb, zu fragen, wie die Griechen ihre so andersartige Kultur hervorbrachten. Während es in der Regel die Herrschenden waren, die den Zusammenhalt ihrer Kultur sicherten, waren es bei den Griechen ein "breiter Kreis von Freien in vielen Städten, die sich herausgefordert sahen, ihre freien Lebensformen gegen alle davon ausgehenden Zumutungen zu befestigen und zu erhalten." Das Streben nach Freiheit und deren Kultivierung ist für Meier eine bedeutsame und folgenreiche Leistung der frühen griechischen Geschichte, die Eingang in das Erbe der europäischen Kultur gefunden hat. Damit beginnt für Meier die Geschichte Europas nicht etwa erst mit dem christlichen Mittelalter, sondern schon in der griechischen Antike. Wenn wir also heute fragen, wer wir waren und was wir sind, dann müssen wir danach fragen, wie es zu den Griechen kam. Diesem Werden der Griechen geht Meier also im Hauptteil seiner Schrift nach. Als Zeitraum hierfür veranschlagt er in etwa die Zeitspanne vom 8. bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert, in der die vielfältige griechische Poliswelt entsteht, sich Machtverhältnisse zwischen den einzelnen Poleis entwickeln, es zur griechischen Kolonialisierung großer Teile des Mittelmeerraumes kommt und sich vor allem das politische Denken der Griechen entwickelt. Der Autor bleibt mit seiner Darlegung am Vorabend der persischen Kriege und der sich entwickelnden Vormachtstellung Athens stehen. Wie schon in anderern Rezensionen erwähnt, lohnt ab hier inhaltlich und literarisch die weitere Lektüre seines älteren und umfangreicheren Werkes "Athen". Wie dieses zeichnet sich auch das "aktuelle" durch eine große Leserfreundlichkeit aus und widmet sich an ein breiteres Publikum. Auf einen umfangreichen Anhang verzichtet der Autor, diskutiert aber im Epilog weiterführende Literatur und offenbart dem Leser, vor welchen Schwierigkeiten der Historiker bei der Behandlung des Themas steht, da vor allem die Quellenlagen für die Anfänge der griechischen Kultur eher spärlich ist. Dennoch gelingt es Meier mit seinem Buch, das von tiefer Kenntnis der Quellen sowie wie von großem Einfühlungsvermögen mit Blick auf den Leser zeugt, einen faszinierenden Blick auf die Anfänge der griechischen Kultur zu werfen.

Erzählung von den kulturellen Wurzeln Europas      5 von 5 Punkten
In den Jahrhunderten vor den Perserkriegen (5. Jhdt. v.Chr.) entstand und verfestigte sich im Ägäisraum eine Kultur, die Vorbild wurde für eine viel spätere Kultur, die im Mittelalter und der Neuzeit in jenem Raum entstand, den wir heute Europa nennen. Wie kam es, dass die griechische (und die römische) Kultur massstabgebend wurde für Generationen, die erst Jahrhunderte später aus dem Dunkel der Völkerwanderung hervortraten, wo doch andere, machtvolle Kulturen vergingen, ohne Spuren zu hinterlassen? Christian Meier ortet den Grund für dieses Phänomen in der Freiheit, die sich die Griechen zu verschaffen wussten - die Freiheit, sich als ganze Menschen entfalten zu können, und die politischen Voraussetzungen für diese Möglichkeit, die in den Besonderheiten der Poliswelt und den Verfassungen der einzelnen Polis bestanden.
Doch war dieser Weg alles andere als notwendig, gerade und sicher. Christian Meier berichtet von der Entstehung der Poliswelt ausgehend vom Niedergang der mykenischen Kultur. Er erzählt von den wichtigen und prägenden, trotz der dünnen Quellenlage noch heute deutlich erkennbaren, Entwicklungen. Dabei folgt er nicht nur den historisch zu erhärtenden Fakten, den Kriegen und Friedenschlüssen, Tyrannen und Tyrannenmord, er nimmt sich auch ausführlich Zeit, von Homer und Hesiod zu berichten, von den vorsokratischen Philosophen und der archaischen Lyrik. Er beschreibt das für das damalige Griechenland so wichtige Agonale, und Symposion oder die Tragödie finden im flüssig geschriebenen Text ihren Platz in der Entwicklungsgeschichte der griechischen Kultur. Meier verfolgt den Sonderweg Spartas in eine Kultur des permamenten Belagerungszustands. Und er zeigt schliesslich den Aufstieg Athens zur führenden Macht auf der Peloponnes.
Nichts in der Geschichte der Menschheit ist zwingend. Doch gelingt es Christian Meier aufzuzeigen, welche Kräfte trotz aller Gegenkräfte, die in Kriegen und Tyrannis immer wieder erwuchsen, die griechische Kultur zum Massstab für spätere Zeiten machten. Diese Kräfte unter dem Begriff Freiheit zu bündeln darf trotz der für unsere heutigen Massstäbe nicht unbedingt als freiheitlich zu bezeichnenden Gesellschaft der Griechen als hilfreicher Faden durch die Geschichte von 800 - 500 v.Chr. gelten. Denn schliesslich waren es nicht wie an anderen Orten und zu anderen Zeiten Monarchie oder Adelsherrschft, die die Klutur prägten, sondern die Gemeinschaft von einer verhältnismässig breiten Schicht von Männern, denen es auferlegt war, sich als ganze Menschen auszubilden, körperlich, geistig und künstlerisch, um sich auch als ganze Menschen in diese Gemeinschaft einzuordnen - bis hin zum Kampf in der Phalanx.
Christian Meier versteht es, seine Geschichte in fliessenden, wohlgeformten Sätzen zu erzählen. Hier ist ein grosser Meister der Sprache am Werk, dessen Schulung an den klassischen Vorbildern spürbar ist. Das vorliegende Buch ist auch in dieser Hinsicht eine Wohltat: Es berichtet nicht nur von den Wurzeln europäischer Kultur, es macht diese Kultur in der verwendeten Sprache vorbildlich greifbar. Historische Quellen sind in den Text derart eingeflochten, dass dem Leser das Zitat meist entgeht, die Darstellung aber fast plastisch wird. Meier nimmt den Leser genauso in die Räumlichkeiten eines Symposions mit wie auf die blutgetränkten Schlachtfelder jener Zeit. Besonders zu empehlen ist (vor allem für eilige Leser) das einleitende Kapitel, in dem Meier seine Perspektive auf das Thema zusammenfassend darstellt.
Im Nachwort wird versprochen, dass es sich bei diesem Buch um die beiden ersten Kapitel einer Reihe von Büchern handelt, die der Entstehung Europas nachforschen. Gespannt ist zu erwarten, wie die begonnene Erzählung fortgesetzt wird. Es wird zu zeigen sein, weshalb das klassische Griechenland keinen Bestand haben konnte, und weshalb der Freiheitsbegriff sich doch durch die Geschichte mit ihren zahlreichen Niedergängen hindurch retten liess.

Bildung einer "Kultur nicht um der Herrschaft, sondern um der Freiheit willen" (57)      5 von 5 Punkten
Christian Meier ist einer der renommiertesten und literarische begabtesten Historiker Deutschlands. Geschichtsschreibung in "erzählerischer Absicht" (Meier, in: Caesar, S. 580) ist der Maßstab, an dem Meier sich in seinem beiden bekanntesten Darstellungen Caesar (1982) und Athen: Ein Neubeginn der Weltgeschichte (1993) orientiert hat, sprich: Geschichtsschreibung auch als spannendes Lesevergnügen ohne dabei die Maßstäbe der Wissenschaft zu vernachlässigen. So ist es ihm gelungen, ein breites Publikum an historisch Interessierten für die Antike zu begeistern. In seinem neuen Buch "Kultur, um der Freiheit willen: Griechische Anfänge - Anfang Europas?" geht Meier der Fragestellung nach, inwieweit das heutige Europa mit seinen Werten und Idealen seine Wurzeln im antiken Griechenland hat.
Was passierte in Griechenland beginnend im 8. Jhdt. v. Chr.? Wie kam es zur Entstehung der zahlreichen Poleis i.e. Stadtstaaten, in denen Herrschaft teilweise nicht durch einen Mann, sondern einer breiten Schicht der (freien, männlichen) Bevölkerung ausgeübt wurde? Welche Rolle spielte dabei die griechische Kultur (Homer, Sophokles, die olympischen Spiele), die auch heute noch das kulturelle Fundament unseres Gemeinwesens bildet? Obwohl er einer der erfahrensten Experten auf diesem Gebiet ist, hat sich Meier seinen Sinn für das "sich wundern", die Akzeptanz des Geheimnisvollen, ins hohe Alter hinein bewahrt. In Bezug auf die griechischen Poleis schreibt Meier: "Einmal jedoch lief es ganz anders. Da war es keine Monarchie und kein herrschaftsgeübter Adel, sondern eine relativ breite, über hunderte von selbstständigen Gemeinden sich verteilenden Schicht von Freien, von 'Bürgern', die sich ihre Welt formte" (18). Wie lässt sich dieses damals revolutionär Neue aus heutiger Sicht beschreiben? Wie kam es dazu und was trieb die Menschen an? Um dieses Phänomen zu bezeichnen, wählt Meier den Begriff der Freiheit: "Will man die Eigenheit dieser frühen griechischen Gemeinden in einem Wort bezeichnen, so bietet sich Freiheit an. Sie hatten den Begriff nicht, die Sache war ihnen eher selbstverständlich, eine Eigenschaft der Grundeigentümer, der Zugehörigen. Freiheit von Herrschaft, Freiheit des Gründers im Eigenen, insofern Unabhängigkeit, auch als Bewegung nach außen. Freiheit zugleich des Selbst-Seins, Selbst-das-Gemeinwesen-Seins" (73).
Die Darstellung ist in zwei Abschnitte unterteilt. Im einleitenden Abschnitt "Die Frage nach dem Anfang" beschreibt Meier die strukturellen Grundbedingungen für den griechischen Neubeginn im 8. Jhdt. v. Chr. nach dem Zusammenbruch der mykenischen Kultur 400 Jahre zuvor und den darauf folgenden "Dark Ages", so bezeichnet, weil aus dieser Zeit keine Quellen erhalten sind und sich die Lebenswirklichkeit der Menschen daher nur anhand von Vermutungen rekonstruieren lässt. Der zweite Abschnitt "Entstehung der Poliswelt" nimmt den Großteil der Darstellung ein. Hier gibt Meier einen Abriss griechischer Geschichte beginnend mit der Formierung der Polisgemeinschaften irgendwann in den "Dark Ages", der griechischen Kolonisation, sowie der Entwicklung in den beiden größten griechischen Poleis Athen und Sparta. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den zahlreichen Begegnungen und Auseinandersetzungen der Griechen mit dem Orient, vor allem dem Perserreich, sowie dessen Einfluss auf die griechisch-europäische Welt. Dabei orientiert sich Meier konsequent an der Leitfrage, aus welchen Gründen sich die antik-griechische Welt in eine bestimmte Richtung entwickelt hat. Seine Antwort lautet, dass die Griechen hier "dazu kamen, eine Kultur nicht um der Herrschaft, sondern um der Freiheit willen auszubilden" (57).
Die Darstellung schließt mit einer Beschreibung der Entwicklung der attischen Demokratie gegen Ende des 6. Jhdt. v. Chr. Damit schließt Meier an sein Buch Athen: Ein Neubeginn der Weltgeschichte an, im dem er sich auf die Geschichte Athens im 5. Jhdt. v. Chr., des klassischen Zeitalters, konzentrierte. Dabei entwickelt er ein spannend zu lesendes Panorama der griechischen Politik- und Kulturgeschichte und inwieweit diese unser heutiges Europa beeinflusst hat. Im Nachwort kündet Meier noch weitere Bände in der Reihe "Siedler Geschichte Europas" an. Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht allzu lange auf die kommenden Bände warten müssen. Gerade in einer immer schneller zusammenwachsenden Welt gewinnen die Fragen nach unserem Ursprung, unserer Identität, an Bedeutung und Wichtigkeit.

Homines maxime homines      5 von 5 Punkten
"Menschen, die im höchsten Sinne Menschen sind" nannte der römische Senator Plinius um 100 n. Chr. die Griechen. War es "dieses merkwürdige, dieses exotische Volk", das das heutige Europa hervorbrachte? Ein Volk, "das eine Kultur bildete, die so anders war als all die andern großartigen Hochkulturen, die vor und neben ihm in der Weltgeschichte entstanden sind"? Denn es erreichte dies ohne den Motor Herrschaft, sondern einzig ihre Freiheit oder besser ein breiter Kreis von Freien in vielen Städten. Vielleicht ist es dadurch zu erklären, dass Europa verglichen mit anderen Kulturen der Welt einen Sonderweg eingeschlagen und über weite Strecken zurückgelegt hat, dass "auf diesem Erdteil nach und nach ungeheuerliche Möglichkeiten freigelegt worden sind, eine Kapazität sondergleichen des Handelns, Erkennens, Gestaltens, des Aufgreifens und Veränderns sich erschloß."
Christian Meier, emeritierter Professor für Alte Geschichte und einer der bekanntesten Historiker Deutschlands legt im Rahmen einer mehrbändig erscheinenden Reihe über die Geschichte Europas ("Die alte Welt") seine ersten beiden Kapitel vor, die sich der Vor- bzw. Frühgeschichte der Griechen und ihrem möglichen Einfluss auf die Bildung Europas widmen.
Schon Hegel sprach vom europäischen Geist, der "in Griechenland seine Jugend zugebracht" hat. Meier versucht gleichfalls die Anfänge Europas in den Ägäisraum zu implizieren.
Gerade heute beleben sich Diskussionen über das Werden und die Eigenart Europas und ganz speziell sein Verhältnis zum Orient. Da lohnt es sich, einen tieferen Blick auf die Entstehung von Kulturen zu werfen, sich einen Zutritt zu ihnen zu verschaffen.
Wo fängt Europa überhaupt an?
Dass Europa als Erdteil verstanden wird, hat keine geografischen, sondern historische Gründe. Und eben die Griechen waren es wohl, die den Namen und vor allem die Aufteilung der Erde in Erdteile geprägt haben. Griechische Lebensart, Feste, Sport, Theater, Philosophie und Wissenschaft verbreiteten sich bis weit in den Osten hinein und sind auch heute noch allerorts spürbar.
Entstanden ist ein spannendes Buch, das einem breiten Leserkreis verständlich und interessant und ohne irgendetwas Wesentliches auszulassen oder ungebührlich zu vereinfachen, die Geschichte der Griechen und ihren wahrscheinlich erheblichen Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung Europas erzählt. Christian Meier hat den schwierigen Parcours der Geschichtsschreibung meisterlich bewältigt: "Wie bei einem Bild müssen auch hier mannigfache Teile in Beziehung zueinander gesetzt werden. Das ist ein eigenständiges Unternehmen, denn allein von den einzelnen Teilen aus der beschränkten Auskunft, die sie über sich geben, ist es niemals durchzuführen. Die historische Synthesis ist deshalb eine besondere Leistung, eine konstruktive Leistung." (Alfred Heuß, deutscher Althistoriker)
Und eben diese Komplexität, dieses Verzahnen aller Kapitel, das beziehungsreiche Ineinandergreifen und Analysieren Meiers erklärt für den Leser letztendlich selbstredend, warum das Volk der Griechen so frei sein und bleiben konnte und Europas Anfänge durchaus bei ihnen zu suchen sind.
Frei von Fachtermini und wissenschaftlichem Jargon, aber trotzdem äußerst tiefgreifend, substantiell und fundiert berichtet Meier von dieser einzigartigen Kultur. Er ist nicht versucht, Begründungen für seine Darstellung ausufern zu lassen, sondern beschränkt sich darauf, die eigene Argumentation nur leicht anzudeuten. "Das Bestreben, die fernen, fremden Gegenstände heutigen Lesern nahezubringen (ohne ihre Fremdheit zu vertuschen), der Wunsch, sie vorstellbar, verstehbar zu machen in der Alltagssprache" ist ihm aufs Vortrefflichste gelungen.
Manche seiner Aussagen sind sicherlich gewagt, doch stets markiert er einen vermutenden Charakter und wird durch diese genau bezeichneten Ungenauigkeiten der Forderung nach Genauigkeit am ehesten gerecht.
Fazit:
Die Entstehung und Geschichte Europas ist unzweifelhaft mit dem antiken Griechenland verbunden, wenn sie nicht gar ihren Ursprung in der Ägäis hat. Christian Meier versucht die Fragen nach dem Anfang zu klären. Gleichzeitig zeigt er auf, "wie es zu den Griechen kam, wie diese höchst ausnahmsartige, so ungemein stark und breit nachwirkende Kultur zustande kommen, sich tragen, sich behaupten konnte und wie sie beschaffen war."
"Kultur, um der Freiheit Willen" offenbart eine äußerst interessante, fundierte und glänzend geschriebene Kulturgeschichte aus der Feder des 80jährigen Althistorikers.
"Wir werden das Altertum nie mehr los, solange wir nicht wieder Barbaren werden." (Jacob Burckhardt, Schweizer Kulturhistoriker)