Der gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe - Karlheinz DeschnerDer gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe
Karlheinz Deschner

Gebundene Ausgabe, 1. Januar 2004
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Einer der führenden Kirchenkritiker unserer Zeit, Karlheinz Deschner, schildert die Entstehung der christlichen Glaubenslehren vor dem Hintergrund der allgemeinen historischen Entwicklung. Dabei zeigt er, dass alles, was den Gläubigen als angeblich geoffenbarte Wahrheit gepredigt wird, Ausfluß jenes Mischmaschs von Irrtum und Gewalt ist, wie Goethe die Kirchengeschichte einst charakterisierte. Der Autor belegt, dass alle wichtigen Glaubensinhalte (selbst die Christuslehre), Lehraussagen und religiösen Rituale des Christentums - das urchristliche Dogma vom nahen Weltende, die Vergottung Jesu, die Verkündigung des Paulus, Trinität, Taufe, Abendmahl, Beichte, Buße und viele mehr - entlehnt worden sind. Sie stammen aus dem Judentum, altorientalischen Vorstellungen, aus Synkretismen des Hellenismus und anderem antiken Gedankengut. Diese Quellen wurden jedoch später von der Kirche zu heidnischem Teufelswerk erklärt und lange Zeit vergessen. Dass dieses zusammengeklaubte Sammelsurium religiöser Anschauungen zweitausend Jahre überdauern und eine ganze Kultur prägen konnte, ist das wirkliche Mysterium des Christentums. Ein abschließendes Kapitel gilt dem umstrittenen Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit von 1870, das im Gegensatz zu den Lehren aller antiken Kirchenväter steht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Hart aber ehrlich      5 von 5 Punkten
Hart ist das schon, wenn man in einer Glaubensgemeinschaft mit gemeinsamen Ritualen, Festen und einem früh durch Taufe im Innern eingebrannte Religion aufwächst und nun gesagt bekommt, dass man ja eigentlich gar keine andere Wahl hatte, weil man in eine abendländische Tradition hineingeboren wurde, die ihren Glauben von Generation zu Generation quasi vererbt.
So bezeichnet Karlheinz Deschner die Christen heutiger Prägung auch als "Taufscheinchristen", weil sie nicht Christen aus eigener Entscheidung, sondern allein durch die Geburt sind. Das sagt soviel wie: Wäre der gleiche Mensch zufällig als Hinduist, Buddhist, Islamist usw. geboren, wäre er jetzt Hinduist, Buddhist, Islamist. Das klingt hart, das klingt ernüchternd, stellt aber schon die erste Prämisse für den vehementen Kirchenkritiker der Neuzeit dar und ist zugleich eine tiefe Wahrheit, an der man erstmal zu Schlucken hat.
Weiterhin führt der äußert belesene Deschner den gesamten Glauben der Christenheit in unzähligen Fakten und wissenschaftlichen Belegen ad absurdum, greift darüber hinaus die Kirche ob ihres Anspruchs und der tatsächlichen Handlungen an, widerlegt biblische Fakten und grundlegende Glaubensdogmen, zieht gegen die unterdrückende Sexualmoral ins Feld und sieht diese als erpresserisches Mittel der Kirche, ein schlechtes Gewissen aufzubauen, um den Ablass zu begründen, von welchem die Kirche insofern profitiert, als sie hierdurch zum Großteil ihre Existenzberechtigung bezieht.
Selbst die Existenz Jesu wird in Frage gestellt, sind doch laut Deschners Recherche die ersten Zeugnisse für die Existenz des angeblichen Sohnes Gottes erst hundert Jahre nach seinem angeblichen Wirken niedergeschrieben worden. Also alles ein gefälschter Glaube, der seine Ursprünge aus altjüdischen oder gar heidnischen Quellen schöpft?
Sind wir somit eigentlich einem Betrug aufgesessen oder wurde der Glaube von Menschen erfunden, um dem Leben einen Sinn zu geben, um der Angst vor dem Tod etwas entgegenzusetzen, um in einer Gemeinschaft Zusammenhalt und gegenseitige Zuwendung zu finden, um dem Dunkel ein Licht, wenn auch ein erfundenes zu schenken? Ist der Glaube vielleicht ein - wenn auch angreifbares und fehlerhaftes - Vehikel, das Miteinander besser und liebevoller zu gestalten? Fragen, die mich bei der Lektüre beschäftigten, aber von Deschner in seiner teilweise aggressiven Argumentation übergangen werden.
Dennoch fünf Punkte, weil Karlheinz Deschner ja im Kern die Kirche kritisiert und was diese aus dem Glauben an eine höhere Instanz (nennen diese Gott oder Allah oder Manitu usw.) gemacht hat. Immerhin setzt der Glaube von frühester Kindheit ein Urvertrauen an eine Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt und diesen Glauben in meinem Innersten lasse ich mir nicht nehmen. Für mich sind alle Götter dieser Welt ein Sinnbild für das Gute, für das Licht in der Seele, für Zuversicht und Weltvertrauen, für eine ausgleichende Gerechtigkeit und überdies ein Bild für das, was wir nicht erklären können.
Selbst Edgar Allen Poe lässt den ungläubigen Protagonisten in "MS. FOUND IN A BOTTLE" zuletzt und als Ende der Story sagen: "... the ship is quivering - oh God! - and going down." Und das ist die Aussage seiner Geschichte, dass wir alle zuletzt und in der Sterbestunde nach einem Gott rufen. PP


Eine Zusammenfassung      3 von 5 Punkten
Wenn man Deschners "Kriminalgeschichte" und " Abermals krähte der Hahn" gelesen hat, bekommt man eine kurze Zusammenfassung,kennt man diese Werke nicht, wird man gerne die ausführlichen
Bücher diese Auitors kennenlernen wollen. Easd auch durchaus zu empfehlen ist !

Christliche Glaubenslehre bald "ein zerbrochener Krug"      5 von 5 Punkten
K.H. Deschner hat mit diesem Buch seine kritische Betrachtung der historischen und inhaltlichen Grundlagen der christlichen Kirchen in klarer Sprache weitergeführt. Dem Leser ist es oft nur schwer möglich, den vielen Quellennachweisen nachzugehen. Deschner schildert aber anschaulich, wie sich beim laufenden Abschreiben der Evangelien signifikante Änderungen ergaben, viele behauptete Glaubenswahrheiten sollen aus anderen Kulturkreisen und Religionen stammen. Deschner's Analyse erbringt einen untrüglichen Hinweis darauf, wieviel an Nachbesserungen und bewußten Fälschungen an den Evangelien und anderen Texten vorgenommen wurden, bis diese endlich in das Konzept der Kirchenführer passten. Die Entwicklung des Papsttums, das Wesen der Dogmen bis zur Absurdität der Unfehlbarkeit des Paptes werden detailliert blossgestellt. Die Kundenbindung der Gläubigen durch die Schaffung der Sakramente ist zwar eine Meisterleistung in Marketing, die dadurch verursachte Angst und Abhängigkeit ein Verbrechen an den Gläubigen. Wenn auch nicht alle Analysen Deschners von kirchenkonformen Theologen akzeptiert werden dürften, es bleibt genug an Ungeheuerlichkeiten übrig, um die Aufrichtigkeit der christlichen Glaubenslehre in Frage zu stellen.

Der gefälschte Glaube      5 von 5 Punkten
Unvergleichlich klar und präzise analysiert K.H.Deschner die Entstehung der Bibel und des späteren,christlichen Glaubens.Er beleuchtet den historischen und kulturellen Hintergrund,ohne den beides nicht zu verstehen ist.Ergebnis:nichts vom Christentum ist wiklich originell,alles(Jungfrauengeburt,Opfertod,Auferstehung,Erlösermythos u.s.w.)wurde aus früheren religiösen Vorstellungen übernommen.Das geschah für den damaligen Menschen(Analphabet,ungebildet,unterdrückt,voller Heils- und Wundergläubigkeit)ganz zwangsläufig.Leider verfahren wir mit unserem religiösen Erbe ähnlich.Er wird und darf nicht hinterfragt werden.Kriterien wie Logik,Widerspruchsfreiheit werden bei der religiösen Unterrichtung außer Kraft gesetzt.Gut,daß K.H.Deschner dem wirkungsvoll entgegenarbeitet.Das Buch ist eine Fundgrube für alle,die den blinden Glauben nicht für eine Tugend halten.Zudem fesselt Deschners Schreibstil den Leser wie bei einem guten Krimi.Man mag nicht aufhören zu lesen.

Nicht für die große Masse gedacht.      3 von 5 Punkten
Ein erstaunlich präzises und hervorragend recherchiertes Werk. Man erhält tatsächlich viele Informationen, die man nicht vermutet hätte. Allerdings ist das Buch eher als wissenschaftliche Arbeit verfasst. Selbst als Leser mit großem Wortschatz sind etliche Fremdworte doch so fremd, dass nur ein Wörterbuch weiterhilft. Ebenso ein Hinweis für den wissenschaftlichen Ansatz, was ich keineswegs verurteile, ist der Gebrauch der Sprache in Form von geschachtelten gedrechselten Sätzen, die man häufig zweimal lesen muss, um den Sinn zu erfassen. Wer sich dennoch an das Werk wagt wird sich auf ein anstrengendes aber sachlich fundiertes Buch einstellen müssen. Eher nicht für den Leser geeignet der Unterhaltung sucht, sondern den Faktenjäger mit Background sowohl in sprachlicher als auch historischer Hinsicht.


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