Rastafari: Von Babylon nach Afrika. Geschichte, Hintergründe und Werte der Rasta-Bewegung - Volker BarschRastafari: Von Babylon nach Afrika. Geschichte, Hintergründe und Werte der Rasta-Bewegung
Volker Barsch

Taschenbuch, Mai 2003
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"Barsch schreibt sehr einfühlsam und engagiert über eine junge Religion, die sich in einer selbstständigen Entwicklung befindet und die selbst Auswirkungen auf die aktuelle Musik von Gentleman, Seed und Jan Delay hat."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Rastaman Vibration?      5 von 5 Punkten
Ok - hier sind einige wohlbegründete Verisse zu lesen, trotzdem mir hat das Buch gefallen, als Einführung ist es glaube ich schon ziemlich gut geeignet und interessant geschrieben. Gut, wer Rastafaris ohnehin nur für verkiffte Zauselköpfe hält, die den ganzen Tag am Strand rumchillen und ihre Reggae-Mucke hören, wird sicher auch nicht zu diesem Buch greifen. Rastafari ist eben mehr als die beliebte Musik aus Jamaika und hat nicht immer nur mit Partymachen und guter Laune zu tun. Als richtige Religion aber vielleicht doch ein bisschen mehr als andere Religionen. Naja. Hier geht es auch um eine Lebensweise, die entstand in der Auseinandersetzung mit schwarzem Freiheitskampf, Armut und Unterdrückung, der Geschichte des schwarzen Amerika. Die Lebensweise, aber auch Musik und die bildende Kunst wird in diesem Buch vorgestellt, in geschichtlichen Zusammenhängen und auch mit (dezentem)Blick auf den Wissenschaftlichen Diskurs. Interessant und eigentlich doch recht wenig bekannt ist Rasta als Religion, keineswegs eine einheitliche Glaubensvorstellung, sondern mit vielen Wurzeln und regionalen Unterschieden, teilweise mit nach europäischem Maßstab nicht ganz pc-gemäßer Einstellung zu Frauen, aber hier wird im Buch auch eine differnzierte Sichtweise vermittelt. Orthodoxe Vorstellungen, die gar nicht dem oben skizzierten europäischen Bild vom "Rastaman" entsprechen, wie bei den Bobo-Dreads, die sich durch den Verkauf von Besen finanzieren und sich nur von wildwachsenden Pflanzen ernähren, vermitteln neue Sichtweisen. Umfangreiches Glossar zur Rasta-Symbolik, das hilft einige auch sehr populäre Lieder (z.B. von Bob Marley) besser zu verstehen - gelungene sache. Ein ganz kurzer Abriss über Rasta in Deutschland, gut das hätte man noch etwas vertiefen können, vielleicht hätte es aber auch den Rahmen gesprengt. Ein spannendes und anregendes Buch mit Tipps zum Weiterlesen und -Hören.

Die Idee ist ja nicht schlecht...      1 von 5 Punkten
...aber die Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig. Wenn man ein Buch über die Geschichte der Rastafaris und ein fundierte Einführung in ihre sehr spezielle Religion erwartet, dann wird man doch sehr enttäuscht. Man bekommt viele Bruchstücke und Begriffe an den Kopf geworfen, ohne das man etwas damit anfangen kann. Der Text ist sehr schlecht zu lesen und manches mal auch etwas konfus geschrieben. Auf jeden Fall wirft das Buch mehr Fragen auf als es beantwortet. Ich hatte mal eine Bob Marley Biografie gelesen, der Autor hat mir nebenbei mehr Informationen über die Rastas geliefert als dieses "Fachbuch". Schade um das Papier.

Eine sehr gute Einführung      4 von 5 Punkten
Barsch' Buch Rastafari ist eine sehr gute Einführung in die Thematik Rastafari. Es gibt umfassende und korrekte Überblicke über zahlreiche Themen. Wer also nicht bereits viel Wissen über diese Ansicht vom Leben und die mit ihr verbundenen Lebensweisen hat, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.
Der Autor schreibt sehr verständlich und es gelingt ihm, den interessierten Leser in das Leben der Rastafari zu versetzen.
Umfassende Quellenangaben und Zitate moderner Herkunft erleichtern eine weitere Auseinandersetzung mit Rastafari.
Das Buch macht Lust, die Rastafari selbst kennen zu lernen oder einige Dinge im eigenen Leben umzustellen.

Stellung Beziehen, Hintergründe Verstehen      4 von 5 Punkten
Volker Barschs Buch Rastafari - von Babylon nach Afrika ist eine ausgesprochen fundierte (wissenschaftliche) Zusammenfassung der Rastafari-Religion. Barsch hat hier geschafft präzise die wichtigsten Informationen zum Thema zusammenzustellen. Herausgekommen ist ein Buch, das an wenigen Punkten Stellung bezieht, vor allem aber durch seine nüchterne (eben wissenschaftliche, objektive) Art das Rüstzeug zum Verständnis gibt und zur Beurteilung der diversen mit der Rastafari-Religion zusammenhängenden Phänomene und (positiven und negativen) Vorurteile beiträgt. Ein überraschendes Werk, das unerwarteter Weise eben genau diese Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Betrachtung und populärem Verständnis schafft. Nach der Lektüre ist man neu in der Lage, Dinge zu beurteilen, die "neue religöse Bewegung" Rastafari (das ist nach Kapitel 1 des Buches definiert) einzuschätzen und vor allem auch all die diversen Zweige / Tribes in die entsprechenden Bahnen (oder Schubladen) stecken zu können. Zum Beispiel die Unterscheide in der Integration von Frauen in die Religösität in den verschiedenen Rastafari-Organisationen wird überraschend deutlich.
Barsch hat hier seine Magisterarbeit im Fach Afrikanistik in Buchform gepackt, mit einigen guten Fotos (von Martina Markwart) geschmückt und publiziert - und es ist es Wert!

Bemüht aber verfehlt      2 von 5 Punkten
Der Versuch mußte scheitern: Über Rastafaris zu schreiben, ohne genügend Abstand zu haben. Leider hat der Autor eine gute Chance vertan. Auch die Sprache läßt zu wünschen übrig, wobei man zugute halten muß, dass es sich um eine Magisterarbeit handelt. Was - beispielsweise - beeinflußte wirklich die ersten Rastas? Ist es wirklich wichtig zu wissen, das 4 Rastas irgendwo in Afrika gesehen worden sind?
Eine Neubearbeitung mit mehr Akzeptanz und stärkeren Bezug auf englische Texte wären wünschenswert.


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