Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung - Uwe LehnertWarum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
Uwe Lehnert

Broschiert, 1. Oktober 2009
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Die Giordano Bruno Stiftung, eine "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung", der zahlreiche sehr bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören (Vorstandssprecher: Dr. Michael Schmidt-Salomon) schrieb in ihrem Newsletter vom 31.3.2010: "Zwei Bücher ragen aus der Masse der (religionskritischen) Veröffentlichungen heraus: Uwe Lehnerts 'Warum ich kein Christ sein will' und …". Wörtlich heißt es: "Unser Fazit: Ein überaus kluges, didaktisch hervorragend gemachtes Buch, das es auch interessierten Laien ermöglicht, die zentralen Grundideen einer humanistisch-naturalistischen Weltsicht zu verstehen."
Das Buch wendet sich an Leser, die eine zusammenfassende Darstellung von Argumenten gegen den christlich-kirchlichen Glauben und für ein naturalistisch-humanistisches Weltbild suchen. Die Kapitel I bis IV skizzieren ein naturalistisches Weltbild auf der Basis heutigen Wissens. Die Kapitel V und VI bauen darauf auf und zeigen, dass herkömmlicher Gottesglaube und christliche Lehre sich damit nicht mehr vereinbaren lassen. In Kapitel VII beschreibt der Autor einen naturalistisch-humanistischen Gegenentwurf. Der Autor hat die Probleme soweit diskutiert, bis er das Gefühl hatte, für sich überzeugende und befriedigende Antworten gefunden zu haben. Dazu hat er die Argumente - klassische, neuere als auch von ihm entwickelte - zusammengetragen, die ihm am einleuchtendsten erschienen und dem entgegenkommen, was man den gesunden Menschenverstand nennt.
Der Autor will sich Klarheit verschaffen über den Stellenwert von Wissenschaft, speziell von Naturwissenschaft, für unser Leben, insbesondere der Geltung ihrer Erkenntnisse für Gestaltung und Deutung unseres Daseins. Es geht um Fragen nach unserer Stellung und Bedeutung im Kosmos, nach der möglichen Existenz Gottes und ob der Gott, der in der Bibel beschrieben wird, für uns heutige Menschen so überhaupt "glaubwürdig" sein kann. Der Autor fragt sich, warum so viele Menschen an Dinge glauben, die so offensichtlich im Widerspruch zu Vernunft und Wissen stehen. Auch versucht er, eine ihn überzeugende, sprich "vernünftige" Antwort nach dem Sinn des und auch seines Lebens zu finden. Der Autor möchte vor sich begründen und möchte anderen erklären können, warum er kein Christ sein kann und auch nicht sein will. Seine Ansichten und Bekenntnisse gründen auf der Überzeugung, dass es richtig und vernünftig ist, soweit es irgend möglich ist, sich seines Verstandes zu bedienen. Weder kirchlicher Glaube noch persönliche Erleuchtung anderer können für ihn Richtschnur seines Denkens sein.
Aus dem Inhalt: "Wenn ich dann fragte, wie man als Mensch des 21. Jahrhunderts glauben könne, nur durch ein göttlich veranlasstes Menschenopfer gerettet zu werden, das vor seinem Tode gefoltert und dann auf die denkbar brutalste Art und Weise hingerichtet wurde, habe ich meistens nur in schweigende Gesichter geblickt. Allenfalls kam als hilflose, aber die christliche Lehre missinterpretierende Reaktion, dass das alles nur symbolisch zu verstehen sei."


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)

Wenn ein Schuster NICHT bei seinem Leisten bleibt      5 von 5 Punkten
Den 18 positiven Rezensionen und der 19., deren 2-*-Gebrabbel leider die Notwendigkeit dieses Buches beweist, ist schwer etwas hinzuzufügen. Deswegen konzentriere ich mich auf einige besonders bemerkenswerte Aspekte:
Ich zitiere aus dem Vorwort:
"Meine Ansichten und Bekenntnisse in diesem Buch gründen auf der Überzeugung, dass es richtig und vernünftig ist, soweit es irgend möglich ist, sich seines Verstandes zu bedienen."
und
"Sich seines Denkvermögens zu bedienen, heißt deshalb für mich, nichts zu "glauben", was dem Verstand und wissenschaftlicher Erkenntnis eindeutig widerspricht. Zwar kann auch Wissenschaft nicht alles erklären, aber Glaube erklärt gar nichts."
und
"Dieses Buch ist von einem Laien geschrieben worden. Ich bin Nichtfachmann in Sachen Philosophie und Theologie, auch die hier zusammengetragenen Erkenntnisse über Kosmologie, Mikrophysik, Evolutionsbiologie und Hirnforschung habe ich als Laie verfasst, allerdings immer in dem entschiedenen Bemühen, diese Dinge erst selbst zu verstehen, um sie anschließend verstehbar darzustellen."
Das ist der rote Faden, der sich durch die gesamte Argumentation zieht: logisch nachvollziehbare, in verständlicher und doch präzise-eleganter Sprache gehaltene Fakten, die jedermann und jederfrau einleuchten. Keine gelehrte Haarspalterei, sondern "gesunder Menschenverstand" auf höchster Ebene. Ein interdisziplinärer Schuster, der entgegen dem Sprichwort über die Grenzen seines "Leistens" hinausschaut und selbstverständlich nie auch nur in die Nähe des Stammtischniveaus gerät, wo Leute über Dinge reden, von denen sie keine Ahnung haben. Ein exzellentes Beispiel, wie eine wissenschaftliche Schulung zur Übertragung allgemeiner Prinzipien der Logik und des folgerichtigen Denkens auf nur scheinbar sachfremde Gebiete zum Erfolg führen kann. Und ebenso überraschend wie erfreulich, dass auch bei vermeintlich "trockenen" Themen immer auch Gefühle und Stimmungen sichtbar werden, die den Grund und die Bedeutung des Gesagten erkennbar und nachvollziehbar machen (z. B. in Kapitel 2 "Raum und Zeit: Unbegreiflich in Dimension und Wesen").
Am Anfang legt der Autor ein solide betoniertes Fundament für sein Gedankengebäude: die Stellung des Menschen im Universum (zeitlich, räumlich, evolutionär) und die Grundlagen wissenschaftlicher Erkenntnis und Methodik. Fakten und Tatsachen, die die Breite und Tiefe der unbezweifelbaren Gegebenheiten dieser Welt ausmessen. Widerspruchsfrei und konsistent - die "Insel des Wissens im Meer des Glaubens". Doch ehrlich und schonungslos demonstriert er auch (z. B. anhand der modernen Physik), dass die Ränder dieser Insel unsicher und unbegreiflich zu werden beginnen. Dagegen setzt er danach die endlose Weite des Glaubens, des Ungewissen, Vermuteten, Behaupteten, Inkonsistenten und Widersprüchlichen. Erfreulich auch, wie offen und ehrlich der Autor seine Schwierigkeiten beim Verständnis des Unbegreiflichen (kleinste atomare Längen, größte kosmische Entfernungen, die gehirnverwirrenden Tatsachen der Relativitätstheorie und der Quantenphysik) schildert - und dass wir auch hier "glauben" müssen, dieser "Glauben" aber fundamental etwas anderes ist als der an ein "höheres Wesen".
Mutig und souverän bringt der Autor auch Argumente zur Sprache (z. B. im Kapitel 4 über Willensfreiheit), die gegen seine eigene Überzeugung sprechen. In der zweiten Hälfte des Buches, wenn er zum eigentlichen Thema kommt, wird der vorher streng sachliche (aber nie nüchterne) Stil des Buches etwas pointierter, durchaus mit hanseatisch unterkühltem und stellenweise bissigem Humor gewürzt. Das bleibt nun mal nicht aus beim "Nachdenken über Gott und Moral" (Titel des Kapitels 5) und den Merkwürdigkeiten, die dabei zum Vorschein kommen.
Erstaunlich, wie gründliches Nachdenken die Absurditäten der Glaubensinhalte und der "Heiligen Schrift" entlarven kann! Nein, es muss nicht einmal "gründlich" sein - so manche einfache "Zwischenfrage" leistet das schon (z. B.: "Ab wann eigentlich verfügte der aus dem Tierreich sich entwickelnde "ebenbildliche" Mensch über eine Seele?" oder "Wenn Gott uns wirklich etwas zu sagen hat, warum sagt er es uns nicht selbst? ... Warum bedarf es einer Priesterkaste?"). Vorausgesetzt, der Geist ist so frei von religiöser Beeinflussung geworden wie der des Autors.
Die Gehirnforschung legt ja die Deutung nahe, dass der Glaube an Gott der Schläfenlappen-Epilepsie verwandt ist und zu den Halluzinationen gehört. Der Glaube "kann Berge versetzen", spendet Trost und Halt, Hoffnung und Zuversicht, sorgt für Mitgefühl und Nächstenliebe (gelegentlich). Unbestritten. Er "wirkt", so wie die wirkstofflosen Substanzen der Homöopathie (manchmal). Ist Gott ein Placebo? Das wäre ja noch zu akzeptieren, gäbe es da nicht die ausführlich geschilderten "Risiken und Nebenwirkungen": Ausschaltung vernünftigen Denkens oder die Angst vor den angedrohten Höllenqualen. Also verzichten wir auf dieses "Medikament"! Verlieren wir damit eine Halt und Hoffnung spendende Lebensperspektive? Nein, der Autor lässt uns nicht frierend und unbehütet in einer kalten "gottlosen" Welt stehen, sondern er entwirft ein humanistisches Weltbild und eine allgültige (ohne Drohungen lebbare) Ethik. Nebenbei: "Glück" als Sinn des Lebens kommt im Christentum nicht vor, zumindest nicht im Diesseits - dies allein wäre schon ein Grund, nach besseren Alternativen zu suchen.
Noch ein letztes Zitat: "Der physische, psychische und moralische Zustand unserer Gesellschaft wäre mit Sicherheit weitaus befriedigender, wenn die in der Summe ungeheueren geistigen Anstrengungen unzähliger Theologen, das angebliche Wort Gottes, wie es in der Bibel niedergelegt ist, mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen, sich auf die Bewältigung konkreter, die Menschen tatsächlich bedrängender Probleme gerichtet hätten."
Und so könnte man weiter Satz für Satz aus dem Buch zitieren - Sätze, denen man nur voll zustimmen kann. Bis auf die Meinungen, die man nicht teilt (z. B. zur Willensfreiheit) - aber auch da fällt es der Rezensentin schwer, der glasklaren Argumentation zu widersprechen. Als Fazit wäre ein Satz von Prof. Harald Lesch angebracht: "Vernunft verwirrt Dogmatiker" - aber leider hatte er Unrecht. Denn sie erkennen sie nicht mal, wenn sie sie sehen.


Empfehlenswert!      4 von 5 Punkten
Ein lesenswertes Buch! Es behandelt ein Problem, das auch mich schon längere Zeit beschäftigt: Warum sind - einerseits - die "heiligen" Bücher wie die Bibel so vollgestopft mit Widersprüchen und Abstrusitäten und - andereseits - warum werden sie von so vielen Menschen trotzdem für "wahr" gehalten?
Uwe Lehnerts Buch ist in einer wunderbar klaren und verständlichen Sprache geschrieben. In wohltuendem Gegensatz zu manchen theologischen Werken fehlen lange, komplizierte Schachtelsätze, der Sinn versteckt sich nirgendwo hinter griechischen oder lateinischen Fremdwörtern und auch philosophische Fachausdrücke werden nur eingesetzt, wenn unbedingt nötig. Am Wichtigsten: alles erscheint durchgehend schlüssig und logisch. So logisch gar, dass der Autor sich (im Vorwort) - sozusagen vorbeugend - vor dem Vorwurf verwahrt, Trivialitäten und Selbstverständlichkeiten zu veröffentlichen.
Erklärtes Ziel des Werkes ist, Menschen die Furcht vor der Abkehr vom Glauben zu nehmen.
Das Buch setzt kaum Vorkenntisse voraus: sogar die in der Physik gebräuchliche Schreibweise von Zahlen mittels Zehnerpotenzen wird erklärt. Etwas zum Schmunzeln gebracht hat mich der Hinweis, dass bei der Google-Suche Begriffe, die aus mehreren Wörtern bestehen, in Anführungszeichen gesetzt sollten.
In einer Zusammenfassung des gesamten naturwissenschaftlichen Weltbildes einschliesslich Kosmologie, Quantenmechanik und Evolutionstheorie stellt der Autor fest, dass sich unsere Welt zwanglos ohne einen Gott erklären lässt.
Sodann befasst er sich mit dem Problem der Willensfreiheit, welche nach seiner Auffassung nur eine Illusion ist. Der Mensch entscheide sich eben nicht frei, seine Entscheidungen werden durch seine Erfahrungen und angeborenen Verhaltensweisen bestimmt. Hierdurch wird das Konzept von Schuld und Sühne, das auch in der Bibel eine grosse Rolle spielt, ad absurdum geführt. Strafen im Sinne von Vergeltung sind damit sinnlos, angebracht sind lediglich Resozialisierungsmassnahmen.
Weiter geht es mit Widersprüchen in der Theologie. Den behaupteten allmächtigen und allgütigen Gott kann es nicht geben: Warum gibt es so viel Leid auf unserer Welt ? Will Gott das Leid nicht wegnehmen? Dann ist er nicht allgütig. Will er es wegnehmen und kann es nicht? Dann ist er nicht allmächtig. Wenn er aber will und kann, warum ist das Leid dann noch da?
Eine Beschreibung von archaisch-blutdrünstigen Grausamkeiten in der Bibel schliesst sich an. Auch die entsetzlichen Verbrechen, die im Namen der Kirche und ihres Gottes in den vergangenen Jahrhunderten verübt wurden, werden aufgeführt. Das muss starker Tobak sein für Gläubige, die von der Bibel nur die Stellen kennen, die von einem friedliebenden, sanftmütigen Jesus erzählen. Da werden wohl manchem die Augen aufgehen!
Die eigentliche Frage - warum so viele Menschen der Christenlehre anhängen - scheint mir aber nicht vollständig beantwortet. Zweifellos spielt es eine Rolle, dass viele Menschen von Kindesbeinen an mit religiösen Vorstellungen indoktriniert wurden und sich seitdem keine eigenen Gedanken gemacht haben. Mag sein, dass deswegen eine tiefsitzende Angst vor göttlichem Zorn eine rationale Beschäftigung damit verhindert. Mag sein, dass sich viele Menschen in kirchennahen Organisationen heimisch fühlen, etwa im Kirchengesangvereinen, Rentnerclubs oder karitativen Organisationen. Trotzdem muss da noch mehr sein!
Gibt es nicht auch hochintelligente, aber trotzdem tiefgläubige Menschen? Menschen, die eine "Beziehung" zu einem halluzinierten Jesus pflegen? Menschen, die trotz aller Gegenargumente an ein Leben nach dem Tode glauben und sich ihre Zukunft in den schönsten Farben ausmalen? Solche, die mit ihrem Gott reden und von ihm auch Antworten hören? Die alle möglichen banalen Zufälle - wie z.B. dass sie einen freien Parkplatz gefunden haben - als eine direkte Einflussnahme ihres Gottes auf ihr Leben erfahren? Wie kommen intelligente Menschen zu solch absonderlichen Überzeugungen?
Eine Antwort auf diese Frage gibt Julian Jaynes in seinem Buch "der Ursprung des Bewusstseins" das ich hiermit wärmstens weiterempfehlen möchte.
Dort wird auch erklärt, warum tief im Menschen drin der Wunsch schlummert, die Vernunft - eigentlich: das Bewusstsein - und damit letztlich alle Zweifel aus seiner erlebten Wirklichkeit zu verbannen.
Die endlosen - und fruchtlosen - Diskussionen, die sich jedesmal entwickeln, wenn über Religion diskutiert wird, erklären sich im übrigen ebenfalls aus diesem Wunsch, ohne Vernunft zu sein: Gläubige sehen in heiligen Schriften einfach die oberste Instanz der Wahrheitsfindung. Es ist so absurd, dass man einige Zeit braucht um es zu begreifen: Sie halten die Bibel PER DEFINITIONEM für wahr. Wenn sie uns logisch widersprüchlich erscheint, dann - so folgern Gläubige - muss eben unsere Logik falsch sein! Wie soll man dagegen noch argumentieren?
Eine kritische Anmerkung noch zu dem in einem der letzten Kapitel erwähnten "Transhumanismus". Darunter versteht man die Idee, Menschen durch gentechnische Eingriffe zu verbessern. Erbkrankheiten sollen so ausgerottet werden: ein vernünftiges Ziel. Aber es geht weiter - viel weiter. Man möchte erreichen, dass die menschliche Aggressivität herunterreguliert wird. Man möchte den Alterungsprozess bremsen, ja stoppen. Auch vom "ewigen Leben" durch Gentechnik ist die Rede!
Nun, ich möchte mich nicht mit denjenigen solidarisch erklären, die meinen, dass die Aussaat von genveränderten Tomaten oder Kartoffeln zu eine Katastrophe für die Menschheit führen wird. Aber Genveränderungen am Menschen, die seinen Charakter verändern ? Das kann doch niemand ernsthaft wollen. Das bekannte Maß an menschlicher Dummheit und Aggressivität hat sich über hunderttausend Generationen als das Optimum für die Erhaltung der Art homo sapiens erwiesen. Niemand hat auch nur die geringste Anhnung, was passieren würde, wenn wir irgendwo ein Knöpfchen zum Verstellen menschlicher Charaktereigenschaften fänden. Höchstwahrscheinlich wäre das das Ende aller bekannten sozialen Strukturen. Ich vermute mal, dass genveränderte, aggressionsgehemmte Menschen zu Sklaven derjenigen werden würden, die es fertiggebracht haben, ihre Aggressivität zu behalten.
Und "ewiges Leben" ? Dieser Köder, den Religionsführer gerne auslegen ? Ist "ewiges Leben" denn überhaupt wünschenswert, überhaupt denkbar? Ich meine: Nein! Selbst wenn es gelänge, die "ewig" Lebenden in einem Zustand zu halten, der einem Vierzigjährigen entspricht (also nicht massenhaft gebrechliche, pflegebedürftige Greise zu produzieren): wollen wir das wirklich: auch "ewig arbeitsfähig" zu sein ? Und auch ewig zu Arbeit verpflichtet? Wer sollte wohl unsere Rente zahlen? Wo sollten die Menschenmassen leben, die sich im Lauf der Jahrhunderte ansammeln würden? Das Kinderkriegen müsste verboten werden.
Nein, der "Sieg über den Tod", der vom Christentum oft für sich beansprucht wird, kann nicht darin bestehen, für immer auf dieser Erde zu leben. Der wahre Sieg über den Tod heisst: den Tod akzeptieren, ja den Tod zu wollen, lebenssatt zu sein, Platz machen zu wollen für die nächste Generation, wenn es soweit ist. Und dazu braucht man keine utopische Gentechnik, ein bisschen Nachdenken reicht schon.
Alles in allem: ein lesenswertes Buch, das im Bücherregal seinen Platz findet neben Dawkins' "Gotteswahn", Deschners "Abermals krähte der Hahn", Hitchens' "Der Herr ist kein Hirte" und - etwas weiterführend - Jaynes' "der Ursprung des Bewusstseins"


Bestes Produkt zu diesem Thema in jüngster Zeit      5 von 5 Punkten
Wer einen "Wegweiser" für seine Lebensanschauungen braucht, dann ist es meiner Meinung nach das gegenwärtig beste Buch auf dem Markt.
mfg K. Siegert

Einfach das Beste zu diesem Thema.      5 von 5 Punkten
Das war für mich nicht das erste Buch zu diesem Thema, aber mit Abstand das Beste. Klar, verständlich, eindrucksvoll, vor allem auch in den persönlichen, sehr glaubhaften Bekenntnissen. Besonders hat mir auch gefallen, dass Uwe Lehnert ganz ohne Polemik auskommt. Mal abgesehen von den wissenschaftstheoretischen Erörterungen jederzeit ohne Fremdwörterbuch und besondere Vorkenntnisse mit viel Gewinn lesbar.

Zu Ende denken      5 von 5 Punkten
"Warum ich kein Christ sein will" ist in meinen Augen ein geniales Buch. Richard Dawkins' "Der Gotteswahn" hat mich tief beeindruckt, Michael Schmidt-Salomon' s "Manifest des Evolutionären Humanismus" hat mich überzeugt. Aber Herr Uwe Lehnert hat mit seinem Buch meine frühen Jugendüberzeugungen so felsenfest mit Argumenten zementiert, dass ich immer mehr, leichten Sinnes und frohen Mutes, mein Leben lebe, in einem Land, in dem viele Menschen vom archaischen Gedankengut der beiden Großkirchen gefangen sind.
Lehnert' s analytische, sachliche Argumentation, die aber nie beleidigend wird, überzeugt mich ganz und gar. Die logische Dichte der Argumente seines Buches erfordert vom Leser Zeit und Reflexion, die, lässt man sich auf das Buch ein, sehr gut in kluge Gedanken investiert werden.
Mich überzeugte in Glaubensfragen zuerst L. Feuerbach und nun besonders U. Lehnert. Ein großartiges Buch für alle, die zu Ende denken wollen.


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