Kleine Weltgeschichte
Alexander Demandt
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
gelungener Überblick mit kleinen Schwächen 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Demandt's Weltgeschichte ist nicht die Erste und sie wird auch nicht die Letzte sein - aber sie ist eine durchaus lesenswerte Publikation, bei der man wahlweise dem Text den Vorzug geben kann oder aber sich einfach durch die 113 Abbildungen und 9 Karten blättern kann. Ganz klar muss gesagt werden, dass der Autor auf den 368 Seiten nicht alles berücksichtigen kann. Aber bekanntlich liegt in der Kürze die Würze. Und dieses Konzept hat Demandt gut umgesetzt. Jedoch kommt bei seiner Gliederung ein Kontinent vollkommen zu kurz: Afrika. Eine Weltgeschichte, die diesen Namen trägt, muss auch alle Regionen der Welt berücksichtigen und darf nicht die frühe Geschichte eines ganzen Kontinets ausblenden. Demandt muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Geschichte eines ganzen Kontinets vernachlässigt zu haben, auch wenn Afrika im Text immer mal wieder vorkommt. Bei seiner langen Geschichte, die nicht nur dadurch wichtig ist, dass in Afrika die Menschheit ihren Ursprung nahm, fehlt mir persönlich eine gesonderte Darstellung. Der Autor ist sich natürlich darüber im Klaren, dass er das völlige Einvernehmen nicht erreichen kann. Eine Weltgeschichte, noch dazu eine "Kleine", wie der Titel sagt, muss konsequenterweise irgendwo Lücken in der Darstellung aufweisen. Demandt gibt selbst zu, dass in seiner Publikation die letzten 150 Jahre der Weltgeschichte den selben Platz einnehmen wie die gesamte Menschheitsgeschichte zuvor.
Bei aller Kritik muss man dem Buch bescheinigen, dass es sich um eine gelungene kurze Darstellung der Geschichte der Menschheit handelt, auch weil es Demandt verstanden hat, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Regionen aufzuzeigen. Das Buch ist nicht so sehr geeignet, nach einzelnen Epochen oder Regionen zu suchen, man muss es im Zusammenhang von Anfang an lesen und kann dann so manche Entwicklung nachvollziehen. Dabei helfen auch die zahlreichen Abbildungen, von denen die meisten dem Laien kaum bekannt sein dürften. Somit kann es kaum passieren, dass man die selben Bilder, die man aus anderen Publikationen schon kennt, hier als wiederholten Aufguss zu sehen bekommt.
Eine gelungene "Kleinigkeit" ist die Tatsache, dass bei den meisten Bildern ein Verweis auf die Seite steht, auf die sich das Bild bezieht.
Man wird sicher bei jeder Weltgeschichte immer gegensätzliche Meinungen finden. Die hier vom Verlag C.H.Beck vorgelegte ist ein gelungener Überblick über etwa 400.000 Jahre Geschichte des Menschen.
Gelungener Überblick 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses Büchlein hat mich angenehm überrascht.
Im Inhaltsverzeichnis sieht man zunächst, dass den einzelnen Bereichen (z. B. den Römern) immer nur wenige Seiten gewidmet sind. Der Autor versteht es aber meisterhaft, auf diesem engen Raum viele Fakten unterzubringen und dazu auch noch die Hintergründe zu beleuchten. Am Ende jedes Kapitels findet man einen Kommentar, der die soeben besprochene Epoche mit der Gegenwart verbindet. Nebenbei lernt man u. a., welche Bedeutung das Wort "Rhein" hat und was Venedig mit dem Wendland verbindet.
Ich kann das Buch als Überblick über die Weltgeschichte nur empfehlen.
K(l)eine Weltgeschichte 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Interessant zu lesen, hübsche Sentenzen, handverlesene Einzelheiten. Etwas weniger eurozentrisch als hierzulande üblich, aber enttäuschend im Vergleich zu Weltgeschichten, wie sie von amerikanischen oder englischen Historikern vorgelegt werden - ein deutsches Hausbuch, keine Sternstunde der Weltgeschichten. Zum Vergleich empfehle ich: John R. McNeill / William H. McNeill : The Human Web. A Bird's Eye View of World History, 2003.