dtv - Atlas Weltgeschichte 2. Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart.

Werner Hilgemann

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Genaueres Hinsehen dämpft die Begeisterung      3 von 5.00 Punkten       Verfasser


dtv Atlas zur Weltgeschichte, 40. Auflage, Februar 2009

Das Titelbild wirkt bereits stark deutschlandzentriert, für ein Buch, das die Welt- und nicht deutsche Nationalgeschichte behandeln soll.

Sehr lückenhaft ist das Namen- und Stichwortverzeichnis. Besonders was die jüngere Zeitgeschichte angeht. Eine Auswahl:

Andreotti, Arabische Liga, Barbie, Berlusconi, Bizone, Bohr, Brokdorf, Buback, Bundeswehr, Carstens, Chirac, Cresson, CSU, Cuno, DAF, Dalai Lama, Dallas, Dien Bien Phu, Edison, Eltz-Rübenach, Freud, Gysi, Otto Hahn, Hangö, HJ, INF, IWF, Jekaterinburg, Jom-Kippur-Krieg, Karadzic, Kassel, Klaus (Vaclav), Koreakrieg (kein eigenes Stichwort !), Krenz, Kubakrise (kein eigenes Stichwort !), Kujbyschew, Ky, Le Pen, Luftbrücke, Marconi, Marcos, MBFR, Modrow, Najibullah, Nanterre, NVA, Ponto, Princip, Reichsprotektorat Böhmen und Mähren (unklar; läuft sowohl unter "Böhmen-Mähren" als auch "Protektorat" ), das merkwürdige Schlagwort "Raketen" (? Weltraum, V-Waffen, Interkontinentalraketen ?), RSHA (nicht im Stichwortverzeichnis, aber bei "Eichmann 1961" ohne Erklärung wiedergegeben), SA, Sarkozy, Schleyer, SD, Sechstagekrieg, Semmelweis, SS, Suez-Krieg, Ussuri, WVO, Wartheland, Zapatero und so weiter und so fort.

Gallipoli wird auch auf Seite 405, die Karpato-Ukraine auch auf Seite 435, Mitterand auch auf Seite 591 erwähnt. Kim-Il-Sung auf Seite 515, nicht 415.

Seite 472: Karte, "Ausbau der Hitlerdiktatur 1930 [sic] - 1945". Die Grenzverläufe sind unstimmig. Angegliederte Gebiete (Elsaß-Lothringen, Untersteiermark usw.) weggelassen. Der Umfang des "Großdeutschen Reichs" wird nicht deutlich.

Seite 479: Zitat "nach der Selbstversenkung des Panzerschiffs "Graf Spee" vor der La-Plata-Mündung (Dezember 1939) und des Schlachtschiffs "Bismarck" (Mai 1941), dem zusammen mit dem Schweren Kreuzer "Prinz Eugen" die Vernichtung [sic] des britischen Schlachtkreuzers "Hood" gelingt"
(Zitat Ende) was sich liest, als hätte sich auch "Bismarck" selbst versenkt, dann aber noch "Hood" "vernichtet".

Die Alliierten veranstalten einen "Terrorangriff auf Dresden" sowie "Tieffliegerangriffe gegen die Zivilbevölkerung" (soll wohl heißen "systematische"), während der "V-Waffen-Beschuß" [der Westalliierten durch die Deutschen] aber nur "minimale Verluste" verursacht. Einigermaßen zynisch klingt das, angesichts mehrerer tausend Toter allein in England sowie Zehntausenden zerstörter und beschädigter Häuser dort.

Die Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943 (bis zu 40.000 Todesopfer, das wohl schwerste Einzelereignis im europäischen Luftkrieg überhaupt) wird dagegen nicht einmal erwähnt.

Seite 483: das bei der "Reichskristallnacht" neben Sachbeschädigungen und "26.000 Verhaftungen" bereits über 100 deutsche Juden umgebracht wurden, wird nicht erwähnt. Einsatzgruppen rotten in "Russland" [richtig wäre: auf dem Gebiet der Sowjetunion] Juden aus. Der Warschauer Aufstand 1943 wird ignoriert, ebenso wie die Ausrottung der Zigeuner oder das Schicksal von Millionen UdSSR-Kriegsgefangener in deutscher Hand.

Seite 485: der "Angriff auf Leningrad" wird "abgebrochen". Kein Wort zu der weiteren, jahrelangen Belagerung einer Millionenstadt und den Verlusten.

Seite 491: mit dem "Erlass über die Behandlung feindlicher Landeseinwohner" vom 6.5.1941 und dem "Kommissar-Erlass" vom 13.5.1941 sollen wohl der "Kriegsgerichtsbarkeitserlass", allerdings vom 13.5.1941, und der "Kommissarbefehl", allerdings vom 6.6.1941 gemeint sein. Sorgfalt ?

Seite 496: "2.8 Millionen deutsche Ziviltote" [des 2. Weltkriegs] sind mehr als zweifelhaft. Ebenso wirken einige Angaben zu den "verlorenen Soldaten" [sic; wohl Tote gemeint]: "UdSSR 19 Mill., Deutschland 3.5 Mill."

Ein Sprung von ca. 13 Mill. toten Sowjetsoldaten (ältere Auflagen) auf nun 19 Mill. ist jedenfalls aufgrund aktueller Fach-und Forschungsliteratur nicht so recht nachvollziehbar. Auf welche Quellen die Redaktion des "dtv Atlas" da wohl zurückgegriffen haben mag, fragt man sich ja öfter. So war bereits vor 50 Jahren Stand der Forschung, dass mindestens 4 Millionen deutsche Soldaten im 2. Weltkrieg ums Leben gekommen sind (vgl. Weltkriegs-Ploetz, Würzburg 1960). Heute hat man von mehr als 5 Millionen auszugehen.

Fragwürdig ist auch die wertende und tendenziell verharmlosende Formulierung "geringere Verluste" für die gefallenen Soldaten anderer Länder.

Außerdem wurden Länder wie Polen, Italien, Rumänien usw. hier gleich ganz weggelassen. Ignoriert wurden die Verluste des britischen Empire/Commonwealth [!]. Die britischen Gesamtverluste stellten sich auf nahezu 400.000 Soldaten und überstiegen die im dtv-Weltgeschichtsatlas genannte Zahl somit deutlich.

Seite 499: "Ca. 2 Mill. [Deutsche] kommen dabei [bei der Vertreibung ab 1944/45] um". Diese Zahlenbehauptung war real nie nachvollziehbar. Es handelt sich um das Resultat grober Bevölkerungsbilanzrechnungen, die von westdeutscher Seite in den 1950-er Jahren angestellt wurden. Ein verbliebener Rest an "ungeklärten Fällen" wurde umstandslos als "tot" gewertet. Es handelt sich hier um ein reines Rechenresultat, das sich nur partiell mit belegbaren Einzelfällen deckt. Abgesehen vom schiefen Sammelbegriff "Vertreibungstote" für die Umstände, unter denen ost- und volksdeutsche Zivilisten Ende des Zweiten Weltkriegs umkamen (Kriegsverbrechen, Kampfhandlungen, Fluchtumstände wie Kälte, Hunger, Katastrophen, Zwangsarbeitsverschleppung in die UdSSR usw.).

Seite 510: "Rote Armee" [in Ungarn 1956] hieß bereits ab 1946 "Sowjetarmee"

Seite 518: Die Zahlenangaben für das "US-Landheer" und das "UdSSR-Landheer" 1965 (4.9 bzw. 5.8 Millionen) sind abwegig, um jeweils mehrere Millionen überzogen. Nicht mal mit Berücksichtigung der "Landheere" ihrer Alliierten wäre diese Stärke erreicht worden.

Seite 519: "UdSSR-freundliche Politik" [des US-Außenministers Dulles, 1957] ist schon eine etwas merkwürdige Formulierung

Seite 526: Karte "Deutschland nach dem Zusammenbruch 1945", Originalton 1950-er Jahre

Seite 545: die "grausame Unterdrückung der Armenier durch die Türken 1920/21", wobei "tausende umkamen" wird erwähnt. Nicht jedoch, dass bereits ab 1915 ein Völkermord an den Armeniern im Gange war.

Seite 547: der Algerienkrieg 1954-62 wird in seiner Dimension nicht deutlich (eines der größten Kriegsereignisse nach 1945, Verluste, um 1960 ca. 500.000 Angehörige der französischen Armee im Einsatz)

Seite 554: Kräftevergleich NATO-Warschauer Pakt: "Artillerie NATO 5.3 Mill." gegenüber "Artillerie Warschauer Pakt 6.0 Mill." - ?

Seite 591: wortwörtlich "Diskussion über den Asylantenstrom 1986". Der Tod von Franz Josef Strauß [1988] wird im Gegensatz zu früheren Auflagen nun nicht mehr erwähnt. Der von ihm 1983 eingefädelte Milliardenkredit an die DDR ohnehin noch nie.

Gorbatschow wurde im Juni 1988 "von der Bev.der BR Dtl. begeistert empfangen". Das war zwar ein Jahr später, aber nach so vielen Fehlern wundert man sich kaum noch.

Fazit: der Leser sieht sich fast nach "wikipedia-Art" zur Mitarbeit aufgefordert. Denn der angeblich so guten Redaktion entgeht ja offensichtlich einiges. Über ein verwahrlostes Lektorat braucht man sich zwar in der heutigen Zeit nicht mehr zu wundern, vgl. Stichwortverzeichnis. Aber ein bisschen mehr Mühewaltung, inhaltlich, wäre doch anzuraten. Die schönen bunten Grafiken und Kärtchen allein machen zwar einen netten Eindruck, auf den ersten Blick, aber bei genauerer Hinsicht wirkt das überreich gespendete Lob, das immer neue Auflagen des dtv-Atlas ernten, mitunter doch ein bisschen voreilig.

Weltgeschichte für Kinder      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein kostbares Buch für Kinder oder für Ausländer, die Germanistik studieren. Eine einfache Sprache und ein dichtes Material.

Tolles Buch      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Meiner Meinung nach stecken fast "zu viele" Informationen in einem zu kleinen Buch... . Doch genau DAS finde ich spitze. Kein "blabla", nur Informationen, Informationen... . Außerdem dann noch Karten. Eine Spitze Sache diese DTV-ATLAS'! Kann ich nur empfehlen!

Sehr gelungen      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der dtv-Atlas Weltgeschichte" ist eindeutig als gelungen anzusehen, führt man sich vor Augen, dass immerhin eine ganze Weltgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart", wie der Untertitel wirbt, auf gut 660 Seiten untergebracht worden sind. Dementsprechend gestalten sich die Einschränkungen, denen der chronologische Abriss unterworfen ist: Die Einträge geben stichwortartig die wichtigsten historischen Ereignisse und Situationen wieder und beschränken sich auf eine Aneinanderreihung von Fakten, doch wurde so etwas wie ein roter Faden der Geschichte nicht links liegen gelassen. Für die Geschichte folgenschwere Begebenheiten werden mitsamt ihren Ursachen und Konsequenzen - soweit es im Rahmen der Seitenanzahl möglich ist - dargestellt. Neben politischer und Militärgeschichte fanden auch andere Bereiche der Historie Zugang zum dtv-Atlas": Für die (Welt-)Religionen entscheidende Momente der Geschichte werden ebenso behandelt wie Kunst und Literatur, Agrarwirtschaft und Bergbau, Erfindungen und Entdeckungen. Karten zeigen dem Leser den prozentuellen Anteil der Juden an der europäischen Bevölkerung des 19. Jahrhunderts, das sowjetische Satellitensystem im Europa nach 1945 oder die innenpolitischen Verhältnisse Südamerikas 1966-2004, Organigramme zeichnen einen kompakten Abriss des römischen Prinzipats oder der deutschen Verfassung vom 16. April 1871.

Sehr erfreulich: Das Wort Weltgeschichte" im Titel des Atlas stellt keine leere Versprechung dar. Der Fokus entledigt sich der Fesseln einer eurozentristischen Sichtweise, womit der Leser auch Karten und Informationen etwa zum südostasiatischen Raum des 16. Jahrhunderts oder zum postkolonialen Afrika einsehen kann. Leider weist dieser Überblick schmerzliche Lücken auf: Die Pazifik-Region bleibt ebenso größtenteils auf der Strecke liegen wie das präkolumbische Amerika, die Geschichte der Mayas, Azteken und anderen eingeborenen Völker wird aufs Allerwesentlichste zusammengefasst. Den Gipfel im negativen Sinne bilden Australien und Neuseeland: Bis auf eine Erwähnung im Kapitel zum Zeitalter der Entdeckungsfahrten und weiteren äußerst knapp gehaltenen Informationen zur neuzeitlichen Geschichte fehlt vom Down Under jede Spur.

Dennoch: Alle Mängel können nur in geringem Maße enttäuschen, denn für einen historischen Atlas der Durchschnittsklasse ist der dtv-Atlas Weltgeschichte" einfach zu gelungen. Das Kartenmaterial überrascht mit einer angenehmen Balance zwischen Detailverliebtheit und Übersichtlichkeit und der ergänzende Text punktet mit nachvollziehbarer Gliederung und sinnvollen Hervorhebungen. Die Handhabung des Werkes geht aufgrund seiner chronologischen Struktur und eines nützlichen Registers positiv auf. Eine Symbiose, die ihrem Titel Weltgeschichte" nicht vollkommen zu 100 Prozent gerecht wird, aber unbestritten zu DEN Standardwerken unter den historischen Atlanten zählt und nicht umsonst bei Geschichtsstudenten, Lehrern und historisch Interessierten beliebt ist. Der äußerst günstige Preis von 17,50 Euro tut sein Übriges, um die in dieser Rezension formulierte Kaufempfehlung zu unterstreichen.

Sehr gelungenes Buch      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ideal, um historische Ereignisse zeitlich einordnen zu können. Selbst solche, die sehr wenig bekannt sind, wie die Kriege, die die USA gegen Großbritannien lange nach dem Unabhängigkeitskrieg führte und den Krieg, den Deutschland in Griechenland gegen Italien führte werden zeitlich datiert. Hier wird nichts weggelassen, was andere Bücher weglassen, weil es unwichtig scheint. Selbst der Anschlag auf das WTC 9/11 ist erwähnt.

Das Buch erklärt aber nicht die Tragweite historischer Ereignisse, sondern führt sie in erster Linie übersichtlich auf und ordnet sie Jahreszahlen zu. Wer wissen will, wie sich die historischen Ereignisse auf den einzelnen Menschen auswirkten, sollte Romane darüber lesen oder Bücher über den geschichtlichen Hintergrund. Bsp.: Zur Krönung Königs Stephan von Blois den Roman "Säulen der Erde" oder zur Krönung Kaiser Neros den Roman Quo Vadis.




Weltgeschichte ?      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Titel des Buches lautet Weltgeschichte,
es sollte wohl eher heissen:
Geschichte von Europa, Asien und Nordafrika.
Die Geschichte Amerikas, mit den Hochkulturen der Maya, Azteken, Inka...,
wird kaum erwähnt, ich habe nur ganze 4 Seiten gefunden ..unter Entdeckungen.
Zur Info, die Geschichte Amerikas begann vor vielen tausend Jahren und
verdient etwas mehr als diese kurze Erwähnung. Ebenso der Rest der Welt, Australien,
die Pazifik-Region u.s.w.
Deshalb nur 3 Sterne, da das Buch nicht komplett die "Weltgeschichte" beschreibt.

Perfekt zum Nachschlagen - auch im Studium      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Selten ein so kompaktes Werk gesehen, was sich für den Schüler, Studenten und auch den Lehrer zur Unterrichtsplanung eignet. Verschiedene Verschaulichungen und Darstellung, seien es ein Verfassungsaufbau Roms oder eine Rüstungsdarstellung des II. WK, erleichtern das Verständis für die Geschehnisse der Zeit.

Das historische Nachschlagewerk schlechthin      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Da Geschichte nun einmal nicht ohne Chronologie auskommt, ist der DTV-Atlas nach wie vor neben dem Ploetz das unverzichtbare Kompendium für alle, die in irgendeiner Form mit Geschichte zu tun haben, sei es nun als Schüler, Student, Lehrer oder auch interessierter Laie. Wie alle Bände der DTV-Atlanten-Reihe stößt der DTV-Atlas Geschichte da an seine Grenzen, wo ein Thema vertieft erarbeitet werden soll. Insofern erspart auch er nicht das Lesen zusammenhängender Texte in dickeren Büchern. Besonders hervorzuheben ist schließlich die Tatsache, dass es den DTV-Atlas Geschichte als Nachschlagewerk seit einiger Zeit in einem Band (Von den Anfängen bis in die Gegenwart) gibt, was die schnelle Orientierung und Handlichkeit erheblich verbessert hat. Aufgrund der durch die Chronologie vorgegebenen Struktur des Werkes ist die Informationsbeschaffung mühelos und mit wenig Zeitaufwand verbunden. Warum also "nur" 4 Sterne für diesen Klassiker? Das Problem liegt gelegentlich bei den historischen Karten zu den einzelnen Themenfeldern: Insbesondere Schüler haben zum Teil Schwierigkeiten mit der Interpretation der nicht immer übersichtlichen und mitunter auch mit Details überladenen Karten. Hier gibt es als Alternative durchaus Besseres. Es exisitieren historische Atlanten zu den unterschiedlichsten historischen Themen, welche allerdings nicht immer preisgünstig, aber auch nicht zu teuer, zu haben sind (z.B. der Historische Atlas Deutschland). Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist jedoch bei dieser Ausgabe in einem Band insgesamt völlig in Ordnung.

Mehr als die Summe seiner Teile      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Eigentlich muss man über den "dtv-Atlas Weltgeschichte" nicht mehr viel sagen: Er informiert in handlicher, übersichtlicher Form über wesentliche historische Zusammenhänge von der Steinzeit bis zur deutschen Wiedervereinigung. Die chronologische Darstellung anhand von illustriertem und tabellarisch kommentiertem Kartenmaterial, Graphiken, Diagrammen, Stammbäumen usw. macht vieles in kurzer Zeit anschaulich, und dank dem Register findet man schnell das Gesuchte, egal ob es sich um Personen, Ereignisse, Entwicklungen von Staaten und Staatsformen oder anderes handelt.
Außerdem wird auch die Geschichte außereuropäischer Kulturen ausführlich berücksichtigt; die Geschichte Chinas, Japans und des vor-kolumbianischen Südamerika wird ebenso informativ dargestellt wie die vorkoloniale afrikanische Geschichte -- und das ist bei Überblicks-Darstellungen ja leider nicht die Regel.

Wie gesagt: Der "dtv-Atlas Weltgeschichte" informiert über wesentliche Zusammenhänge und Entwicklungen. Tiefergehende Darstellungen und Analysen kann man in diesem Rahmen nicht erwarten, genausowenig Hinweise auf weiterführende Literatur -- oder der Band wäre fünfmal so dick...
Aber gerade wenn man sich schnell und umfassend über bestimmte Ereignisse, historische Entwicklungen, Epochen oder Personen informieren will, ist dieser "Atlas" kaum zu schlagen, und genau das ist auch die Absicht seiner Herausgeber.

Diese Ausgabe vereinigt die beiden Bände der "Weltgeschichte", die sonst die Geschichte bis zur bzw. ab der Französischen Revolution getrennt behandelten. Die beiden Bände sind ungekürzt, also seitengleich und mit identischem Text enthalten, nur das Seitenformat ist erfreulicherweise deutlich größer.

Das Standardwerk in einem Band      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der dtv-Atlas Weltgeschichte gehört zu den Klassikern der Geschichtsbücher. Im Original eigentlich zweibändig, liegt das Nachschlagewerk nun auch in einem Band vor. Das Buch deckt die Menschheitsgeschichte von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit (2006) ab. Die Idee hinter dem Werk ist die Verknüpfung von Karten mit historischen Fakten, um Geschichte anschaulich wiederzugeben. So ist auf fast jeder Doppelseite links eine farbige Abbildung und rechts der dazugehörige Text, der dank sinnvoller Gliederung und Hervorhebungen übersichtlich gestaltet wurde. Die Kompaktheit ermöglicht nur die stichwortartige Aneinanderreihung von Fakten. Gewisse wichtige Ereignisse oder Situationen werden aber zusammenfassend (z.B. nach Ursachen oder Folgen) dargestellt. Das richtige Buch, um schnell etwas nachzuschlagen und Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern im weltgeschichtlichen Kontext einzuordnen.

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