Was wäre gewesen, wenn? Wendepunkte der Weltgeschichte
Robert Cowley
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Wenn die Katze ein Pferd wäre..... 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Verschiedene Autoren beschreiben Ereignisse aus der Vergangenheit. Was wäre gewesen wenn... Hitler den Krieg gewonnen hätte oder Napoleon kein Waterloo erlebt hätte.
Oft hing das Schicksal ganzer Epochen am seidenen Faden. Kleinigkeiten wie das Wetter oder die Gemütslage der Befehlshaber entschieden über die Ausgänge von Kriegen.
Eine etwas andere, jedoch sehr unterhaltsame Geschichtsstunde. Die Phantasie wird anregt zum Weiterdenken. Genau das erwarte ich von einer solchen Lektüre.
4 statt 5 Sterne nur deswegen, weil der Schreibstil von einigen Autoren etwas zu wissenschaftlich ist.
PS: Ja, wenn die Katze ein Pferd wäre, könnte man damit die Bäume raufreiten...Oder was wäre gewesen wenn....
Teilweise etwas platt, teilweise ganz gut 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Das wichtigste zuerst: Das Buch ist eine Sammlung von Essays von verschiedenen Autoren und damit von verschiedener Qualität. Außerdem geht es in erster Linie um Militärische Konflikte (was mich nicht stört, aber nicht jedermanns Sache ist).
Jeder Autor hat seinen Stil und einige lassen sich ganz gut lesen, andere sind eher langweilig. Außerdem assoziieren einige recht frei, während andere versuchen nur realistsische Szenarien zu entwerfen. So ist für jeden was dabei, es wird aber auch jeder enttäuscht. Gut ist besonders der Teil der neueren Geschichte, hier glaubt man auch eher, dass eine Kleinigkeit große Auswirkungen gehabt hätte. Da tun sich die Kollegen, die Wendepunkte in der Frühgeschichte oder Antike beschreiben deutlich schwerer; Auf einer Seite kann man nunmal nicht einigermassen interessant beschreiben, was passiert wäre, wenn es das Christentum nicht gegeben hätte (mal davon ab, dass diese Historiker anscheinend davon ausgehen, es gäbe anschließend dann keine Wendepunkte mehr).
Alles in allem OK, aber weder berrauschend noch wirklich schlecht. Für Fans der Neuern Geschichte vielleicht lesenswert.
Ich habe selten so gut geschlafen 1 von 5.00 Punkten
Verfasser Der Titel des Buches ist leider absolut irreführend. Denn das Thema, weshalb ich mir dieses Buch auch gekauft hatte, wird in nur wenigen Sätzen angerissen. Dafür wird groß und breit und auf absolut ermüdende Art und Weise erörtert was wirklich passiert ist. Nach 3 nur angefangenen Kapiteln habe ich das Buch weg gelegt. Wer sich für die militärischen Schachzüge der Geschichte erwärmen kann - und wer Probleme beim Einschlafen hat - , ist hiermit sicherlich bestens bedient. Allen anderen Fans von alternativer Geschichte kann ich nur raten, die Finger davon zu lassen.
Ein irreführender Titel 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Was wäre wenn... Alternative Verläufe der Geschichte sind durch vielerlei Ereignisse denkbar. Z. B. politische oder ideologische Entscheidungen: Was wäre gewesen, wenn die Sowjetunion Castro auf Cuba nicht unterstützt hätte oder Castro den Kommunismus uncool gefunden hätte? Oder durch zwischenmenschliche Beziehungen: Was wäre gewesen, wenn Cäsar schwul gewesen wäre oder Kleopatra schlichtweg unanttraktiv gefunden hätte? Die Autoren des vorliegenden Buches legen ihren Augenmerk hingegen vollständig auf den Ablauf militärischer Auseinandersetzungen. Nun ja, das ist zwar etwas einseitig, aber legitim. Das ganze Spektrum möglicher Auslöser für alternative geschichtliche Abläufe darstellen zu wollen, würde vermutlich den Rahmen jedes Buches sprengen. Trotzdem schade. Geschichte wird (glücklicherweise) nicht nur von Militärs gemacht.
Auch bei dem ausgewählten Aspekt, nämlich Geschichte am Ausgang militärischer Auseinandersetzungen festzumachen, konzentrieren sich die Autoren für meinen Geschmack viel zu sehr darauf, in aller Detailliertheit aufzuzeigen, wie der tatsächliche Schlachtverlauf jeweils gewesen ist und welches schließlich das Schlüsselereignis war, das zu diesem und nicht zu einem anderen Schlachtausgang geführt hat. Das eigentlich Interessante an dem Thema, nämlich Fiktionen aufzuzeigen, wie die Geschichte bei einem anderem Schlachtausgang möglicherweise weiter verlaufen wäre, kommt viel zu kurz.
Der recht einseitige kulturelle Betrachtungswinkel der Autoren (angloamerikanische Weltsicht) ist ein weiterer Punkt, der mir negativ auffiel.
Fazit: Hier wurde ein höchst interessantes Thema, das sehr unterhaltsam und spannend hätte sein können, eher lieblos, trocken und mit wenig Phantasie behandelt. Was bleibt, ist ein Buch, das als lehrreich im Hinblick darauf bezeichnet werden kann, welche Momentaufnahmen ausgewählter militärischer Auseinandersetzungen entscheidend für den Verlauf der Geschichte waren. Die zweifellos vorhandene Kraft der Vision "Was wäre wenn..." bleibt jedoch leider fast vollständig auf der Strecke.
Reizvolles Spiel, nicht zu ernst nehmen. 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Natürlich ist es so, daß einige der Argumentationen und Schlussfolgerungen in diesem Buch fragwürdig, naiv , ideologisch und auch teilweise regelrecht blöde sind (die Idee, Chiang Kai-Shek hätte durch einen Verzicht auf die Mandschurei aus dem riesigen Rest eine Art Super-Süd-Korea schaffen können, daß nur friedlich den Zusammenbruch des kommunistischen Nordens warten müssen ist völlig abwegig). Der Punkt ist aber, daß die Autoren nicht das Ziel verfolgen, eine plausible oder wasserdichte Kontrafaktion abzuliefern, sondern: Sie spielen ein intellektuelles Spiel, bei dem es eben darum geht eine bestimmte Ereignisskette auf ihre Schwachstellen zu analysieren, und die (Nicht-)Kontingenz dieser Abläufe zu diskutieren. Das ist eine ganz interessante Herangehensweise, weil die Ereignisse und ihre Folgen im Spiel notwendigerweise vor ihren historischen, politischen, kulturellen, technologischen usw. Hintergrund gezogen werden müssen.
So gesehen demonstriert das Buch einfach eine amüsante und spannende (und man möchte hinzufügen: typisch angelsächsische) Beschäftigung mit Geschichte, die für Laien interessant und möglicherweise auch als Anregung für den Unterricht geeignet ist.
Unterste Schublade 1 von 5.00 Punkten
Verfasser Eigentlich widmet sich dieses Buch einem sehr interessanten Thema. Doch nach einigen Kapiteln wird schnell klar, dieses Buch läßt es an Sachlichkeit missen und wurde von Autoren geschrieben, die offensichtlich ein Problem mit Deutschen und dem Nahen Osten haben.
Die Römer und Griechen werden glorifiziert. Geflissentlich wird völlig ausgeblendet, daß diese Gesellschaften trotz Ihrer Höhepunkte auf der Ausbeutung fremder Völker und Sklaven beruhten. Und so geht es in einem fort.
So wie es heutzutage anscheinend der Zeitgeist ist, wird Geschichte nicht sachlich erzählt und weitergesponnen, sondern bewertet und der Leser belehrt.
Anscheinend ist es auch keinen aufgefallen, doch für mindestens die Hälfte des Buches sollte gelten, was wäre gewesen wenn Deutschland nie existiert hätte. Regelmäßig wird dem Leser klar gemacht, daß es wohl besser gewesen wäre, Deutschland wäre durch die Römer komplett besetzt worden, es hätte sich nie vereinigt usw. usw. usw.
Interessant wäre gewesen:
Wie würde der Nahe Osten heute aussehen, wenn die Vorzeigedemokratien England und Frankreich die Grenzen nicht mit dem Lineal gezogen hätten? Hätten wir heute das Problem im Irak?
Was wäre nur aus Afrika geworden, wenn es nicht durch die Europäer ausgeplündert worden wäre?
Usw.
Das einzige Positive, was sich dem Leser erschließt, ist die Erkenntnis wie oft die Geschichte am sprichwörtlichen Seidenfaden hing.
Gemischte Gefühle 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch greift wichtige historische Ereignisse heraus, die durch Geringfügigkeiten die Geschichte massiv beeinflusst haben, analysiert deren Zusammenhang um schließlich alternative Szenarien zu skizzieren. Beispielsweise als. Insgesamt 17 Kapitel greifen Episoden auf, von der Errettung Jerusalems im Jahr 701 v Chr. durch eine Seuche, über Alexander den Großen, der nur um Haaresbreite am Anfang seiner Karriere in einer Schlacht gefallen wäre, bis zum Sieg der Kommunisten in China. Jedes Kapitel ist von einem anderen Autor geschrieben.
Der interessanteste Aspekt des Buches ist die Erkenntnis, dass die Geschichte der Menschheit oft am seidenen Faden hing und durch Zufälle, geringfügige Entscheidungen einzelner Menschen oder das Wetter entscheidend beeinflusst wurde. Ebenso spannend ist die Zusammenstellung wichtiger historischer Scheidepunkte. Als historischer Laie fand ich es sehr erhellend zu sehen wie dramatisch kleinste Wendungen unsere heutige Kultur beeinflussen hätten können. Positiv zu bemerken ist, wie sich die Autoren dabei meist bewusst sind, dass Spekulationen über historische Eventualitäten nur bedingt möglich sind. Alternative Szenarien werden daher oft nur angerissen, ohne sie ausführlich zu vertiefen.
Was das Buch jedoch auch zeigt ist die subjektive Einfärbung der Geschichtsschreibung. Je weiter zurück die beschriebenen Ereignisse liegen, desto neutraler und nachvollziehbarer sind die Analysen sowie Spekulationen. Kapitel über die jüngere Vergangenheit lassen jedoch leider oft die Herkunft und Grundhaltung der Autoren erkennen. So ist das Kapitel über China sehr antikommunistisch angehaucht. Auch über die beiden Weltkriege hätte ich mir gerne etwas objektivere Berichterstattung gewünscht. Vor allem das Thema "was wäre wenn" ist in diesen Fällen nicht schlüssig beantwortet und wirft mehr Fragen auf als beantwortet werden.
Fazit: Leichte Lektüre, bei der man die spekulativen Elemente nicht ganz ernst nehmen sollte.
Ein interresantes Buch! 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses Buch ist eigentlich sehr interresant aufgebaut und zeigt, wie schnell die Geschichte doch anders verlaufen könnte. Besonders die ersten Kapitel sind toll beschrieben, aber ab dem Amerikanischen Krieg gegen den Süden, wird es zu langatmig. Toll dagen ist wieder das Kapitel über den ersten Weltkrieg.
Wer sich also für Geschichte interresiert und einmal erfahren möchte wie sie sich hätte ändern können sollte zugreifen!
Was wäre wenn... 3 von 5.00 Punkten
Verfasser ...man dieses Buch nicht gelesen hat?
Nun, man hätte eine faszinierende Gelegenheit ungenutzt gelassen sich über einen alternativen Lauf der Weltgeschichte zu informieren.
Gerade die ersten Kapitel haben es mir sehr angetan und es geschafft mit wirklich überraschenden Alternativen einen interessanten neuen Blickwinkel darzustellen. Dem amerikanischen Bürgerkrieg wird dann abr im zweiten Drittel des Buches m. E. nach zuviel Raum gegeben und langweilen mit ausführlichsten Schlachtberichten, sowohl mit historischen wie auch alternativen Vorgängen.
Auf jeden Fall ein interessantes Thema aus dem man viel mehr hätte herausholen können und gerade für den Gelegenheitsleser und Geschichtslaien manchmal zu detailliert und langatmig.
Historische Märchenstunde 3 von 5.00 Punkten
Verfasser "Was wäre gewesen, wenn ...?" Diese Frage wird nicht nur gerne von Historikern gestellt, sondern findet sich als beliebtes Gedankenspiel auch in der Science-Fiction-Literatur wieder. Meist kommt es in diesen Stories dann ganz anders, als vom Leser erwartet wird - obwohl der Aufbau der auf einen Knall-Effekt hinsteuernden Szenarien stets nach den strengen Regeln der Logik erfolgt. Doch eben da liegt der Hase im Pfeffer: Geschichte ist keine exakte Wissenschaft, die sich an mathematische Regeln hält, sondern besteht vielmehr aus einem unentwirrbaren Knäuel aus rationalen und irrationalen Einflüssen, aus psychologischen und soziologischen Faktoren und last but not least aus diversen glücklichen oder weniger glücklichen Zufällen. Um es anders auszudrücken: Geschichte ist ein offenes Buch, das kaum jemand lesen kann.
Dennoch kann man nicht leugnen, dass es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder sogenannte Wendepunkte gab - meist in Schlachten und Kriegen kulminierende Schlüsselszenen, deren Ausgang oft entscheidend für das politische Schicksal ganzer Kontinente war. Das bekannteste Beispiel findet sich auch in diesem Buch: die sprichwörtlich gewordene Schlacht von Waterloo. Es hätte gar nicht vieler Umstände bedurft, und Napoleon hätte über die Armeen Blüchers und Wellingtons triumphiert. Was aber wäre dann geschehen? Frankreich war politisch zerrissen und wirtschaftlich geschwächt, während die Allianz gegen den Korsen nach wie vor Bestand hatte. Napoleon hätte, um aus dem Werk eines deutschen Historikers zu zitieren, in diesem Fall "an einem anderen Tag verloren".
Diesen Aspekt zieht ein gewisser Mr. Caleb Carr erst gar nicht in Erwägung. Nach seiner Auffassung hätte ein Sieg Napoleons im günstigsten Fall eine Friedensepoche über 1914 hinaus eingeleitet, im ungünstigsten jedoch den 1. Weltkrieg um 90 Jahre vorgezogen - dies alles analysiert auf knapp eineinhalb Seiten. Das ist zweifellos ein etwas krasses Beispiel, das jedoch symptomatisch die Tendenz des Buches aufzeigt. In 18 Beiträgen recherchieren sich einige bemühte Militärhistoriker durch 2700 Jahre Weltgeschichte, um dann mehr oder minder glaubhaft zu verkünden, was alles passiert wäre, wenn sich das Schicksal anders entschieden hätte. Das ist teilweise vergnüglich zu lesen, teilweise einleuchtend, aber in der Mehrzahl der Fälle arg konstruiert und haarsträubend oberflächlich dargelegt.
Dazu ein weiteres Beispiel: Ein den 2. Weltkrieg behandelndes Kapitel stammt von John Keegan und trägt den Titel "Wie Hitler den Krieg hätte gewinnen können". Dazu hätte er laut Keegan auf einen Angriff auf die Sowjetunion (vorerst) verzichten sollen, um sich statt dessen die irakisch-iranischen Ölfelder einzuverleiben (mit begehrlichem Seitenblick aufs Kaspische Meer). Natürlich hätten im Zuge einer solchen Operation auch einige "logistische Probleme" gelöst werden müssen, wie etwa die Verlegung einer deutschen Armee im Umfang von 20 Divisionen von Griechenland nach Syrien. Ein weiteres logistisches Problem, nämlich Transport, Raffinierung und Verteilung des gewonnenen Rohöls, wird im weiteren Verlauf der Sandkastenspiele gar nicht mehr erwähnt. Das ist allerdings kein Wunder, stehen doch den Autoren im Durchschnitt lediglich 20 bis 30 Seiten zur Verfügung, um ihrer Fantasie (oder Ideologie?) freien Lauf zu lassen. Dass dabei manches zu kurz kommt - an erster Stelle die Glaubwürdigkeit -, liegt eigentlich klar auf der Hand.
Was, wenn man dieses Buch nicht lesen würde? Ob man sich darüber ärgert oder amüsiert - man wäre nicht viel klüger als vorher.