Das grüne Paradoxon: Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik

Hans-Werner Sinn

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Grüne Energioepolitik      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Klimawandel löst hyterische Reaktionen aus, Solarbranche und Windenergie boomen, Milliardenbeträge werden in regenerative Energien gepumpt, täglich werden Erfolgsnachrichten über Bioenergien verbreitet, während durch Panikmache die Leute bzgl. der Kernenergie verängstigt werden - wer behält da den Überblick? Sinn versteht es, dieses sehr komplexe Thema nüchtern und gut lesbar, untermauert von vielen Fakten darzustellen. Dabei zerstört er manche Illusionen von gutmeinenden Zeitgenossen und prangert sinnlose Geldverschwendung an. Sämtliche Fördermaßnmahmen müsen überprüft werden. Als nutzlos und schädlich für die Wirtschaft werden auch Aktivitäten dargestellt, die in einer Art vorauseilendem Gehorsam die Ziele von EU und Kioto zu übertreffen versuchen. Die wohl beste Darstellung des Themas, die hilft, einen Überblick zu gewinnen.

(Mit Vorsicht und Aufmerksamkeit) zu genießen      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein sehr kritisches und lesenswertes, aber auch einseitiges Buch.
Es gibt von mir nur eine drei, da die Problematik des Emissionshandels gepaart mit einer gleichzeitig erfolgenden Einspeisevergütung zu einseitig beleuchtet wird.
Die identifizierten widerläufigen ökonomischen Effekte existieren zwar, dass die schrittweise Senkung der zulässigen europaweiten CO2-Gesamtemissionsmenge im Emissionshandel andere Länder in Schwierigkeiten bringen wird während Deutschland darauf durch die Einspeisevergütung gut vorbereitet ist, lässt Herr Sinn leider unter den Tisch fallen.
Die Atomenergie als Ausweg aus dem Klimawandel darzustellen ist ein meinen Augen ein schwerer Fehler dessen Aspekte anderenorts hinreichend beleuchtet werden. Wahrscheinlich sind Herr Sinn und ich uns einig, weder meine noch seine Kindeskinder für die nächsten 14.000 Jahre zur Bewachung von Atommüll abstellen zu wollen.
Trotz allem enhält das Buch einige sinnvolle Denkanstöße zu mehreren Mängeln der Internationalen Umweltpolitik. (Die nachfrageseitige Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in den Kyotoländern etwa, die in die Verbilligung der fossilen Brennstoffe für Kyotozielfreie Staaten münden wird).

Pflichtlektüre für Gutmenschen      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Herr Prof. Sinn macht die Annahme, dass die menschliche Erzeugung von CO2 das Klima ändert, und dass diese Änderung zum Nachteil der Menschheit ist. Er begründet dies im ersten Kapitel des Buches, aber immerhin ist Prof. Sinn Volkswirtschaftler, nicht Klimaforscher.

Wenn man dies akzeptiert (ich persönlich bin nicht so sicher, es gibt zu viele "Gegenstimmen"), so ist es Aufgabe der Volkswirtschaft, den optimalsten Weg zur Vermeidung diese Problems zu finden.

Diese Wege zeigt Herr Sinn, und er erklärt einfach und logisch, warum der deutsche "Ökoterror" -den mittlerweile alle Parteien betreiben- uns Deutsche zwar jetzt und zukünftig viel Geld kostet, aber für das Klima ohne Bedeutung ist. Er erklärt, wie man es besser und billiger erreichen könnte den CO2 Ausstoß zu vermeiden.

Leider neigen wir Deutschen dazu, dererlei Fragen auf die Glaubensschiene zu bringen, so dass eine rationale Diskussion nicht mehr möglich ist. Vor 70 Jahren waren wir Weltmeister in einer "anderen" Disziplin, jetzt wollen wir -wieder glaubensgetrieben, nicht rational denkend- Weltmeister im Umweltschutz sein. Am deutschen Wesen soll die Welt mal wieder genesen!
All dies zeigt Prof. Sinn mit unwiederlegbarer Logik.

Selbst wenn man (wie z.B. ich selbst) and die globale Erwärmung nicht recht glaubt, so wäre der sparsamere Umgang mit dem wertvollen CO sicherlich ein würdiges Ziel - mit denselben Methoden erreichbar.



Realitätsfremdes als Weisheiten verkauft      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wenn man das Buch als Neueinsteiger in das spannende Thema "Erneuerbare Energien" liest, dann möchte man das meiste tatsächlich glauben.

In der Tat beschränken sich die Ansichten allerdings auf volkswirtschaftliche Betrachtungen, nicht aber auf tatsächliche. Das Buch ist damit sachlich falsch und kann deswegen nicht mehr als 2 Sterne von mir erhalten. Mehr noch, es ist eigentlich ein ziemliches Ding, die in dem Buch dargestellten Sachverhalte als Tatsachen zu verkaufen - obwohl sie nachweislich nicht stimmen!

Wer etwas Profunderes als reine Theorie lesen möchte, sollte sich einmal das Buch "Grün grün grün ist alles was wir kaufen" zulegen. Darin wird -sachlich korrekt- erklärt, weswegen viele Ansichten, die Sinn als Wahrheiten darstellt, sachlich falsch sind. Beispielsweise, dass Emissionszertifikate in der BRD _nicht_ im Überschuss vorhanden sind. Oder, weswegen Energie aus Erneuerbaren Quellen den Strompreis nicht steigen lässt.

Vorzüglicher Denker      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Beeindruckend der Prolog, in dem die ideologisch - unbarmherzige Kaltschnäuzigkeit der Öko - Nazis aufgezeigt wird:
"Im Namen der Umweltpolitik werden die schönsten Naturlandschaften Norddeutschlands durch Windräder entstellt. Wer bei klarem Wetter nach Hamburg oder Berlin fliegt, sieht Landstriche, die soweit das Auge reicht, mit den neuen weißten Wäldern durchzogen sind. Noch im Bann der für mich unglaublichen Eindrücke, habe ich einen führenden grünen Politiker getroffen und ihn gefragt, ob der Naturschutz nicht auch das Landschaftsbild umfasse. Alt Antwort erhilet ich die Feststellung, die Gebiete, die ich gesehen hätte, stünden nicht unter Naturschutz."
So abgebrüht!
Herr Sinn denkt sich tief und sehr sachlich in das Thema hinein, leider geht er auch den Ökohetzern auf den Leim und unterstellt antrhopogene Erderwärmung; von dieser These ausgehend, zeigt er auf, weshalb deutsche Gutmenschenalleingänge gar nichts bringen und schon überhaupt nichts, wenn sich Deutschland als einziges Land aus der AKW - Technik verabschiedet und daß wir zur Deckung des gesamten Strombedarfs aus Windrädern ein Land von der Größe Baden-Württembergs mit Flügeln zustellen müßten (was Trittin und Co. sicher auch täten, siehe oben, wenn sie dürften).
Herr Sinn hatte sich sein Buch als Diskussionsgrundlage gedacht, anstelle von Einladungen ins TV ernteten seine Kollegen Brandanschläge auf ihre
Autos.
Das Nachwort der zweiten Auflage klingt recht resigniert.

Pflichtlektüre      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
In der Diskussion der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Technologieoptionen und Strategien zur Minderung der negativen Folgen der Klimaerwärmung ein absolutes Muss - auch für diejenigen, die die Meinung und Schlussfolgerungen des Volkswirts Sinn nicht teilen wollen. Klar und verständlich geschrieben, hervorragendes Quellenverzeichnis, hilfreiche und kompakte Datenaufbereitung. Ein Referenzwerk, um das man künftig nicht herumkommt.

Kein Miesmacher, sondern einfach ein Realist      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Windräder in der Landschaft, Solarzellen auf dem Dach und ein Sprit sparendes Auto in der Garage: Der Deutsche ist gewillt, einiges zu tun, um die Welt zu retten. Das ehrt ihn, findet auch Hans-Werner Sinn. Trotzdem reißt er ihn aus seinen Träumen: Der Gedanke, es müsse einfach mal einer mit gutem Beispiel vorangehen, dann werde der Rest der Welt schon nachfolgen und den Klimawandel stoppen das ist für den streitbaren Ökonomen pure Romantik. Wer sich dagegen die Mühe mache, Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie die Auswirkungen der Politik zu ergründen, gelange zu einem anderen Urteil: Alleingänge seien nicht nur unnütz, sondern sogar schädlich, wenn es darum gehe, die Klimakatastrophe zu verhindern. Würde es bei dieser Kritik bleiben, könnte man Sinn als Miesmacher abtun. Aber er zeigt durchaus ernsthaftes Bemühen, Gegenvorschläge zu machen, und spart auch nicht mit Lob, wo er es für angebracht hält. getAbstract empfiehlt das Buch allen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik, die mithelfen wollen, den Klimawandel aufzuhalten. Auch wenn das bedeutet, von vertrauten Denkschablonen Abschied zu nehmen.

Top aktuell und den Nagel auf dem Kopf getroffen      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
wenigstens mal einer der wirklich neutral und mit viel Fachkompetenz ein Thema anschneidet was uns alle interessieren sollte. Dieses Buch sollte Herr Gabriel ("unser super Umweltminister" auch mal lesen). Dann würden viele Entscheidungen anders aussehen.

Genauso anschaulich und lehrreich wie ernüchternd      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Sehr empfehlenswerte Lektüre! Informativ, lehrreich und auch ein wenig ernüchternd, was die Zukunft des Weltklimas anbelangt.

Tatsächlich paradox!      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein typisches Sinn'sches Buch, kontrovers, frech, voller Information, selten langweilig und was die Faktenlage anbelangt Prädikat: fundiert!

Für mich ein Buch das die Klimapolitik und das notwendige Handeln auf den oder einen der möglichen Punkte bringt. Beginnend mit einer fast durchleuchtenden Klarheit über die physikalischen Zusammenhänge und der Faktenanalyse der das Klima bewegenden Strömungen begibt sich der Leser unter der manchmal fast polemisch schreibenden Sinn'schen Feder durch das Dickicht nationaler und europäischer Klimapolitik (Emissionshandel, Fördermaßnahmen für bestimmte Technologien, ...) immer mit Rückblick, Klärung der Fakten und etwas gesundem Menschenverstand beleuchtet. Das liest sich sehr leicht und klingt interessant.

Für jene die mit den Themen Klimapolitik, Treibhauseffekt, Technologien zur Energiewandlung, Emissionshandel nur wenig zu tun haben könnte manches eine Offenbarung sein, wenn man vielleicht zweimal darüber liest, denn die Informationsdichte ist hoch. Die freche Sinn'sche Feder verleitet aber allein schon ihrethalben dazu dies gerne und mit Freude zu tun.

Ich habe mit dem Buch gerne meine Nächte...meine freie Zeit verbracht, weil es eine Punktlandung im Bücherdschungel der Bewertung aktueller Klimapolitik ist, die und auch nicht das nicht ganz kritiklos hingenommen werden muss, aber mich zum Nachdenken anregte. Die Sicht des Volkswirtschaftlers gerade mit Blick auf einen Teil des Tun und Lassens in unserer Umwelt und dessen vielerlei Folgen war für mich wohl der interessanteste Aspekt Sinn'scher Gedanken. Ich denke da an den Pudel'schen Kern des Emissionshandels und den darin steckenden selbstregulierenden Kräften - eine Inspiration.

Das paradoxe darin ist tatsächlich unsere Klimapolitik und deren Wirkung auf das was sie bewirken soll, einfach nur weniger Schadstoffe zu emittieren. Genau das bringt Sinn auf den Punkt, auf seine spezielle Art. Darum gibt es 4 von 5 Punkten.

Den 5 Punkt bekäme er von mir, wenn das Geschäft mit den Fußnoten nicht so nervig wäre, aber da muss nicht mal Sinn schuld sein ;-).



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