Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit
Michael Winterhoff
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 214 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Sehr empfehlenswert! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses Buch ist sehr aufschlussreich.
Ich, als angehende Erzieherin, finde dieses Buch unheimlich gut.
Es hat mir die Augen geöffnet und wird mich in Zukunft genauer hinsehen lassen, wenn ich mit Kindern arbeite.
Ich würde jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen!
Vorallem denen, die in pädagogischen Berufen arbeiten.
Kein Buch entbindet vom eigenständigen Denken 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe mir das Buch vor einigen Tagen gekauft und finde es wirklich gut.
Beim Lesen der Rezension ist mir aufgefallen, das ein wichtiger Punkt immer ausser acht gelassen wird.
Winterhoff sagt immer wieder, dass er keinen Erziehungsratgeber schreibt. Ihm ist es wichtig, das Eltern lernen wieder auf ihr Bauchgefühl zu hören. Er schreibt nicht, das alle Kinder "missraten" sind, sondern gibt konkrete Beispiele, die jeder aus dem Alltag kennt, wenn er mal ehrlich zu sich selbt ist.
Früher haben Eltern ihre Kinder so erzogen, wie sie es für richtig hielten. Heute lassen sie sich durch alle möglichen Ratschläge und Elternratgeber verunsichern.
Außerdem sagt er ja nicht, dass Kinder zu kleinen funktionierenden Robotern erzogen werden sollen. Es gibt vieles, was man mit Kindern diskutieren kann und bei vielen Dingen können Kinder ihre Meinung mit einbringen. Aber es muss (natürlich Altersgerecht) auch klar sein, das mein Kind hört, wenn ich etwas sage und über bestimmte Sachen nicht diskutiert wird.
Man kann in jedes Buch nur gutes oder nur schlechtes hinein interpretieren. Wichtig ist, den Inhalt zu erfassen und sich eine eigene Meinung bilden zu können.
Halb und halb... 3 von 5.00 Punkten
Verfasser geteilte Zustimmung als Mutter und Lehrerin von mir zu den Thesen des Autors.Erst Begeisterung!!! Gut beobachtet und analysiert... aber wenn Erziehung halt so einfach wäre (unter den heutigen Lebensumständen), würden sich bestimmt viele Eltern einsichtig zeigen und der falschen Entwicklung gegensteuern. Aber die Gesellschaft ist halt nicht mehr so berechenbar. Mich würde ganz sehr interessieren, was der Autor zu Helene Hegemann und Axolotl sagt.Ist die Jugend einfach nur unerzogen, ungezogen oder aber einfach völlig anders als früher. Ich bin da sehr zwiegespalten und glaube nicht,dass man das Thema so einfach bestsellermäßig abhandeln kann.
PS: Der Autor ist mir zu viel durchs Fernsehen gtingelt und dieses Medium ist leider an unserer krankenden Gesellschaft nicht unwesentlich beteiligt.
Völlig überzogen, Autor unsympathisch, Ansätze jedoch einleuchtend 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Mir gefällt dieses Buch nicht.
Ich habe vor dem Lesen viel über Winterhoff gehört und gelesen und er war mir von Anfang an unsympathisch. Seine Tipps im Umgang mit den "Tyrannen" (ja, so nennt er unsere Kinder) fallen für mich unter den Begriff "Machtausübung", wenn nicht sogar "Machtmissbrauch".
Trotzdem habe ich mir das Buch geliehen und es (mit Ausnahme der letzten Seiten) gelesen.
Eins vorneweg: Einige Ansätze und Erklärungen erscheinen mir logisch, wie z.B.: Kinder sollten nicht wie Erwachsene behandelt werden, Kindern müssen Grenzen gesetzt werden, völlig antiautoritäre Erziehung ist kontraproduktiv, viele Leistungserwartungen wurden mit den Jahren teils massiv heruntergeschraubt.
Die Ausführungen der einzelnen Punkte und die Fallbeispiele halte ich jedoch in den meisten Fällen für völlig überzogen. Familien, bei denen die Erziehung (aus welchen Gründen auch immer) völlig aus dem Ruder gelaufen ist, werden sich vielleicht darin wiederfinden. Winterhoff allerdings projiziert diese "Weltuntergangsstimmung" jedoch auf die deutsche Durchschnittsfamilie, wenn nicht sogar auf alle Familien.
Im Großen und Ganzen habe ich für mich festgestellt, dass Winterhoff unsere Kinder wesentlich schlechter darstellt, als sie eigentlich sind. Wenn er keine Kinder hätte, würde ich denken, er könne sie sogar vielleicht hassen. Ich bin definitiv kein Fan von antiautoritärer Erziehung, allerdings erscheint mir Winterhoffs Einstellung ZU autoritär und machtbezogen.
Genauso ist es..... 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und mir sind auf Anhieb 5-6 Kinder und Jugendliche aus meinem Umfeld eingefallen, die ich jetzt besser einordnen kann.
Zum Beispiel eine 16jährige, die jetzt gerade mitten im Schuljahr beschlossen hat, es sei nicht cool, immer nur zur Schule (Weiterbildungsschule) zu gehen. Eine Lehrstelle hat sie nicht, viel zu schlechte Noten. Die Mutter meint, sie könne sie doch nicht zwingen, das arme Kind. Also hängt sie zu Hause vor dem PC und TV rum, bis sich wohl mal wie durch ein Wunder eine Karriere als Fotomodell ergeben wird......Selbstverständlich gibt es genug Taschengeld, dass alle Wünsche bzgl. Kleidung, Partys usw. erfüllt werden können, nimmt die Mutter eben noch einen Kellnerjob an am Abend.....
Diese Mutter rief mich schon vor 10 Jahren an (unsere Töchter besuchten die gleiche Grundschulklasse), um zu fragen, wie denn die Hausaufgaben gemeint seien, ihre Tochter sei draussen am Spielen und sie (die Mutter!!!) müsse ihr doch jetzt die Aufgaben machen, die Tochter wolle einfach nicht, sie könne sie doch nicht zwingen.... Später folgten Flöten- und Reitunterricht, die jeweils bei der kleinsten Schwierigkeit abgebrochen wurden, immer waren die Lehrer Schuld. Besuche in der Schule mit Beschwerden über die bösen Lehrer waren die Regel. Das Mädchen hat nie gelernt, mal etwas durchzuhalten, was ihr nicht passte, sie konnte ständig ihrem Lustempfinden folgen.
Ein anderes Beispiel: Telefonat mit einer Freundin mit 8-jährigem Sohn. Er quakt ständig dazwischen. Die Mutter sagt nicht etwa, dass sie jetzt telefonieren und er warten müsse, sie schickt ihn auch nicht aus dem Zimmer, nein, sie sagt mir, ich sollte warten, und diskutiert mit ihrem Sohn - absolute Nebensächlichkeiten. Nebenbei erzählt sie später, dass der böse Lehrer gemeint hätte, die Sozialkompetenz ihres Sohnens sei sehr schlecht......
Es wäre einem 8-jährigen ausser im Notfall zuzumuten, zu warten, bis ein Telefonat beendet ist. Es wäre einer 16jährigen zuzumuten, die Schule zu beenden, zumindest, bis eine Lehrstelle gefunden wird.
Mir ist durch das Superbuch klar geworden, warum diese beiden Mütter so handeln (müssen?). Winterhoff hat Recht, und ich hoffe, viele Eltern lesen das Buch.
Was sollen die Meckereien mancher Rezensenten, es gäbe keine Lösungen im Buch? Natürlich ist es kein Erziehungsratgeber, muss es auch nicht sein, wenn man so klar die Problematik aufgezeigt bekommt, sollten die Eltern wohl in der Lage sein, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen und ihre Schlüsse zu ziehen. Aber Selbsterkenntnis ist eben immer sehr schwer, obwohl es ja der erste Weg zur Besserung wäre........
Pflichtlektüre!!! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ein Buch, welches mir die Augen angesichts der von Jahr zu Jahr prägnanteren Erziehungsdefizite geöffnet hat.
Als Lehrerin habe ich einen Großteil der zitierten Fallbeispiele am eigenen Leib schon erlebt, vor allem die typischen Elternreaktionen ("Sie hinterfragt eben alles", "Unser Sohn akzeptiert Autoritäten erst, wenn sie sich die Autorität bei ihm verdient haben", "Er braucht einfach ganz besonders viel Aufmerksamkeit") erfahre ich regelmäßig. Unterricht im herkömmlichen Sinne ist heutzutage nur noch sehr eingeschränkt möglich, tagtäglich wird viel Zeit und Energie investiert, um auch kleinen Egozentrikern und Individualisten ein Minimum an Gemeinschaftsfähigkeit angedeihen zu lassen. Klingt hart (und eine erfreuliche Menge an Kindern verfügt durchaus über soziale Fähigkeiten), wäre aber vermeidbar, wenn an Stelle eines permanenten "In-Schutz-Nehmens" und uneingeschränkten Verständnisses auch der Respekt vor den Regeln der Gemeinschaft treten könnte. Dabei geht es dem Autor nicht darum, bestimmte Gesellschaftsgruppen (Eltern) an den Pranger zu stellen. Sie wollen natürlich nur das Beste für ihre Kinder und meinen es mit einem partnerschaftlichen Verhältnis nur gut mit ihnen. Er deckt aber auf, wie scheinbar harmlose, entgegenkommende und einfühlsame Umgangsformen von Erwachsenen gegenüber Kindern aufgrund mangelnder psychischer Reife derselben einen gesunden Reifungsprozess verhindern. Auch mein eigenes Auftreten in der Klasse musste ich nach der Lektüre in manchen Situationen kritisch hinterfragen und habe Ansatzpunkte erkannt, wie ich den Kindern vielleicht effektiver ernst zu nehmende Grenzen setzen kann.
Sicher ist das Buch aus einer ganz bestimmten Perspektive verfasst und auch nicht die einzige Wahrheit. Eine Lektüre kann ich dennoch allen dringendst empfehlen, die mit Kindern zu tun haben, sei es beruflich oder auch als Eltern, und bereit sind, sich auch mit unbequemen Thesen zu beschäftigen.
Pflichtbuch für alle Pädagogen. 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Was für ein tolles Buch! Danke für diese "endlich aufgeschriebenen" Zeilen.
Dieses Buch sollte zum Pflichtprogramm an allen Erzieherschulen und Universitäten für Lehramt- und Sozialpädagogikstudenten gehören.
Einfach nur Pflichtlesestoff für alle Pädagogen Deutschlands!
Es ist ja schon fast alles gesagt,... 1 von 5.00 Punkten
Verfasser ...trotzdem möchte ich diesem Werk gern noch zu einer weiteren 1-Stern-Bewertung verhelfen.
Ein wissenschaftlich haltloses Buch, indem Herr Winterhoff uns Einblicke in sein, wahrscheinlich durch seine Arbeit, verfälschtes Weltbild gewährt. Er hat eine dermaßen negative Einstellung Kindern gegenüber, dass man fast hoffen möchte, er möge seinen Job an den Nagel hängen.
Bereits im Vorfeld ließen mich der reißerische Titel und die fast schon aggressive Vermarktung an der Seriosität des Buches zweifeln. Zumindest hat er dadurch erreicht, dass auch der einfachst Gestrickte zugreift und dadurch die Umsatzzahlen in die Höhe schnellen.
Lösungsansätze bietet er natürlich keine. Darum sollen sich ja, laut Herrn Winterhoff, die Pädagogen kümmern.
Ich kann allen Eltern nur empfehlen: Hört wieder mehr auf euer Bauchgefühl. Gebt euren Kindern vor allem Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, Verständnis und möglichst viel von eurer Zeit und nehmt eure Kinder ernst. Lasst euch nicht zu sehr von Erziehungsratgebern beeinflussen, denn das sind meißt auch nur die persönlichen Meinungen der Autoren und jeder von ihnen hat eine andere.
Ein Schritt in die richtige Richtung 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Mir hat dieses Buch sehr im Umgang mit meinem dreijährigen Sohn geholfen. Seit ich ihn klar als Kind sehe und keine Entscheidungen mehr von ihm verlange, die er einfach noch nicht treffen kann, geht es uns allen besser. Auch meinem Sohn! Außerdem lasse ich mich viel weniger von ihm manipulieren, und auch das tut uns alles gut. Denn es gibt dadurch viel weniger Streit.
Als ich gestern auf einer Kindergeburtstagsfeier war, habe ich am eigenen Leib erfahren, was dabei heraus kommt, wenn man Kinder als Partner sieht. Ein fünfjähriger Junge hat aus einem Stockbett von oben mit einem Plastiksäbel auf meinen Jüngsten geworfen. Als ich ihm das strikt verboten habe, hätte er doch glatt eine Diskussion mit mir angefangen, ob er es dürfe oder nicht!
Tja, wo soll das hinführen?
Wie verkaufe ich viele Bücher ... 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Beobachtungen, die Herr Winterhoff beschreibt, sind z.T. realistisch, aber auch sehr oft übertrieben. In dem Buch wird die Meinung des Autors als einzige Wahrheit beschrieben.
Die extremen Ansichten stellen eine Provokation und Stoff für viele Diskussionen dar. So wird ein Buch eben verkauft - alle sind neugierig.
Gut ist, dass das Buch eine Diskussion in Gang gesetzt hat! Allerdings sind die Meinungen und Ansichten des Autors eben nicht die einzige Wahrheit - und ich fürchte, dass genau das viele denken werden.