Liebe: Ein unordentliches Gefühl

Richard David Precht

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 50 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Ein schlampiges Buch      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Nicht nur ein unordentliches, sondern gar ein schlampiges Buch.
Herr Precht hat doch in seinem letzten Buch gezeigt, daß er
respektvoll mit den Gedankengebäuden seiner Kollegen umgehen kann.
Da hat er noch Größe und Grenzen von Modellen respektvoll moderiert.
In seinem neuen Buch zieht er nur her über andere - und das nicht
überzeugend. Er scheint die Natur des Menschen nicht verstanden
zu haben. Da gibt es - bei ähnlichen Themen - bei dem Buch von
Professor Eibl - Kultur als Zwischenwelt - viel tiefere und plausiblere
Einsichten. Ich denke - Herr Precht hätte sich mehr Zeit lassen sollen.
Besser hätte er's schon gekonnt.

Leider vieles nicht/falsch verstanden..      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Als Biologiestudent,kann ich nur den Kopf schütteln.

Es werden hier Theorien in unfehlbare Aussagen von Wissenschaftlern umgewandelt um durch schlechte Arugmente,angeblich, entkräftet zu werden.

Ich selbst komm aus der linksalternativen Szene,aber kann keinesfalls verstehen, wie man so sich offensichtlich so durch im Hinterkopf sitzende politische Gedanken fehlleiten lassen kann und versucht diese auf vermeindlich "böse" Theorien der Naturwissenschaft anzuwenden. Die Natur hat keine Wertung.

Auch ist die Aussage, dass Dawkins davon ausgeht, allein unsere Gene bestimmungen unser Leben total falsch.
Dawkins "Theorie" ist des weiteren nicht unfehlbar,wie Precht es den Soziobiologen unterstellt zu behaupten.
Es ist ein guter, interessanter Ansatz der durch Evolutionspsychologen etc des Weiteren schon ausgebaut und auf mehrere Ebenen erweitert wurde.

Seine ganze biologische Argumentation ist oft falsch und zeugt von Unwissen.

z.B

Das Argument mit den unterschiedlichen Felden und Weizen(ich glaub es war Weizen,spielt hier auch keine Rolle)
- Die Phänotyppenetranz,gesteuert durch Gene, wird von Umweldbedingungen beeinflusst, ist jedoch von Genen abhängig.

Das Argument mit den kleinen Elefanten (klein= sexy)

Hat er hier Darwins Urprinzip etwa falsch übersetzt? Es heisst das Überleben des Angepassteren,nicht des Stärkeren
- Gene die zu geringer Körpergröße expressieren sind hier also von Vorteil.

Es gibt etliche Beispiele.
Am verwerflichsten finde ich, dass jemand, der augenscheinlich sehr schlecht informiert ist, angibt das Egoistische Gen und anderes überhaupt gelesen zu haben.
-
Dawkins hat nicht die Wahrheit in sein Buch geschrieben, aber es ist unter Biologen niemals so umstritten wie Herr Precht behauptet. Das ist einfach falsch.
Gene sind der Motor, die Umwelt modifiziert seine Ausprägung und die Karosserie.
Die Umwelt besteht aus Gedankenkomplexen,der Kultur. Sogar davon ist in das Egoistische Gen die Rede, hat Herr Precht scheinbar überlesen.

Noch zu Info, ich bin kein "Dawkinsanhänger", er ist genauso zu kritisieren wie andere Autoren. Aber es nervt micht total wenn es auf so schlechte,haltlose Weise passiert.



Es lohnt sich zu lesen!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Autor hat, wie schon in den vorangegangenen Büchern, auch dieses Thema hervorragend strukturiert, sehr gut abgehandelt und auch deutlich auf sogenannte pseudowissenschaftliche Bücher hingewiesen.
Muß man einfach gelesen haben!

Verständlich für Alle      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein gutes Buch. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist mit dem Autor. Gut argumentiert. Gut dargestellt. Ich empfehle es weiter

Das Lesen ist eher Zeitverschwendung      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe mir das Buch gekauft, nachdem ich Precht in einer Talkrunde im Fernsehen gesehen habe. Da war er irgendwie sympathisch und seine Aussagen klangen irgendwie schlüssig.
Leider ist dieses Buch ziemlich unerträglich und ich breche nach etwa der Hälfte das Lesen ab - ich kann meine Zeit sicher sinnvoller nutzen.

Warum ist es unerträglich? Weniger wegen der Aussage des Buches - die kann ich durchaus teilen. Aber Precht schreibt die ganze Zeit über Sachen, von denen er offensichtlich überhaupt keine Ahnung hat und zerreisst eine nach der anderen wissenschaftliche Theorie in der Luft. Das Ganze in einem Stil, als hätte er als Einziger auf der ganzen Welt die Weisheit mit Löffeln...

Nur ein Beispiel S.145 über den Nutzen von sexueller Fortpflanzung: "... In diesem Sinne - so die Idee - sei die sexuelle Fortpflanzung ein Vorteil: Sie reagiert besser auf veränderte Umweltbedingungen, ... Wäre diese Überlegung richtig, so wäre die sexuelle Fortpflanzung tatsächlich von Vorteil. Leider aber ist sie nicht plausibel, denn sie beschönigt das Bild doch stark... Genetische Veränderungen sind gefährlich, denn die meisten Lebewesen sind so, wie sie sind, weil sie damit durchaus sehr erfolgreich sind."

Herr Prechtl hat wohl kaum in langjähriger Forschung die Theorie wiederlegt, sondern er hält es einfach für nicht plausibel, ganz offensichtlich ohne auch nur Grundlagentexte zu lesen. Ich würde ihm das Original empfehlen, auf das er im Kapiteltitel referenziert: Charles Darwin, On the origin of species. Da hat man wenigstens den Spaß mitzuerleben, wie ein echter Forscher sich in unbekanntes Terrain vortastet.

Und das war nur ein Beispiel... es ist einfach unerträglich... sonst schreibe ich nur Rezensionen über Bücher, die ich vollständig gelesen habe, aber hier geht es einfach nicht...


Enttäuschend!      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
ICh habe dieses Buch geschenkt bekommen. Ich bin schlichtweg enttäuscht. Als studierte Soziologin und interessierte "Liebes-Theorien-Leserin" war das mit Abstand das schlechteste Buch das ich zu diesem Thema gelesen habe.
Fast alle populären Theorien die Precht darstellt waren mir aus erster Hand geläufig und meiner Meinung nach hat jede für sich wenigstens ein Fünckchen Wahrkeit inne.
Precht jedoch veröhnt all diese Theorien in einer unfassbar arroganten Art das ich oft kurz davor war das Buch einfach wegzulegen.
Besonders stört mich die unbedarfte Art mit der er eigene Meinungen aus dem Hut zaubert- ohne jeden Beweis. Für viele der von ihm verworfenen Theorien wurden Studien mit großen Zahl von untersuchten Fällen gemacht. Doch wo bleiben seine Versuche und Studien? Wo bleiben seine Argumente?

Ein Buch zum Thema Liebe das man getrost auf dem Bestseller- Tisch in der Buchhandlung liegen lassen darf!

Ein unordentliches Buch      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
In viel zu großen Teilen schlecht recherchiert, selbstgerecht, andere auf oft billige Art und Weise durch den Kakao ziehend.

Wohlklingende Gemeinplätze abseits großer Originalität      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Mit seinem Bummel durch Hirnforschung, Psychologie und Philosophie hat der Publizist Richard David Precht im letzten Jahr mit "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" das erfolgreichste Sachbuch geschrieben. Jetzt unternimmt er mit "Liebe - ein unordentliches Gefühl" einen Spaziergang durch die unterschiedlichsten Disziplinen der Wissenschaft, Psychologie, Neurologie und Evolution, um über biologische und kulturelle Grundlagen augenzwinkernd den Kern der menschlichen Liebebeziehungen zu erforschen. Es geht um das älteste Thema was den Menschen bewegt. Die Literatur ist voll von Liebeswirren, von Geschichten rund ums Scheitern und Gelingen von Liebesbeziehungen. Und so beschäftigt sich auch dieses Buch explizit mit dem Thema Liebe.

Das menschliche Gefühl, das wir Liebe nennen beleuchtet Precht auf bewährt kluge und anschauliche Weise. Es ist keine schwer zu deutende wissenschaftliche Abhandlung, sondern eher ein amüsant lehrreicher Streifzug durch den Parcours der Liebe. Das Thema Liebe ist gewaltig, umfasst so unendlich Vieles. In diesem Buch geht es vornehmlich um etwas ganz besonders Liebenswertes, nämlich die geschlechtliche Liebe zu einem Liebespartner, um den "Masterplan" von der Lust zur Liebe, der Schritt für Schritt von der Sexualität über die Verliebtheit zur Liebe führt.

Es sind viele Liebesratgeber geschrieben, denn in den letzten fünfzehn Jahren ist man daran gegangen das Wunder der Liebe wissenschaftlich zu erklären. Wir sind überflutet worden mit wissenschaftlichen und auch nicht wissenschaftlichen Büchern, in denen uns Gen- und Hirnforscher, Soziologen und Psychologen mehr oder weniger gesagt haben, dass Männer und Frauen nun eben einmal verschiedene genetische Codierungen haben. Männer verteilen ihren Samen überall, Frauen suchen sich ein wohlhabenden Mann und richten sich ihr häusliches Nest ein. So hat jeder sein Bündel zu tragen. Diese bisherigen Bücher über die den Unterschied zwischen Mann und Frau fokussieren, sind falsch, haben aber einen Vorteil sie sind Beziehungsratgeber und bewirken so dass da wo früher Zorn herrschte nun verzeihende Geduld eintritt.

Die Deutungsmacht dieser Theorie, dass Männer und Frauen ganz verschieden sind, hat eigentlich die Gesellschaft unterwandert und so hat sich Precht entschlossen hier etwas Gegenaufklärung zu betreiben. Wer nie geglaubt hat, was in diesen Ratgebern, in dieser scheinbar sehr erfolgreichen Serviceliteratur von der genetisch determinierten Unterschiedlichkeit der Geschlechter drin steht, der braucht eigentlich auch nicht die Gegenaufklärung, es sei denn er möchte dieses Buch mit mehr oder weniger wohlklingenden Gemeinplätzen lesen, wenn diese auch nicht originell ist.

Richard David Precht kommt daher und zieht widersprechend in luftig amüsanter Leichtigkeit all diese Thesen durch den Kakao, stellt resümierend fest, dass unordentliche Liebe letztlich auch so schön sein kann. Er untersucht lustvoll und spritzig ob Männer und Frauen tatsächlich auf Grund ihrer genetischen Ausstattung ein völlig anderes Liebesverhalten haben. Und je mehr er hinschaut, je mehr stellt er fest, dass das so alles nicht stimmt. Für ihn ist Liebe nur ein Begriff. Die ursprüngliche Liebe war die Mutterliebe, nach deren Fortsetzung sich der Mensch sehnt und dabei immer in einer komplizierten Welt der Erwartungen lebt, bei der die gefährlichste, die der romantischen Liebe ist, bei der leidenschaftlicher Sex, blauäugige Verliebtheit und fürsorgliche Nächstenliebe Hand in Hand gehe

In den Ratgeberbüchern taucht im Zusammenhang mit dem partnerschaftlichen Zusammenlaben auch immer wieder die Feststellung auf, dass Liebe in erster Linie ein Akt der Nächstenliebe sei. Der Autor verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass diese These hochgradig unsinnig ist, denn im Liebesverhalten sind die Partner wahnsinnig egoistisch. Denn die Frage ist doch auch, ob dieses selbstlose Ideal der Liebe wie es in diesen Büchern proklamiert wird, ob das wirklich im Leben erstrebenswert und lebenswert ist. Precht glaubt, dass Liebesbeziehungen, die ein solch weich gespültes Liebesverhalten an den Tag, überhaupt nicht glücklich machen, obwohl doch Interessanter Weise in der klassischen literarischen Liebesgeschichte die aufopfernde Liebe als Ideal angestrebt wird. Interessant, dass Precht behauptet, wenn der Leser das bessere Ende in der Liebesbeziehung anstrebt und es sogar schafft, dass es ihm dann furchtbar langweilig wird.

Wenn nichts schiefgehen kann, geht auch nichts gut. Die Liebe als größte unsere Sehnsüchte weiß das sehr gut: Sie ist das Unwahrscheinliche, das Besondere, das Zerbrechliche, das Bedrohte. Nimmt man all dies von ihr fort, so wird sie schnell langweilig.

Es gibt sicher viele Leute die nach diesem Buch greifen, wenn es bei den Ratgeberbüchern in der Buchhandlung einsortiert ist und die dann vielleicht lernen können auf höherem Niveau zu scheitern im sicheren Gefühl, dass die "unordentliche" Liebe auch schön sein kann, dabei haben sie viel über die Biologie unserer Gene und die Psychologie unserer Leidenschaft lesen können.



Ich will mein Geld zurück!      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Selten hat ein Buch mich so genervt wie dieses. Precht ist ohne Zweifel ein aehr gebildeter Mensch und unter Wissenschjaftsjournalisten auch mit Sicherheit einer der kompetenten. Das Problem ist leider, dass er in diesem Buch dauernd die Angwohnheit hat, einem Exhibitionisten gleich sein Wissen in aller Tiefe und Breite zu präsentieren. Zum einen nervt das unglaublich, weil man dauernd den Eindruck hat, dass er sich selbst auf die Schulter klopft und sich zu seiner Cleverness gratuliert. Zum anderen aber fehlt dem Buch dadurch auch jeglicher Fokus und man fragt sich immer wieder, wohin er argumentativ will. Diese intelektuelle Selbstzufriedenheit führt auch dazu, dass er sich seitenweise über Theorien auslässt, um dann zu erklären, dass sie eigentlich totaler Unsinn sind. Warum soll ci mich denn damit auseinandesetzen? Dazu kommt, dass er manchmal zur Schwammigkeit neigt. So grenzt er zwar die Begriffe Gefühl und Emotion voneinander ab, definiert aber nur die Emotion wirklich trennscharf. Das macht es dann schwierig, ihm zu folgen. Beim Punkt Sprache und Gefühle muss man einfach festhalten, dass er da nicht auf der Höhe der Zeit ist. zum einen fragt man sich, wie er da ohne Saussure auskommen kann (der noch nicht mal sehr aktuell ist) aber andererseits hat die Sprachwissenschaft sich seit dem von ihm zitierten Buch aus dem Jahre 1947 weiterentwickelt. Ich will mein Geld zurück!

Etwas schwerfällig      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Eigentlich genügt es die letzte CD anzuhören.
Kann auch sein, dass mir für diese wissenschaftliche Ebene der Zugang fehlt.
Interessant ist dieses Buch allemal. Vieleicht versuch ich mal die Print Version.

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