Der Baader-Meinhof-Komplex

Stefan Aust

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 111 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Der Baader Meinhof Komplex      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Diese Buch ist sicherlich der Klassiker unter allen Büchern, die sich mit dieser Episode der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigen und hat zurecht in der (Nach)Diskussion nach der Freilassung der letzten RAF-Häftlinge eine Renaissance erlebt, dem dieses Werk viele neue Freunde gebracht hat. Das Buch gibt eine ganze Fülle von bisher unbekannten Hintergrundinformationen, die zudem sehr gut dargestellt und beschrieben sind, so dass dieses Fachbuch eigentlich auch ein sehr spannendes und erhellendes Buch ist. Der Leser wird umfassend in die Geschichte und auch in den Zeitgeist jener Jahre zurückgeführt und lernt dabei viel Neues und die Geschichte der RAF auch in einen Zusammenhang mit der damaligen (west)deutschen Gesellschaft zu bringen. Löblich ist zudem, dass nicht a priori geurteilt wird, dass der Leser nicht das Gefühl gewinnt, auf der einen oder anderen Seite stehen zu müssen. Inhalte werden genau wiedergegeben, es handelt sich um eine zeithistorische Beschreibung, die fern ist von jeglicher Be- und Verurteilung, sondern ausreichend Informationen liefert, die es erlauben, sich sein eigenes Bild zu machen. Dennoch ist es auch nachvollziehbar, welche Faszination von der RAF gerade auf junge Menschen in jenen Jahren ausgeübt wurde. Dies dankt der Leser dem Umstand, dass Stefan Aust es hervorragend meistert, nicht nur Zeitgeschichte, sondern auch ein Gesellschaftsbild nachzuzeichnen. Dabei erschaudert es einen bisweilen, zumal wenn man sich an diese Tage zurück erinnert, in denen tagtäglich Neues über die RAF und den Terror berichtet wurde. Gerade für Zeitzeugen, die sich auf emotionaler Ebene noch an diese Jahre zurückerinnern und die nach all den Jahrzehnten einen umfassenden Rückblick gewinnen wollen, lohnt die Lektüre sehr- zumal sie nach ihrer Erstausgabe von 1986 nochmals überarbeitet wurde und auch neueste Entwicklungen nachzeichnet, die es v.a. nach dem Fall der Berliner Mauer gegeben hat. Ein Standardwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte, das in den Bücherschrank und zur Lektüre eines jeden gehören sollte, der sich intensiver mit zeitgenössischer Geschichte Deutschland auseinandersetzen möchte.

Überzeugend.      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Stefan Aust hat mit diesem Werk etwas geschafft, was kaum ein Sachbuchautor hinbekommt: Es liest sich flüssig, beinah wie ein Roman. Erster Pluspunkt.

Eine gut recherchierte Lektüre mit den wichtigsten Daten deutscher zeitgeschichte, die sich weitgehendst objektiv verhält. Sicher, man kann Herrn Aust gewisse Sympathien zur linken Szene nicht absprechen, was ihn aber in seiner Erzählweise eher sympathisch wirken lässt ohne RAF-Sympathisant gewesen sein zu müssen. Eine linke Gesinnung ist nicht gleich Untergrundterrorismus. Zweiter Pluspunkt.

Die Mitglieder (besonders die Führungselite) wird gut - jedoch nicht zu ausladend - beschrieben. Vor allem während der Exaktheit der wörtlichen Reden während des Stammheimer Prozesses bekommt man einen Einblick in einzelne Personen. Man meint die schiere Verzweilfung des Vorsitzenden zu spüren und die Provokationen der Angeklagten.
So macht man sich schnell ein (zugeben Leserbezogenes, subjektives) Bild von Baader, Meinhof, Ensslin, Raspe, Müller... ect... Dritter Pluspunkt.

Ein insgesamt gelungenes Buch, das zu Recht zu den Standardwerken über die "Rote Armee Fraktion" gezählt wird. Vierter Pluspunkt.

Ist heute alles schöner?      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe dieses Kapitel der ausgehenden 70er Jahrte miterlebt. Auch die Sicherheitshysterie der Behören, die ich seinerzeit mal persönlich erleben musste.
Das Buch hat sich mir als Spiegel dieser Ära deutscher Geschichte offenbahrt.
Es war lesbar -zugegebenermaßen- wie ein guter Krimi und hat mir bestätigt, dass meine damalige Einstellung zum Verhalten der RAF die richtige war.
Dieses Buch hat mir sogar geholfen, die politische Gegenwart in Deutschland mit objektiveren Augen zu sehen.
Gut, dass wir heute mit keiner RAF mehr konfrontiert werden, doch wehe es wäre anders.
Nicht wegen der möglichen Gefahr einer neuen RAF-Generation, sondern wegen des hiesigen Machtapparates, der dann mit Möglickeiten die mir jetzt schon die Haare zu Berge steigen lassen, agieren und reagieren würde.
Auch mit dieser Angst hat mich der Autor "zurückgelassen".

Das Standardwerk zum Terrorismus      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Aust liefert eine hervorragende Bestandsaufnahme der 70-ziger Jahre und des Terrorismus, der die damalige BRD erschuetterte. Voll mit Informationen und Details laesst Aust diese fuer sich sprechen, ohne seine Objektivitaet (wenn das ueberhaupt moeglich ist) zu verlieren. Er beleuchtet das Problem des Terrorismus von verschiedenen Seiten und beschreibt die Auswirkungen, die diese Vorgaenge auf die Entwicklung der BRD hatten. Seine Analyse ist praezise, seine Fakten sind sorgfaeltig recherchiert und die Schlussfolgerungen, die er daraus ableitet, sehr treffend. Die Rolle des Staates und seiner Massnahmen, dem Terrorismus Herr zu werden, werden einer kritischen Bestandausfnahme unterzogen.
Aust war und ist ein Insider der deutschen Terroristenszene. Seine Aufarbeitung der damaligen Zeit ist das beste derzeit verfuegbare Dokument. Ein Standardwerk hoechster journalistischer Arbeit, das sehr treffend die Stimmung der 70-ziger Jahre wiedergibt.

Detaillierte Darstellung      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Sehr detaillierte Darstellung von Entwicklung, Bestehen und Niedergang der RAF. Durch die Aufteilung der Kapitel in die verschiedenen Existenz-Phasen der RAF ist selektives Lesen möglich. In Kapitel 4 und 5 ist zu den meisten einzelnen Ereignissen im Inhaltsverzeichnis das genaue Datum angegeben. Inhaltlich wird sowohl die Seite der RAF-Mitglieder als auch die der Justiz nachvollziehbar dargestellt. Die Fotos lassen die Geschichte greifbarer werden.

Baader Meinhof Komplex      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wie schon die Vorgänger Ausgaben ist dieses Buch super. Diesmal mit Bildern und noch mehr Info`s. Ich kann jedem den dieses Thema Intressiert nur dazu raten dieses Buch zu kaufen.

Eine Aufarbeitung im Romanstil      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein fesselndes Buch über einen Teil der deutschen Geschichte, der im Schulunterricht nicht existiert. Empfehlenswert ür die Generation ab 1980.

Ein detaillierter Einblick in das Innere der RAF      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Stefan Austs Porträt der RAF gilt als Standardwerk auf diesem Gebiet - und schon nach einem Bruchteil des Buches wird klar, dass dieses Urteil nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Aus einer Vielzahl von Quellen konstruiert Aust ein Bild der führenden Köpfe der «Roten Armee Fraktion», beschreibt deren persönlichen Hintergrund, den Weg in die politische Radikalisierung und schließlich das Abtauchen im Untergrund, das seine Fortführung im Kampf gegen den vermeintlich imperialistischen Staat fand.

Auf über 800 Seiten entsteht aus zahlreichen Einzelbildern und Impressionen, von Zeitzeugen geschilderten Szenen, Akten, Protokollen, Meinungen ein Psychogramm der zentralen Figuren. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf der ersten Generation um Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof, nach dem «Deutschen Herbst» folgt nur noch eine knappe Übersicht über die Mordanschläge der dritten Generation und schließlich die Selbstauflösung.
Aust gelingt es, als Autor in den Hintergrund zu treten und die verschiedenen Quellen größtenteils für sich sprechen zu lassen (natürlich kann Aust durch die Auswahl der Quellen Einfluss auf die Wirkung nehmen) - dabei wirkt das Ergebnis aber sehr flüssig und vor allem spannend. Aus vielen kleinen Informationsfetzen entsteht eine Collage, die einen Überblick geben soll. Im Einzelfall ist Aust dabei aber überaus präzise und stellt Vorgänge bis ins letzte Detail dar.

Die Schwachstellen des Buches sind überschaubar: Teilweise verlässt sich Aust auf Zeugen, deren Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen ist (so ist zur Zeit des «Deutschen Herbstes» Peter-Jürgen Boock eine der Hauptquellen für die Vorgänge innerhalb der zweiten Generation der RAF, dessen unbedingte Glaubwürdigkeit wird aber von diversen Stellen bezweifelt). Teilweise ist Austs Detailverliebtheit nervig, wenn er während des Stammheim-Prozesses ausufernd utopische Anträge der Verteidigung und Zwischenrufe der Angeklagten rekonstruiert, wenn also eine fatale Mischung aus Juristendeutsch und RAF-Sprech entsteht. Teilweise hätte man sich gewünscht, mehr über die zweite und die dritte Generation zu erfahren, ebenso Verbindungspunkte zu anderen terroristischen Organisationen wie den «Revolutionären Zellen» (die zwar mehrmals erwähnt, aber nie strukturiert abgehandelt werden).
Das kann den Gesamteindruck jedoch nur minimal trüben. Lesbar und interessant über die RAF zu informieren ist der große Verdienst Stefan Austs.

Das andere deutsche Geschichtsbuch      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich hatte den Baader-Meinhof-Komplex schon mal vor sehr langer Zeit gelesen. Ich fand das Buch schon damals fesselnd. Dies hat sich mit der vollständig aktualisierten Version mit zusätzlichen Bildern nur bestätigt. Der Film, den ich zwischendurch sah, kommt hier nicht annähernd ran. Irgendwie war das eine spannende Zeit der deutschen Geschichte. Wie man gerade aus der "Behörde der Bundesbeauftragten für Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit" oder kurz "Birthler-Behörde" hört, ist das Buch aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Was steckt wirklich hinter der Geschichte des Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras? Oder ist was dran an der Theorie von Marek Dutschke, dass auch Josef Bachmann, der das Attentat auf seinen Vater ausführte, eventuell mit der Stasi in Verbindung zu bringen ist? Selbst im Buch stehen Ungereimtheiten. Zwar glaube ich, dass Baader Selbstmord begangen hat, aber warum gibt es hier so widersprüchliche Analyseergebnisse? Warum will die Politik fast 32 Jahre nach dem Freitod der Stammheimer Häftlinge bestimmte Akten nicht frei geben? Hat da jemand Dreck am Stecken? Man ist geneigt ja zu sagen. Das die Gefangenen abgehört wurden steht für mich eigentlich außer Frage (auch wenn es im Augenblick keinen Beweis gibt). Nicht umsonst gibt es auch heute T-Shirts mit dem Konterfei von Politikern des Schlages Wolfgang Schäuble zu kaufen, die mit Stasi 2.0 beschriftet sind. Politiker mögen nun mal ganz gerne die totale Überwachung, ihrer in ihren Augen unmündigen Bürger. Natürlich nur zur eigenen Sicherheit und wer nichts getan hat, dem kann Überwachung auch egal sein. Und das war mit Sicherheit vor 30 Jahren nicht anders. Schon witzig zu lesen, dass ein Otto Schily damals RAF Mitglieder verteidigte. Später war er ein Befürworter der harten Hand des Staates. Oder Horst Mahler, früher RAF Mitglied, heute Rechtsextremist und Antisemit. Festzuhalten ist, die RAF ging den falschen Weg. Doch immer sollte auch Horst Herold Aussage zur RAF im Hinterkopf sein: "Eine Frage ist, ob der Terrorismus in seinen Erscheinungsformen in Deutschland, wie aber auch in der ganzen Welt, ein Produkt der Hirne der Täter ist [...] Oder ob der Terrorismus eine Widerspiegelung gewisser gesellschaftlicher Situationen der westlichen Welt ist, dass der Terrorismus gewissermaßen die Probleme reflektiert, die objektiv bestehen." Und Herold kämpfte schließlich auf der Seite des Staates!

Baader Meinhof Komplex      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch ist spannend und es fällt einem schwer es wieder aus der Hand zulegen. Gleichzeitig ist es erschreckend, was die RAF alles ausgelöst hat, man muss sich des öfteren vor Augen halten, dass dieses Buch keine fiktive Geschichte ist, sondern der Realität dieser Zeit entspricht. Fazit: Toll geschrieben und höchst interessant.

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