Schwarze Sonne. Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik

Rüdiger Sünner

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Mutiger Einstieg in ein dunkles deutsches Kapitel      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Die Kritik an der Arbeit von Rüdiger Sünner kann ich, ehrlich gesagt, nur teilweise nachvollziehen. Ich bin ebenfalls im Rahmen einer Recherche auf das Material gestossen und war sofort fasziniert. Immerhin liefert das Buch eine bahnbrechende Erkenntnis. Nicht nur die Köpfe des NS-Regims waren der Mischung aus wirren Tagträumereien und verwaschenen Legenden erlegen, nein, ein ganzes Volk hat sich in díesen schwarzen Strudel aus okkultem Popanz hineinsaugen und elektrifizieren lassen. Bei aller Verwaschenheit in den Details muss man Rüdiger Sünner zugestehen, dass ein Einzelner nicht im Handstreich nachholen kann, was aus kleinlauter Schuldigkeit jahrzehntelang wissenschaftlich einfach liegengeblieben ist, nämlich die fachkundige Erforschung der riesigen Projektionsfläche der deutschen Identität. Wer sich auch noch die DVD gleichen Titels anschaut, wird erschüttert sein über die verworrenen Statements langhaariger und offensichtlich bekiffter New-Age Karnevalisten, die sich jedes Jahr zur Sommensonnenwende treffen, um Gitarre zu spielen und Kerzen anzuzünden. Ich habe das Buch benutzt, um mich mir die Frage zu stellen, ob wir jemals wieder einer mit Rassenhass verbrämten okkulten Bewegung erliegen könnten, wenn die politischen Verhältnisse nur chaotisch genug und eine Bedrohung durch innere Feinde glaubhaft darstellbar wären und bin in Diskussionen mit vielen Menschen zu der Erkenntnis gelangt, dass nur ein charismatischer Anführer fehlt, um zu ähnlichen Ergebnissen zu gelangen, wie im dritten Reich. Von daher gebührt dem Autor Lob ein derart unappetitliches Thema so sachlich aufgeriffen zu haben. Respekt für die Arbeit, die er sich gemacht hat. Nun sind Alle gefordert, hier weiterzuforschen und ich hoffe, diese Arbeit wird manchen ermutigen im Schlamm der Geschichte oder im Schlamm seiner eigenen verführbaren Seele zu wühlen.

Schwarze Sonne      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Einfach gruselig zu lesen. Langadmig und nichtssagend geschrieben mit wenig wissenswertem, vor allem wenn man das Pech hat bereits über etwas Vorkenntnis zu diesem Thema hat. Sollte jemand ein wirklich gutes Buch zu diesem Thema suchen so empfehle ich Ihm/Ihr das Buch "Hitlers Religion" von Michael Hesemann, wirklich gut zusammengfasst und mit viel Hintergrundinfos.

Pflichteinstieg mit Hinweis auf weiterführende Literatur      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Sünner hat mit diesem Buch definitiv ein sehr wichtiges Werk geschrieben. Ich stimme den andereren Kritikern darin zu, dass er an der Oberfläche kratzt und teilweise eher Beispiele ausführt, als komplette Themenbereiche abzudecken. Darin liegt aber genau die positive Eigenschaft des Buches, es ist zugänglich und verliert sich nicht in ellenlanger Fachsimpelei!

Besonders wichtig erscheint mir die Tatsache, dass Sünner kaum wertend schreibt. Er gibt dem Leser die Möglichkeit sich seine eigene Meinung über die mythologischen Quellen der Nazis zu bilden und versucht dabei den Scharfsinn für die ständige Gratwanderung zwischen erwünschter Sinnstiftung und gefährlicher Kriegsideologie zu schärfen. Und es ist für den "normalen" deutschen Bürger im 21. Jahrtausend nicht leicht, solche Literatur zu beziehen. Sämtliche populären Medien greifen die Thematik 100% negativ auf und selbst die Masse an Neonazis selber scheint wenig Ahnung von den wahren Hintergründen zu haben.

Ich halte den Hinweis direkt die Werke von List etc... zu lesen für falsch, denn um dazu fähig zu sein muss zunächst die Fähigkeit besitzen zwischen geschichtlichen Fakten und ideologischer Dichtung zu unterscheiden. Und ich denke, das Werk von Sünner hilft dabei, diese Fähigkeit zu schulen.

Mit seinen Unmassen von Quellenangaben läd er auch dazu ein, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. An keiner Stelle erhebt er den Anspruch, sie allumfassend behandelt zu haben.


Zuletzt noch ein Wort an die Pagan- und Blackmetalszene, in der ich selber zu Hause bin. Im Vergleich zu der Ideologie, die in manchen rechtsextremen Bänkelsängern verarbeitet wird, sind Menhir tatsächlich nur ein kleiner Fisch. Einige Männer, die sich verkleiden und Rockmusik machen. So zumindest die Wirkung auf den "normalen" Bürger. Selbst Graveland und Absurd dürften keinen vergleichbaren Stellenwert haben in der Liste der "gefährlichen, rechtsextremen" Musikgruppen, das resultiert nur aus der total albernen und überzogenen Diskussion innerhalb der Szene, die auf Grund von Provokation und mangelnder Bildung entstand.

Und das ist es, was mir an Sünners Buch so gut gefällt! Es fordert eben dazu auf, die Rechtsextreme nicht zu verteufeln sondern die Hintergründe besser zu verstehen. Wenn mehr Leute dieses Buch lesen würden und vor allem danach weiterdenken, dann könnte vielleicht ein Schritt geschafft werden, diese furchtbare Polarisierung und Tabuisierung abzuschaffen, die bei der Thematik "Nazideutschland" vorherrscht.

Populärwissenschaftlicher Einstieg      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Sünner hätte sein 10. und letztes Kapitel im Internet veröffentlichen und die restlichen 9 Kapitel in der Schublade lassen sollen.
Es ist zwar ein Einstieg, der einem wichtige Größen der Ariosophie nahebringt, aber dies geschieht auf populärwissenschaftliche Art und Weise.
Zudem ist das Buch nicht besonders gut strukturiert, die Titel der Unterkapitel sind kaum aussagekräftig, auch finden sich langatmige Passagen mit Wiederholungen. Seitenlang werden Einzelgeschichten verfolgt anstatt allgemeine Fakten festzuhalten. Das Standardwerk "Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" bleibt unübertroffen.

Im 10. Kapitel fasst Sünner dann sein Buch zusammen und gibt aber auch interessante Denkansätze und persönliche Meinungen zum besten (z.B. zur Tiefgründigkeit und Notwendigkeit von Loki), denen ich nur zustimmen kann, was aber für das restliche Buch leider nicht gilt.

Hinter der ganzen Nazi-Ideologie versucht sich Sünner in dem Buch auch an dem Thema des "Politischen Mythos". Doch auch dazu existiert bereits ein unübertroffenes Standardwerk: "Siegfrieden" von Herfried Münkler, welches kurz und knackig auf brilliante Art am Beispiel des Nibelungenliedes den Zusammenhang von Politik und Mythos speziell im modernen Deutschland vor 1945 herausarbeitet. Leider hat Sünner dieses Buch im Gegensatz zu dem oben genannten Standardwerk noch nicht einmal gelesen.

Schließlich gebe ich 2 Punkte für den brauchbaren Einstieg und einen für das 10. Kapitel. Als Pagan Metaler muss ich aber einen Punkt für folgenden Satz wieder abziehen: "Harmlos-naiv und weder künstlerisch noch ideologisch von besonderer Bedeutung sind Rockgruppen wie 'Menhir' oder 'Einherier', die in ihren Texten und CD-Layouts mit neuheidnischen Elementen spielen, von 'Sonnenwende', und 'Schwertzeit' singen und sich zuweilen auch mit Bärenfell und Methorn ablichten lassen."
Das mag auf Bathory und Menhirs Anfangsjahre zutreffen, doch mittlerweile kennen Menhir gewiss mehr als nur "Conan, der Barbar".
Die Frage ist nur, ob Sünner es nicht aufgefallen ist oder es ihn nicht weiter erregt, dass Menhir gerne das Sonnenrad verwenden...

Naja... Für den Anfang nicht schlecht      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wenn man sich noch nie mit Themen wie Ariosophie, germanischen Mythen im Nationalsozialismus oder moderner rechter Esoterik beschäftigt hat, mag dieses Buch ein netter Einstieg sein. Man muss auch anerkennen, dass Sünner mit diesem Buch eine populärwissenschaftliche Pionierleistung vollbracht hat, denn für die breiten Massen ist über dieses Thema bisher wenig bis fast gar nichts publiziert worden.

Aber man muss trotzdem sagen: Sünner arbeitet manchmal sehr unwissenschaftlich, oberflächlich und setzt viel auf Effekthascherei, die an manchen Stellen sehr an Guido Knopp erinnert und mit wissenschaftlicher Objektivität wenig zu tun hat. Zwar bringt Sünner viele Bewertungen über die ergründeten Tatsachen, doch bleiben diese oft nur an der Oberfläche und können aufgrund der fehlenden Tiefe der Betrachtungen schlecht nachvollzogen werden. Besonders die Passagen über Guido von List und Lanz von Liebenfels fallen mir viel zu sperrlich aus, hatte doch bei ihnen die germanische Mythologie einen viel größeren Stellenwert, als sie später bei den Nazis überhaupt bekommen wird. Auch im zweiten Teil des Buches wird Sünner oft ungenau. Besonders beim Thema Musik, im Speziellen beim Black Metal, merkt man ihm an, dass ihm die Szenekenntniss fehlt. Oft kann sich der erfahrene Leser deshalb ein Lachen nicht verkneifen. Hier hätte ich mir eine bessere Recherche gewünscht, zu der Sünner auf jeden Fall fähig gewesen wäre.

All jenen, die sich mit der Thematik tiefer beschäftigen wollen, empfehle ich, Goodrick-Clarke zu lesen - oder am besten sich mit der Primärliteratur zu befassen, denn die lässt sich heute auch noch ohne Weiteres beziehen (leider nur aus eher fragwürdigen Kreisen). Außerdem sei all jenen, die mit dem Buch "Schwarze Sonne" nicht zufrieden sind, die zugehörige DVD empfohlen, die alles in allem einen wesentlich besseren Eindruck macht, da sie weniger zu werten versucht, sondern sich mehr auf die Darstellung der Fakten beschränkt. Schön sind dabei auch die vielfältigen Bild- und Filmmaterialien, die Sünner gekonnt einsetzt. Er hätte wohl lieber bei Filmemachen bleiben sollen...


"Black Metal", die Nazis und die Germanen      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
An dieses Buch geriet ich bei Recherchen zum Hintergrund einiger so genannter "Black Metal-Bands". Auch wenn es (nach der Leseprobe auf der Website des Autors) meine Erwartungen nicht ganz erfüllte, halte ich es insgesamt für sehr aufschlussreich und wichtig zum Verständnis der positiven wie negativen Euphorie gegenüber der Mythologie altgermanischer Kultur. Im ersten Teil des Buches beschreibt der Autor plausibel und anhand zahlreicher Quellen das Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aufkeimende Neuheidentum. Mit der Urbanisierung und zunehmenden Technisierung des alltäglichen Lebens wuchs die Sehnsucht nach einer "Ur-Familie", die Rückbesinnung auf gemeinsame kulturelle Wurzeln und die Verbundenheit mit der Natur. Zahlreiche Wissenschaftler, vor allem Historiker, beschäftigten sich wieder mit dem alten germanischen Sagengut. Angesichts des politischen wie wirtschaftlichen Chaos zu der Zeit suchte man in den Überlieferungen wieder Halt und klare Verhältnisse. Das führte dazu, dass jene Mythen zunehmend verklärt interpretiert und auf Dualismen wie gut - böse, Arier - Nicht-Arier reduziert wurden. Darum herum rankten sich zahlreiche, teilweise absurde pseudo-historische Interpretationen, wie z.B. der Arier-Mythos. Die Arier seien die wahre Gottheit, die vor 14.000 Jahren in der antarktischen Stadt Atlantis lebten und sich auf der Flucht vor der Eiszeit und dem Untergang der Stadt quer über den Globus verteilten und alle Kontinente besiedelten. Dort trafen sie auf niedere Rassen. Das sei der Untergang der arischen Göttermenschen gewesen, weil sie sich mit diesen vermischten. Nun gelte es zur Rettung der Welt wieder eine Reinheit der Rasse zu erreichen. So oder ähnlich abstrus lauteten die Theorien Anfang des 20. Jahrhunderts. In diese verbrämten Ideologien wuchsen die späteren NS-Führer hinein, griffen sie auf und setzten sie auf grausame Weise um. Das hatte natürlich mit der tatsächlichen, vielschichtigen Bedeutung der alten mythischen Symbole nichts mehr zu tun.

Zur Relativierung und Erklärung geht Sünner im letzten Kapitel des Buches dann noch einmal am Beispiel des Siegfrid-Mythos' und der Sage um den germanischen Gott Baldur im Detail auf diese mythologischen Hintergründe ein und arbeitet deren symbolische Vielfalt heraus.

Die mythologischen Verklärungen im "Dritten Reich" als einer der Hauptmotoren und Hintergründe für die Radikalität der faschistischen Nazi-Ideologien wurden bei den Nürnberger Prozessen völlig ausgeklammert:

"Die Hauptvollstrecker des 'arischen Mythos' entzogen sich der Verantwortung durch Flucht oder Selbstmord, und die Prozesse der Alliierten verzichteten weitgehend auf eine Analyse des 'spirituellen' Hintergrundes der NS-Ideologie. Sie konzentrierten sich auf die Untersuchung von Opferzahlen und Praktiken des Massenmordes. Airey Neave, einer der englischen Ankläger in Nürnberg, begründete einmal, warum man dort die mythologischen Hintergründe des 'Dritten Reiches' bewusst ausgeklammert hatte: 'Wenn wir die harte Evidenz solcher Dinge im Gerichtssaal vorgebracht hätten, wäre dies von der Verteidigung unzweifelhaft benutzt worden, um ihre Klienten als geisteskrank hinzustellen. Die Kriegsverbrecher wären aufgrund von verminderter Zurechnungsfähigkeit entlastet worden.'"
(Seite 142)

Im zweiten Teil des Buches beschäftigt sich der Autor mit den neuheidnischen Bewegungen in der zeitgenössischen Literatur, Kunst und Musik. Er zeigt dabei auf, dass die nationalsozialistischen Interpretationen der germanischen Mythologie noch immer als Keimzelle für rechtsradikale Bewegungen und faschistische Kulte dienen. Dazu gehören auch die Ufo-Verschwörungstheorien und die in Deutschland verbotenen antisemitischen Veröffentlichungen eines Jan van Helsing sowie einige Gruppen aus der Black Metal-Szene (insoweit nichts Neues). Allerdings zeigt er auch anhand von Beispielen aus der neueren skandinavischen Lyrik, dass es durchaus differenzierte und seriöse Künstler gibt, die sich mit dem altnordischen/altgermanischen Kulturgut auseinandersetzen und versuchen, dieses kulturelle Erbe in zeitgenössische Weltanschauungen zu integrieren. Den Mangel an Differenzierung gegenüber den Mythen sieht er in deren völliger Tabuisierung begründet:

"Man muss etwas wissen über Germanen, Hakenkreuzsymbolik, Runen, Kultstätten und Mythen, wenn man diesen neuen 'Propheten' mit mehr als nur moralischer Empörung gegenübertreten will. Der Schulunterricht klammert diese Themen aus, und man hat den Eindruck, dass sich Pädagogen oder Erzieher auch nicht näher damit befassen wollen. In ihrem Hang, all dies eher zu verdrängen, oder mit 'politisch korrekter' Ächtung zu überziehen, befördern sie sogar noch die Abwanderung der entsprechenden Themen in unkontrollierbare Dunkelzonen, wo sie von charismatischen Ideologen und Künstlern mit neuer Faszinationskraft aufgeladen werden. Denn vor allem viele Jugendliche sind in ihrer Suche nach glühenden Bildern und Idealen besonders empfänglich für alles Ausgegrenzte und suchen sich mit untrüglichem Instinkt gerade das heraus, was die Gesellschaft verurteilt."
(Seiten 200/201)

Wie er betont, sei der Kult des Heroischen und die Erotisierung des Krieges keinesfalls allein ein Ergebnis faschistischer Verklärung:

"Man entrüstet sich über das 'Kokettieren mit faschistischen Images', aber kein Wort der Kritik fällt zum Kult des Heroischen und der Erotisierung des Krieges, wie sie in Kinofilmen, Fantasyheften, Computerspielen und Videos
gang und gebe sind (...)."
(Seite 189)

"Unsere heimliche voyeuristische Lust an den allabendlichen 'Fernsehkriegen' wird genauso ausgeklammert wie die Begeisterung für gestählte Kino-'Terminatoren', die mit patriotischer Gesinnung 'westliche Werte' gegen 'Dunkelmänner' verteidigen. Wenn jemand von 'Schwarzer Sonne' oder vom 'Sturmgott' Wotan singt, wittert man schnell und ohne jede Differenzierung nazistisches Gedankengut, während sich niemand darüber aufregt, wie raffiniert gerade US-Regisseure in Filmen wie 'Top Gun' oder 'Independence Day' Vaterlandsliebe, Heldenverehrung und die Erotik von Kriegsmaschinen in Szene setzen. Spielen einige 'Riefenstahl'-Musiker mit Wagnerklängen, stehen sie im Verdacht 'faschistischer Ästhetisierung', aber wenn die Piloten in Coppolas 'Apocalypse Now' zur gleichen Musik vietnamesische Dörfer zerbomben, gilt das als 'Kultereignis' eines genialen Regisseurs, dessen tiefe Faszination für diese Dinge gerne übersehen wird."
(Seiten 189/190)

Sünners Plädoyer für eine differenzierte Beschäftigung mit dem Kulturgut altgermanischer Mythologie und gegen eine Tabuisierung von deren Symbolen - gerade auch im Bereich von Erziehung und Unterricht - ist deutlich zum Ausdruck gebracht. Nur wer sachlich und vielschichtig informiert sei könne kritisch bei den neueren Heidenkulten die Spreu vom Weizen trennen. So lässt er abschließend den zeitgenössischen, 1950 in der ehemaligen DDR geborenen Dichter Rudolf Schilling zu Wort kommen:

"Wir erweisen Adolf Hitler zuviel Ehre ..., wenn wir ihn zum Universalerben und Allein-Eigentümer des deutschen Mythos' ... erklären. Der Adler, die Schlange, der Gral, Wotans Speer und Siegfrieds Schwert, die Queste und der Echsen-Stein kommen von weit her und bleiben fruchtbar für künftige Zeiten, fruchtbar vor allem für den Gesang."
(Seite 211)

Fazit: Durchaus lesenswert - sollte aber im zeitgenössischen Part konkreter werden (vielleicht in der nächsten Auflage?).


Animiert zum Weiterlesen!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe das Buch oin kürzester Zeit durchgelesen und fand es spannend wie einen Krimi. Es gibt gute Einblicke in die Ideologie des Rechtsextremismus und des Okkultismus. Verbindungen von Namen und Organisationen werden hergestellt und es animiert den Leser sich noch weiter in diese Thematik einzulesen. Empfehlenswert!

Gute Pflichtlektüre.      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe den Dokumentarfilm von Sünner letztes Jahr gesehen und daraufhin das Buch gekauft. Das Buch beleuchtet die pseudoreligiösen/ -okkultistischen Wurzeln des Nationalsozialismus, wobei dieses in Nicholas Goodrick-Clarkes Standardwerk 'The Occult Roots of Nazism' besser gelingt. Interessant ist besonders der zweite Teil , indem die derzeitige Situation beleuchtet wird. Dem Leser wird ein Eindruck über die 'ariozentrischen' Weltbilder von Organisationen wie der 'Artgemeinschaft' vermittelt, wiederum differenziert es allerdings zwischen Heiden ohne solche (aus Sicht der genetischen Etymologie unsinnigen) Weltbildern. Wichtig ist auch die Beleuchtung der Musikszene. Hier wird die augenblickliche Lage der Dinge eher durch eine sachlich-normative Vorgehensweise in Augenschein genommen, im Vergleich zu den doch teils polemischen Ausführungen des DISS/ Alfred Schobert. Letztenendes plädiert das Buch für eine Enttabuisierung germanischer Traditionen und unterscheidet zwischen einem noch nicht (wieder)entdecktem, offenem Deutschland und dem Dritten Reich, welches leider immer noch in vielen Köpfen fortexistiert.

Interessant, aber wissenschaftlich anspruchslos      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Buch bietet genau das, was im Untertitel versprochen wird: Einen Einblick in die meist geistlose und immer unwissenschaftliche Verstrickung der Nazis in germanische kultische Vorstellungen. Es liest sich flüssig, bleibt aber häufig an der Oberfläche. Wer eine sachlich-wissenschaftliche von jeder Ideologie freie Darstellung der behandelten germanischen Kulte und Mythen erwartet, um sich anschließend selbst ein Bild davon machen zu können, was in der nazistischen Ideologie daraus gemacht wurde, wird enttäuscht.

Ein zzum Teil gut gelungenes Buch      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
In diesem Buch beschreibt Rüdiger Sünner den okkulten Hintergrund des dritten Reiches und die Verbindung diverser zeitgenössischer Musikstile mit der rechten Szene. Im ersten Teil werden die Autoren vorgestellt, die die Spitze des dritten Reiches beeinflußt haben soll, ihre Bücher und Abschnitte ihres Lebenslaufs. Vorgestellt werden auch im dritten Reich praktizierte Rituale und geplante Bauvorhaben. Im zweiten Teil gibt er Beispiele für neues Heidentum im Industrial/Neo Folk, Folk und Metal. Obwohl die behandelten Persönlichkeiten alle noch leben, hat er mit keiner selbst gesprochen, sondern immer nur Ausschnitte aus Interviews verwendet. Besonders seine Behandlung der Metalszene ist geradezu lächerlich geraten, hier scheint er nur nach CD-Covern gegangen zu sein. Trotzdem gelingt dem Autor ein einigermaßen objektiver Überblick, und der erste Teil des Buches ist lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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