In der Mitte des Lebens
Margot Käßmann
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Schade 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch hat mich letztlich enttäuscht.
Käßmann ist mir durch ihr Auftreten sympathisch, ihre aufrechte Haltung gefällt mir und jetzt nach dem Rücktritt empfinde ich sie nochmals als integer.
Doch dieses Buch, auf das ich gespannt war und das ich in der letzten Woche geschenkt bekam ,ich es in die Hand nahm, mit dem Gefühl "jetzt erst recht, alle für Käßmann!"- also mit jeder Menge good will- dieses Buch ließ mich relativ unberührt.
Ich war erstaunt über den mageren Inhalt, über die Gemeinplätze und die starke Benennung der Bibelstellen. Die Zitate anderer Autoren wirkten wie ewig woanders schon gelesen. Ich habe irgendwann das Buch nur noch quer gelesen, mit dem Unbehagen meine Zeit zu vergeuden.
Sorry, Margot Käßmann, eine tolle Frau sind Sie trotzdem.
Solche Frauen braucht unsere Kirche 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch liest sich sehr eingängig, fast spannend wie ein Roman. Habe alle Bücher von Frau Käßmann verschlungen. Habe selbst als Pfarrerin in einer anderen Landeskirche fast 4 Jahrzehnte gearbeitet und selten ein Buch gelesen, das, wie dieses, mit jedem Wort ins Schwarze trifft. Frau Käßmann spricht mir aus dem Herzen. Hätten wir mehr Menschen wie sie in der Kirche, die nicht um den heißen Brei herum reden, sondern sich dazu bekennen, selbst auch "nur" Mensch zu sein, wären unsere Kirchen wohl wieder voller!
Ich hoffe auf mehr Bücher von ihr.
Älter werden mit Zuversicht und Gelassenheit 5 von 5.00 Punkten
Verfasser "50 - und definitiv zu alt für faule Kompromisse. Die Frage ist: Was war bis hierher? Und: Was habe ich noch vor?" so heißt es auf der Verlagsseite zu diesem Buch. Margot Käßmann war seit 1999 Landesbischöfin, erkrankte 2006 an Krebs, ließ sich nach 26-jähriger Ehe scheiden. Sie hat vier Töchter, und ihre Karriere wurde gekrönt von der Übernahme des Ratsvorsitzes der Evangelischen Kirche im Oktober 2009. Sie hat viele Höhen und Tiefen erlebt und bewältigt. Gestern trat sie von allen Kirchenämtern zurück, nachdem sie alkoholisiert Auto gefahren und beim Überfahren einer roten Ampel erwischt worden war.
Margot Käßmann blickt in ihrem Buch mit Gelassenheit und Leidenschaft auf ihr bisheriges Leben, sie schildert die harte und ebenso schöne Wirklichkeit. Sie nimmt zu allen Themen Stellung, die sich in der Mitte des Lebens als relevant erweisen: Jugendlichkeit und Älterwerden, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Schönheit und Scheitern, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen, Routine und Veränderung.
Insbesondere das Kapitel über ihre Erkrankung wirkt sehr authentisch. Es ist persönlich geschrieben und spricht den Leser unmittelbar an. Sie schreibt:
"Ich selbst habe Glück empfunden nach der Krebserkrankung. Dieses Gefühl: Ich bin noch am Leben! Die Dankbarkeit, bewahrt worden zu sein, die war groß."
Und weiter:
"Heute habe ich die Balance wiedergefunden. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber ich könnte heute wieder von mir sagen, dass ich glücklich bin. Auch das ist eine Erfahrung in der Mitte des Lebens: Du gehst durch tiefe Täler, aber du musst nicht unten bleiben, sondern du findest wieder einen Hügel, von dem aus du einen freien Blick über das Land hast."
Hier beschreibt sie ihre Lebensphilosophie, die ihr auch in der augenblicklichen Krise helfen wird, bald wieder glücklich zu leben. Sie vermittelt Zuversicht und die Gewissheit, dass es jenseits der 50 für jeden möglich ist, ein selbst bestimmtes Leben voller Sinn und Glück zu führen. Ihre Lebenskunst basiert auf einem tiefen Glauben, der auch gestern in ihrer Rücktrittserklärung wieder deutlich wurde. Dort schloss sie mit den Worten:
"Zuallerletzt: Ich weiß aus vorangegangenen Krisen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand, und für diese Glaubensüberzeugung bin ich auch heute dankbar."
Das Buch gibt seinen Lesern, ganz besonders den Leserinnen in der zweiten Lebenshälfte viel Inspiration für ein gutes und glückliches Leben. Es vermittelt die Botschaft, dass man voller Kraft und Zuversicht älter werden kann, wenn man den Mut hat, sein Leben ohne faule Kompromisse, mit Rückgrat und Achtung vor sich selbst zu führen.
Mit Gelassenheit und der Kraft des Glaubens 5 von 5.00 Punkten
Verfasser
Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, greift in ihrem Buch Themen auf, die sich mitten im Leben stellen: Jugendlichkeit und Älterwerden, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen u.v.m. Dabei orientiert sie sich am christlichen Glauben, der ihr Halt gibt.
Für Frauen in der sogenannten Mitte des Lebens gibt es jede Menge Ratgeber und schlaue
Anweisungen für die zweite Lebenshälfte.
Das Buch von Margot Käßmann macht Lust auf die zweite Lebenshälfte weil es sehr behutsam und liebevoll die Vergangenheit betrachtet und die Gegenwart mit großer Lebenslust erfüllt. Sehr kluge Gedanken einer sehr klugen und genau mit diesen Umbrüchen befassten Frau.
Dazu Bibelstellen , die einen sehr erstaunen. Ich habe mein Leben lang in der Bibel gelesen aber das die Themen Wechseljahre, Scheidentrockenheit und Generationskonflikt sind mir bislang nicht wirklich aufgefallen.
Unabhängig von der eigenen Konfession macht dieses Buch Lust auf ein neues Leben, nach Kindererziehung möglichem Wegfall einer Partnerschaft und Veränderung im Berufsleben.
Ich habe es verschlungen und werde noch oft darin lesen
Bewegend und Mut machend 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Eigentlich hab ich gar nicht so viel von diesem Buch erwartet, wie ich gefunden habe...Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, das einen zum Nachdenken bringt und bereichert. Begeistert hat mich, wie offen und persönlich Frau Käßmann schreibt, das habe ich nicht erwartet! Man spürt einfach, dass das was sie schreibt erlebt und erlitten ist - also nicht bloße Theorie sondern das wirkliche Leben. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der bereit ist über sich selbst und sein Leben nachzudenken - ich bin sehr bereichert worden und werde das Buch sicher noch oft verschenken...
Interessantes Buch 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch spricht mir aus der Seele. Ich habe es nach dem ersten schnellen Durchlesen gleich ein zweites Mal vorgenommen, um über die einzelnen Kapitel intensiver nachzudenken. Empfehlenswert für Frauen in der Lebensmitte.
aus christlicher Sicht? 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Als 50-jährige habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und eine ebenso große Übereinstimmung mit den dargestellten Situationen, Problemen und Meinungen gefunden.
Mein besonderes Interesse galt jedoch der Tatsache, dass die Autorin als Bischöfin aus christlicher Sicht schreibt.
Hier habe ich mich an einem Punkt doch wundern müssen: In der Bibel gilt die Ehe als ein lebenslanges Bündnis vor Gott, Ehebruch als schwere Sünde. Diesbezüglich finden sich bei Kaesmann keine Zitate. Dagegen setzt sie als Werte die anhaltende Lebensfreude, das Glück, eine neue Liebe finden zu können. Das damit verbundene Leiden, das bei dem verlassenen Partner - und eventuell auch bei den Kindern - entsteht, kehrt sie hierbei unter den Tisch, und diese Auslassung spürt man. Eine Schwachstelle im Buch, und der Verdacht drängt sich auf, dass die Bibelzitate doch eher gezielt zur Untermauerung moderner trendgemäßer Betrachtungen zusammengesucht wurden.
Weiterhin störend fand ich gegen Ende des Buches, im Kapitel "Abschied nehmen" den 5-seitigen Abschiedsbrief der Autorin an einen sterbenskranken Freund: zu unvermittelt autobiographisch die vielen Bezüge auf gemeinsame Erfahrungen und Treffen innerhalb der kirchenpolitischen Vergangenheit und ein ambivalentes Gefühl beim Lesen eines publizierten, d.h. für die eigenen Zwecke funktionalisierten, intimen Abschiedsbriefes an einen Freund.
Dennoch 4 Sterne, denn Margot Kaessmanns Buch ist auf jeden Fall erbaulich zu lesen und zuweilen tröstend, zum Beispiel wenn sie wiederholt darauf verweist: "Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand".
das Beste 5 von 5.00 Punkten
Verfasser ich habe bereits mehrere Bücher zur Lebensmitte gelesen. Diese Buch finde ich das Beste. Es ist unaufgeregt geschrieben, schlichte Sprache, treffende Themen und ein schöner Begleiter in der Mitte des Lebens.
Das Erleben einer öffentlichen Frau 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Bischöfin und neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Margot Käßmann, hat mit ihrem neuen Buch eine Standortbestimmung versucht. Vielleicht ist es deshalb auch so persönlich geworden wie bisher kein anderes von ihr.
Dabei unterläuft Margot Käßmann nicht der Fehler, sich selbst als leuchtendes Vorbild, als erfolgreiche Frau und Mutter von vier Kindern darzustellen. Autobiographisches wird nur benutzt, um Prinzipielles zu verdeutlichen. Eigene Erfahrungen werden mit Predigttexten, biblischen Geschichten und Tagebucheintragungen gemischt. In zehn Kapiteln beschreibt Käßmann Themen wie Jugendlichkeit und Alter, Schönheitswahn und Krankheit. Immer mit Bezug zur Bibel.
Der Titel ist Programm: "Ich denke, es gibt so ein Lebensgefühl um die 50. Das erleb ich bei mir und bei Freundinnen und Freunden - das Gefühl, du hast viel schon hinter Dir; viel Erfahrung, und vor Dir liegt das Alter und auch das Sterben. Dieses Gefühl, dazwischen zu sein, ist ein Spannungsgefühl, wobei ich weiß, mit 50 hat man die Mitte wahrscheinlich längst überschritten."
Über das Altern schreibt sie: "Wir sind ja eine Gesellschaft, die Alter überhaupt nicht aushält. Da müssen die Falten sofort unterspritzt werden. Wir tun alles, um nicht alt auszusehen aber möglichst dann doch wieder alt zu werden. Und ich denke, die Bibel ist auch eine Ermutigung, in Würde alt zu werden. Das wünsche ich mir jedenfalls für mich, dass ich die Nerven habe, dazuzustehen, dass die Haare grauer werden, dass Du langsamer läufst und dass auch diese allgemeine Nachricht, dass der Mensch sterblich ist, irgendwann eine sehr persönliche Botschaft für Dich wird."
Dass dieses Buch auch der eigenen Klärung der geschiedenen Ehe und der Krebserkrankung dient, ist spürbar: "Ich denke, da ist genau so ein Punkt, wo es auch eine Grenze gibt. Wenn ein Paar sich nach 26 Ehejahren scheiden lässt, ist das ein sehr persönlicher und privater Prozess, der meines Erachtens auch im Detail nicht in die Öffentlichkeit gehört. Was vor sich gegangen ist. (...) Die Scheidung hat mir wehgetan, das schreib ich in dem Buch auch noch mal, aber ich werde sie nicht im Detail an die Öffentlichkeit zerren."
Aber auch andere Themen werden angesprochen, die man von einer Kirchenfrau weniger erwartet, wie Sex im Alter, Menopause, Sterbehilfe.
Margot Käßmann ist mit ihren Ämtern eine öffentliche Person geworden. Sie ist meinungsfreudig und wortgewandt und immer da, wenn sie die evangelische Kirche in der Öffentlichkeit vertreten soll. Wie sie neben ihren vielen Terminen noch Zeit findet, Bücher zu schreiben, bleibt ihr Geheimnis. "In der Mitte des Lebens" ist keiner der üblichen Ratgeber für Frauen ab 50. Und wenn das Buch sich auch eher an die Frauen dieser Welt richtet als an die Männer, so sind doch bei dem Thema "50 plus" beide Geschlechter gleichermaßen angesprochen - und deshalb ist das Buch auch für Männer durchaus lesbar.
Ein Glücksfall für die evangelische Kirche 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe mir dieses Buch als Weihnachtsgeschenk gegönnt und es hat mir gutgetan.Vor 6 Wochen habe ich mich 55 jährig "glücklich" scheiden lassen.Mein Mann hat sich nach 32 Jahren Ehe in ein besseres Leben mit einer anderen Frau verabschiedet.Ich klammere mich momentan an jede Hilfe und dieses Buch hat mir sehr gut getan.Vielen Dank Frau Kässmann-meine ganze Bewunderung für Sie!