Der Fürst
Niccolo Machiavelli
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 70 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Machiavelli 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Von der Diktion her schwierig zu lesen da sie sich eng an die Übersetzung hält. Zum Inhalt: hier werden die Mechanismen der Politik sehr gut dargestellt. An zahllosen Beispielen wird der wahrscheinlich erfolgreiche "Fürst" dargestellt und gleichzeitig die Meschanismen eventuellen Scheiterns angeführt, desgleichen für den Versagenden.Dieses läßt sich zwanglos auf heute übertragen. Machiavelli hält die Darstellung in der permanenten Gegenläufigkeit bis zum Schluß durch. Liest man dieses Werk aus der heutigen Sicht wird klar warum die Attentate wie geplant auf Hitler nicht funktionieren konnten. Beim lesen, dieses wirklich sehr eindrucksvollen Buches, muß man sich immer wieder vor Augen führen, dass es trotz seiner bestechend logischen Folge vor der Aufklärung und vor dem Humanismus geschrieben wurde. zusammengefaßt sehr lesens wert
Machtspiele müssen gelernt werden 5 von 5.00 Punkten
Verfasser So bitter das ist - hätte ich dieses Buch rechtzeitiger gelesen, wäre mir als sogenannter 'Gutmensch' so manches erspart geblieben. Macchiavellies Werk ist nicht an allen Stellen zeitgemäß, weder sprachlich noch inhaltlich. Dennoch, die Mechanismen greifen noch heute, und man sollte sie kennen, wenn man in die höheren Spheren des klassischen Managements eintreten möchte. Aus meiner Sicht ein Muss für jeden, der Machgefüge und -verhalten verstehen will.
Für den Preis optimal. 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Also eigendlich kann man sich bei einem Preis von 4,95 nicht beschweren.
Das gebundene Buch an sich ist in einem super Zustand.
Aber wenn man liest, so erscheinen jemanden Rechtschreibfehler, über die man nicht wegsehen kann.
Es folgen Sätze wie "... ,daß dem Fürst nichts andres übrig bleibt..."
Für Leute die einen kleinen Geldbeutel haben, nicht auf Hardcover-Bücher zwischen ihren Taschenbüchern verzichten und es nicht genau auf die Rechtschreibung anlegen, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Aber für Leute, die sich dieses Buch in ihrer eigenen kleinen Bibliothek aufbewahren möchten rate ich nur; kauft euch lieber ein Taschenbuch der neueren Ausgabe, als ein Hardcover-Buch, welches die Rechtschreibung von Marx's Zeiten benutzt.
Mich persönlich hat es sehr gestört aber durch dem Preis noch 3 Sterne.
Pragmatisches aus alter Zeit 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Ziel heiligt die Mittel. So könnte das Fazit lauten. Wenn man an die Macht will und diese dann auch noch behalten, sind Ethik, Fairness und Menschlichkeit fehl am Platz. Taktisches handeln, Ausnutzung der Psychologie der Massen und Schwächen der Gegner ohne Rücksicht auf Verluste. Wer Schwächen zeigt, zieht den Kürzeren.
Es geht aber nicht um die Verherrlichung der Diktatoren und Schreckensherrscher. Machiavelli ist ein völlig sachlicher Beamter und Pragmatiker und beschreibt, ohne Wertung und Emotionen, welche Aktion zum Ziel führt an Hand von geschichtlichen Ereignissen. Mr. Spock als Managementtrainer.
Klingt negativ, ist aber durchaus lehrreich und lesenswert, da
1. es darüber hinaus natürlich auch ethischere Wege zur Macht gibt
2. man vieles in der heutigen Zeit wiedererkennt, vielleicht sogar bei
Entscheidungen des Managements der eigenen Firma.
Einfach nur gut! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Schnelle und einwandfreie Lieferung. Das Buch war im tadellosen Zustand. Ich würde immer wieder bei den Anbieter kaufen!
Übersetzung veraltet 2 von 5.00 Punkten
Verfasser In der Tat, diese Ausgabe des Meisterwerkes von Machiavelli sollte nicht mehr aufgelegt werden; die Sprache des Übersetzers Friedrich von Oppeln-Bronikowski (1863-1936) aus den zwanziger Jahren ist umständlich und veraltet. Zeitgemäßer - wenn auch für meinen Geschmack nicht optimal - ist die Ausgabe in der Übersetzung von Löffler Der Fürst. Die nach meiner Auffassung nach wie vor beste Übersetzung ins Deutsche ist die von Blaschke, leider nur noch antiquarisch erhältlich.
Die Sprache 2 von 5.00 Punkten
Verfasser über den Inhalt muss hier nichts mehr gesagt werden, allein ich finde die Übersetzung grausig. Die Sätze sind holprig. Man bedenke; da schreibt ein idyllisch Lebender einem Fürsten recht nonchalant, wie er am Besten regiere. Man erwartet einen freundlichen Plauderton, mit all den Höflichkeitsfloskeln usw.. Aber gerade das bekommt man nicht. Jetzt kenne ich den Originaltext nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass er leichtfüßiger ist. Wie gesagt, ich wollte nur eine ergänzung zu schon Gesagtem geben.
man muß ihn mögen.... 4 von 5.00 Punkten
Verfasser man muß ihn wirklich mögen.
Ich habe das Buch für unseren Sohn gekauft - und er mag ihn.
Zeiten ändern sich! 1 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe selten ein so anstrengendes Buch gelesen. Abgesehen davon, dass die Sprache unheimlich anstrengend ist fordert das Buch ein sehr großes Wissen über die vergangenen Zeiten in Italien und deren Politik. Grundsätzlich werden Talente wie Betrug, Lüge, Gewalt und Selbstsucht als führende Mittel einer stabilen Politik beschrieben. Sicherlich mag der ein oder anderes Ansatz noch übertragbar sein in die heutige Zeit, aber durch die großen Machtgefüge und Kriegsmüdigkeit in den Einzelnen Ländern, Staaten etc sind die meisten Ansätze schlicht verjährt.
Whatever works 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Viele, auch ich, lesen den Fürsten und erwarten eine staatsphilosophische Abhandlung. Eine Erörterung von Thesen, die man nur mit unserer heutigen Realität zu vergleichen brauch, um auf ihre Universalität zu schließen. Aber Fehlanzeige. "Der Fürst" ist in erster Linie kein Werk für die Geisteswelt, sondern politisches Kalkül. Machiavelli versuchte damit - und er beschrieb es gleich zu Anfang selbst so - sich "um die Gunst eines Fürsten" (Lorenzo de Piero de Medici) zu bewerben. Die Medici waren mit ihm seinerzeit wohl nicht allzu gut gestellt. Aber, und dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Werk, ist "der Fürst" nicht zuletzt vom aufrichtigen Hoffnung beseelt, dass dieser Lorenzo de Medici das Potential hat, die Einheit Italiens zu vollbringen. Machiavelli wollte ihn hierbei mit seinem Wissen unterstützen.
Diese Unterstützung ist freilich nichts Geringeres als das früheste Werk der politischen Philosophie, auch wenn es sich nicht wie eine klassische philosophische Abhandlung liest. Machiavelli offenbart sich stattdessen als ein begnadeter Analytiker, der anhand von Beispielen der antiken und der jüngeren Geschichte seiner Zeit, die Strategien erfolgreicher Herrscher darlegt. Seine Erkenntnisse sind hierbei jedoch über weite Strecken nicht direkt auf die westlichen Demokratien unserer Zeit übertragbar (auf einige andere Länder unserer Welt aber sehr wohl). Umso faszinierender dagegen sind die Gedanken und Schlussfolgerungen, die stark an andere, spätere Denker, wie Thomas Hobbes und Adam Smith erinnern. Mit Hobbes teilt Machiavelli sicherlich auch das äußerst negative Menschenbild. Für Machiavelli ist der Mensch von Natur aus böse. Eine Haltung, die man ihm als Kind einer Zeit voller Gewalt und Kriege sicherlich nicht verdenken kann. Aber auch hier fasziniert das Buch, wenn man an und auch zwischen den Zeilen erkennt, wie der Analytiker Machiavelli immer wieder gegen den Pessimisten Machiavelli gewinnt. Natürlich erlangte Machiavelli seinen heutigen Ruf vorallem durch die grundsätzliche Billigung von Gewalt, Grausamkeit, Intrige und Furcht als Mittel der Regentschaft. Man darf hierbei aber nicht ausklammern, dass diese Billigung nur im Kontext zu einem höhergestellten Oberziel (hier meist Macht, aber auch Frieden, Wohlstand) einhergeht. Machiavelli ist deshalb zeitlos, weil seine Maxime die Ideologielosigkeit, das Whatever-Works ist. Dürfen einige Menschen grausam getötet werden, damit es nicht zu einem Bürgerkrieg käme, der viel mehr Opfern fordern würde? Die Frage, ob der Zweck tatsächlich die Mittel heiligt, dürfte weitaus älter als Machiavelli selbst sein. Er allerdings beantwortet sie mit einem eindeutigen: Ja.