Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte: Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg

Ralph Giordano

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Wenn Hitler den Krieg gewonnen h#tte      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Also ich habe bestimmt schon sehr viele Bücher über das III. Reich gelesen, aber das hier ist der größte Mist aller Zeiten. Eine Unterstellung, die so bestimmt nie eingetroffen wäre oder ist.

Hier sieht man mal wieder was uns deutschen überhaupt für eine Geschichtsschreibung eingebleut wird.

Es ist einfach eine Unverschämtheit solche Lügen zu verbreiten, das ist wahre Volksverhetzung!

Gruß KuGra

Informativ aber belehrend      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Hier werden viele Informationen geboten, aber wie schon bemängelt wurde, wird keine Gelegenheit ausgelassen, den Leser moralisch belehren zu wollen. Darauf kann ich für meinen Teil bestens verzichten. Das Buch hätte leider nur halb so viele Seiten, wenn der Autor ohne solche Abschweifungen nur am Thema bleiben würde.
Trotzdem empfehlenswert für jeden, der sich mit der Materie befassen möchte!

Entlarvung von Hitlers Größenwahn      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so schlechte Kritiken bekommen hat. Ich kenne keines, das besser den Größenwahn Hitlers und seiner Gefolgsleute in seinen Weltherrschaftsplänen und Architektur-Vorhaben sichtbar macht - und wie weit er auf dem Weg zu deren Verwirklichung schon war.
Außerdem arbeitet Giordano sehr gut heraus, daß und warum so viele Deutsche sich mit diesen grandiosen Visionen von deutscher Weltbeherrschung identifizieren konnten - obwohl das alles ja nicht einmal im Ansatz zu finanzieren gewesen wäre - nicht einmal durch Einsatz von Zwangsarbeitern (der ja in genügenden Ausmaß bereits erfolgte).
Ich kann jedem, der sich ein Bild von der Realität des Dritten Reichs ein klares Bild machen möchte und vor den durch das Ende der Nazi-Herrschaft gestoppten Nachkriegs-Plänen Hitlers dieses Buch nur dringend empfehlen.
(In romanhafter Form hat Robert Harris in "Vaterland" durchgespielt, was Hitlers "Erfolg" bedeutet hätte!)

wäre dieses Buch nie enstanden....      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
wäre dieses Buch nie enstanden....was auch kein Fehler gewesen wäre. Oberflächlich, plakativ und verallgemeinernernd macht der aus seinem intellekt nicht verhehlende Giordano sich ans Werk die platte Volkspropaganda Hitlers aus den bekannten Reden zum Volkswohl von 1930 aufzubereiten. Wenig neues, größenwahnsinnige Architektur und Gleichschaltung werden erwähnt.
Was mich an diesem Buch stört ist die Gedankenlosigkeit mit der der Autor diese Thematik angeht, sicherlich ist die Zukunftsvorstellung Hitlers alles mit brauner Soße und dumpfem Millitarismus zu überziehen unerträglich, aber was ist mit 50Jahren kalter Krieg, unzähligen Menschen die Stallin aus den Ostgebieten vertrieben hat, Vietnamkrieg usw, sicher alles Dinge die man vielleicht so nicht gehabt hätte wäre man nicht dem blinden Deutschlandhaß eines Churchills oder Roosevelt gefolgt die unbedingt bis zur totalen Kapitulation ohne Annahme eines Friedensvertrages der die Eindämmung Stallins und des damit verbundenen Kommunissmus zur Folge gehabt hätte weiterkämfen und Bomben über Städten abwerfen mussten die in den letzten Tagen des Krieges nur noch unschuldige Opfer gekostet haben .
England hätte nicht durch den Verlust seiner Flotte sein gesamtes Kolonialreich eingebüßt, Hitler wäre vielleicht ohnehin zu Grunde gegangen....wer weiß auf jeden Fall traurig das der Autor keine umfassenden neutralen Gedanken anstellt, sondern nur blindwütige Sportpalastpropaganda zu seinem Deuschenkollektiv verarbeitet .

langweilig      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Buch von Giordano war eine einzige Enttäuschung .Nur Klischees und Belehrungen und wenig harte Fakten ,was denn nun wirklich die Pläne für die Nachkriegszeit des Dritten Reiches waren. Auch vermisse ich sämtliche Hinweise auf Deutschlands überlegene Technologien ( Fernseher, Halbleiter Computer u.s.w.), welche der USA nach 1945 nach ihrer Wegnahme zur Weltgeltung verhalfen.Giordanos Buch ist eine vertane Chance.

Zum Nachdenken !      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Was wäre wenn ? Akribisch ist dieser Frage Ralph Giordano ("Die Bertinis") nachgegangen und präsentiert neben dem Bekannten einige weniger im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankerte Details des NS-Größenwahns.

Hitlers und Speers Pläne zur monströsen architektonischen Umgestaltung Berlins müssten eigentlich jedem ein Begriff sein, was aber sollte mit anderen Orten geschehen ? Wo würden Parteigrößen residieren ? In welchen Anlagen würde man sich vor Angriffen schützen ? Wie würden solche Projekte finanziert ? Wieviele Arbeitskräfte werden benötigt ? Woher nehmen ? Wie für stetigen Nachschub sorgen ? Wie behält man die Kontrolle über die "Untermenschen" ? Wie wird sich die arische Rasse vermehren ? Wie kann ich die Ideologie verbreiten und die Menschen nach meinen Vorstellungen erziehen und beherrschen ?
Der Fragenkatalog ließe sich unendlich ausweiten. Ralph Giordano liefert viele historisch exzellent recherchierte Antworten.
Das 1000jährige Reich war kein Hirngespinst oder nur politische Propaganda.
Ein Flut von fertigen Plänen wartete darauf, nach dem Endsieg in die Praxis umgesetzt zu werden. "Blut und Boden", bis ins kleinste noch so schreckliche Detail ausgearbeitet und ansatzweise auch umgesetzt. Nicht im kleinen Zirkel ersonnen, sondern unter Beteiligung eines riesigen Bürokratenheeres. "Wir haben ja von nichts gewusst", schönen Dank auch !
Selbst wenn man Giordanos angesichts seiner Lebensgeschichte verständlichen und seinen Schreibstil prägende Emotionen unberücksichtigt lässt, ein bedrückendes Horrorszenario !

Was hätte sein können, "sein sollen" - und der Welt glücklicherweise erspart blieb      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Frage "Was wäre wenn..." stellen sich Historiker, zumal deutschsprachige, äußerst ungern, klingt es doch nach haltloser Spekulation. Tatsächlich muss sich die Frage schon stellen, wer überhaupt von Wichtigem, von Ursachen und von Zusammenhängen in der Geschichte spricht: Das, was war, ist immer im Gegensatz zu dem zu sehen, was hätte sein können.

R. Giordano hat sich dem Verständnis der NS-Zeit zeitlebens gewidmet, und so ist auch dieses Buch nicht nur Spekulation: Die Pläne der Nazis, insbesondere die Pläne Hitlers, kommen zur Sprache. Rekonstruiert aus Reden, Absichtserklärungen, "Mein Kampf" und anderen Niederschriften, aber vor allem auch aus Plänen und begonnenen Projekten wird das Bild einer Welt gezeichnet, wie es der Führungsschicht NS-Deutschlands vorschwebte. Giordano zeichnet auch auf, wie diese "Visionen" handlungsleitend wurden, wie monströs und realitätsfremd sich die Ziele ausnahmen - vom Komplettumbau ganzer Städte bis zur Welteroberungs- und Herrschaftsstrategie. Gerade letztere wurde von Hitler erstaunlich offen und freimütig dargelegt, und wie viele andere seiner Wahnideen stießen sie im deutschen Volk auf ein breites Echo.

Giordano zeichnet ein kenntnis- und quellenreiches Buch, das zentrale Entscheidungen und Verläufe der NS-Herrschaft zu erhellen vermag. Die sterile, auf die Vergötterung der eigenen Macht und des eigenen Herrentums beschränkte und ansonsten öd-kleinbürgerlichste Nachkriegswelt, die sich die NS-Oberen (und viele ihrer Anhänger) erträumten, wirkt bizarr und abgeschmackt - fast schon grotesk, was nichts daran ändert, dass solche Ideen in akribischer Genauigkeit und ohne Skrupel gegenüber dem Leiden und Sterben von Millionen Arbeitssklaven (also Zwangsarbeiter und vor allem KZ-Häftlinge) in die Realität umgesetzt wurden.

Dem nicht nur architektonischen Größenwahn stellt Giordano die geplanten "Abrechnungen" gegenüber, die Hitler für die Zeit nach dem "Endsieg" vorgesehen hatte, die Rollen, die den besiegten Nationen zugedacht waren, den langfristig vorgesehenen Welteroberungs-Kriegs-Verlauf. Der Autor zeigt auch auf, wie diese Ideen von seinem Umfeld - z. B. A. Speer - aufgenommen und in die Tat umgesetzt worden sind. Auch den Fragen nach dem Wissen um diese Pläne und dem Rückhalt bei den "einfachen" Deutschen geht Giordano nach - und was er zu sagen hat, ist nicht schmeichelhaft.

Das (sehr lesbare) Buch präsentiert nicht nur eine Alternativ-Geschichte, es liefert auch gute Einsichten in das Funktionieren des Dritten Reichs und die Motive der Herrschenden (wie auch ihrer Anhänger). Einige Teile sind nicht auf dem neuesten Stand der Forschung, einige Illustrationen hätten dem Buch gut getan - aber auch so lohnt die Lektüre ungemein.

Grundsätzlicher Denkfehler      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich verstehe die Argumentationskette eines Herrn Giordano nicht ganz:
Einerseits werden Werte wie Gleichheit, Menschlichkeit und Toleranz im globalen Sinne proklamiert - andererseits wird in diesem Werk dem Deutschen Volk als Kollektiv - im Sinne einer "Sippenhaft" - ein diabolischer, verbrecherischer und destruktiver Grundcharakter zu Grunde gelegt. Ist dies denn keine Form von Rassismus und Diskriminierung? Oder möchte der neurotische Autor vielleicht unterstellen, dass "(fast) alle Menschen gleich sind - bis auf die Deutschen"?
Fazit: National-Masochismus in Reinkultur...

prägnant, informativ, kompakt - brilliant      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Giordanos Buch richtet sich zwar an eine breite Öffentlichkeit, doch sollte der Leser nicht nur historisch ambitioniert sein, sondern auch ein ausgedehntes Spektrum an Hintergrundwissen zum Themenkomplex "Drittes Reich" mitbringen.
Damit soll nicht der Eindruck erweckt werden, dass sich das Buch nur an Fachpublikum richtet; vielmehr erschließt sich der informative Gehalt erst mit dem nötigen Wissen vollständig.
Aber auch so kann Giordanos Werk getrost als inhaltlich und rhetorisch superb geschriebenes Buch charakterisiert werden.
Zwar thematisiert der Autor oftmals historische Aspekte, die nicht eng mit dem Buchtitel in Zusammenhang stehen, doch erschließt sich dem Leser durch diese Mini-Exkurse der Kontext zumeist noch besser. Dadurch wird fehlendes Detailwissen adäquat kompensiert.
Giordano brilliert stellenweise mit absolut prägnanten Formulierungen und Satzkonstrukten, die dem Leser auf kurze und einfache Weise den historischen Kontext vermitteln können. Insgesamt kann "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte" für den historisch interessierten und versierten Leser als exzellenter Beitrag zur modernen Geschichtsschreibung nur empfohlen werden!

Anspruchvolle Lektüre, exzellenter Autor...      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in allen Schulen sein .- Neben den vielen interessanten und informativen Details der imperialistischen Besatzungsstrategien des NS-Staates von 'Deutschland als europäische Vormacht' über 'Einrichtung eines mittelafrikanischen Ergänzungsraumes' bis zum 'Endkampf -Deutschland gegen die USA um die Weltherrschaft' und deren teilweise Realisierung bis zur Kapitulation in Russland (Taifun 1944), mit allen Schrecken des jüdischen und nichtjüdischen Holocaust, ist es das Anliegen des Autors, die sozialpolitischen und kulturellen Hintergründe zu beleuchten, die es ermöglichten, einen Profilneurotiker wie Adolf Hitler in Machtposition zu bringen. -
Giordano ist der Auffassung, dass ein kulturbedingtes deutsches Kollektiv Voraussetzung für die Entstehung des NS-Staates mit allen seinen zerstörerischen Auswirkungen war. - Mit dieser Auffassung befindet er sich mit einem der bedeutendsten Humanisten und Sozialpsychologen unserer Zeit, Erich Fromm in bester Gesellschaft:
"Aber andererseits war Hitler kein Genie, und seine Talente waren nichts Außergewöhnliches. Einzigartig war nur die sozialpolitische Situation, die ihm seinen Aufstieg ermöglichte. Unter uns gibt es Hunderte von Hitlern, die hervortreten würden, wenn ihre historische Stunde gekommen wäre." (Erich Fromm in 'Anatomie der menschlichen Destruktivität'). -
Die von Giordano zur Diskussion gestellte Frage, ob, nachdem Hitler zwar den Krieg verloren hat, seine Gefolgschaft ihn nicht doch gewonnen habe, scheint berechtigt, wenn man die bereits während der NS-Zeit vorbereiteten Pläne der Nazis für die Zeit nach dem Endsieg näher betrachtet. Verdächtig bekannt sind hier: 'künstliche Befruchtung, Samenbanken, hormonelle Steuerung der Menstruationszyklen'. Das alles war schon im Dienste der NS-Menschenaufzucht und -vernichtung vorgedacht worden; von dem Chemieunternehmen 'IG-Farben' den technokratischen Haupttätern des Holocaust, deren Verantwortliche nach Kriegsende, da offiziell 'nur' für den Produktionsablauf zuständig gewesen, fast alle freigesprochen wurden, und das Unternehmen selbst, in form ihrer Nachfolgegesellschaften, Bayer, Hoechst und BASF längst weit mächtiger ist, als es der ursprüngliche Mutter-Moloch einst insgesamt war.

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