Marion Dönhoff: Ein widerständiges Leben
Alice Schwarzer
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Zwei beeindruckende Frauen 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe schon sehr viele Biographien gelesen, diese fällt in die Kategorie außergewöhnlich und faszinierend. Ich habe sie noch nicht ganz zu Ende gelesen und sie fesselt mich immer mehr. Durch Frau Dönhoff erlebe ich einen Teil deutsche Geschichte, den ich bisher aus den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern kenne - beide haben die Flucht von Osten nach Westen erlebt und Gott sei Dank auch überlebt. Durch Frau Dönhoff wird aber auch noch einmal bewusst gemacht, dass nicht nur die Deutschen die "Bösen" waren. Jeder Entscheider, egal ob Engländer, Amerikaner oder sonstiger Nationalität, der die Augen verschlossen hat vor den Greueltaten Hitlers, ist schuldig geworden.
Das Buch ist faszinierend, weil 2 sehr starke Frauen, die einiges bewegt haben und doch sehr unterschiedlich sind, hier zusammengefunden haben. Die eine als Informationsgebende, die andere als Aufnehmende. Dieses Buch hat es verdient, auf die Bestsellerliste zu kommen
eine ehrwürdige, widerständige Persönlichkeit 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch ist schon eine halbe Antiquität mag man meinen, wo es doch schon über 12 Jahre her ist, dass die erste Auflage hiervon erschien. Dabei hat das Buch in all seiner Lebendigkeit nichts von seiner Ausstrahlungskraft verloren. Es macht vielmehr das Leben von Marion Dönhoff in deutlich und bringt die einzelnen Facetten ihrer Persönlichkeit unglaublich nahe; auch wenn naturgemäß einige Fragen und Rätsel offen bleiben werden. Die im günstigen Taschenbuchformat herausgebrachte Biographie ist ergänzt worden von Interviewauszügen mit Alice Schwarzer und Beiträgen aus der Wochenzeitung "DIE ZEIT". Diese sind wohlbetitelt in die beiden Abschnitte eingeteilt worden: "Demokratie und Verantwortung" (1950-95) sowie "Ostpolitik und Entspannung" (1953-1995). Neben den dichten Textpassagen lebt diese Biographie auch von dem reich genutzten Fotomaterial, welches es zum Teil unglaublich erscheinen lässt, dass eine Frau im letzten Jahrhundert solche Freiheiten und Anerkennungen geniessen konnte. Neben dem hohen biographischen Anteil dieses Buches schwingt aber auch immer die deutsche Geschichte in all ihren Facetten mit und bekommt einen sehr persönlichen Touch, der einen stellenweise sehr berührt zurücklässt. Zudem schafft es Alice Schwarzer naturgemäß, den spezifisch frauenrechtlichen Teil mit einzubinden in diese sehr authentisch wirkende Biographie.
Im Gesamten wird man wieder viele andere Puzzleteile aus dem Leben von Marion Gräfin Dönhoff zusammenfügen können und kaum begreifen können, was eine 1909 geborene Frau in ihrem so lange währenden Leben (Frau Dönhoff starb im Jahre 2002) alles erlebt (und auch bewirkt bzw. angestossen) hat. Ein Personen- und Ortsregister wäre jedoch auch ein guter Leser/-innen-Service gewesen.
Eine ehrwürdige Biographie, die durch ihre abwechslungsreiche Art in ausgewogener Weise informiert und unterhält. Ein gebührendes Geschenk anlässlich ihres sich in diesem Jahr zum hundersten Male jährenden Geburtstages. Möge diese Biographie mit dazu beitragen, dass diese kritische Persönlichkeit ein ehrwürdiges Gedenken erhält und man insbesondere ihren demokratischen und politischen Spürsinn weiter im Gedächtnis behält. Es wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk!
Informativ und sympathisch 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich bin kein großer Leser von Biografien. Aber diese hat mich doch gereizt. Hier treffen zwei außergewöhnliche Frauen zusammen - Alice Schwarzer und Marion Gräfin Dönhoff. Um es gleich vorweg zu sagen, wenn man beim Lesen einer Biografie den Wunsch verspürt, diejenige kennen zu lernen, über die man liest, dann ist das ein ganz starker Aspekt dafür, dass die Biografie gelungen ist.
Alice Schwarzer schreibt nicht nur informativ, sondern mit Einfühlungsvermögen und in einer sehr lebendigen Art über Marion Gräfin Dönhoff. Das Buch liest sich gut und die einzelenen Lebensphasen sind fließend mit einander verbunden.
Sie porträtiert Marion Gräfin Donhoff als einen individuellen Freigeist mit sehr eigenem Denken und mit hoher moralischer Integrität. Trotz dieses durchweg positiven Bildes ensteht nicht so etwas wie eine ensame Heldin, die über alles steht. Alice Schwarzer bleibt auf den Boden der Tatsachen und spricht auch Kritisches und Alltägliches an, so dass auch die allzumenschlichen Facetten in der Persönlichkeit von Marion Gräfin Dönhoff nicht zu kurz zu kommen.
Zum größten Teil schildert das Buch eben die verschiedenen Lebensphasen der Dönhoff. Es folgen zwei Gespräche der Frauen. Gerade hier wird die natürliche Intellektualität und die eigene Sichtweise von Marion Gräfin Dönhoff noch einmal deutlich spürbar. Den Abschluss des Buches bilden Auszüge von Artikeln, die Marion Gräin Dönhoff in den Jahren von 1950 bis 1995 zu den Themen Demokratie & Verantwortung und Ostpoliitik & Entspannung geschrieben hat.
Das Buch ist lesenswert! Insbesondere für diejenigen, die Dönhoff`sche Bücher kennen, ist es eine sinnvolle Ergänzung.
Tolle Biografie 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Dönhoff und Schwarzer eine ungewöhnliche Konstellation. Herausgekommen ist eine tolle und intelligente Biografie über die Grand Dame der deutschen Nachkriegszeit. Es bingt einem das Leben von Dönhoff näher, und das war leidvoll und interessant.
Zudem liefert es Leitartikel von Dönhoff.
Absolut lesenwert, sowohl als Zeitzeugnis sowie als Biografie.
Erfülltes Journalistenleben... 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Die inzwischen verstorbene große alte Dame des Journalismus und Mitbegründerin der "Zeit" wird hier erfrischend nahegebracht von der streitbaren Feministin Alice Schwarzer, ein seltsames Zusammentreffen mit der eher liberal denkenden Dönhoff. Beide verbindet aber das Eintreten für Toleranz und Gemeinschaft in der Gesellschaft. Neben einer biografischen Skizze, die gewürzt wird durch das Zusammentreffen der beiden Frauen und einige Interviews, enthält der Band auch einige exemplarische Leitartikel aus vielen Jahren der "Zeit", die den Kapiteln "Demokratie und Verantwortung" sowie "Ostpolitik und Entspannung" gewidmet sind. Sehr lesenswert!
Die Geschichte einer Annäherung ? 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Der Versuch einer Zusammenfassung im groben Sinne,
an Hand von Zitate und Aufsätzen der Gräfin Marion Dönhoff, sowie Interviews mit ihr und der Frauenrechtlerin A. Schwarzer und Dokomentationen( Zeitartikel )
Bei weitem wird dieses Buch der Persönlichkeit der Gräfin nicht gerecht.
Es bleibt bei einem Versuch, bei dem es an Respekt fehlt.
Trotzdem habe ich mich beim Lesen in die Gräfin und Ihre Art verliebt.
Viel Spaß bei Schmöckern.
Die Zugbrücke bleibt oben 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Biographin hält sich mehr oder weniger an die chronoligische Beschreibung des interessanten Lebens der Gräfin. Man erfährt viele Einzleheiten, dennoch habe ich den Eindruck, dass das Buch nur sehr beschränkt wirklich das Leben und die Person der Gräfin Dönhoff wirklich rüberbringt. Das Frau Dönhoff nicht so sehr viel Interesse hat, ihre wirklichen Motivationen und Antriebskräfte zu beschreiben liegt nahe. Zwar gibt die Autorin durchaus ihre Interpretationen und Ansichten, doch bleiben diese recht oberflächlich. Zuviel wird angerissen und bleibt etwas beziehungslos im Raum. Nur in großen Umrissen ergibt sich ein Lebensbild von Frau Dönhoff. Sie bleibt auch hier so unnahbar, wie sie wohl ihr ganzes Leben gelebt hat. Es wäre jedoch Aufgabe von Frau Schwarzer gewesen, hier etwas deutlich zu werden. Das tut sie nur mit Einschränkungen und Andeutungen.
Ganz interessant zum Schluss die Zusammenstellung von ZEIT-Artikeln. Es bleibt jedoch bei diese beruflichen Seite, die ausgeleuchtet wird. Sowie Frau Dönhoff sich wohl immer hauptsächlich über die Leistung definiert hat, bleibt das Private und das Gefühlsleben außen vor. Vielleicht hielt sie es auch vor sich verborgen. Doch so fehlt das, was alles zusammenhält.
Doppelt vorbildhaft: Dönhoff und Schwarzer 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Portrait, von Alice Schwarzer anläßlich des fünfundachtzigsten Geburtstags Marion Dönhoffs verfaßt, hat mir in mehrfacher Hinsicht gut gefallen. Auf ungefähr zweihundert Seiten wird hier ein Leben aufgeblättert, das auch für das zwanzigste Jahrhundert ungewöhnlich ereignisreich ist. Dabei gerät Schwarzer nie ins Schwafeln, holt nur soweit aus wie nötig und bleibt daher ganz dicht am "Objekt". Das Ergebnis war: keine Minute Langweile, kein Querlesen oder Überblättern.
Angenehm präsent war auch das Gefühl des Respekts gegenüber der Portraitierten, obwohl Schwarzer durchaus kritisch ist. Sie lobhudelt nicht und stellt auch Schwächen Dönhoffs dar, tut das aber ohne sie bloßzustellen. Letztlich bringt dem Leser dies Marion Dönhoff vielleicht erst richtig nahe. Deutlich wird das während des Portraits, aber auch in dem ihm folgenden Interview, in dem sie Dönhoffs Verhältnis zu Frauen und der Solidarität von Frauen untereinander beleuchtet. Schwarzer wäre vermutlich nicht sie selbst, ließe sie sich die Gelegenheit dieser Frage entgehen. Dönhoffs Antwort hängt damit zusammen, daß ihr Leben stets mehr von Männern und deren Spielregeln geprägt war; sie lebte und lebt in einer Welt, in der sie als oftmals einzige Frau anerkannt und gleichberechtigt war und ist. Dieser Aspekt, ein ganz wichtiger im Leben Dönhoffs, gefällt einer "Berufsfeministin" möglicherweise nicht. Aber Schwarzer kommentiert ihn nicht, bewertet ihn nicht und versucht schon gar nicht, den feministischen Blickwinkel in den Vordergrund zu rücken. Sie beläßt diesen Aspekt als das, was er ist: eine Facette, ein Baustein im Charakter und Leben Marion Dönhoffs. Diese steht hier ganz klar im Mittelpunkt und nicht Alice Schwarzer und ihre persönlichen Ansichten über sie. Eine Tatsache, die das Buch ungemein lesenswert macht, vermittelt sie doch den Eindruck größtmöglicher Objektivität, ohne unpersönlich zu wirken.
Eine wunderbare Idee ist es, das literarische Portrait nicht nur durch Fotos und das bereits erwähnte Gespräch zu ergänzen, sondern auch durch etliche Artikel Marion Dönhoffs, die die ihr wichtigen Themen Versöhnung, Toleranz, Verantwortung und Liberalität behandeln. So erhält man nicht nur einen Einblick in ihr journalistisches Oeuvre, sondern bekommt auch gleich Lust, sich mit ihren andern Büchern zu beschäftigen.
Mir hat dieses Buch im übrigen nicht nur einen interessanten Abend beschert, sondern mich auch dazu angeregt, mir über tragfähige moralische Werte Gedanken zu machen. Hat man es doch bei Marion Dönhoff mit einer Frau zu tun, die oben genannte Werte nicht nur predigt, sondern - auch wenn es weh tut - nach ihnen handelt.
Kann ein biographisches Portrait mehr leisten? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Anschauliches Porträt 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Keine Sorge, Alice Schwarzer schreibt dieses Buch nicht aus der Perspektive einer Feministin. Die immensen Schwierigkeiten, die das Frausein noch vor wenigen Jahrzehnten mit sich brachte und damit auch Gräfin Dönhoff betrafen, spielen nur insofern eine Rolle, als daß sie sie überwunden hat.
Alice Schwarzer hat Frau Gräfin Dönhoff in mehreren Interview-Sitzungen ihre Lebensgeschichte entlockt: Die Kindheit in Ostpreußen, die Vertreibung vom Gutshof der Eltern und Verlust des Familienbesitzes, Studium in der Schweiz, Rückkehr nach Deutschland ins zerbombte Hamburg und Aufbau der Wochenzeitung "Die Zeit". Ein eindrucksvolles Leben. Besonders, da Gräfin Dönhoffs Geschichte von ihrer positiven Grundeinstellung geprägt ist, vom Willen, etwas dazu beizutragen, Deutschland zu einem besseren Land zu machen. Nach dem Krieg ging es für Dönhoff nur darum, etwas Neues aufzubauen, und nicht um Bitterkeit und Rache für das, was sie verloren hat.
Ein wirklich gelungenes Porträt einer der wenigen Frauen, die die Bundesrepublik mit entscheidend geprägt haben. Sehr lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)