Die Welle: Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging

Morton Rhue

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 217 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Es geht besser      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe das Buch in der Schule als Klassenlektüre gelesen und habe mich auch sehr darauf gefreut. Leider hat es meine Erwartungen nicht ganz getroffen. Das Buch an sich ist ist gut geschrieben und auch die Gefühle und Ängste der einzelnen Personen werden gut beschrieben. Allerdings wurde der eigendliche Inhalt des Buches viel zu knapp wiedergegeben. Die Schülerzeiten der Schule, an der das alles stattfindet, bekommt einen Brief von einem Schüler der Unterstufe. In dem steht, dass er gezwungen wurde auch der Welle bei zu treten, außerdem bedroht ein Mitglied seine Nicht-Mitglied Freundin und erkennt was für ein Schuft aus ihm geworden ist, und dann sind wir auch schon zu den letzten zwei Seiten gekommen in denen der Lehrer, der mit allem begonnen hat, einen geniealen Weg findet die Sache zu beenden. Meiner Meinung nach ist das Ende sehr apruppt und ein bisschen naiv.

Problem erkannt - und wo bleiben die Lösungsansätze?      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich kannte bisher weder den Film, noch das Buch. Per Zufall fiel es mir übers Wochenende in die Hand und ich habe es an zwei Abenden durchgelesen. Zum reinen Inhalt wurde hier bereits genug informiert, daher gehe ich direkt zur Wertung über.


Für die Themenwahl vergebe ich den ersten Punkt; sie ist spannend und ich finde es positiv, dass der US-Autor sich - anders als z.B. Daniel Goldhagen - nicht damit begnügt, "die Deutschen" an sich als Problem zu sehen, sondern nach allgemein-psychologischen Erklärungen dafür sucht, wie eine hochzivilisierte Gesellschaft mit demokratischen Strukturen einen solchen Rückfall in die Barbarei zulassen konnte, wie er zwischen 1933 und 1945 stattfand.


Einen zweiten Punkt vergebe ich dafür, dass die Geschichte so einfach und klar geschrieben ist, dass sie ein breites Publikum erreichen kann. Das Buch überfordert weder in Bezug auf Länge, Stil, noch inhaltliche Aussagekraft. Seine Botschaften sind klar und simpel:

"Macht durch Disziplin"
Umgekehrschluss: Sei kritisch gegenüber Disziplin, denn sie gewährt Macht.

"Macht durch Gemeinschaft"
Umkehrschlüsse:
Sei kritisch gegenüber Gruppen, denn sie können sich zu gefährlichen Seilschaften wandeln. Definiere Dein Selbstbewusstsein nicht über die sozialen Kontakte, die Du pflegst, sondern über Deine natürliche Menschenwürde und Deine persönlichen, positiven Seiten oder Leistungen. Bewahre Dir einen gesunden Individualismus.

"Macht durch Handeln"
Umkehrschluss: Gebrauch Deinen eigenen Verstand und triff eigene Entscheidungen.


Einen dritten Punkt vergebe ich dafür, dass die Geschichte nicht nur die (unrealistisch) rasch verlaufende Verführung der Schüler, sondern auch die nicht minder erschreckende Wirkung auf den Lehrer schildert, der u.a. dazu übergeht, andere Klassen gegenüber seiner eigenen abzuwerten.


Den vierten Punkt habe ich abgezogen, weil gleich zu Beginn von 10 Millionen Juden die Rede ist, die angeblich alle in Deutschland ermordet wurden. Mit der Zahl hätte ich noch irgendwie leben können, auch wenn sie sich am oberen Rand der aktuellen Opferschätzungen bewegt - immerhin ist das Werk inzwischen 30 Jahre alt und am Prinzip ändert sich dadurch ja nichts. Aber dass das Buch suggeriert, die Juden seien allesamt auf deutschem Grund und Boden ermordet worden, ist nun wirklich daneben.

Das, was die Shoah ausmacht - INDUSTRIELLE VERNICHTUNG von mehreren MILLIONEN Juden - geschah in eigens dafür errichteten Lägern wie Ausschwitz, Treblinka, Sobibor. Die standen aber bekanntlich eben nicht im deutschen Kernland, sondern im vom Deutschen Reich besetzten Polen. Ca. 200.000 Juden wurden von Deutschland aus dorthin deportiert. Sinn und Zweck der Deportation unterlagen strenger Geheimhaltung. Für die Durchführung waren SS-Einheiten zuständig.

So, wie der Autor es darstellt, entsteht der Eindruck, rund 40 Millionen Deutsche im Kernland hätten exakt gewusst, dass Millionen von Juden zum Vergasen in besagte Läger transportiert werden. Dem ist nicht so. Der jüdische Autor Raul Hilberg schildert in seinem Standardwerk Die Vernichtung der europäischen Juden, teilweise hätten nicht einmal die Betroffenen selbst geahnt, was ihnen hinter der Rampe blüht.

Der Autor macht es sich hier erheblich zu einfach. Ich will das nicht weiter vertiefen.


Den fünften Punktabzug gab es dafür, dass der Autor zwar eindrucksvoll darstellt, wie rasch junge Menschen sich mit faschistoiden Methoden verführen lassen, aber leider völlig offen lässt, was wir mit diesem Wissen nun anfangen. Sein Werk zeigt - wie das Milgram- bzw. das Stanford-Gefängnis-Experiment - gefährliche Schwachpunkte der menschlichen Psyche auf: Verführbarkeit, Gruppenkonformität, gefährliche Instinkthaftigkeit, die unter einer vergleichsweise dünnen Zivilisationsdecke schlummert.

In jedem von uns steckt also ein kleiner Nazi. Und jetzt?
Wo bleiben die Lösungsansätze?

Ich hätte mir ein weiteres, abschliessendes Kapitel gewünscht, in dem die nächste Geschichtsstunde präsentiert wird. Eine Geschichtsstunde, in der alle Schüler u.a. üben, wie man sich soziale Kompetenz und ein gesundes Selbstbewusstsein aneignet. Spätestens hier hätte der Autor auch einen wunderbaren Bogen zur Gegenwart schlagen können. Wo liegen heute die Gefahren von Totalitarismus und Diktatur? Doch der Leser bleibt ebenso im Regen stehen, wie die Schüler nach der letzten "Wellen"-Vollversammlung.


Das Buch präsentiert sich insgesamt mit einem - vor allem zu seiner Entstehungszeit - interessanten Erklärungsansatz, einer einfachen Struktur, einem schülerhaft schlichten Schreibstil, einer sträflich zu kurz greifenden (und daher ungewollt verharmlosenden) Sicht auf Nazideutschland und einer leider nur durch eigene Umkehrschlüsse (s.o.) herausinterpretierbaren Botschaft, wovor man sich wappnen sollte, um der Faszination des Bösen künftig individuell widerstehen zu können.

Kein grosses Werk, aber brauchbarer Durchschnitt.

xxx      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Geschichte in Kurz: Ein Lehrer beginnt in seiner Klasse ein Experiment, das Ende vom Lied, die Klasse zeigt verhaltensweisen auf die an den Nationalsozialimus erinnen bzw. wie die Leute damals Hitler hinterher gerannt sind.

Ich hasse Bücher die empfohlen werden im Unterricht zu lesen, deswegen nahm ich das Buch sehr Kritisch zur Kenntnis. Jetzt frage ich mich warum meine Lehrer mich mit "der Vorleser" oder "Nora, ein Puppenhaus" nerven mussten, wenn es doch solche Bücher wie "die Welle" gibt.
Mal abgesehen davon, dass das Buch auf eine wahren Begebenheit basiert, was die ganze Geschichte noch unglaublicher macht. Nachdem man das Buch fertig gelesen hat, kann man sich eher ein Bild davon machen warum damals fast alle Hitler gefolgt sind. Die meisten werden sicher sagen "ich wäre nicht dabei gewesen bei den Nazis!", nach dem Buch werden die meisten sicher denken "nein, ich habe mich geirrt, ich wäre Hitler auch gefolgt". Nachdem ich das Buch beendet hatte war ich einfach nur schockiert wie dumm der Mensch eigentlich ist und wie wichtig anscheinend dieses Gruppengefühl ist, ich glaube, das ist den wenigsten bewußt. Einfach unglaublich...weiß gar nicht was ich noch mehr dazu sagen soll. Wirklich, bitte einfach selber lesen und ihr werdet merken wie nachdenklich man das Buch dann zur Seite legt. Einfach genial! Ich liebe Bücher die einem echt zum nachdenken anregen, selbst wenn ich nur den Buchrücken im Regal sehe fange ich gleich an darüber nachzudenken.
Das Buch ist echt Pädagogisch sinnvoll!!! LIEBE LEHRER, FALLS IHR DAS LIEST...BITTE QUÄLT EURE SCHÜLER NICHT MIT NORA UND DEM VORLESER!!! Aus dem Buch entstehen Diskussionen die echt sinnvoll sind (nicht wie beim Vorleser, wo ich 2 Std mit der restlichen Klasse inkl. Lehrer darüber streitete ob die den jetzt liebt oder nicht).

Ein Stern abzug gibts dafür das das Buch halt echt was für Jugendliche ist und sehr oberflächlich gehalten wird -> das ist aber wirklich nur eine kleine Geschmackssache.

Wie würde man sich selbst verhalten?      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
In diesem Buch wird erzählt, wie ein Lehrer mit einem Experiment versucht den Schülern klar zu machen, wie anfällig Gruppen für faschistoides Handeln und denken sein können.

In einer Unterrichtsstunde kommt die Frage auf, wie es zu den Handlungen im Dritten Reich kommen konnte. Der Lehrer Ben Ross startet mit einem stufenweisen Experiment, im Verlaufe dessen die Schüler zu einer disziplinierten Gruppe werden soll, die als Gruppe handelt. Er glaubt ihnen so die Frage beantworten zu können. Als erstes macht er den Schülern klar, daß Disziplin ein wichtiger Faktor ist, also "Macht durch Disziplin". Als nächstes formt er eine Gemeinschaft, in dem er ihnen ein "Markenzeichen" gibt, also "Macht durch Gemeinschaft". Der letzte Schritt ist das Handeln, also "Macht durch Handeln".

In der Realität ist es aber wahrscheinlich so, daß ein einzelner Lehrer nicht ausreicht um auch nur die erste Stufe des Experiments durchzuführen. Aus einer undisziplinierten Klasse eine disziplinierte Klasse zu machen bedarf wohl ein wenig mehr. Auch die anderen "Stufen" laufen im Buch etwas schnell ab. Die Schüler lassen sich sofort "infizieren" und sind für jede Idee offen.

Obwohl im Buch alles etwas schnell geht, ist es doch ein interessantes Gedankenexperiment, wie eine Gruppe zu bestimmten Handeln gebracht werden kann.

Sehr schönes Buch      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich kann das Buch nur empfehlen muss einfach jeder mal gelesen haben am Anfang war es noch langweilig wird zum Ende immer spannender. Das Buch ist aber viel anders als der Film DieWelle

Für jeden leicht verständlich      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ben Ross, Lehrer an einer typischen amerikanischen High School, wagt aus einer Laune heraus ein Experiment: Er drillt die Schüler nach seinen Vorstellungen und gibt dieser Bewegung schließlich auch einen Namen und ein Zeichen: Die Welle, eine Schlagenlinie in einem Kreis. Sogar den Gruß gibt es. Er versucht, die Schüler davon zu überzeugen, dass jeder zu jedem Zeitpunkt Mitglied einer faschistischen Bewegung werden kann.

Natürlich gerät das Experiment außer Kontrolle, obwohl die Lehrer anfangs sehr zufrieden mit dem gehorsamen Verhalten ihrer Zöglinge sind. Doch viele haben plötzlich das Gefühl, Roboter entwickelt zu haben. Es gibt sogar Leute, wie früher bei der Stasi, die andere verraten sollen, wenn sie sich nicht den Regeln der Welle konform verhalten. Dies erinnert schon sehr an einen Überwachungsstaat. Laurie Saunders ist anfangs sehr interessiert, als sie aber merkt, dass auch ihr Freund David sich von ihr abwendet, sobald sie etwas Falsches über die Welle sagt, wird ihr unheimlich zu mute und sie lehnt sich auf. So bekommt die High neben der Welle und ihrem Führer Ben Ross auch die Widerständler, so ähnlich wie die Weiße Rose zum Beispiel.

Das Buch wendet sich hauptsächlich wohl an junge Menschen, die in der Schule Lektüren lesen sollen. Doch auch für mich (20) war dieses Buch sehr gut auf den Punkt gebracht. Soll man die Charaktere noch mehr verinnerlichen und ausweiten? Nein, das ganze bleibt an der Oberfläche, man kann selber seine Empfindungen herein setzen und versteht die Charaktere aus ihren Worten heraus. Hier mache ich keine Abstriche. Das Buch behandelt eben diese eine Sequenz. Zudem muss man einfach sagen, dass dies ein Tatsachen-Roman ist, der nicht unnötig aufgeputscht werden muss. Schließlich ist der reine Inhalt der Story schon aufwühlend und unheimlich.

Am Anfang im Buch oder in der Mitte wird etwas gesagt, was man sich merken sollte: Man darf es nicht vergessen.

Man darf Hitler nicht aus dem Lehrplan streichen (obwohl weniger mehr wäre!!!), obwohl wir, die Nachfolger der Kriegsgeneration sind. Man muss sich damit auseinandersetzen. Doch wie diese Schüler in dem Buch dies getan haben, davon sollte man Abstand nehmen.

Fazit: Für den Unterricht ist dieses Buch unerlässlich. Jeder Mensch kann aus diesem Buch lernen. Es ist leicht verständlich und rüttelt noch mehr wach.

Gutes Buch für Jung und Alt      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Also ich kann nur sagen 1a für Jung und Alt. Es ist vom Aufbau her gut gemacht!!!! Das einzigste das ich schlecht finde das immer wieder auch die nachnamen gennant werden so das man schnell rauskommt also halt durcheinander kommt ansonsten alles perfekt!!!!!!

die macht der unzufriedenheit      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
sehr empfehlenswerte lektüre. spiegelt wieder wie leicht es ist unzufriedene menschen zu steuern und sie gegen eine opposition aufzuwiegeln. das resultat kennen wir ja aus geschichtsbüchern und der ternd liegt wieder in diese richtung

Gutes Buch mit schnellem Ende      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Erstmal wieder Großes Lob an Amazon für die schnelle Lieferung, das Buch war nach 2 Tagen da. So jetzt zum Buch: Das Buch ist empfehlenswert für Jung und Alt. Es beschreibt sehr anschaulich die gegebenen Umstände und ist gut geschrieben. Wir haben das Buch gekauft, da mein Sohn( er ist in der 8. Klasse) dieses im Unterricht gelesen hat. Ich persönlich habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen. Mein Sohn und ich ebenfalls bemängeln das Ende des Buchs, da dieses viel zu abrupt kommt und nicht gut geschildert ist. Aber im Großen und ganzem ist dieses Buch auf jeden Fall einen Kauf wert.

(War meine erste Rezession, hoffe aber das sie trotzdem hilfreich ist)


Ein Buch zum nachdenken!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe das Buch in meiner Schulzeit gelesen und fand es sehr spannend. Ich war erschrocken, wie sehr junge Menschen manipulierbar sind. Das hatte ich nicht geglaubt. Ich kann es nur empfehlen mal zu lesen.

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