Heydrich: Das Gesicht des Bösen
Mario R. Dederichs
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Heydrich: Das Gesicht des Bösen 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch ging laut Aussage des Verkäufers auf dem Postweg verloren.
Der Verk. hat sich per mail entschuldigt und den Kaufpreis wieder
erstattet.
Nicht viel neues 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Diese Biographie des wahrscheinlich größten Ungeheuers des Nazi-Regimes war für mich insgesamt enttäuschend. Es steht nichts drin, was man nicht aus älteren Quellen schon wüßte. Lediglich die Recherche des Autors bei den Nachkommen Heydrichs, speziell den Kindern, ist ein neuer Aspekt. Die Schlußfolgerungen des Autors aus seinen Erkenntnissen ist aber auch etwas daneben, wenn er bei den Kindern Heydrichs fehlendes Schuldbewußtsein und mangelnde Aufbereitung der Vergangenheit feststellt. Ich mußte es zweimal lesen, weil ich es nicht glauben konnte- was sollen Kinder im einstelligen Alter mit den Verbrechen ihres Vaters zu tun haben? Deren Wunsch nach einer normalen bürgerlichen Existenz ohne permanente Öffentlichkeit ist für mich ebenso nachvollziehbar wie gerechtfertigt. Allenfalls bei Heydrichs Frau wäre hier noch Potential vorhanden gewesen, leider ist sie ja schon verstorben. Fast möchte man erkennen, daß die Kinder anstelle ihrer Mutter hier Versäumtes nachholen sollen. Deshalb 2 Sterne, zu mehr kann ich mich nicht durchringen.
Sehr oberflächlich 3 von 5.00 Punkten
Verfasser ist die Betrachtung von Heydrichs Persönlichkeit in diesem Buch geraten. Der Autor tut im Grunde nichts anderes, als brav Jahr für Jahr des Lebens Heydrichs herunterzuerzählen. Das mag zu Zeiten von Plutarch, als er die ersten echten Biographien geschrieben hat, noch eine grosse Sause gewesen sein. Heutzutage wirkt das schon beinahe ein wenig naiv. Ziel einer solchen Biographie kann es ja wohl kaum sein, die nackten Fakten herunterzubeten - die gehören zwar auch zu jeder Biographie, stehen aber in jedem Geschichtsalamnach und können daher lediglich das Gerüst für eine nähere Analyse der Persönlichkeit, ihre Wirkung auf ihre Zeit usw. sein. Dies erfolgt in diesem Buch entweder gar nicht oder äußerst rudimentär. In Fests "Das GEsicht des dritten Reiches" erfährt man auf den wenigen Seiten, die dort zum Chef des SD udn RSHA geschrieben stehen, mehr über Heydrichs Person als in diesem ganzen Buch.
Erschreckend 5 von 5.00 Punkten
Verfasser In der Person Heydrichs der an der Wannseekonferenz von Himmler für die Endlösungsfrage der jüdischen Bevölkerung in Tschechien beauftragt wurde erschreckt mit welch gewissenlosem Vernichtungshass er Menschen begegnete.
So hatte unter anderem die Frage der mit Flüchtlingen überquellenden Lager zu lösen.
Fragt man sich nach dem personifiziertem Bösen des dritten Reiches so findet man es in ihm. Gottgleich lebte er ohne Personenschutz in den Ostgebieten vor sich hin bis er einem Attentat zum Opfer fiel.
Auch organisierte er die Banden die den Zwischenfall "Gleywitz"der die deutsche Besetzung Polens rechtfertigen soltte.
Dieses Buch gibt Zeugniss eines abgrundtief bösen von jeder Moral verlassenen Menschen,sogar Hitler und Himmler waren davon erstaunt.
Dieses Buch wird zur Pschologischen Profilstudie, man legt es mit zitternden Händen weg.
Viele Puzzlesteine des dritten Reiches erklärt die Person Heydrichs für Menschen die an der geschichtlichen Aufarbeitung des dritten Reiches interessiert sind.
Nicht nur Heydrich 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Biografie lässt, wenn man ihre Fussnoten einsieht, eine ausgiebige Abhandlung des Lebens von R. Heydrich vermuten. Leider bleibt sie oberflächlich, auf H.´s Umgebung eher eingehend, als auf ihn selbst. Über den persönlichen Werdegang, sowie das Wirken im beruflichen Umfeld wird viel zu wenig verwiesen, um überhaupt auf Charakter und Trugbild schließen zu können. So bleibt nur ein Versuch einer pädagogischen Beurteilung eines der zerrissendsten Menschenbilders des vergangenen Jahrhunderts. Auch neue Erkenntnisse gibt es keine! Empfehlendswert ist dieses Buch nicht, vor nun 30 Jahren erschien Deschners "Reinhard Heydrich", das wohl alles besser kann.
Historisch exakt, politisch korrekt, aber spröde 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Es ist ein Phänomen: Über den nach Hitler vielleicht wichtigsten Repräsentanten des Dritten Reiches ist jetzt, 62 Jahre nach seiner Ermordung, erst die zweite ernstzunehmende Biographie erschienen. Die erste erschien 1977 von Günther Deschner (Reinhard Heydrich - Statthalter der totalen Macht). Die drei Jahrzehnte, die zwischen beiden Werken liegen haben offenbar keine neuen Erkenntnisse zutage gefördert. Exakt dürften beide Biographien sein - wesentlich besser lesen lässt sich das Werk von Deschner, das man wie einen Thriller verschlingen kann. Dederichs kommt mehr wie ein Schulmeister daher, immer bemüht um political correctness.
Lesenswert sind beide Werke, denn Heydrich ist die mit Abstand faszinierendste Führungskraft des Dritten Reiches. Allgemein wird angenommen, dass er die größte Chance gehabt hätte, Nachfolger des Führers zu werden, wenn nur er und das Dritte Reich überlebt hätten. Da er drei Jahre vor der Kapitulation starb konnte man ihm nie den Prozess machen oder über seinen Verbleib spekulieren - so ist er aus dem Focus unserer Geschichtswissenschaftler geraten. - Faszinierend ist die Gestalt, weil man über die Beschäftigung mit ihr etwas über die Zukunft eines nationalsozialistischen Deutschlands erfahren kann, das es dann nie gegeben hat. Das NS-Regime ist über seine Flegeljahre nie hinausgekommen, es wurde nur zwölf Jahre alt. Man stelle sich vor, die Geschichte der Sowjetunion hätte in den Dreissiger-Jahren anlässlich der gewaltigen Hungernöte ein schmähliches und blutige Ende gefunden... . Frösteln muss man bei der Vorstellung, wie ein derartiges Deutschland wohl ausgesehen hätte, mit Heydrich als Führer-Nachfolger.
Skrupelloser möglicherweise als Hitler selbst, aber ohne all die Schrullen und Merkwürdigkeiten, die vielen führenden NS-Machthabern zueigen waren, verkörperte er für viele das , was man mit schaudernder Bewunderung als "blonde Bestie" bezeichnen könnte. Neben höchster Intelligenz und absoluter "Moralinfreiheit" gibt es da noch etwas anderes. Man kann den Eindruck bekommen, das seine Gefühlskälte soweit ging, dass er noch nicht einmal hassen konnte - alles, aber wirklich alles was er tat ordnete er nur dem Erreichen des jeweiligen Zieles unter.
So stellte er schon kurz nach der Machtübernahme ehemalige Verfolger der NSDAP ein - Hauptsache, sie waren professionell in der Polizeiarbeit und auch dem neuen Regime gegenüber loyal. Vergeltungssucht gab es da nicht. Diese übersteigerte Form des Pragmatismus war es auch, die sein Ende besiegelt: 1942 war die tschechische Exilregierung in London verzweifelt. Überall in Europa gab es Widerstand gegen die Deutschen Besatzer, nur in der Tschechei nicht, zumindest nicht in vergleichbarem Umfang. Mit selektivem Terror einerseits und einer betont guten materiellen Versorgung der wichtigen tschechischen Arbeiter (Rüstungsindustrie) andererseits schien es, als "korrumpiere" der frischgebackene Reichsprotektor Böhmen und Mähren. Deshalb, nicht wegen der Wannsee-Konferenz, musste er sterben.
All dies kommt in dem Werk von Dederichs nicht so zum Ausdruck, wie es eigentlich angemessen wäre. Auch die Ausstattung des recht dünnen Bandes enttäuscht etwas, was etwa die Bilder anbelangt. - Wenn dies die einzige Biographie Heydrichs wäre, dann wäre es schwer, dem Mann die Bedeutung zuzmessen, die man ihm zumessen muss.
Das unvollendete Werk eines "Stern" - Reporters 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Das wohl derzeit umfassenste Werk über R. Heydrich. Das Buch hat schon allein durch seinen Autor einen wissenschaftlichen Anspruch. Leider konnte er sein Werk nicht selbst beenden, da er zwischenzeitlich einer Erkrankung erlag.
Der interessierte Laie wird von den unzähligen Quellen beeindruckt sein, die der Autor aufgetan hat. Selbstverständlich ist auch viel bekanntes Material dabei (z.B. aus Knopp
"Die SS").
Als Kritik wäre anzubringen, dass der Auto zu oft in die Knoppsche Schreibweise verfällt und in jedem zweiten Nebensatz überflüssige Ausführungen wie: der dämonische Heydrich, der teuflische H., der bestialische H. erscheinen. Das hat m.E. in einer Biografie mit wissenschaftlichem Anspruch nichts zu suchen.