In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest

Jon Krakauer

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 143 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Unbedingt empfehlenswert - man muss sich darauf einlassen können - Empathie ist gefordert - Vorurteilsfrei wirken lassen      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
ich habe mir diese Hörbuch-Ausgabe, in Anbetracht dessen, dass ich von dem Buch und dem Thema bereits in seinem Erscheinungsjahr durch die Presse wusste - relativ spät zugelegt. Und es war mehr oder weniger ein Zufall, dass ich darüber gestolpert bin. Das Hörbuch, von Christian Brückner ausgezeichnet gelesen, entspricht der Erstausgabe des Buches im deutschsprachigen Raum. Der Unterschied zum derzeit verfügbaren Piper-Buch in einer überarbeiteten Version ist durchaus beachtenswert und sagt einiges über Zeitgeist aus.

Dieser dokumentarische Roman ist erschütternd und unendlich menschlich. Ich habe das Hörbuch 1-mal, 2-mal, 3-mal gehört. Ich habe das Buch gelesen. Und nochmal gelesen. Verurteilen und/oder beurteilen ist nichts. Man muss verstehen. Einen Eindruck bekommen, von dem, was da vor sich gegangen ist. Was Menschen treibt, sich auf einen 8.848 Meter hohen Berggipfel hinauf zu kämpfen. In eine Höhe, die kein Helikopter erreichen kann. Eine Höhe, in der Jumbo-Jets mit 200 Meter plus anzutreffen sind und ihre Passagiere mit Sauerstoff und Druckausgleich versorgen. Man muss sich das vergegenwärtigen. Die Tortour für den menschlichen Organismus ist maximal und für das menschliche Denken und die Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns nicht minder. Das ist eine ungeheure Grenzüberschreitung. Moral, Denken, Fühlen der Tieflandbewohner gelten nicht mehr. Eine als "normal" empfundene menschliche Reaktion auf irgendein Ereignis ist nicht mehr möglich. Schlicht, nicht möglich. Gehirn kommt überhaupt nicht darauf. Gefühl gibt es fast nicht. Das ist eine Reduktion auf weniger als ICH. Wille ist extrem fokusiert, bis ins Unmögliche.

Wir Leser und Hörer sind schlußendlich nichts weiter als Konsumierer. Konsumierer von was? Wer von uns war schon mal an seinen absoluten Grenzen körperlicher und geistiger Fähigkeiten? Es einerseits wissend und andererseits nicht ändern könnenend? Ein Schatten seiner selbst. Eine Reduktion.

Meine absolute Hochachtung für Jon Krakauer. Und Respekt für all die, die es gewagt haben.



erschreckender tatsachenbericht      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
krakauer beschreibt die katastrophe am everest, die im jahr 1996 mehr als 10 menschen das leben gekostet hat viel mehr als erschreckenden tatsachenbericht als wie einen roman.
das buch büßt jedoch nichts an spannung ein, im gegenteil, der reale hintergrund macht es umso intensiver.

vor allem die fragen nach schuld und die verkettung der umstände, in die sich der autor selbst miteinbezieht lassen lange über das buch und seinen inhalt nachdenken und diskutieren. weiters die tatsache, dass selbst "unerfahrene" bergsteiger heutzutage mit hilfe der kommerziellen expeditionen auf den gipfel gelangen: als resultat reiner gelgier bzw. machtdemonstration von menschen, die meinen sich alles erkaufen zu können. eigentlich sollte der berg nur von erfahrenen sportlern aus eigener kraft bezwungen werden.

krakauer schildert aber die faszination des berges so deutlich, dass selbst ich, als nicht extremer-bergsteiger, mit großem horror vor der kälte, angst vor möglichen erfrierungen und den unerträglichen entbehrungen und strapazen, das gipfelfieber und den eisernen willen, den so manchen packt, nachvollziehen kann.

Mit Suchtpotenzial      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch macht genau so süchtig wie der Everest-Gipfel die Expeditionsteilnehmer. Extrem fesselnd und vor allem für Laien verständlich schildert Jon Krakauer die tragischen Ereignisse im Mai 1996, als innerhalb eines Tages 9 Bergsteiger auf dem Weg zum bzw. vom Gipfel der Welt ihr Leben ließen.
Kopfschüttelnd fragt man sich, was um alles in der Welt Menschen antreibt, ihr Leben für den kurzen Moment des Gipfelglücks aufs Spiel zu setzen, um Sekunden später beim Lesen von eben diesem Sog erwischt zu werden.
Krakauer schildert die Geschehnisse aus seiner Perspektive. Das ist sein gutes Recht. Und in der Unübersichtlichkeit der Situation am Berg auch kaum anders möglich. Dass dies nicht das Maß aller Dinge sein muss, lässt uns Anatoli Boukreev in seiner ebenso lesenswerten Antwort (Der Gipfel: Tragödie am Mount Everest) erahnen. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

Packend      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch ist auch für nicht Bergsteiger ein Einblick mit fesselndem Hintergrund.
Beim lesen einiger Passagen musste ich gar die Heizung höher drehen.

+++ Super Buch !!! Dramatik pur +++      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe schon viele "Berggeschichten" gelesen, aber keine wurde so dramatisch geschildert. Dieses Buch erzählt chronologisch die Ereignisse, die sich am Mt.Everest zugetragen haben. Dabei wird auch auf das "letzte" Detail wert gelegt. Wenn man dann noch einige der Sherpas im Fernsehen sieht ("Sherpas am Mt. Everest" kürzlich bei ARTE) bekommt man sogar noch einen zusätzlichen Bezug zu den dramatischen Ereignissen. Fact ist, und das zeigen auch die mittlerweile über 220 Opfer an diesem Berg, das dieses Gebiet wirklich nur den Profs. vorbehalten sein soll und "Möchtegernalpinisten" lieber unten bleiben sollten. Auch die Schilderungen, was aus den überlebenden Protagonisten nach den tragischen Ereignissen geworden ist, verdient das Wort "Super". Jon Krakauer hat ein allumfassendes Buch geschrieben, dass höchste Anerkennung verdient.

unbedingt Lesen !!!

Ausflug in eine Tragödie      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein sehr gutes Buch. Jon Krakauer schildert eine Expedition zum Mt. Everest, in der er als Journalist, die Kommerzialisierung des Bergsteigens kritisch hinterfragen soll.

Detailstark und mitfühlend werden die Momente vom Aufbruch zum Mt. Everest bis zur Gipfelbesteigung geschildert. Man lernt die Fülle an Personen kennen, die in seiner und in diversen anderen Expeditionen, welche gleichzeitig aufbrechen, kennen und baut sich dadurch ein eigenes Bild von den ausschlaggebenden Motiven der Beteiligten auf. Hilfreich sind dabei diverse Photos von den Beteiligten, aber auch von Eindrücken während der Besteigung, da selbst die Schilderungen und Eindrücke, die die Bergsteiger in diesem Moment haben, schwer vorstellbar sind. Während der ganzen Schilderungen wird man selbst als Leser vom Gipfelfieber gepackt und kann den Zwiespalt zwischen der Umkehr, aufgrund körperlichen Verfall, und dem Ziel sich selbst zu beweisen regelrecht mitfühlen.
Die Tragödie an sicht reißt einen ziemlich mit.
Obwohl Krakauer hauptsächlich seinen eigenen Auf- und Abstieg schildern kann, werden die anderen Einzelschicksale, aufgrund einer ausführlichen nachträglichen Recherche rekonstruiert und ziemlich glaubhaft und realistisch widergegben, sodass ich selber noch immer ziemlich bedrückt bin. Besonders, wenn man sich im nachhinein die o.g. Bilder im Buch erneut anschaut und vergegenwärtigt.

Ein sehr glaubhaftes, spannendes und unheimlich trauriges Buch. Deshalb 4-5 Sterne!

Mir ist unverständlich, dass soviel negative Meinungen über die Art und Weise, wie Jon Krakauer das Drama schildert, veröffentlich werden. Bei einem solchen Buch sollte man sich bewusst sein, dass die SChilderungen nur subjektiv niedergeschrieben werden können, besonders wenn man sich die Funktion des Autors zum Zeitpunkt der Besteigung vergegenwärtigt. Krakauer selbst nimmt am Ende seines Buches erneut Stellung zur Kritik, die meines Erachtens durchaus ehrlich und fair beantwortet wird.

Faszinierender, fesselnder Tatsachenbericht      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Einmal angefangen fällt es sehr schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen.
Selbst wer, wie ich, mit dem Bergsteigen nichts anfangen kann, wird von dieser Schilderung in jedweder Hinsicht berührt. Ein Buch das man mehmals lesen muss um es verarbeiten und verstehen zu können.

Ein spannender Einblick in andere Welten      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Für mich als Bergsteiger-Laien sehr informativ, interessant und mitreißend. Ich hatte mich schon immer gefragt, warum man in Not geratenen Bergleuten nicht mit Hubschraubern hilft oder warum Bergsteiger nach einem gescheiterten Versuch nicht einfach einen weiteren Versuch starten.

Selbstverschuldete Tragik      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Jon Krakauer war mir bisher nur als Autor von "In die Wildnis: Allein nach Alaska" bekannt. Umso überraschter war ich nun, beim Stöbern in der Bücherei "In eisige Höhen" zu entdecken.
Es handelt sich hierbei um ein definitiv empfehlenswertes Buch für Menschen, die Nepal, die Berge und das Bergsteigen oder auch einfach nur der Sinn und Unsinn am Mount Everest interessiert. Beim lesen habe ich gedanklich eine Gipfelbesteigung mitgemacht, und, je nach Charakter der Protagonisten oder Urteile über die Entscheidungen am Berg, wird sich der Leser zwischen "Selber Schuld" und "Wie tragisch" quasi alles denken. Bemerkenswert ist, wie Krakauer auch vor sich selbst nicht halt macht und seine eigenen Handlungen am Berg hinterfragt. Ursprünglich sollte Krakauer auf dieser "Expedition" den Leuten die Augen über die steigende Kommerzialisierung und deren Nebenwirkungen, wie beispielsweise Vermüllung, am Everest öffnen, in dem er im nachhinein einen Bericht darüber verfasst. Letzten Endes öffnet Krakauer hier mit seinem Buch, in welchem er nun die Erlebnisse und die Geschehnisse verarbeitet, zwar immernoch die Augen, allerdings vor dem Hintergrund der größten Gefahr der steigenden Kommerzialisierung: dem Ziel und dem persönlichen/geschäftlichen Erfolg mehr Gewicht einzuräumen als dies verantwortlich ist.
Alles in allem ein leicht zu lesendes, stets interessantes Buch, mit dem Krakauer es gelingt, auch einem Berg-Laien die Gefahren und Probleme zügig und halbwegs detailliert darzustellen. Was allerdings stört, und weshalb es auch nur 4 Sterne gibt, ist der persönliche Streit mit Anatoli Boukreev, dem er mit dem Nachwort ein gesamtes Kapitel widmet und somit versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Interessantes Buch mit vielen Schuldzuweisungen      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben. Allerdings liest es sich zwischendurch wie eine Klatschzeitung. Über jeden weiß er etwas zu berichten, wobei es ja eigentlich um das Unglück am Mount Everest geht. Es macht das Buch aber nicht uninteressanter, weil zum Schluss will man ja sowieso wissen, wer waren diese Personen die dort um ihr Leben gekämpft haben.
Meiner Meinung nach zu viele Schuldzuweisungen und das von jemanden dessen Urteilsvermögen durch die extremen Bedingungen in dieser Höhe stark beeinträchtig waren.

Deswegen gibt's nur 3 Sterne.

Empfehlung: "Der Gipfel" von Boukreev....... Liest sich flüssiger und ist nicht weniger spannend als Krakauer?s Buch.

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