Milchgeld. Kommissar Kluftingers erster Fall
Volker Klüpfel
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 123 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Bayernkrimi 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Milchgeld
Der Schreibstil der Autoren ist sehr gut zu lesen. Es gab einige humorvolle Stellen. Doch es störten mich die sehr detailierten Angaben über das Privatleben des Kommissares Kluftinger. Sie tragen nicht wirklich zur Lösung des Falles bei, wie zB. die ausufernde Beschreibung des Essens mit Freunden. Das seine Frau Erika ohne ihn in Urlaub fährt und sauer ist, das er nicht mitfahren kann, da er einen Mordfall in ihrem Provinzkaff klären muss, interessiert mich eigentlich absolut nicht. Auch Tage nach dem Mord haben sie fast keine Spur. Und wenn sie mal eine haben, verlegen sie das recherchieren auf den nächsten Tag. Ich finde den Roman nicht so wirklich spannend. Spannende Stelle werden ständig durch die Beschreibung des Privatlebens oder sonstige Banalitäten unterbrochen. Die Ermittlungen brauchen sehr lange bis sie mal den nötigen Schwung bekommen.Dies geschieht erst beim letzten viertel des Buches. Nachdem der Zweite Mord geschah ging es dann aber mal etwas schneller voran. Mir fehlte besonders die Spannung. Das Buch ließ sich zwar nett lesen, aber es bekommt von mir 2,5 Sterne, da dies kein Heimatroman über einen Kommissar ist, sondern ein Krimi. Ich habe noch den nächsten Kluftinger auf meinem SuB liegen und ich bin doch sehr abgeneigt ihn zu lesen.
Milch als Wirtschaftsgut - das Hörbuch 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Den bereits vielen Rezensionen habe ich inhaltlich nichts hinzuzufügen.
Allein zur Hörbuchversion (3 CD und 229 Minuten) sei angemerkt, dass die "Kluftinger"-Audiobücher eine "Autorenlesung" von Volker Klüpfel und Michael Kobr sind. Doch genau genommen ist diese Lesung eher ein angedeutetes Hörspiel, eine "Krimilesung" mit zwei Sprechern, die sich die verschiedenen Rollen und den Erzähler" aufteilen - so jedenfalls das Konzept der Autoren.
Wie bereits beim fünften Fall "Rauhnacht" und bei Hörbüchern anderer Literaten angemerkt, sind Autoren nicht immer gut beraten, ihre Werke selber vorzutragen. Besser man ließe die "Kluftinger"-Kriminalromane von einem professionellen Schauspieler vorlesen - ich denke dialektal zum Beispiel an Dieter-Werner Steck - oder gar als Hörspiel produzieren.
Ansonsten aber durchaus klassische Krimikost.
Bulle von Tölz meets Columbo 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Netter Mix aus Mundart Krimi" und Beziehungsratgeber. Die Grundidee finde ich ganz interessant, vor allem, weil ich nur 60 km nördlich von Memmingen aufgewachsen bin und somit mit den Orten, der Mundart und den Bräuchen was anfangen kann. Ein Leser aus dem Norden wird sich da schwerer tun ...
Anfangs fand ich es etwas schwierig, in den Erzählstil rein zu finden, es ging dann mit der Zeit. In der Mitte hatte MILCHGELD meiner Meinung nach einige Längen, aber gegen Ende des Buches entwickelt sich dann doch noch Dynamik und man begleitet die Protagonisten mit Spannung bei der Klärung des Falls. Leider war das Ende doch voraussehbar und man wusste schon in den Anfängen des Buches, wer letztendlich der Mörder war.
Alles in Allem ein nettes Buch und schnell zu lesen. Hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen", trotzdem werde ich dem liebenswerten Kommissar Kluftinge noch eine Chance geben und bei Gelegenheit auch seinen zweiten Fall schmökern.
Hätte gern 2,5 Sterne vergeben, aber das geht ja leider nicht.
Enttäuschend 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Von diesem Krimi hatte ich mir deutlich mehr erwartet - zumal daraus eine ganze Krimi-Serie wurde!
Der Roman beginnt damit, dass die Hauptfigur Kommissar Kluftinger beim Essen gestört wird (unerhört!!) weil sich in seinem Heimatdorf ein Mordfall ereignet hat. Nach der Besichtigung des Tatorts passiert eigentlich erstmal knapp 200 Seiten lang nix mehr - der Kommissar isst viel, streitet mit seiner Frau, regt sich so ziemlich über alles und jeden lautstark auf und scheint, genau wie der Leser, darauf zu warten dass endlich was passiert, das die Ermittlungen vorantreibt. Seine Polizeikollegen spielen auch eher untergeordnete Rollen, da sie offenbar nur zum Anschreien, Frustablassen oder Belächeln da sind.
Im letzten Drittel scheint sich das Autorenduo daran erinnert zu haben, dass das ja ein Krimi werden sollte und fügt endlich etwas Spannung und "Action" ein. Die Auflösung des Mordfalls ist dann überraschend komplex und etwas verwirrend, da man vorher durch langatmige Exkurse in Kluftingers Privatleben irgendwie kaum etwas von den zart angedeuteten Hintergründen der Tat mitbekommen hatte.
Ich kann die Begeisterung für diesen Roman und seinen "Helden" also leider absolut nicht teilen und werde mich wohl auch von den weiteren Kluftinger-Fällen fernhalten :(
Oh je, armes Allgäu 1 von 5.00 Punkten
Verfasser "Milchgeld ist ein Volltreffer, weil er Mentalität in Reinform verkörpert." ... Das schreibt allen Ernstes die Süddeutsche Zeitung. Ich kann dem, als Bayer, nur heftigst widersprechen:
"Milchgeld" bedient in allen Facetten die bekannten Klischees über das Allgäu, nicht etwa schön oder witzig erzählt, sondern platt und die Person des Kommissars Kluftinger ist bei weitem der übelste Teil daran. Also, ich möchte keinen Kommissar als Hüter meiner Ordnung haben, der (1) ungebildet (2) dickköpfig und (3) intolerant gegen alles "Nichtallgäuerische" und, vor allem, alle "Nichtallgäuerischen" ist. Dazu passt natürlich die Person des Assistenten "Maier", der als Schwabe im Allgäu schon von Anfang an verloren hat, dementsprechend als Wichtigtuer stilisiert wird, ständig schuldbewußt im Kielwasser seines göttlichen Kluftinger herumhavariert und sich insgesamt wie ein kleiner Bub verhält. Ebenso wird der Chef der Abteilung, ein Herr "Lodenbacher", als Niederbayer vor allem auf seine niederbayerischen Akzentäußerungen reduziert, die selbst für mich, einen geborenen Niederbayern, nur schwer zu lesen sind. Die Sekretärin kommt aus Sachsen ... und so weiter.
Die Geschichte selbst ist noch nicht einmal als "bodenständig" zu bezeichnen, schon gar nicht spannend und in den Fakten kaum rechechiert. Ein abgehalfterter, geldgieriger Lebensmittelchemiker macht gemeinsame Sache mit dem Juniorchef einer Allgäuer Molkerei, erzeugt einen gesundheitlich bedenklichen Schnellkäse aus russischem Milchpulver und wird aus diversen Gründen ermordet. Es spielt noch eine "Nebenhandlung" mit dem Sohn eines Chemikerkollegen mit, der passenderweise ebenfalls ermordet wird, und am Schluß ergibt sich die naheliegende Lösung bei der Tätersuche.
Das Alles in einem langweiligen, klischeeüberladenen Erzählstil. Es gibt nun wirklich bessere Krimis und das Allgäu hätte einen besseren verdient. Ich rate ab, und würde eigentlich Null Sterne vergeben.
Klufti, außen raue Schale, innen weicher Kern 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Bereits von Anfang an ist Kommissar Kluftinger die eigentliche Attraktion des Romans, ohne dass einem dabei die Handlungen nebensächlich vorkommen. Er ist ein bisschen tapsig und schusselig und wirkt gegenüber seine Kollegen oft unbeholfen. Doch der Schein trügt. Modetrends, die man mitmachen muss wie Internet, Intranet- und Datenbankrecherche mag er nicht besonders gern. Aber dafür hat man ja seine Mitarbeiter, an die man solche Aufgaben weitergeben kann. Seine Stärke, die er bei seinen Ermittlungen am liebsten einsetzt, ist seine Fähigkeit, aus kleinen Details wie Gestik, Mimik und Haltung seiner Gesprächspartner wichtige Informationen zu gewinnen. Auch lässt er gerne bei einem Verhör hier und da einige Dialektfetzen einfließen. Die Betroffenen sollen erst mal nur denken, er sei ein Bauernrüpel, wie er wirklich ist, merken sie dann schon. Klufti ist von einem liebenswerten Wesen und alles, was er tut, macht ihn sehr sympathisch.
In seinem ersten Fall raubt ihm ein Mord in seiner siebentausend Seelengemeinde den Schlaf. Zuerst tappen er und sein Team im Dunkeln. Doch bald finden sie einen Verdächtigen. Jetzt müssen Beweise her. Mit Hinweisen, Indizien, die gegen den Mann sprechen, kommen sie aber nicht weiter. Das Schlimme an der Sache ist, in einem Augenblick scheint noch alles klar zu sein und im nächsten ist dann nichts mehr so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich glaube, dass bei den Büchern der beiden Autoren es nicht unbedingt darum geht, wie oder warum ein Mord verübt wurde, sondern vielmehr um amüsante Nebensächlichkeiten. Denn der Humor kommt dabei wirklich nicht zu kurz. Und gegen den Schluss wird es noch richtig spannend.
Die Klufti-Reihe hat ausgefeilten Witz, einen besonderen Charme und gutes Niveau.
Mittelmaß 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Zum Glück war mein 1. Kluftinger "Seegrund". Hätte ich mit Milchgeld angefangen, so hätte ich wohl keinen weiteren Klufti mehr gelesen. Während ich bei Seegrund bereits ab der 1. Seite nur noch am Lachen war und auch der Schreibstil wirklich gut war, so musste ich mich bei Milchgeld durch die ersten 80 Seiten förmlich durchquälen. Total in die Länge gezogen, nur blabla über Absätze hinweg, die dann immer mit "jedenfalls" endeten. Furchtbar und überhaupt nicht komisch! Es las für mich so, als wären die Autoren noch nicht richtig im Schreibfluss drinnen gewesen, aber es hat auch keine Überarbeitung mehr stattgefunden. Danach wurde es dann zum Glück besser und die letzten 150 Seiten waren dann endlich der richtige Klufti: Lustig, gut geschrieben und einfach kultig!
So begann der Klufti-Kult 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Kluftinger-Romamen sind echte "Eyecatcher" (Klufti würde diesen Angliszimsus vielleicht mit einem "Priml" zur Kenntnis nehmen), die großen Verkehrszeichen auf dem Cover springen einem bei jedem Bücherstapel so richtig ins Auge. "Milchgeld" nennt sich der erste Teil und wie man leicht errät, spielt dieser Fall im Millieu der Milchwirtschaft. Aber streng genommen ist der Fall selbst für dieses Buch weniger wichtig als man es von einem Krimi meinen möchte. Die ganzen 300 Seiten drehen sich mehr um den allgäuer Kommissar Kluftinger (Vornamen hat der arme Kerl scheinbar keinen), der so ganz und gar nicht dem klassischen Archetypen des Chefermittlers entsprechen möchte. Als Mitglied in einer Trachtenkapelle liebt er Kässpatzen und seine Heimat, hasst aber alles "Neue" vom Parmesan bis zum PC. Aber auf den Kopf gefallen ist er bestimmt nicht, er löst seinen Fall einfach mit komventionellen Methoden und vermutlich realitätsgetreuer als in den meisten anderen Krimis. Zwischen den Seiten menschelts es so richtig schön, das macht den klufti für den Leser schnell sympathisch, auch wenn er eher recht kautzig ist. Einigen Raum nehmen auch Beschreibungen des Allgäus und des speziellen Menschenschlags ein. Etwas weniger Kitsch, Klischees und Kommödienstadl und dafür ein bisschen mehr Spannung hätten dem Buch sicher nicht geschadet. Trotzdem habe ich mich bestens unterhalten werde mir bald Klufti's zweiten Fall vornehmen. Wer mehr über diese Krmis lesen will, sollte sich mal Klufti's Homepage ausführlich zu Gemüte führen :-)
Toller Ausnahmekrimi für jemanden, der mit Krimis eigentlich gar nicht kann... 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich bin leider ein echter Spätzünder, der erst kurz vor dem Jahreswechsel auf die Kluftinger-Reihe gestoßen ist, und war von Milchgeld sofort begeistert. Normalerweise lese ich nicht gern Krimis, weil ich offenbar immer zu doof bin, der Handlung zu folgen, aber obwohl es Milchgeld keineswegs an Spannung mangelt, war die Handlung doch sehr nachvollziehbar, ausführlich und in guter Chronologie geschildert, so daß auch ich gut mitbekommen bin.
Sehr gut gefällt mir, daß es den Autoren offenbar nicht ausschließlich oder nicht in erster Linie darum geht, komplizierte Fälle zu ersinnen, die man erst nach dreimal Lesen wirklich ganz durchblickt und erfaßt hat, sondern daß ein großes Gewicht auf die Schilderung der beteiligten Charaktere gelegt wird. Liebenswert und mit Humor wird der leicht grantelige Kluftinger porträtiert, den man nicht nur in seinem dienstlichen Umfeld erlebt, sondern auch rundherum als Privatmensch, sei es in der häuslichen "Idylle" mit seiner Ehefrau, als nicht ganz freiwilliger Schlagzeuger in der örtlichen Heimatkapelle oder im Gekabbel mit der männlichen Hälfte eines befreundeten (gelegentlich auch "befeindeten") Ehepaares. Das alles macht die Person des Kommissars zu einer runden Sache, umgeben von nicht minder detailliert und sympathisch gezeichneten Mitmenschen, neben der Ehefrau der niederbayerische Vorgesetzte, die blutjunge Sekretärin aus Sachsen und eben der "Erzfeind", der immer braungebrannte, scheinbar immer die Contenance wahrende Dorfarzt.
Wenn man weitere Romane der Reihe gelesen hat (aktuell habe ich gerade den dritten beendet, Rezension siehe dort), merkt man auch, dass Milchgeld das Erstlingswerk und Einstieg war - die Charaktere und die Interaktion gewinnen deutlich an Detail und Tiefe in den nachfolgenden Romanen, so daß auch der Leser richtig "mitwachsen" kann und das Gefühl hat, mit dem ersten Buch neue Menschen getroffen zu haben, die er im Verlauf des Weiterlesens immer besser kennenlernt. Wahrscheinlich kein gewollter und bewußter Effekt, sondern hat sich wohl beim Schreiben so ergeben, daß auch die Autoren ihre Protagonisten immer besser kennenlernten und immer detaillierter schildern konnten, aber das mindert den Effekt ja keineswegs.
Kluftinger ist ein echter Sympathieträger in seiner leichten Granteligkeit, die aber auch mit viel Gutmütigkeit gepaart ist, und ich freue mich definitiv auf die weiteren Fälle!!
Spannender Krimi - Bilderbuchallgäu? 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Kluftingers erster Fall hat mir gut gefallen und gezeigt, was in einer Bilderbuchlandschaft (die man als Tourist so kennt) alles passieren kann. Damit sichs gut liest, muss natürlich überzeichnet werden.