Aufbruch ins Ungewisse: Abenteuer zwischen K2, Sinkiang und Amazonas

Kurt Diemberger

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Kontrollierter Extremismus      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Seit 1956 ist Diemberger als extremer Bergsteiger unterwegs. Einer, der so lange überlebt hat! Einer der so viele Achttausender-Besteigungen überstanden hat! Das kann kein Zufall sein.
Sollte er zu der besonnenen Sorte von Extremisten gehören, die nicht nur das Handwerk exzellent beherrschen, sondern auch noch ihren Verstand gekonnt einsetzen? Gibt es da nicht einen guten Grund so einem zuzuhören, wenn er von den Bergen und den Erlebnissen mit ihnen erzählt? Zumindest für einen Alpinisten sollte das selbstverständlich sein. Dieser Vertreter seiner Zunft ist einer, den ich als gemäßigter Rastloser bezeichnen möchte. Es treibt ihn immer wieder hinaus wie jeden Abenteurer, aber er wählt seine Schritte doch mit Bedacht.

Kammerlander hat ihn als Reisenden zwischen den Welten bezeichnet. Da gibt es aber viel mehr Welten, die D. zu erkunden aufgebrochen ist, als nur die oft kolportierte Reise zum unbekannten Ich, dem Inneren Berg, den man bei einer Bergbesteigung immer auch noch zusätzlich erklimmen muss.
D. fährt nicht einfach zu einem Berg hin, rauf-runter-nach Hause. Ihn interessiert das Gesamtkunstwerk: Landschaft, Menschen und welche Rolle spiele ich dabei. Gute Voraussetzungen auch Filme zu drehen und Bücher zu schreiben. In beidem war er ebenfalls erfolgreich.
Der Buchtitel spielt auf dieses Ungewisse an, dem sich der Autor bei seinen Erlebnisreisen in Wüsten, Regenwälder und Berge bewusst aussetzte. D. nennt es "Zauber", er weiß wohl, dass man nicht alles ergründen kann, auch der Mensch ist ja geheimnisvoll. "Gelobt sei das Leben, in dem wir nicht wissen, ob es gelingt!" Der Reiz liegt darin, nicht zu wissen was kommt. Aber, egal was kommt, man muss überleben, um sich dem Reiz immer wieder erneut auszusetzen. Langeweile fände der Autor schrecklich.
Ähnlich wie Messner, konnte es ihm irgendwann nicht mehr darum gehen auf einem Achttausender zu stehen. Das zeichnet echte Abenteurer aus, sie sind keine Spezialisten, außer darin, sich nicht festlegen zu lassen. Sie sind kreativ und flexibel. Das gehört zu ihrer Überlebensstrategie. Hierin ist D. Experte.
Wer nun aber glaubt, dies sei ein philosophisches Buch, der irrt sich. D. versucht nicht krampfhaft- wie zuweilen Messner- einen tieferen Sinn in seinem Tun gefunden zu haben, was oft den Verdacht erregt, als ob man sein Tun rechtfertigen möchte und in Erklärungen die Erlösung von dem eigenen Getriebensein zu finden.
Dabei haben die Menschen, auch Bergsteiger, nicht das Ziel irgendwelche Berge zu besteigen, sondern das, was sie machen, gut zu tun. D. sagt es, "das Problem dabei ist, dass man keinen objektiven Maßstab" hat.
D. hat keine Antworten, er erzählt einfach seine Geschichten. Sie sind unterhaltsam, gelegentlich etwas langatmig. Er lebt nach dem Grundsatz: "Dass wir noch leben, ist wie ein fortdauerndes Geschenk, ist eigentlich die Hauptsache, der Rest wird sich finden."

Diemberger setzt Maßstäbe      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Kurt Diemberger ist der einzig noch lebende Bergsteiger, dem zwei Erstbesteigungen von Bergen jenseits der 8000er Marke gelungen sind. Ich kann nur raten, sofern dazu die Möglichkeit besteht, einen Vortrag von Kurt zu besuchen. Man hat fast den Eindruck, eine Chronik des Alpinimus in zwei Stunden vermittelt zu bekommen. Dieser Mann hat einfach alles erlebt. Von den Anfängen, wo er sich als extrem ambitionierter Bergsteiger mit den einfachsten Mitteln begnügen musste, bis zum Massenbergsteigen, was seine Kameradin Julie Tullis am K2 das Leben kostete. Und all das steht auch in diesem Buch. Kurt Diemberger war auch dabei als der damals wohl beste Bergsteiger der Welt, Herrman Buhl, durch einen Wächtenabbruch auf der Chogolisa abstürzte. Allein als historische Dokumenentation ist dieses Buch als ein Zeugnis der Geschichte des Alpinismus sehr lesenswert. Wer einfach nur unterhaltsame Bergsteigergeschichten hören möchte, wird hier ebenso bedient.

absolut empfehlenswert      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Kurt Diemberger ist ja der Erstbesteiger von 2 Achttausendern, und außerdem der einzige noch Lebende, der dieses Kunststück vollbracht hat.-Beim Lesen merkt man, dass eine echte Abenteurerseele in Ihm steckt, und genauso spannend wie er es erlebt haben muss, bringt er es rüber.Herrliche Landschaftsbeschreibungen, sein berufliches Verhältnis zu Julie Tullis, mit der er viele gemeinsame Träume hatte, deren größter es war, Ihren geliebten K2 zu bezwingen. Am Ende kommt nur Kurt zurück, während Julie für immer dem Berg gehört.
Ganz besonders interessant ist Diembergers Beschreibung seines Seilgefährten Hermann Buhl, den er nicht nur als Bergsteiger verehrte, sondern auch ganz besonders als Mensch schätzte.
Das Buch ist gespickt mit Anekdoten aus dem Bergsteigerleben, die sowohl Sherpas, Japaner als auch Italiener betreffen.
Absolut lesenswert

Ein faszinierender Mensch ...      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
... hat ein faszinierendes Buch über sein Leben als Bergsteiger, Abenteurer und Kameramann geschrieben. Besonders in den ersten Kapiteln spürt man die Liebe Diembergers zur Natur, zu den Bergen, ja sogar zu den Steinen.

Es ist kein Buch, in dem es vorrangig über die Technik des Bergsteigens geht, sondern eher um die Gefühle dabei und um tiefe Freundschaften, die sich am Berg gebildet haben.

Diemberger ist der Mann, der den legendären Hermann Buhl zuletzt lebend gesehen hat, bevor dieser am Chogolisa in den Tod stürzt. Er hadert mit dem Tod seiner langjährigen Gefährtin Julie Tullis, die am K2 stirbt, nachdem sie den Gipfel beim dritten Anlauf endlich bezwungen haben. Gerade dieser Tod macht Diemberger sehr zu schaffen, er verwirklicht noch Jahre danach Träume, die sie einst gemeinsam gehegt haben.

Es ist ein unheimlich ergreifendes Buch, weil der Autor sehr eindringlich erzählt und seinen Gefühlen wirklich freien Lauf lässt.

Uneingeschränkt empfehlenswert!


Mal kein großer Gipfelstürmer      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Es ist schön, die Erzählung von jemandem zu lesen, dem es nicht nur um die Gipfel ging, sondern um die Landschaft, das Erkunden und Entdecken. Das Buch ist beeindruckend, mit interessanten und aufschlussreichen Skizzen, die den Verlauf der Besteigungen und Erkundungen auch für Ortsunkundige nachvollziehbar macht.
Die Erzählungen im Buch sind überschattet von der Tragödie am K2, bei der zahlreiche Bergsteiger und darunter auch seine Berg- und Filmpartnerin Julie Tullies ums Leben kamen. Immer wieder kommt K.D. auf dieses Thema zurück. Teilweise ergeht er sich in Schuldzuweisungen, Erklärungen und Richtigstellungen, die für mich als Leserin manchmal schon zu breitgetreten wurde.
Das Thema "Amazonas", das auch im Titel erscheint, ist zwar witzig, steht aber in überhaupt keinem Zusammenhang zu Zeit, Ort, Geschehnissen, Stil usw zu den vorhergehenden 90% des Buches. Nur der Hauptdarsteller ist der gleiche. Es liegt die Vermutung nahe, daß es sich dabei um ein Kapitel handelt, daß schon seit langer Zeit geschrieben in einer Schublade lag und bislang in kein Buch reinpasste. OK. Auch wenn es thematisch echt nicht recht reinpasst, so ist es doch unterhaltsam. Aber es hat halt nix mit dem restlichen Buch zu tun.

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