Meine Reisen mit Herodot: Reportagen aus aller Welt

Ryszard Kapuscinski

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Ein Genuss!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dies war für mich das erste Buch dieses polnischen Autors - und auch die erste Erfahrung mit Herodot seit der Schulzeit (und da wurde er nur periphär erwähnt) - Kapuscinski gelingt es, dem neuzeitlichen Leser einen Autor der Antike so lebendig nahezubringen als handle es sich bei den Berichten um tagesaktuelle Geschehnisse. Sehr empfehlenswert!

Konstuert und Misslungen      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das ganze Konzept des Buches wirkt sehr konstruiert und ausdruckslos. Auch der Stil des "Autors" ist sehr hölzern, zumindest in der deutschen Übersetzung.

Meine Reisen mit Herodot - Ryszard Kapuscinski      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Die Möglichkeit, die Reisen u.a. durch Indien und China mit den Augen eines total Sprachlosen" zu betrachten, fand ich beeindruckend. Die Passagen aus Herodots Historien" ausgezeichnet und wie immer lesenswert und gut für die eigene Erinnerung. Leider fand ich einige Kommentare und viele der gestellten Fragen nicht unbedingt als der Weisheit letzter Schluß.

Eine Klasse für sich - aber nicht die Druckausgabe      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Fünf Sterne für den wunderbaren Text des Ausnahmeautors. Ryszard Kapuscinski ist wie immer eine "Klasse für sich", man täte ihm Unrecht, versuchte man, ihn mit einem anderen Auslandskorrespondenten, Reisejournalisten o.ä. zuvergleichen.

ABER: Die Druck- und Papierqualität ist für ein Taschenbuch ungewöhnlich schlecht. Die jeweiligen Rückseiten scheinen so stark durch, dass es stört. Dazu sind die Seiten sind mit außergewöhnlich großen Buchstaben fast bis an die Ränder bedruckt. Das ist sehr irritierend - SCHADE!

Unsere Reisen mit Kapuscínski      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein wenig flunkert der Verlag, wenn er Kapuscinskis Buch über seine Reisen mit Herodot den Untertitel "Reportagen aus aller Welt" gibt. Zwar berichtet Kapuscinski auch aus Asien und Afrika, eigentlich hat das Buch aber nur ein Thema, nämlich das Reisen als solches. Daher erfahren wir auch gar nicht so viel über Indien und China, Äthiopien und dem Kongo, Länder aus denen Kapuscinski berichtet; sehr viel jedoch über die eigentümliche Faszination, die das Reisen selber ausmacht.
Anhand seiner außergewöhnlichen Biographie versucht Kapuscinski zu ergründen, was den Menschen beim Reisen wirklich bewegt: Es ist vor allem die Überschreitung der Grenze. Als junger Mann im Polen der 50er Jahre hat diese Vorstellung einen sehr realen Ursprung, denn an eine Überschreitung des Eisernen Vorhangs war zu jener Zeit nicht zu denken. Für Kapuscinski jedoch soll das Bild der Grenzüberschreitung zu einer sinnstiftenden Erfahrung des Lebens überhaupt werden. Im Grenzübergang zum Neuen und Fremden ist für Kapuscinski all unser Sein und Werden bewahrt.
Noch seinen Schilderungen der ersten Reisen nach Rom, Indien und China merkt man diese initialzündende Bedeutung an. Sie kommen einer Initiation gleich, die das Leben auf eine neue Stufe hebt. Es sind großartige Beschreibungen einer beginnenden Reisleidenschaft. Die Überschreitung der Grenze ins Fremde wird zeitlebens das Thema für Kapuscinski bleiben und er erklärt diese Leidenschaft am Beispiel des antiken Historikers Herodot, für den der Autor eine mindestens so große Leidenschaft hegt wie für das Reisen selber. Wer Kapuscinskis "Meine Reisen mit Herodot" liest, wird also nicht nur einiges über das Reisen an sich und die Reisen des Autors erfahren, sondern auch jede Menge über die Reisen des antiken Vorfahren, über die Perser, die Griechen und die Skythen, Dareios und Xerxes, ja der gesamte Perserkrieg zieht an uns vorüber. Kapuscinski sieht in Herodot überhaupt den ersten Reporter der Weltgeschichte, der von Neugier getrieben selber die Orte aufsuchte, von denen er schrieb.
"Meine Reisen mit Herodot" ist ein großartig geschriebener, biographischer Essay, bei dem man viel über das Wesen des reisenden Menschen erfährt. Es wundert einen nicht, dass Kapuscinski eine so große Fangemeinde hat.

Thomas Reuter

Zwei Riesen schreiben große Geschichte(n)      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
'So dicke Bücher sehen verlockend aus, sie sind wie eine Einladung an einen üppig gedeckten Tisch.' So schreibt Kapuscinski über sein großes Vorbild Herodot. Und er geht begleitet mit dem Buch 'Historien' von Herodot auf seine eigenen Reportagereisen, die ihn vor allem nach Afrika und Asien führen. So wird seine eigene Wirklichkeit zugleich gespiegelt in den Geschichten, die Herodot vor über 2000 Jahren aufschrieb. So schreibt er sehr gedankenvoll, inspiriert-anregend und gibt dem Leser zahllose Anregungen, nun seinerseits in den Brunnen der Vergangenheiten hinabzusteigen, seine verschiedenen Tiefen kennenzulernen und so die Gegenwart besser zu begreifen. Das ist großartig, stilistisch wunderbar geschrieben und ein Buch zum Wieder- und Wiederlesen. Oder, wie Kapuscinski selbst schreibt (über Herodot natürlich!): 'In jedem Buch sind einige Bücher enthalten, man muß es nur verstehen, zu ihnen vorzudringen, sie zu entdecken, zu enthüllen und zu begreifen.'

Halt ein Kapuscinski ...      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Warmherzig, schlüssig, spannend, lehrreich, unterhaltsam. Dabei nie den Zeigefinger erhebend oder gar belehrend überheblich. Ein Genuss. Gäbe es solche Schulbücher, müßte man sich keine Sorge über mangelndes Geschichtsinteresse von Schülern machen...

Anrührend und intensiv      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein ganz und gar wunderbares Buch: Einer des besten Reporter weltweit beschreibt seine anhaltende faszination für Herodot - und tu das, indem er Geschichten aus seinem eigenen Reporterleben mit denen von Herodots Reisen zusammenwebt. Meisterhaft! Eines des besten Reise- und Welterklärungsbücher, die es gibt!

Anleitung zur Reportage      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Als der polnische Reporter Ryszard Kapuscinski erstmals aufbrach, um "Grenzen zu überschreiten", gab ihm die Chefredakteurin des "Sztandar Mlodych" (Jugendfahne), in deren Auftrag er Ende der 50er Jahre aus Indien berichten sollte, ein Buch mit auf den Weg: HERODOT HISTORIEN. Fortan wurde das Buch wie die Zahnbürste zum fixen Reiseutensil. Er tauchte in eine ihm völlig fremde Welt ein und Herodot wurde zum Reiseführer. Es ging fürs Erste nicht darum, was geschildert wird, sondern wie man vorgeht um etwas, von dem man zunächst nichts weiss, zu erkunden und zu beschreiben. Herodot, der im 5. vorchristlichen Jahrhundert lebte, half, denn er verfügte über die Voraussetzungen und bediente sich der Grundsätze, die für eine Reportage und für Geschichtsschreibung noch heute gelten: Neugier, Hinsehen- und -hören, Quellenwahl, Quellenprüfung, schliesslich dem eigenen Urteil vertrauen. Dazu benötigt man allerdings viel Zeit, die man heute, in der die Medien weitgehend zu reinen, quoten- und damit geldgenerierenden Unterhaltungs- und Belustigungsmaschinen verkommen, nicht mehr hat. Der Schnee von gestern schmilzt rasch. Kapuscinski , der selber in Zeiten journalistischen Durchfalls zum Fossil geworden ist, verwebt die eigenen Texte mit jenen Herodots und führt also das Verfahren vor. Er tut dies allerdings, indem er selber kritische Zwiesprache mit seinem alten Freund hält und versucht die Lücken, die Herodot hinterlässt, mit eigener Vorstellung aufzufüllen. Das geht oft soweit, dass Kapuscinski, der selbst oft genug in schwierige Situationen gerät, dann zum Buch greift, weil Herodots Geschichten ihn nicht mehr loslassen. Der Schweiss, vielleicht gar Angstschweiss, der ihm, in einer schäbigen, muffigen, feuchtheissen afrikanischen Unterkunft, erschöpft auf seiner Pritsche liegend, aus allen Poren dringt, tropft auf die zerlesenen Seiten seines zerfallenden Buches. Wir aber haben die Möglichkeit zu einer Neuausgabe von Herodots Texten zu greifen. Dieses Buch macht Lust hierzu.

Die Aufhebung der Zeit      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Richard Kapuscinski hat schon mit dem 'Fußballkrieg' bewiesen, daß er sich in Menschen und Situationen - hier unvergleichlich in Soldaten bei ihrem ersten Einsatz an der Front - hineindenken und dies hautnah schildern kann. In den 'Reisen mit Herodot' versetzt er uns zweieinhalb Jahrtausende zurück, bleibt aber gleichzeitig in der Gegenwart. Es gelingt ihm, die Zeit aufzuheben, Herodot als den Erfinder der Reportage in Bezug zu dem Reporter des 20. Jahrhunderts zu setzen und aufzuzeigen, wie Geschichte weiter fortwirkt und sich in der Gegenwart manifestiert, aber auch, wie Geschichte geschrieben wird: Tatsachen, subjektive Emfindungen und Mythen vermischen sich untrennbar und bilden das, was wir dann "Geschichte" nennen.
Wenn man dem Buch etwas vorwerfen kann, dann nur das, daß es ein kleines bißchen redundant ist. Man merkt ihm die Handschrift des Reporters an, der für Zeitungen schreibt und mit der Vergeßlichkeit der Leser rechnen muß. Aber das wird wieder wett gemacht durch den brillanten Erzählstil und die durch und durch ehrliche Grundhaltung des Autors.
Ein glänzendes und sehr empfehlenswertes Buch. Es wäre, gerade wegen seiner unterhaltsamen Art, eine gute Grundlage für den Geschichtsunterricht an Schulen.

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