In die Wildnis: Allein nach Alaska

Jon Krakauer

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 76 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Seltsamer Einstieg in einen seltsamen Austieg      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich bin vor Ewigkeiten auf die "In die Wildnis" Verfilmung von Sean Penn gestoßen und hab den Film wirklich lieben gelernt. Ich habe eine ganze Weile gehadert mir das Buch zu kaufen in der erwartung das entweder das Buch oder der Film schlechter ist...also das eine das andere Abwerten könnte. Habe mich dann aber, weil ich vorher schon "In eisige Höhen" gelesen habe und ziemlich begeistert war von Krakauers Schreibstil, dazu entschlossen es mir zuzulegen und die Wahl war gut.

Es ist am Anfang Gewöhnungsbedürftig das das Buch so distanziert geschrieben wirkt wohingegen der Film sofort Persönlich ist. Das wird aber dadurch geklärt das "Supertramp" sein eigenes Tagebuch auch schon in der 3ten person verfasst wurde.
Das Buch gibt rundum sehr viele zusätzliche Informationen die im Film natürlich verborgen bleiben und werfen ein sehr menschliches Licht auf den Protagonisten und seine Selbstreflektion.
Krakauer versteht es wirklich einen zu Fesseln, mit Informatonen
zu versorgen und die Dinge, trotzdem er vorwarnt Persönlich zu werden, immernoch Kritisch zu betrachten.

FAZIT: Das Buch lohnt sich Definitiv zu Lesen, es geht schnell von der Hand und ist auch für die die den Film kennen eine sehr gelungene Erweiterung der Sicht auf einen außergewöhnlichen jungen Mann und seine außergewöhnlichen Sichtweisen ohne zu verführen.

Emotionen pur      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch hat die unterschiedlichsten Emotionen in mir ausgelöst. Die Briefe, die er an seine Freunde schrieb, vorallem an den älteren Herren, rührten mich zu Tränen. Es fasziniert mich, wie Chris es schaffte in kurzer Zeit einen bleibenden Eindruck bei seinen Mitmenschen zu hinterlassen. Es war schön zu lesen, dass auch junge Menschen Wegweiser für ältere Menschen sein können! Dann stieg aber auch Wut in mir hoch: Warum hat er keine Karte, Kompass etc. mitgenommen? Dann folgte wieder Verständnis. Eine Achterbahn der Gefühle. Es freut mich, dass es immer mehr Menschen (vorallem junge Menschen) gibt, die sich Gedanken darüber machen, wie Chris, wo in all dem Streben nach Geld und Macht die Werte wie Menschlichkeit, Achtsamkeit, Nächstenliebe bleiben. Ein Buch das zum Nachdenken anregt, Diskussionen äuslöst und aktueller denn je ist.

Überspannt      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Autor dieses Buches, Jon Krakauer, der kaum das Buch füllen konnte mit der Geschichte des Chris Mc Candless und daher Passagen seines eigenen Lebens einbringt, hat mich nicht überzeugt.
Wenn ich das alles richtig verstanden habe, versucht Krakauer selbst zu verstehen, was den jungen Chris dazu gebracht hat, ohne jegliche Vorbereitung nach Alaska zu gehen.
Hier läuft jemand vor seinen Eltern davon, die nur anderer Meinung waren, als er selbst. Sie wollten ein Leben in Sicherheit, er wollte es nicht.
Auch ok. Er stirbt an diesem Abenteuer, was nicht allen, die nach Freiheit streben, passiert.
Grund, ein Buch darüber zu schreiben? Ich sage nein.
Krakauer hat das beste draus gemacht.

Abgefahrene Geschichte, wesetlich besser, als der FIlm!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Film war auch gut, vor allem der Soundtrack ist hörenswert! aber das Buch ist wesentlich genauer und detaillierter. Interessant geschrieben, ein fesselnder Reisebericht ohne happy ending...

Faszination Natur oder Auf der Suche nach dem Sinn      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Mich hat der Film von Sean Penn zutiefst bewegt, nach der Buchlektüre weiß ich nun um einige Details mehr über das Leben von Chris McCandless. Vielleicht ist der Handlungsstrang der Erzählung nicht durchgängig gelungen, der ständige Zeitwechsel hat es mir persönlich etwas schwer gemacht, trotzdem war ich auch diesmal gefesselt. Interessant und vorallem Horizont-erweiternd waren die Schicksale anderer Alaska-Abenteurer und der des Autors selbst, ein absoluter Gewinn. Hilfreich auch deswegen, um nicht ganz in die "selbst schuld" Theorie so vieler anderer zu verfallen. Jedenfalls ist für mich neben dem großartigen Film auch das Buch absolut empfehlenswert.

Wahre Geschichte eines jungen Aussteigers      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Chris McCandless, 22 Jahre jung, wohlhabend, charismatisch, intellektuell hochbegabt, extrem idealistisch, bricht nach Abschluß seines Studiums alle Brücken zu seinem bisherigen Leben ab, spendet all seine Ersparnisse und taucht in ein Wander- und Tramperleben ab. Für seine Familie unauffindbar führt er fortan ein unabhängiges, nur seinem Gewissen, seinen Werten, seinen Träumen verpflichtetes Leben.
Zwei Jahre später stirbt er in Alaska.
Der Journalist Jon Krakauer versucht, die Beweggründe aufzudecken, die diesen jungen Mann dazu brachten, seine vielversprechende Existenz aufzugeben, alle Brücken hinter sich abzubrechen, schließlich sogar den Versuch zu wagen, monatelang fast ohne Hilfsmittel und Verpflegung in der Wildnis Alaskas zu überleben.
Anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Berichten von Menschen,die Chris McCandless während seines Wanderlebens kennenlernten, rekonstruiert Krakauer das Charakterportrait eines faszinierenden jungen Mannes, der visionär genug veranlagt war, um am Rande der Gesellschaft seinen eigenen Lebensentwurf für sich zu realisieren.
Indem Krakauer seine Erzählung durch Vor- und Rückblenden auffächert und zudem noch Berichte über andere Aussteiger und Alaskareisende sowie über seine eigenen grenzwertigen Erfahrungen in der Wildnis einstreut, zeichnet er ein sensibles, nuancenreiches Portrait des jungen Mannes, zeigt Erklärungsmöglichkeiten für seine Entscheidungen auf und regt den Leser damit zum Nachdenken an.
Mein persönlicher Eindruck ist, daß Chris McCandless während seines zweijährigen Wanderlebens tatsächlich eine Art Erfüllung seiner Träume finden konnte. Der Abschiedsgruß, den er sterbend hinterläßt klingt versöhnt und fast dankbar: Er scheint zuletzt mit sich im Reinen gewesen zu sein.
Krakauers Bericht über diesen jungen Mann, der mutig genug war, um kompromißlos und unabhängig eine Daseinsform für sich zu entwickeln, mit der er seinen Grundsätzen der Ehrlichkeit, der Wahrhaftigkeit, des Respekts allem Leben gegenüber gerecht werden konnte, bietet dem Leser die Möglichkeit, sich mit den vergessenen Träumen der eigenene Jugend auseinanderzusetzen: Fast jeder von uns hat irgendwann in seinem Leben Vorstellungen, Werte und Träume gehabt, die er letzlich den Annehmlichkeiten einer wohlgeordneten Existenz oder den Ansprüchen der Gesellschaft geopfert hat.
Der Unterschied ist, daß Chris McCandless den Mut hatte, seine Träume in die Realität umzusetzen.
Wir müssen ihm nun nicht alle nacheifern, indem wir unsere Familien verlassen und zu Aussteigern werden: Aber wir können uns selbst besser kennenlernen, wenn wir die Träume unserer Jugend wieder in uns wach werden lassen und unser Leben und unsere Zielsetzungen hinterfragen.
Zu dieser Auseinandersetzung mit uns selbst regt das vorliegende Buch uns an.

Romantisiert zu sehr      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Buch In die Wildnis (ca. 2/3 hab ich schon gelesen).
Es liest sich super und man bekommt richtig Lust auch mal eben so auszusteigen und durch Amerika zu trampen, ohne Geld, ohne Identität. Aber eben genau dort liegt das Problem. McCandless hat wirklich ein hartes Leben geführt. Er war ein Obdachloser, ein Landstreicher, jemand, den die meisten von uns meiden würden. (Man lese sich nur die Passage durch, als er bei McDonalds gearbeitet hat und man ihm Seife schenken wollte)
Und er ist in Alaska jämmerlich und einsam verreckt, was in meiner Vorstellung wenig mit Romantik zu tun hat. (Über seine grenzenlose Dämlichkeit dabei will ich mich gar nicht äußern, dafür kann Krakauer ja auch nichts) Ich finde, dass das in dem Buch zu wenig hervorkommt.
Ansonsten macht das Buch aber wirklich Spaß und ich bin sehr gespannt, was auf den 50 Seiten noch passiert.

Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass man mehr über McCandless' Beweggründe mutmaßen sollte. Am Ende bleibt doch, dass nur er selbst wußte, warum er so gehandelt hat.

Ein Muss im Bücherregal      5 von 5.00 Punkten       Verfasser

Ich habe das Buch empfohlen bekommen und habe es im Anschluss weiter empfohlen - voller Begeisterung. Die Geschichte regt nachhaltig und länger zum Nachdenken an, über das eigene Leben, über die manchmal so kleine (Gedanken)welt in der WIR leben. Was ist wichtig, was ist es wert dafür zu kämpfen, was ist Sinn des eigenen Lebens? Und das ist das Geile an der Geschichte, dass es Dich zum nachdenken anregt. Nein, ich möchte nicht das nachahmen oder auch für nachahmenswert bezeichnen, was Chris McCandless so gemacht hat oder wie er Dinge angesehen hat, denn er verkörpert das ANDERE Extrem. Und der Gegenpart zu seinem Extrem ist genau das, wo so viele von uns hin tendieren ohne es richtig zu bemerken. Ich werde das Buch mit Sicherheit mehrmals lesen.

Sehr berührende Geschichte      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Buch ist sehr interessant beschrieben. Baut einerseits auf Recherchen des Journalisten und andrerseits auf Erzählungen der Bekannten auf, die Chris Mc Candless das letzte Mal gesehen haben. Auch begibt sich der Journalist selbst auf die Spuren des Jungen und erkundet die Wildnis um nachzuvollziehen, woran die Faszination "alleine in der Wildnis" lag und baut Parallelen zwischen ebenfalls in der Wildnis verstorbenen Personen auf. Es hat mich zu Tränen gerührt und sehr zum Nachdenken über mein Leben angeregt.

engl. Titel: "Into the Wild" (1996) - ein erklärende und nahebringende Geschichte      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Anfang der 1990er spendet Christopher McCandless das für sein Studium gedachte Geld Oxfam und begibt sich auf eine Reise durch die USA. Zunächst trampt er einige Zeit durch den Westen Amerikas und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Schließlich macht er sich auf den Weg in die Wildnis Alaskas, wo er nach einiger Zeit umkommt.

Krakauer stützt sich in seinem Bericht über die Reise McCandless und in der Zeichnung seines Charakters auf die Aussagen von Verwandten und Bekannten, denen Chris auf seiner Reise begegnete, und reproduziert oft auch ihre unrelativierten Wertungen und Einschätzungen. Ein abgewogenes kritisches und relativiertes Gesamtbild McCandless ergibt sich erst aus der Summe der jeweiligen Berichte und Wertungen der Personen, denen Chris begegnete.
Dieses Gesamtbild ist recht widersprüchlich. Zum einen zeichnet Krakauer McCandless kritisch als "einen Ideologen, der für die bourgeoisen Fallen des Mainstream-Amerika nichts als kalte Verachtung übrig hat."(S. 62) Dem widerspricht jedoch zum anderen das scheinbar gute Auskommen McCandless mit gerade den Vertretern dieses Amerikas und ihr Lob.

Krakauer webt in den Bericht über Christophers Reise Exkurse über andere Abenteurer (Everett Ruess, Gene Rosellini, Carl McCunn, Sir John Franklin) und seine eigenen Bergsteigererfahrungen ein, um das Handeln Christophers für den Leser erklär- und nachvollziehbar zu machen.

Immer wieder versucht Krakauer zu erklären, warum Chris sein bisheriges Leben aufgab und in die Wildnis ging.

a.) So könnte zum einen Chris Verhältnis zu seinen Eltern dafür verantwortlich sein. (S.99) Krakauer spricht vom Druck der Liebe der Eltern, die immer an Bedingungen geknüpft war, von moralischen Unzulänglichkeiten des Vaters, ihrem heuchlerischen und selbstherrlichen Lebenstil und ihrer Repression. In einem ödipalen Konflikt war er wohl allerdings nicht gefangen.

b.) Andererseits kann Chris Verhältnis zur Welt verantwortlich sein. So wird Chris als Romantiker gezeichnet, der auf die Gefahr pfeift und in der Wildnis die Schönheit sucht und nach ihr strebt. Chris ist ein Suchender, der fasziniert von der weltfernen Wildnis ist. (S.128)

c.) Zudem mag Chris Charakter zu seiner Entscheidung, in die Wildnis zu gehen, beigetragen haben. So soll er mangelnden gesunden Menschenverstand besessen haben, zu überstürzten Entscheidungen geneigt haben, achtlos bis tollkühn, naiv und ungestüm gewesen sein, Leidenschaft ohne Klarblick besessen haben und der Hybris verfallen gewesen sein. Er ging jedoch nicht weg, weil er einen staturbedingten Minderwertigkeitskomplex besessen haben soll.

d.) Und schließlich ist es Chris Bewusstsein vom Leben, dem Tod und der Seele, das eine Rolle für seinen Entschluss, in die Wildnis zu gehen, gespielt haben mag. So soll der Tod für Chris nur abstrakt geblieben sein. Todessehnsucht besaß er nicht. Es ging ihm um das wahre, unverfälschte besonnen ehrliche und unabhängige Leben. (S. 250) Es ging ihm nicht darum, über die Natur nachzusinnen, sondern um die Erkundung seiner eigenen Seele.

e.) Ursächlich ist also neben dem Bewusstsein vom Leben und Tod dieses Verhältnis zu sich selbst, zur eigenen Seele.

Gestorben ist er schließlich, weil es seine Kräfte überschätzte und es ihm an Respekt vor der Natur gemangelt habe. Vermutlich verwechselte er eine eßbare mit einer giftigen Pflanze und vergiftet sich so, dass er vor Schwäche und Hunger stirbt.

Durch die Nennung der möglichen Gründe Christopher McCandless versucht Krakauer sein Handeln erklärbar zu machen. Durch die Schilderung der Abenteuer anderer Figuren sucht er es dem Leser zu ermöglichen, sich in Chris hineinzuversetzen. Eine erklärende und nahebringende Geschichte.

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