Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Camus zu lesen ist Sisyphosarbeit 1 von 5.00 Punkten
Verfasser Immer wenn ich etwas von Camus gelesen habe, muss ich mich fragen, warum ich mir das angetan habe?
Camus versucht in diesem Buch allen Ernstes sich zu fragen und zu erörtern, warum es sinnvoll ist nicht Selbstmord zu begehen.
So waren die Jungs damals drauf zur Zeit von Sartre und Camus. Das waren alles Kopfmenschen mit Kopfgeburten.
Hätte Kafka philosophiert, dann hätte er vielleicht so wie Camus geschrieben.
Gut, dass er nur Prosa geschrieben hat. Das ist besser so.
Ob diese Intellektuellen Literatur für uns heutige Menschen noch wichtig ist, sei dahin gestellt. Natürlich ist Camus ein Klassiker und unangreifbar geworden. Für mich persönlich spielt er jedoch keine große Rolle mehr.
Mythos des Sisyphos 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Buch behandelt die Frage, ob man a priori einen Grund für den Selbstmord finden könnte. Spannendes Thema, einige gute Gedanken, aber wenig konkrete Schlussfolgerungen. Der Teil mit dem Herrn Sisyphos fällt sehr kurz aus.
Die Begründung der Freiheit 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Albert Camus diskutiert in seinem Essay das philosophische Problem des Selbstmords. Lohnt sich das Leben oder sollten wir den Tod als logische Konsequenz aus der Absurdität ziehen. Er zeigt, dass die Beziehung zwischen dem individuellen Denken und dem Selbstmord neue Problem aufwerfen und gelöst werden müssen. Das Absurde ist für Albert Camus der Vergleich zwischen einem Tatbestand und einer bestimmten Realität. In dieser Gegenüberstellung findet er das Absurde. Für ihn ist es eine Leidenschaft, in dem er das Leben bejahrt und die Welt als absurd einschätzt. Eine Welt ohne Gott ist für ihn lebenswert. Durch die Auflehnung gegenüber der Welt bekommt das Leben seinen Sinn. Er bezieht sich auf Nietzsche und sagt, in der Kunst, in der Musik und in der Vernunft sowie Geistigkeit liegt das Göttliche.
Der Absurde Mensch lebt in der Zeit und mit der Zeit. Seine Freiheit soll schöpferisch gestaltet werden. Der absurde Mensch wird nur in der Kunst und Literatur seine Bestimmung finden. Die Entfremdung des Menschen ist gleichzeitig seine Freiheit. Durch die Gegenüberstellung zum Absoluten findet er seine Berechtigung.
Ist das Leben es wert gelebt zu werden? 5 von 5.00 Punkten
Verfasser In seinem Essay ?Der Mythos des Sisyphos? entwirft Camus angesichts dieser Frage seine Philosophie des Absurden: "Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord" Die Vorraussetzung für den Wunsch nach Selbstmord aus Überlegung ist Camus zufolge das Gefühl der Absurdität. Obgleich Selbstmord nur selten aus Überlegung begangen wird, und die individuellen Gründe der Selbstmörder nicht nachvollzogen werden können, möchte Camus untersuchen, ob es eine "Logik bis zum Tode" gibt. Außerdem weißt er darauf hin, daß es neben dem physischen Selbstmord auch den "Selbstmord des Denkens im Moment seiner reinsten Auflehnung gibt". Der Moment der Auflehnung des Denkens ist der Moment, in dem der Mensch die Absurdität seines Lebens erkennt. Zunächst entwickelt sich aus den mechanischen Abläufen seines Lebens ein Überdruß. Aus diesem Überdruß kann dann das Bewußtsein des Absurden entstehen oder aber der Mensch kehrt in den mechanischen Alltag zurück, ohne ihn zu reflektieren. Wird dem Menschen das Absurde bewußt, dann zerfällt in einem Augenblick das Gefüge der Erkenntnisse, Schemata und sogar der Begriffe in dem er bis dahin die Welt erklären und bändigen konnte. Er empfindet eine Fremdheit, einen Abgrund zwischen sich, seinem Bewußtsein, und der Welt in der plötzlich kein Ding mehr mit Begriffen erfaßt werden kann. "Die Welt verstehen heißt für einen Menschen, sie auf das Menschliche zurückführen, ihr seinen Siegel aufdrücken.", in dem Moment, in dem er die Irrationalität der Welt erkennt, entsteht das Gefühl des Absurden in ihm. Dieses Gefühl des Absurden ist jedoch nichts statisches, es lebt weiter in einem Individuum, welches die Welt ohne Hoffnung auf einen Sinn betrachtet, die Absurdität immer wieder neu erfährt und erträgt, ohne sich mit ihr abzufinden. Es stirbt, wenn es verabsolutiert oder durch den existentiellen Sprung in die Hoffnung verleugnet wird. Das Absurde entspringt aus dem Widerspruch zwischen dem Bewußtsein des Menschen und der Welt. Es verschwindet, wenn einer dieser beiden Pole als absolut gesetzt wird. Kierkegaard macht nach Camus einen 'existentiellen Sprung', indem er aus dem Scheitern und dem Tod Hoffnung schöpft. Er verleugnet das Absurde und flüchtet in die Transzendenz: "Aber für den Christen ist der Tod keineswegs das Ende von allem; er enthält schließlich mehr Hoffnung, als das Leben uns bietet..." Camus bezeichnet diese existentielle Haltung als "philosophischen Selbstmord". Von einer Philosophie der Nicht-Bedeutung der Welt ausgehend, negiert sich das Denken selbst, um schließlich Sinn und Tiefe in ihr zu finden. Nachdem Camus den 'philosophischen Selbstmord' definiert hat, kehrt er wieder zur Ausgangsfrage zurück, ob die Absurdität des Daseins den Tod verlangt. Das Absurde entsteht aus dem Bewußtsein des Menschen. Ohne ein Bewußtsein wäre er ganz einfach Teil der Welt. Die Vernunft jedoch setzt ihn in Widerspruch zur Welt, läßt den absurden Konflikt überhaupt entstehen. Nachdem das Absurde erkannt ist, muß der Mensch daran festhalten "durch ein beständiges, immer wieder neues, stets angespanntes Bewußtsein." um in das tägliche Leben zurückkehren zu können, ohne in der Welt des anonymen 'man' zu versinken. Das absurde Bewußtsein ermöglicht ihm die Auflehnung gegen jegliche Instrumentalisierung der Gegenwart für einen 'Sinn'. Der Mensch fühlt "nur diese seine unwiderrufliche Unschuld ... die ihm alles erlaubt." Der Wert des Lebens ergibt sich also nicht aus einer Sinnhaftigkeit. Es scheint im Gegenteil desto lebenswerter je weniger Sinn es hat. Der Selbstmord löst das Problem des Absurden, indem er es im Tod des Individuums auflöst. In seiner Auflehnung gegen das Absurde bzw. dessen Aufhebung, seiner Freiheit des Handelns ohne moralische Vorurteile und seiner Leidenschaft für die mannigfaltigen Erfahrungen des Lebens, lehnt der absurde Mensch den Selbstmord ab. Er lebt ohne Widerruf und in prinzipieller Unschuld außerhalb einer metaphysischen Moral, vor der er sich rechtfertigen müßte. Er ist verantwortlich für die Folgen seiner Handlungen, jedoch niemals schuldig, da es für Schuld keinen Maßstab gibt. Tugendhaft ist der absurde Mensch "aus Laune" und nur die Erfahrung bildet für ihn einen Maßstab zur Begründung seiner künftigen Handlungen.
Als die "absurdeste Gestalt" bezeichnet Camus schließlich den schöpferischen Menschen. Der absurde Mensch versucht nicht mehr Erklärungen und Lösungen zu finden sondern Erfahrungen zu sammeln und zu beschreiben. Das künstlerische Schaffen ist die absurde Freude par excellence. Der Roman ist Camus zufolge ein Kunstwerk, "bei dem die Versuchung zu erklären besonders groß ist", da der Schriftsteller hier ein eigenes Universum erschafft. Die großen Romanciers sind jedoch von der Nutzlosigkeit von Erklärungsprinzipien und Postulaten überzeugt und stehen damit den Thesen-Schriftstellern konträr gegenüber. Durch ihre "Entscheidung, eher in Bildern als in Beweißführungen" zu schreiben, gelingt es ihnen "das Wirkliche zu sublimieren", während das Denken dieses nur darstellen kann. Um den ?Geboten des Absurden? gerecht zu werden, muß das Werk "die Entzweiung und die Auflehnung sichtbar" machen und darf keine Hoffnungen und Schlußfolgerungen anbieten.
Zum Abschluß seines Essays illustriert Camus seine Vorstellung vom absurden Helden am Mythos von Sisyphos. Camus zufolge kann Sisyphos sein Schicksal bezwingen, obwohl er ihm äußerlich nicht entgehen kann. Während er ins Tal läuft um seinen Fels zu holen, bleibt ihm Zeit sich über sein Schicksal bewußt zu werden. Wenn er sein übergeordnetes Schicksal verachtet, und daraus "eine menschliche Angelegenheit" macht, seine Sache, wendet er sich damit der Erde zu. Somit kommt ihm das "Universum, daß nun keinen Herrn mehr kennt, ... weder unfruchtbar noch wertlos vor"
Nihilismus-Überwindung sehr anschaulich 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Mit seiner philosophischen Ausarbeitung zum Thema des Absurden, zu welchem auch Caligula und der Fremde zu zählen sind, entwickelt Camus erste Ansätze zur Überwindung des Leidens im Bewusstsein eines sinn- und nutzlosen Lebens.
In sehr schöner und sehr verständlicher Sprache wird hier ein Grundproblem der Existenzphilosophie erörtert und eine Lösungsmöglichkeit in Form einer Lebenshaltung der Auflehnung angedeutet. Selbst Sisyphos kann trotz seiner Qualen Wert in seinem Schicksal setzen.
Eine fertige Lösung bietet das Buch jedoch nicht, es ist vielmehr als Ausgangspunkt des Denkens von Camus zu verstehen und fördert so neben dem Lesegenuss auch das Verständnis anderer Werke des Nobelpreisträgers.
Philosophie des 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Der Mythos des Sisyphos ist ein philosophischer Essay über das Absurde. Man könnte es geradezu als Philosophie des Absurden bezeichnen, doch da Camus selber Abstand von dieser Bezeichnung nimmt, möchte ich es eher als praktische Lebenshilfe im Angesicht des Absurden titulieren.
Was ist aber nun dieses Absurde von dem die Rede ist? Das Absurde entsteht aus dem ungeheuren Verlangen des Menschen nach Klarheit, Verständnis, Erklärungen, nach Glück, nach Sinn und nach vernunftmäßiger Einbettung seines eigenen selbst in die Weite der Welt, doch diese Welt, dieses Leben vermag ihm diesen Gefallen, dieses , diese Selbsterkenntnis, diese logische Dazugehörigkeit, diese Antworten nicht zu geben. Es schweigt und verharrt in seiner klebrigen Nebulösität.
Jeder stellt sich irgendwann die Frage nach dem . Ein Imperativ des zweifelnden Verstandes. Warum leben, wenn ich doch sterben werde, warum leben, wenn ich im Staub der Geschichte untergehen werde, warum täglich zur Arbeit gehen, warum Geld verdienen, warum nach Ruhm streben, wenn er vergänglich ist. In solchen und ähnlichen Situation, in denen der Mensch über sich selber reflektiert und diese Reflektion auf einen Widerspruch stößt, manifestiert sich das Gefühl des Absurden.
Die Entdeckung dieses Gefühls ist ernüchternd. Es beraubt einen jeglicher Hoffnung. Das Leben ist absurd. Das Leben ist unerklärlich. Das Leben ist vergänglich. Erschütternde Wahrheiten. Doch ist das Leben dann noch lebenswert?
Camus beantwortet diese Frage mit Ja. Ja, trotzdem! Der absurde Mensch weiß um das Absurde, weiß um seine Unzulänglichkeit, doch sträubt er sich gegen sein Schicksal, er versucht es zu überwinden. Er rebelliert, er lehnt sich gegen das Absurde auf. Er kämpft, obwohl er weiß, dass er verlieren wird. Er erkennt das Absurde, wie Sisyphos die Fatalität seines Schicksals erkennt, und stemmt sich mit aller Kraft dagegen. Dieses ist die menschliche Freiheit, die menschliche Selbstverwirklichung - eine Selbstverwirklichung die jede Hoffnung aufgegeben hat, die zwar absoluten Anspruch auf Selbstbestimmung stellt, aber weiß, dass dieser niemals absolut erfüllt werden kann.
Die einzig logische Konsequenz aus der Entdeckung des Absurden ist für mich das Leben in seinen Möglichkeiten vollkommen auszuschöpfen, so intensiv wie möglich zu leben, obwohl (und gerade weil) ich weiß, dass ich sterben werde und mich mit Übermut und Gelassenheit angesichts meiner Endlichkeit und Bedeutungslosigkeit in die stürmischen Wogen des Lebens zu werfen. Der Mythos des Sisyphos ist definitiv eine Offenbarung. Er vermag Augen zu öffnen, die Seele in ihren tiefsten Überzeugungen umzuwerfen, das Leben zu verändern. Ein Muss!
Eine Offenbarung 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ausgangspunkt dieses philosophischen Werks ist das Gefühl des Absurden, welches Camus zunächst in wunderschöner Sprache spürbar macht.
Einerseits verlangt der Mensch nach Einheit und Absolutem, nach Glück und Vernunft, nach einem tieferen Grund des Seins, anderererseits ist es nicht möglich, die Welt auf ein rationales, vernunftgemässes Prinzip zurückzuführen. Aus diesem Widerspruch zwischen dem begehrenden
Geist des Menschen und der schweigenden Welt entsteht das Gefühl des Absurden.
Nun stellt sich die Frage nach den Konsequenzen der absurden Entdeckungen: Kann man mit dem Absurden leben oder verlangt das Absurde den Tod? Mit ungeheurem Scharfblick geht Camus dieser Frage nach und entwickelt seine Philosophie des Absurden.
Am Ende bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als sich diesem Widerspruch zu unterwerfen, auf alle Hoffnung zu verzichten und ein Leben ohne Trost zu führen. Gleichzeitig bedeutet der Verlust an Hoffnung und Zukunft ein Zuwachs an Beweglichkeit. "Es gibt kein Morgen. Das ist von nun an der Grund meiner tiefen Freiheit." Es entsteht ein leidenschaftliches Verlangen, alles Gegebene auszuschöpfen. Das Leben ist eine "Abfolge von Gegenwartsmomenten vor einer ständig bewussten
Seele."
Dazu fällt mir noch ein Zitat von Marcel Proust ein, das er einmal auf die Frage antwortete, was er tun würde, wenn uns plötzlich der Weltuntergang bevorstünde: "Ich glaube, das Leben würde uns ganz köstlich erscheinen, wenn wir so sterben müssten. Und dennoch sollten wir der Katastrophe nicht bedürfen, um das Leben heute zu lieben. Dazu würde der Gedanke genügen, dass wir Menschen sind und uns noch heute Abend der Tod ereilen kann."
Für alle, die sich auf das Absurde einlassen, ist das Buch eine Offenbarung! Unbedingt lesen!
Auf der Suche nach dem Unangreifbaren 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Albert Camus, den man gerne auch als "Abiturientenphilosoph" abzutun pflegte, entwirft mit seinem "Mythos" eine Lebensweise der Überwindung. Zunächst führt er die Philosophie auf ihre eigentliche Kernfrage zurück. Nicht in den Verwirrungen der Transzendentallehre liegt ihr Ursprung, sondern einzig und allein in der Frage, ob das Leben die Mühe gelebt zu werden oder nicht wert sei. Der Selbstmörder - das ist evident - beantwortet diese Frage mit einem Nein und verkürzt sich jene Lebensmühe. Warum, fragt Camus, hat er diese Tat begangen?
Dabei entdeckt er, dass wir als Menschen die einzigen Wesen auf dieser Erde sind, die einen Sinn suchen. Einen Sinn, der alles zusammenhält, in den sich alles - Freude wie Leid - fügt. Aber eben diesen Sinn kann uns die Welt niemals geben, er wird noch in der heilen Kleinstadtwelt eines Tages grausamst verneint und der Mensch wird eiskalt auf sein lächerliches Sinnstreben zurückgeworfen. Auch Gott kann diesem Sinnstreben keine Erfüllung geben. Und auch der Selbstmord nicht.
Vielmehr muss der Mensch sich mit der Sinnleere der Welt, mit der Absurdität des Daseins abfinden. Jeden Tag muss er aufs Neue mit einem höhnischen Trotzdem beginnen, mit jenem "heiligen Ja", von dem auch Nietzsche schon gesprochen hat. Nur wenn wir die Sinnlosigkeit der Welt hinnehmen und zugleich einen unendlichen Kampf mit ihr führen, nur dann wird sich das Leben erfüllen. In diesem Kampf, in dieser Auflehnung findet der Mensch zurück zu sich selbst und wird gar zu höchster Vollkommenheit angeregt. Der Kampf gegen das Absurde führt zu einer divinatorischen Erhebung des Menschen - und in diesem verlorenen Kampf stellt sich Glück und Zufriedenheit ein, bis die Auflehnung am nächsten Tage wieder beginnt.
Manchmal scheint es beim Lesen dieses so klaren, wunderschönen Buches als ob Camus sich der Genialität - die bei ihm in der Schönheit und Einfachheit seiner Sätze zu suchen ist - überhaupt nicht bewusst war. Unbedingt ist dieses Essay zu empfehlen - allein schon der Sprache wegen. Seine Philosophie kann einem, der darüber nachsinnt, viel geben, kann gar eine ganze Weltanschauung umkehren.
Aktuell wie selten zuvor 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Der Mythos des Sisyphos von Albert Camus
In seinem essayistischen Hauptwerk versucht Camus im Sinne des Absurdismus, also der philosophischen Strömung, die sich aus dem Erkennen der ungeheuerlichen Diskrepanzen ergibt, die zwischen dem liegen, was der moderne Mensch weiß (v.a. naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die die Unfassbarkeit des Universums, die Nichtexistenz Gottes, die ultimative Sinnlosigkeit jedes menschlichen Handelns) und den Taten, die er im Alltag setzt (in scheinbarer Negation dieses Wissens), der für ihn einzig relevanten philosophischen Frage nachzugehen - der Frage nach dem Selbstmord: ist es das Leben wert, gelebt zu werden?
Von der interessanten Fragestellung ausgehend verliert sich Camus recht rasch in philosophischen Sphären, die ohne ausreichende Kenntnis seiner zeitgenössischen Literatur und der philosophischen Diskussion des frühen 20. Jahrhunderts leider nur sehr schwer nachvollziehbar sind; zum Teil fehlt mir sicherlich das philosophische Rüstzeug, auf der anderen Seite wirken manche Schlüsse, die er zieht, doch etwas überhastet bzw. nicht gänzlich dargelegt.
Dennoch ein lohnenswerter Ausflug in eine philosophische Strömung, die heute aktueller denn je zuvor scheint.
Ein Leben als letztendlich sinnlos betrachten und es dennoch zu leben - das ist absurd. 4 von 5.00 Punkten
Verfasser "Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: Den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie antworten."
So beginnt das Kapitel "Das Absurde und der Selbstmord" in Camus? Werk. Zu was Camus nun schnell übergeht ist, sich gegen den Selbstmord zu entscheiden und Wege aufzuzeigen, wie man mit dem ?Absurden? leben kann. Das Absurde stellt für ihn seinen Ausgangspunkt dar. Das Absurde entsteht dadurch, daß der Mensch die Nichtigkeit all seines Handelns und Schaffens erkennt und dennoch weitermacht. Insofern ist Camus recht konsequent, Wege für ein mögliches Trotzdem zu zeigen. Die einzige Antwort die ich darin finden kann, wieso man weitermachen sollte, ist eben die, daß ein Selbstmord im Angesicht der Sinnlosigkeit letztendlich genauso wenig Sinn macht, wie ein Leben bis zum ?natürlichen? Ende zu leben. Dies zu schaffen und sich mit der Absurdität abzufinden, dafür hat Camus sein Buch geschrieben.
Bei der Betrachtung des Sisyphos scheint er mir einen weitere Tragik hinzufügenden Punkt zu übersehen. Sisyphos mag eine Hoffnung auf Erlösung aus seinem anstrengenden, letztendlich sinnlosen, Handeln haben, sei es durch Erbarmen der Götter oder weil der Stein eines Tages oben bleibt und nicht mehr herabrollt. Aber für Sisyphos stellt sich die Frage, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden, nicht. Und wenn er sie stellte, könnte er sie nicht negieren, weil er, Sisyphos, keinen Suizid begehen könnte (hingegen ist er verdammt zu seinem Handeln, stets von Neuem zu beginnen). Camus? letzter Schluß, man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen entspringt daher wohl dem Pragmatismus, daß man in dieser Annahme seine eigenen Steine leichter zu rollen vermag.
Am Ende bleibt das einzig wirklich ernste philosophische Problem: Der Selbstmord.