Der Gotteswahn
Richard Dawkins
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 253 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Polemik pur 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Also ganz sicher ist dieses Buch interessant um etwas über die religiösen Befindlichkeiten in USA zu erfahren, ob es der Wahrheit entspricht sei dahin gestellt.
Wie hier aber grobe Verallgemeinerungen vorgenommen werden und Einzelbeispiele zu generellen Aussagen aufgeblasen, ist auch nicht viel besser als die 1:1 Auslegung der Bibel. Vermisse auch die Erwähnung von modernen Theologen, passt wohl nicht ganz ins Feindbild. Was ich ganz schlimm fand war die latente Verharmlosung von Missbrauch. Nach dem Motto ein wenig streicheln ist doch nicht so schlimm wie mit diesen Gedankengut verdorben zu werden.
Also man kann es lesen aber jeder halbwegs gebildete Mensch wird hier nix neues finden und Fanatiker lesen es sowieso nicht.
Wer sich über Religion, Darwinismus, Affenforschung etc. informieren will sei an Volker Sommer verwiesen. Etwas Werbung schadet nicht!
Zeitgeist trifft auf ein antiquiertes Religionsverständnis 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Zugegeben, am Anfang war ich sehr skeptisch gegenüber diesem Buch. Der Autor gilt ja gemein hin als Atheist; das sind aber die Etiketten, die mir immer zuwider waren. Aus welcher Ecke sich jemand eine Meinung macht, spielt meines Erachtens keine Rolle, entscheidend ist, was er zu sagen hat. Die Stärke des Buches liegt eindeutig in der evolutionsbiologischen, wissenschaftlichen -- und damit nach wissenschaftlich zuletzt fundierten Kennnissen -- in der darwinistischen Sicht der Autors, sich ein Urteil über Religion zu bilden. Interessant finde ich dabei das Argument der Meme (weitervererbte Denkweisen); als auch Argumente dagegen, dass Wissenschaft nicht fundamentalistisch (im Gegensatz zu Religion) sei, weil ja jede neue wissenschaftliche Erkenntnis die alte aufhebt. (Diese Chance gibt sich die Religion nicht.)
Die wenigen Schwachpunkte seiner Argumentation sehe ich dort, wo Wissenschaft selbst zum problematischen Handeln aufruft, rein dadurch, dass sie Erfindungen macht, -- und diese Werkzeuge die Menschen zu falschem Handeln antreibt (die Idee einer Atombombe ist die Zerstörung menschlicher Zivilisation). Jede Wissenschaft braucht zumindest für sich ein moralisch-ethisches Handeln; wenn der Erfinder unmoralisch denkt ist auch seine Erfindung unmoralisch; der Wissenschaftler ist aber zuerst an Neuem interessiert und die Geister, die er ruft, sind nicht immer zum Nutzen der Menschheit. (Die größte Gefahr ist wohl die, dass er vom Teufel gesponsort wird.) Ob hier ein ethisches Fundament, das sich aus dem Humanismus speist, genügt? Man muss auch einsehen, dass gerade der Darwinismus zu sehr großen fehlgeleiteten Ideen, die Unterscheidung zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben, der überlegenen Spezies (Rasse), führte und sehr viel unsägliches Leid über die Völker dieser Welt brachte (wohl auch manchmal aus Unverständnis und aus Fehlinterpretation dieser Theorie gegenüber).
Die Stärke des Buches von Richard Dawkins sehe ich eher darin, eine Art Aufruf, dass sich eine von falschem Selbstverständnis beweihräucherte Religionsauffassung modernisieren muss; gerade weil sie sich mit den Argumenten des Autors auseinandersetzt. Der christliche Fundamentalismus eines George Bush ("der amerikanische Taliban") zeigt doch, wie schnell wir wieder bei autoritären Hörigkeitssystemen und blindem Gefolgsamsglauben landen, den wir doch hofften, mit dem Mittelalter zurückgelassen zu haben. Was wir brauchen, ist ein weitsichtiges, moralisch-ethisches Handeln in Politik und Gesellschaft. Hierbei ist die Vernunft gefragt und die Religion gefordert.
noch nicht fertig gelesen....... 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ja, ich gehe davon aus, daß es mir gefallen wird. Meine christlichen Ansichten haben sich so radikal geändert, daß ich die Empfehlung für diese Buch sofort umgesetzt habe, aber noch nicht viel Zeit dafür aufwenden konnte. Tut mir leid. 21.2.2010
Empfehlenswert 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch kam in einem sehr guten Zustand nach einer nur kurzen Lieferzeit bei mir an. Es wurde ordentlich verpackt. Ich würde diesen Verkäufer bei Bedarf wieder
in Anspruch nehmen.
Gruß
jcl
Interessant, aber mitunter langatmig 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Es ist ein Verdienst des Autors, die Absurdität fanatisch-wahnhafter Glaubensauswüchse aller großen Religionen synaptisch nebeneinander zu stellen und sie aus wissenschaftlich-biologischer Perspektive zu kommentieren. Einige Beiträge sind m.E. jedoch recht langatmig.
Viel Stoff aber zu emfehlen 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Mein erster Gedanke war: was will mir der Autor in mehr als 500 Seiten über Atheismus beibringen.
Zwischenzeitlich war es dann zwar so, dass für mich nicht jedes Kapitel interessant war, aber es bringt neben viel Stoff vor allem auch noch viel für die Allgemeinbildung.
Alles was der Autor ausführt ist nachvollziehbar und basiert nicht einfach auf seiner persönlichen Meinung.
Sehr positiv 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Richard Dawkins leichter humorvoler Stil, bei gleichzeitig brillianter geistiger Schärfe macht das das Problem mit der Religion für jeden leicht zugänglich. Wäre ich nicht bereits Atheist hättes es mich überzeugt einer zu werden, ich bezweifel allerdings dass tiefreligiöse Menschen das Buch jemals zu Ende lesen würden.
Es hat meine eigene Argumentation für das "Nicht-Glauben" verschärft und erweitert, ich werde ihn vermutlich noch oft bei Diskussionen mit Gläubigen zitieren müssen.
Der Gotteswahn
Ein Denkmal hasserfüllter Seichtheit und des Atheismus als Ersatzreligion 1 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses Buch ist eigentlich nur eines:
ein Hasspamphlet eines geifernden Vorgestrigen von herausragender Unwissenschaftlichkeit.
Ein Vorgestriger ist Dawkins, weil die Postmoderne sich längst von der reinen Wissenschaftsgläubigkeit abgewandt hat, die er noch vertritt und die uns eine Vielzahl unserer heutigen Probleme eingebrockt hat!
Aber eine Hassschrift hat es nicht verdient, weiter diskutiert zu werden. Wir diskutieren ja auch nicht Osama bin Ladens Videobotschaften.
Rundum kein Buch, das einem Verfasser, der Wissenschaftler sein will, zum Ruhm gedeiht! (außer von gleichermaßen atheistischen Fanatiker gerühmt - wie der Preis der Giordano-Bruno-Stiftung zeigt)
Oder etwas harmloser: der Philosoph Peter Sloterdijk (auch kein Religionsfreund!) nennnt es ein Denkmal für die Seichtheit des anglikanischen Atheismus!
Wissenschaftlichkeit zweifelhaft ... 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Von einem Wissenschaftler - wie unter anderem auch einem Evolutionsbiologen - erwartet man uneingeschränkte Neugier und Unvoreingenommenheit, denn sonst kann er den Dingen des Lebens nicht wirklich auf den Grund gehen. Der Autor dieses Buches hingegen betrachtet die Dinge des Lebens ausschließlich aus seiner Sicht und zitiert all' jene "Wissenschaftler" gleichen Schlags, die ihn in seiner Ansicht bestärken - Man muß ihm allerdings zugute halten, daß er daraus auch keinen Hehl macht ...
Gegenwärtig leben über 4 Milliarden Menschen auf der Welt, die ihr individuelles Dasein und das gesamte Sein an sich zu erkennen und verstehen versuchen. Jeder sieht diese Dinge durch seine eigene Brille und jeder hat aus dieser Sicht auch recht. Menschen mit gleichartiger Weltanschauung schließen sich unter anderem in Parteien, Religionsgemeinschaften oder anderen Organisationen zusammen, um ihre Bedürfnisse umzusetzen und ihr Wissen zu vertiefen. Eine Streitschrift, wie "DER GOTTESWAHN", hingegen spricht der überwiegenden Mehrheit der Menschheit dieses innerste Bedürfnis ab. Mit welchem Recht aber erheben wir uns über andere und behaupten, "Die Wahrheit" gefunden zu haben ? Die Evolutionstheorie, an der selbst Charles Darwin zweifelte, die von Ernst Haeckel und Co. jedoch mit Eifer in die Welt getragen wurde, wird mittlerweile zunehmend von vielen Vertretern der modernen Physik und Biologie unter Berufung auf Untersuchungen von DNS/DNA als nicht beweisbar und damit unhaltbar bezeichnet. Darüber hinaus birgt sie die Gefahr in sich, eine "wissenschaftlich fundierte" Grundlage für das sogenannte Wolfsgesetz ("Nur der Stärkere hat eine Überlebens-Berechtigung") und eine daraus folgende Rassenlehre zu bieten ... !
Antworten auf alle Fragen des (gleichberechtigen) Daseins aller Lebewesen hingegen bietet die Schöpfungslehre, die einen Schöpfer (Gott) als Ursache für alles, was entsteht, vorhanden ist und vergeht, ansieht. Ist beispielsweise ein einfaches Auto das Ergebnis eines kreativen (menschlichen) Schöpfungsprozesses oder hat es sich zufällig aus einem Klumpen Eisenerz entwickelt, wenn man sich einmal auf die Evolutionstheorie berufen würde ? Geht wirklich aus toter Materie ein lebendiges Bewußtsein hervor oder ist das anders herum ? Und wenn Bewußtsein doch die Herrschaft über Materie hat, wer ist dann wirklich für all das verantwortlich, was uns umgibt und was wir erleben ? Alles was geschieht, hat unbestritten eine Ursache (Kausalität), wenngleich diese nicht immer gleich nachvollziehbar ist, und als diese Ursache wird in der Schöpfungslehre ein höheres Bewußtsein (Gott) gesehen. Ist es so verkehrt, über das allgemeingültige Kausalitätsgesetz den Verursacher allen Seins zu suchen und schrittweise zu erkennen, ist das wirklich Wahn (-sinn) ... ?
Dem Autor fehlt offensichtlich ein Gottesverständnis an sich - Gott ist für ihn überhaupt nicht greif- und begreifbar. Wie viele Atheisten, aber auch (unbedarfte) Gläubige, läßt er sich von Personifizierungen, Ritualen, individuellen Interpretationen oder gar Politisierungen leiten. Aber es ist niemals das, was man sieht und daher als "offensichtlich" erscheint. Wenn er sich bei der Erarbeitung seines Buches zumindest auch einmal mit den Arbeiten Rupert Sheldrakes, Gregg Bradens, Bruce Liptons, Praphupadas, Krishnamurtis und zahlreicher anderer westlicher und östlicher Wissenschaftler - und das sind sie nachgewiesenermaßen - befaßt hätte, wäre man geneigt, im seine Suche nach der Wirklichkeit, auf der er sich gegenwärtig befindet, mit Liebe und Verständnis nachzusehen. So hingegegen wird der Eindruck erweckt, der Autor habe mit Gott und den Religionen - eventuell sogar mit dem spirituellen Sein an sich - einen Kampf auszufechten. Er bekämpft damit seine eigene Spiritualität (Geistigkeit) - welch ein Widerspruch ...
nicht sehr reichhaltige Argumentation 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Das immerwieder in dem Buch wiederholte Argument ist das der unendlichen Regression. Ich finde es nicht so zwingend.
Wenn Gott nicht die erste Ursache allein Seins ist, dann stellt sich die Frage, wie denn dann das Paradox der fehlenden ersten Ursache zu lösen ist.
Die argumentative Ausstattung der Thesen des Autors ist weit dünner, als gemeinhin angenommen wird.