Zwischen den Fronten: Erlebte Weltgeschichte

Peter Scholl-Latour

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Einmal um die Welt und zurück bitte!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Nah-, Mittel- und Fernost-Spezialist Scholl-Latour erklärte mal wieder die Welt, spannend und aufschlussreich untermauert mit praxisnahem Sach- und Fachwissen.
Mit scharfem Verstand und fundierten Kenntnissen der Welt- und Zeitgeschichte zeichnete er treffende Sittengemälde der Länder die er besuchte.
Er zeigte auf wo es kriselt, Konflikte schon aktuell sind und wo künftige Spannungen zu erwarten sind.
Was er zu sagen hat ist nicht politisch korrekt und wider der Heilsverkündungen unserer politischen Führer, so wundert es ihn auch nicht wenn er keinesfalls "everybodys Darling" ist, doch unsere Soldat(innen)en, die man zur angeblichen Verteidigung demokratischer Werte, mitlerweile in die entlegensten Winkel der Erde schickt lesen seine Bücher.
Er warnt vor blindwütigem Globalisierungswahn, naiver US-Hörigkeit und romantisch verträumten Multi-Kulti-Ideologien und zeigt auf wo auf der Erde solche Philosophien ein schlimmes Ende nahmen.
Er sitzt zwischen allen Stühlen wenn er von den Welgeschehnissen zwischen den Fronten berichtet, doch einer Mainstream-lastigen Berichterstattung, im Sinne einer pseudomoralischen political correctness zu frönen hat er nicht nötig.
Denn letztendlich galt, bis dato, immer die Aussage dass er wieder mal Recht hatte!
Wer sagt denn dass Politik langweilig sein muss?

Ein Meinungseinzelgänger zwischen allen Stühlen      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Peter Scholl-Latour lässt sich nicht festlegen. Vollkommen passend betitelt er daher seine Rückschau "Zwischen den Fronten. Erlebte Weltgeschichte". Vermutlich verleitet ihn seine sagenhafte Kenntnis der Weltpolitik und der Krisenregionen auf dieser Welt dazu zwischen allen Stühlen Platz zu nehmen, denn er kennt niemals nur die Perspektive der einen Seite, sondern immer auch den Blick von der anderen aus persönlicher Erfahrung. Seit sechs Jahrzehnten nunmehr ist dieser Mann pausenlos im Einsatz wo immer es auf diesem Planeten brennt. Dabei sammelt sich ein Erfahrungsschatz an, der seines Gleichen sucht. Freilich wären die Politiker gut beraten, auf eine so kenntnisreiche Stimme zu hören, was aber leider in den meisten Fällen unmöglich erscheint, weil die Meinungen, die Peter Scholl-Latour vertritt in kein Parteiprogramm und in kein politisches Schema hineinpassen wollen. Bei Peter Scholl-Latour findet sich sowohl Anerkennung für den Diktator Mao wie Kritik an Bush junior, sowohl Kritik am Einsatz in Afghanistan wie auch die Forderung nach größeren Souveränität Europas gegenüber Amerika. Scholl-Latour betrachtet die Dinge von einer anderen Warte aus. Die Wahrnehmung seines Blickes beruht auf jahrzehntelanger empirischer Arbeit vor Ort. Welche kurzlebige Politikermeinung könnte da schon mithalten. Nur eine Autorität wie Scholl-Latour kann es wagen, mit Amerika derartig hart ins Gericht zu gehen und zugleich die chinesische Niederwerfung auf dem Platz des Himmlischen Friedens anzuerkennen, da bei einer Ausweitung der Proteste der Fall dieses Riesenreiches ins Chaos zu befürchten gewesen wäre, was noch zu ganz anderen Verlusten geführt hätte. In ebendieser Weise desavouiert er Gorbatschow als Auflöser des Sowjet-Imperiums. Allerdings wird in diesem Zug auch in keinster Weise anerkannt, dass dies die Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung darstellte.
Im vorliegenden Band vollführt Scholl-Latour einen Rundumschlag in vier großen Kapiteln von der Ranch des ehemaligen Präsidenten im texanischen Amerika über die muslimische Welt hin nach China und schließlich zurück nach Europa. Stets verbindet er dabei die Erfahrungen aus seinem Leben in diesen Teilen der Welt mit der heutigen Entwicklung. Besonders interessant erscheint mir dabei auch die Auseinandersetzung mit Europa, dem Algerienkonflikt Frankreichs (der eingebettet ist in einen allgemeinen Abgesang auf die imperialen Bestrebungen) und die Sonderrolle Frankreichs und Deutschlands innerhalb Europas, insbesondere die Rolle de Gaulles, dem Scholl-Latour mit seiner Abkehr von der Nato in den 60er Jahren hohe Achtung zollt. Scholl-Latours Gedanken zur Ausweitung Europas, vor allem zum EU-Beitritt der Türkei würde man allerdings von Seiten der Politik größere Beachtung wünschen, denn die kulturelle, historische, ökonomische und geo-politische Absurdität dieses Beitritts wird doch hier in aller Schärfe vorgeführt.
Die Lektüre Scholl-Latours schützt auch vor falschem Patriotismus. Deutsch-Sein ist für diesen Kosmopoliten, der selber eine Wohnung in Paris und Süd-Frankreich hat, nichts Besonderes. Mit gewissem Stolz verkündet der Autor, dass er sich "von deutscher Innen- und Koalitionspolitik ein ganzes Leben lang fernzuhalten gesucht habe" und er beklagt das Niveau, auf welchem dort debatiert würde. Das Ende des Berichtes ist einer gewissen melancholischen Betrachtung der Zeitgeschichte gewidmet, die sich ein 85-jähriger Mann, der viel gesehen hat, sich durchaus leisten kann.

Thomas Reuter





Zeitgeschichte mit fundiertem Wissen spannend erzählt      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Vorsicht Suchtgefahr !
Zeitgeschichtlich Interessierte sollten, bevor sie das Buch aufschlagen, Kaffee oder Tee, etwas Essbares, Zigaretten? usw. griffbereit haben, denn man richte sich darauf ein, dass es vor dem Ende nicht mehr wegelegt werden kann. So ist es mir (hellwacher 72-jähriger Zeitzeuge) ergangen. Mit kultivierter Sprache spannend erzählte eigene Erlebnisse und Beobachtungen des Autors stellen jeden Krimi in den Schatten.
Selten habe ich mit so viel Genuss dazu gelernt.
Ohne Einschränkung sehr zu empfehlen.

Tatsächlich: Erlebte Weltgeschichte      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wenn einer von sich behaupten kann, dass er Weltgeschichte erlebt hätte, so ist es Peter Scholl-Latour. Wie kaum ein anderer Journalist hat er in den letzten fast sechzig Jahren die Konfliktherde dieser Welt aufgesucht und von ihnen berichtet.
Mit seinem Buch "Zwischen den Fronten" zeigt der Autor auf, wo es heute auf unserem Planeten brennt. In mehr oder weniger zusammenhängenden Essays beleuchtet er Hintergründe und kann dabei immer wieder auf Beispiele aus seinem reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dabei mag man sicherlich nicht allen Ansichten Scholl-Latours teilen, aber es ist erstaunlich, mit welch bestechender Logik er künftige Entwicklungen vorzeichnet.

Ein globaler politischer Überblick      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Es ist schon verblüffend: während Peter Scholl-Latour in seinen Fernsehauftritten wie ein ewiger Beschützer selbst militantester Moslems auftritt, seine Kritik an den USA oftmals ohne Ausnahme erscheint und seine Worte zu Russland schon anbiedernd wirken, so durchdacht und gesamtheitlich kritisch sind seine Bücher der letzten Jahre. Dieses reiht sich nahtlos ein.

"Zwischen den Fronten" ist eine Sammlung von Essays zu den Machtzentren und Unruheherden des Globus. Von den USA, dass sich geopolitisch in einer Sackgasse befindet, über Europa, dass seiner Gefährdung an den Rändern und mittlerweile im Inneren einfach nicht gewahr werden will, hin zu den Ländern des Orients und den östlichen Giganten der ehemaligen UdSSR und des nur noch offiziell kommunistischen China. Dabei unterscheiden sich die Kapitel in ihrer Ausrichtung deutlich: während die westliche Welt unverholen seiner Kritik ausgesetzt ist, versucht er mit den nachfolgenden Texten zu Orient und Asien Verständnis für undemokratisches Verhalten und Erklärung für Politik im Schatten des Islams zu geben.
In "Zwischen den Fronten" gelingt in dieses wirklich gut und bei aller Kritik an der Regierung Bush ist es angenehm festzustellen, dass er nicht einmal ansatzweise all die Verschwörungstheorien rund um 9/11 aufgreift, sondern vielmehr deutlich macht, dass nicht eine Gruppe paskistanischer oder afghanischer Höhlenbewohner dafür verwantwortlich war, sondern gut ausgebildete und finanzstarke saudische Gruppen im Herzen der USA. Beim Thema Europa greift er die Aufgabe christlicher Werte vor islamischem Einwanderern auf, zeigt auf die sich ausbreitende Gefahr im Inneren durch unkontrollierte und naiv beklatschte Zuwanderung gewaltbereiter Islamisten und die heillose Erweiterung der EU gen Osten und vorallem in Richtung Türkei. Seine Ausführungen zu Suniten und Shiiten sind dann eher bekannt aus vorherigen Büchern, während seine Beleuchtung der islamistischen GUS Republiken an der Grenzen von Russland, Afghanistan und China tiefere Einblicke in eine Staatengeflecht bietet, dass in den Medien viel zu kurz kommt.

Zwei Kritikpunkte an diesem Werk sind jedoch vorhanden: zum einen die stete Bewunderung Frankreichs, die in fast allen Kapitel mitklingt und für meinen Geschmack seinen Blick auf dieses einstige Kernland Europas verklärt. Zum anderen fehlt dem Buch der rote Faden, was den Lesegenuss etwas trübt, wenn man das Buch an einem oder an zwei Abenden durchliest. Aber das ist ein vergleichsweise geringer Mangel bei einem ansonsten hervoragend in Szene gesetzten Lesegenuss!

Absolut empfehlenswerter Rundblick von PSL      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wer gerne Bücher von PSL liest, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Er wendet sich in einem hochinformativen und aktuellen Rundblick dem arabisch-persischen Raum, China, Russland, den USA sowie der deutschen und französischen Außenpolitik zu und spart auch nicht mit Kritik an überkommenen Denk- und Verhaltensmuster westlicher politischer Entscheidungsträger. Trotz der Gestaltung des Buches als Rundblick geht PSL wie gewohnt in die Tiefe und schildert eindringlich auch historische und religiöse Hintergründe, die auf die Politik von heute wirken. Absolut empfehlenswert. In der Bewertung der aktuellen politischen Situation scharfsichtig wie immer, wird PSL mit zunehmenden Alter scheinbar auch ein immer besserer Chronist - liest sich wirklich hervorragend.

Übliche Weitsicht      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wie in seinen anderen Büchern zeigt PSL auch hier, daß er wie kaum ein anderer die Welt versteht. Allerdings wird sein Hang zum Abschweifen mit zunehmendem Alter größer.

Ein Buch, das viele Leser überfordern wird. So oder so...      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Auf den thematischen Inhalt werde ich hier nicht weiter eingehen. Dazu gibt es bereits viele Rezensionen im Rahmen der gebundenen Ausgabe. Wichtiger scheint mir hier etwas zum didaktischen Anspruch/nicht-Anspruch dieses - weit gefächerten - Buches zu schreiben.

Für mich stellt sich die Frage: Wem/für wen hat PSL dieses Buch geschrieben und für wen ist es geeignet? Seine Fans werden auch dieses Buch schätzen, nur neue Leser wird er schwer gewinnen.

Wer hier eine Summary des Weltgeschehens erwartet, wird zwar fündig, nur leider - nicht zum ersten mal - gelingt es PSL nicht, den klassischen interessierten Leser zu erreichen, der eben nicht bereits über umfangreiche Detailkentnisse aus der "Szene" verfügt. Dass ist deshalb sehr schade, da die Weitergabe seines immensen Wissens eine gute Sache wäre.

Schon die Tatsache, dass das Buch auf den hinteren 10! Seiten über ein Personenregister verfügt, in dem alphabetisch die im Buch genannten Persönlichkeiten mit der Nennung der relevanten Seiten auftauchen, erstaunt. Das ist gut, denkt man! Schade nur, das dieses Verzeichnis ca. 500! Namen aufzählt. Unnötig zu erwähnen, dass diese im Buchtext i.d.R. gerade einmal genannt werden können. Dieses Phänomen, Namen, Orte und fremdsprachige Zitate in einer immensen Vielzahl zu gebrauchen, diese aber nur selten zu erläutern, macht auch dieses Buch für nicht-PSL-kenner zur Tortur.

Vor allem die nicht nachvollziehbaren Kriterien, wann es ein Begriff - egal ob Ort, Person oder was auch immer - verdient hat, dem Leser nähergebracht zu werden, verschließt sich mir vollständig. Dazu zwei Beispiele aus den ersten beiden Seiten des ersten Kapitels, die dies verdeutlichen sollen
Zitat Seite 9:
"Die Route führt über Dallas - Schauplatz der Ermordung John F. Kennedys und einer Fernsehserie, die ein weltweites Fernsehpublikum erfreute - zu dem Städtchen Waco, das wegen der religiösen Unduldsamkeit seiner Einwohner einen zweifelhaften Ruf genießt".
Zitat Seite 10:
"Heute hat sich die schmerzliche Erkenntnis durchgesetzt, dass der Begriff 'usuliya', den der Prediger Sayyed Qutb vor seiner Hinrichtung durch den ägyptischenrais Gamal Abdel Nasser auf die gesamte 'Umma' von Senegal bis Indonesien projizierte, einer Vielzahl von wahren 'mu`minin' nicht nur die kultischen Riten vorschreibt, sondern auch ihr sittliches Verhalten in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens."

Was haben wir jetzt gelernt?
Es gibt viel wissenwertes in diesem Buch, dass mich veranlasst, 3 Punkte zu geben. 5 Punkte wären problemlos möglich gewesen, wenn mann nicht den Eindruck gewinnen würde, dass bei PSL aufgrund seiner Kentnisse der Welt eine gewisse "Weltfremdheit" aufkommt. Irgendwann ist man so schlau, das der Kreis derer, die einen verstehen, sehr sehr klein werden kann. Aber genau diesem Phänomen entgegen zu wirken, zeichnet einen guten Sachbuch-Autor aus.

Fazit:
Über einen von mir wargenommenen gewissen Altersstarrsinn und politische Neigungen des Autors kann ein augfgeklärter Leser sicherlich selbst urteilen und damit umgehen. Auch dazu gibt es bereits in anderen Rezensionen geeignete Hinweise. Was hier aber vertan wird, ist die Chance, einem breiten Publikum Wissen zu vermtteln. So werden Seiten mit Fotos gefüllt, die kaum einen informativen Charakter haben. Viel hilfreicher wären geografische Skizzen oder Stammbaumstrukturen, die dem Leser helfen, die vielen Verpflechtungen und Begriffe zuzuordnen. Eigentlich Schade. Schließlich sollte die verständliche Wissensweitergabe die Aufgabe eines guten Sachbuches sein, oder?

Klassischer Scholl Latour      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
der Autor läßt uns mal wieder an seiner Lebenserfahrung teilhaben. Hier geht es aber nicht um die zweifellos fesselnde Persönlichkeit des Autors, sondern über sein neuestes Buch.

Peter Scholl - Latour führt uns in seinem Werk nach Russland, China, die USA und in die islamische Welt. Wie immer analysiert er kritisch aber unparteiisch die Entwicklung der Welt. Ein Lesegenuss von einem Mann mit unglaublichem politischen Scharfsinn.

Kann das buch nur empfehlen.

Peter Scholl-Latour lehrt uns ...      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
... seine ganz eigene Sicht auf die Dinge dieser Welt. Diese stützt sich nicht nur auf seine vielen Reisen in jede Ecke der Erde und auf seine immense Belesenheit und profunden Kenntnisse der verschiedensten Kulturen, sondern vor allem auch auf ein tiefes Verständnis historisch verwurzelter Zusammenhänge. Darüber hinaus lehrt er uns aber auch das Fürchten: vor der Inkompetenz unserer Politiker, der mangelnden Flexibilität, sich auf die Bedingungen religiös motivierter Untaten und den sog. "asymmetrischen Krieg" einzustellen, vor kurzfristigen ausbeuterischen wirtschaftlichen Interessen und vor einer völlig verfehlten Verteidigungspolitik, für die auch das absurde, verlogene Unternehmen in Afghanistan steht. Das Ganze vermittelt Scholl-Latour in einer exquisiten Sprache. Er nimmt uns mit auf seine Reise 2007 - schafft dabei aber zahlreiche Ausflüge auch in frühere Zeiten seines langen Lebens. Er lässt die Historie der aufgesuchten geschichtsträchtigen Stätten wieder auferstehen und setzt sie in Beziehung zu den menschlichen, politischen Erfahrungen der Gegenwart. - Das ist wirklich überzeugend gemacht!
Bei der Lektüre des Buches wird dann mehr als deutlich: hier spricht nicht nur ein Chronist mit scharfem, analytischem Verstand, sondern auch ein Stratege und Soldat. Es geht um die Frage von Krieg und Frieden, die in Bezug zu religiösen, soziokulturellen Voraussetzungen und zu militärischen Lösungen und Schwierigkeiten gesetzt wird. Die zunehmende Ressourcenverknappung auf der Welt durch Bevölkerungsexplosion und Klimaveränderung bezieht Scholl-Latour als zusätzliche Stressfaktoren auf die sensible weltpolitische Lage jedoch überhaupt nicht ein. Insgesamt äußert er sich zu Fragen von Ökologie und Menschenrechten eher verächtlich dies sind für ihn hoch gespielte Randerscheinungen, ein emotionales Gegreine und Gedusel. Bei ihm dominiert auch das Bedürfnis nach Abgrenzung und Abschottung der EU-"Kernstaaten", um Prinzipien der Sicherheit zu wahren und die alte kulturelle Verbundenheit des "Abendlandes" zu schützen. Er warnt vor der "Überdehnung". Dass ein größerer Staatenbund von sozialpsychologischer Seite her auch zu mehr Bindung und Verbindung zwischen den Bewohnern der zusammen gehörigen Staaten führt und damit Destruktivität und Feindseligkeit verhindert werden könnte, sieht Scholl-Latour nicht.
Aus seiner eigenen konservativ-autoritär strukturierten Persönlichkeit heraus erklärt er uns seine Perspektive. Von hier aus gibt er uns viele dezidierte Hinweise und aussagekräftige Antworten zu den Fragen um Terrorismusentstehung, die falschen Reaktionen der westlichen Politik und alternativen Ansätzen dazu. Komplexe Dinge werden einfach und logisch auf den Punkt gebracht. So etwas befriedigt den Leser und erweitert zugleich den Horizont. Gleichzeitig bleibt klar, dass es eben doch nur eine Perspektive auf diesen Horizont sein kann.

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