Die Angst des weißen Mannes: Ein Abgesang
Peter Scholl-Latour
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Einer der letzten Mahner 5 von 5.00 Punkten
Verfasser PSL sorgt dafür, dass später niemand sagen kann, er habe ,,von nichts etwas gewusst.'' Die Berliner Polit-Kasper ignorieren seine Wahrheiten und Weisheiten zwar, aber das wird auf sie zurückfallen. Hoffentlich bald.
andere Perspektive 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wiedermal gelingt es Peter Scholl-Latour auf geniale Art und Weise die Machtverhältnisse der Welt zu erklären. Doch diesmal stehen die Länder Südostasiens im Fokus. Obwohl man diese Länder rein intuitiv für unwichtig gehalten hätte, gelingt es Peter Scholl-Latour auf spanende Weise vor dem Hintergrund der Kolonialzeit die Politik dieser Länder zu erklären. Dabei konzentriert er sich mal wieder nicht nur auf diese Regionen alleine, sondern sieht alle Geschehnisse im globalen Zusammenhang. Dabei wird einem schnell klar, dass die Beschriebenen Länder keinesfalls so unwichtig sind, wie man gedacht hätte. Es wirkt außerdem sehr erfrischend, über Länder zu lesen, von denen man vor kurzem kaum etwas wusste.
Bebilderung und gute Sprache runden das positive Bild ab. Deshalb mein Fazit: eins seiner besten Bücher
Wissend und zornig 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Peter Scholl-Latour ist zweifelsohne einer der ausgewiesensten Kenner der internationalen Politik. Seit über einem halben Jahrhundert bereist er die Schauplätze der Weltkrisen, hat Kriege begleitet und Katastrophen analysiert. Seine Schwerpunkte bildeten Indochina und die islamische Welt und die machtpolitischen Querverbindungen dieser Konfliktherde brachten ihn immer wieder in Regionen, deren Existenz den meisten Empfängern seiner Analysen zuvor kaum bekannt war. Sein internationales Netzwerk geht über die gängigen Verbindungen der offiziellen Diplomatie weit hinaus und seine Botschaften waren immer dazu geeignet, heftige Dispute auszulösen. Sie passen schlichtweg nicht in das oft ersehnte Schema von Gut und Böse, den einen galt er oft als hoffnungsloser Reaktionär und anderen wiederum als allwissende Kassandra. Im Alter von 84 Jahren unternahm er erneut eine weltumspannende Reise und stellte sie unter die Leitfrage, inwieweit die Zeit des weißen Mannes mit seinen Imperien und seinen kulturell hegemonialen Einflüssen, die über Portugal, Spanien, die Niederlande, Frankreich, Großbritannien bis zu den USA gingen, zur Neige geht.
Angelehnt an den portugiesischen Dichter Luís Vaz de Camóes, der den Niedergang der lusitanischen Epoche begleitete, teilt er seine Reise in acht Cantos auf, die seine Reisestationen untergliedern. Scholl-Latour beginnt seine Erkundung in Ost-Timor und sie geht über Bali, Ozeanien, Java, die Philippinen, China und Kasachstan bis nach Kirgistan, wo sie endet. Wie in allen publizierten Berichten arbeitet er auch hier mit Querverweisen, die teils Jahrzehnte zurückgreifen und seinem schier unerschöpflichen Fundus an historischen Aufzeichnungen entspringen. Wer sich einlässt auf diese Art der assoziativen und historisch interpolierenden Analyse, die durch Fakten wie durch persönliche Erlebnisse durchsetzt ist, der wird reich belohnt.
Die einst strahlende imperiale Größe eines Kulturkreises, der seit Alexander dem Großen und dem Imperium Romanum, über die Seefahrernationen bis zur Neuen Welt in Form der USA den Globus beherrschte, hat sich laut Scholl-Latour verflüchtigt mit der jeweiligen Profanisierung der Eliten und Ideale. Die weltweite technische Reproduzierbarkeit der Instrumente und Verfahren haben das ihre dazu beigetragen, dass die unikate Qualität der imperialen Zentren ausfaserte und ihre Aura verlor. Mit der Degeneration der hegemonialen Eliten ging nicht selten die Emanzipation der peripheren Nationen einher und es wuchsen neue Zentren politischer Dominanz, die in kurzer Zeit auf der Weltbühne erschienen und für Verblüffung sorgten. Scholl-Latours Zorn richtet sich gegen den intellektuellen Müßiggang derer, die in der westlichen Hemisphäre das Sagen haben und er verfällt zuweilen in jene Melancholie, die ein Abgesang mit sich bringt. Die Stärke des Buches liegt - wie immer - in der unerschöpflichen, nahezu enzyklopädischen Reichhaltigkeit von Verweisen auf geopolitische Interdependenzen. Seine Kritik an der Profanisierung westlicher Politik ist nicht neu, sie dokumentiert allerdings auch ihr fürchterliches Ausmaß angesichts der globalen Machtverschiebungen.
Vorbildlicher Journalismus 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Buch liefert einen hervorragenden Eindruck davon, wie vor allem im letzten Jahrhundert, aber in Einzelfällen auch wesentlich weiter zurückliegend, der Einfluss und die Gestaltungskraft des "Weissen Mannes" im Westpazifischen Raum, in China und in Zentralasien sich ausgebreitet hat. Die Schilderung der heute weit zurückliegenden Vorgänge gibt einen Einblick, wessen Interessen und mit welchen Mitteln diese verfolgt wurden.
Der Titel "Die Angst des Weissen Mannes - ein Abgesang" nimmt eher auf den immer mehr schwindenden Einfluß westlicher Stärke und Kultur in diesem Raum Bezug. Schlussfolgerungen aus den geschilderten Ereignissen zu ziehen, bleibt erfreulicherweise, wie immer bei diesem Autor, dem Leser überlassen.
Für mich ist es immer wieder beeindruckend, wie spannend Bücher von Peter Scholl-Latour zu lesen sind. Die erzählende Berichterstattung, die ohne Wertung und Wichtigtuerei auskommt, steht in einem erfreulichen Gegensatz zu einem Alltagsjournalismus, der ohne Effekthascherei und maßlose Arroganz nicht mehr auszukommen scheint.
politischer märchenonkel positiv gemeint 5 von 5.00 Punkten
Verfasser peter scholl latour erzählt geschichten als wäre man selbst dabei gewesen beschwehrliche u gefährliche reisen wirken bei ihm wie ein sonntagsausflug ideal für politisch interssierte mit knapper kasse u wenig reiselust
Nicht schlecht, wenn man diesen Stil mag 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Keine Frage, Herr Scholl-Latour ist weit in der Welt herumgekommen, gebildet und intelligent. Das spürt man auf jeder Seite, was seine guten, leider auch seine schlechten Seiten hat.
Die Guten:
- Dieser Mann hat Entwicklungen miterlebt und ist daher nicht nur auf Hörensagen und die Meinung Dritter angewiesen.
- Er erzählt immer wieder von persönlichen Erlebnissen, was mir als Auflockerung durchaus gefällt.
Die Schlechten:
- Nicht die Verständlichkeit für den Leser, sondern der Stolz auf sein Vokabular und sein Wissen scheint seinen Stil zu bestimmen. In meiner Jugend nannte man das: er protzt!
Wer jemals ein Buch des übrigens beinahe gleichaltrigen Autors Wolf Schneider gelesen hat, findet hier das, was jener meines Verständnisses nach, als Negativbeispiel journalistischen Stils empfinden würde. Fremdworte, fremdsprachliche Einschübe und Metaphern werden ohne Notwendigkeit, dafür jedoch umso häufiger eingestreut. Auf leichte Lesbarkeit wird kein Wert gelegt.
- Oft meine ich in seinen Worten eine arrogante Verachtung zu lesen, die ich nicht schätzen kann. Barack Obama einen angloamerikanischen Emporkömmling zu nennen ist zwar unhöflich, aber die Aborigines auf die Stufe von Urmenschen und des Missing Link der Darwinschen Evolutionstheorie zu stellen, geht weit darüber hinaus.
Alles in allem ein Buch, das den Blick auf Gebiete der Welt lenkt, die nicht täglich in den Schlagzeilen zu finden sind, geschrieben von einem Kenner der dortigen Situation. Nur sollte man gebildet sein und entweder seinen Stil mögen oder wie ich, beschließen, dieses eine Buch trotzdem zu lesen. Das nächste Mal kann ich ja wieder zu anderen Autoren greifen, deren Wissen ebenso fundiert ist, deren Stil mir aber mehr zusagt.
Epilog 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Fraglos wieder eine Meisterleistung von Altmeister Peter Scholl-Latour
Aber, dass er sein wohl letztes Buch, seinen "Abgesang" der "Angst des weissen Mannes" widmet, liess mich laut heraus lachen.
Beim Zeus! Diese "Angst" hätten wir Blödlinge vor 50 Jahren haben müssen.
Nun ist der "Zug abgefahren".
Der Untergang des weissen Mannes ? 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Scholl-Latour lädt in seinem neuen Buch wieder zu einem Ausflug in die Weltpolitik ein. Hierbei lässt er wie gewohnt den Leser an seiner langjährigen Erfahrung als Auslandsjournalist teilnehmen. Indem er die verschiedenen Schauplätze über die Jahrzehnte und Jahrhunderte vergleicht, kommt er zu interessanten Schlussfolgerungen welche über den Horizont so mancher Politiker gehen. Persönliche Anekdoten verleihen dem Buch zudem eine spezielle Note.
Schwerpunkt ist diesmal der kontinuielriche Niedergang des weissen Mannes. Die ehemaligen Kolonialreiche haben so ihre Dominanz verloren und riskieren, aufgrund ihres demographischen Rückgangs, von einer Völkerwanderung überrollt zu werden. Neben dem demographischen Verlust sieht man des weiteren eine religiöse Dekadenz der Industrienationen, welche mit der religiösen Tiefgläubigkeit der Schwellenländer kontrastiert. Wirtschaftlich scheint der weisse Mann ebenfalls das Zepter abzugeben. China und andere aufsteigende Länder stehen bereit für die Wachablösung.
Die Berichte in diesem Buch fokussieren sich auf den ostasiatisch-pazifischen Raum (Osttimor, Indonesien, Ozeanien, Philippinen, China) sowie auf die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan und Kirgistan. Eines des Leitthemen ist dabei die ehemalige Kolonialmacht Portugal, anhand welcher der kontinuierliche Niedergang analysiert wird.
Das Buch erlaubt dem Leser sich eine unabhängige Meinung von den Vorgängen in der Weltpolitik zu bilden, und befreit ihn so aus dem Schussfeld der Medien, wo verschiedene Ereignisse hochgespielt, andere wiederum unbeachtet bleiben. Ein Muss für alle Scholl-Latour-Fans.
Die Welt ist in einem Wandel begriffen, wie sie ihn schon lange nicht mehr erlebt hat 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Schon in seinem letzten Buch "Der Weg in den neuen kalten Krieg" hat sich der mittlerweile 85 -jährige Peter Scholl-Latour als ein brillanter Analyst gegenwärtiger politischer Verhältnisse erwiesen.
In dem vorliegenden Buch "Die Angst des weißen Mannes" nimmt der erfahrene Journalist und Weltenkenner die Tatsache, das ein aus Kenia stammender Schwarzer zum amerikanischen Präsident gewählt worden ist, als Einstieg für eine über 400 Seiten lang und an unzähligen Beispielen exemplifizierte These, dass nach über 500 Jahren die Erfolgsgeschichte des weißen Mannes und seiner vor allem durch Europa geprägten Kultur an ihr Ende gekommen ist.
Zum Teil über Jahrhunderte durch den Westen kolonialisiert und kulturell geprägt ( bzw. entfremdet, je nach Sichtweise) wenden sich schon seit längerer Zeit die meisten Ländern in Afrika, in Asien und Lateinamerika wieder ihren eigenen Wurzeln, Stärken und Traditionen zu. Das geschieht meistens nicht nach den Maßstäben europäischer Aufklärung und Demokratie.
Die Welt ist in einem Wandel begriffen, wie sie ihn schon lange nicht mehr erlebt hat. Für den aufgeklärten "weißen Mann" wird das auch in Zukunft noch eine Menge von Kränkungen bereithalten. Die diversen Kriege, die "der Westen" in den letzten 10 Jahren geführt hat ( aktuell in Afghanistan), zeigen , wie verzweifelt und dennoch vergeblich er sich dagegen wehrt.
Wer in dieser Debatte und Entwicklung sich nicht nur mit den verkürzten Nachrichten des Fernsehens begnügen will, wer einen Überblick sich verschaffen möchte über die Dimensionen, in denen die Welt sich verändert und ein völlig neues Paradigma von Politik heraufscheint, der sollte zu diesem dicken Buch greifen, das sich liest wie eine gute Sammlung von Reportagen. Auf viele ältere aus seiner Sammlung hat Peter Scholl-Latour auch bei diesem Buch wieder zurückgegriffen, was aber seiner Aktualität keinen Abbruch tut.
Letzter "Welterklärer" der Deutschen 4 von 5.00 Punkten
Verfasser So nannte einst der SPIEGEL den
mittlerweile 85 jährigen Weltenbummler.
Über nahezu 500 Seiten ERZÄHLT und recherchiert
Scholl Latour in seiner unnachahmlichen Art seine Geschichten !
Vom tiefgreifenden Wandel in vielen Teilen der Welt
( speziell einiger ehemaliger Kolonialvölker ) -
vom wachsenden Selbstbewußtsein dieser Menschen
- von Veränderungen allgemein und im Besonderen.
Für mich ist es in erster Linie ein Reisetagebuch
mit vielen , dann allerdings oft sehr provokanten Thesen.
Die Vergangenheit hat mehr als einmal gezeigt ,
daß Scholl Latour oft richtig lag !
Sollte man lesen ( dann aber bitte ein bißchen mehr Zeit nehmen )!!!