Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde

Manfred Lütz

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 80 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Mit Vorsicht zu genießen      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch ist in mehrerer Hinsicht eine Mogelpackung. Es ist in keiner Weise eine "heitere Seelenkunde" und den versprochenen Humor habe ich vergeblich gesucht. Der reißerische Titel hat wenig mit dem Hauptteil des Buches zu tun; es ist offensichtlich, dass es allein um die Erregung von Aufmerksamkeit und somit natürlich um Auflage geht. Wenn Autor und Verlag das nötig haben, nun gut, das macht sie weder seriös noch sympathisch. Die Aussage im Titel "Wir behandeln die Falschen" findet überhaupt keine Entsprechung im Inhalt, ganz im Gegenteil. Es wird überhaupt nicht in Frage gestellt, dass psychisch kranke Menschen behandelt werden sollen (vorzugsweise mit Psychopharmaka), und Herr Lütz drückt nur allzu deutlich sein Missfallen über die Leute aus, die meinen, dass sie Therapie brauchen, seiner Meinung nach aber nicht "wirklich" krank sind und somit nur Therapiezeit stehlen. Diese Menschen haben eben das Pech, dass sie nur zu den "Normalen" gehören und somit leider bei Herrn Lück komplett unten durch sind. "Unser Problem sind die Normalen" - der definitive Werbeslogan dieses Buchs, ein Satz, den Herr Lück offensichtlich für die Offenbarung des Jahrhunderts hält und den er auch nicht oft genug wiederholen kann.
Dieser prokokanten Aussage widmet er etwa 26 Seiten, nach deren Lektüre ich keine negativen Worte mehr fand (da ich alle verbraucht hatte). Falls das "Satire" sein soll, ich fand keine Anhaltspunkte dafür. Also blieb nur die Bewertung: kompletter .... (bitte ergänzen Sie selbst)! Lütz baut eine künstliche Front auf (normal-krank bzw. außergewöhnlich), an der er sich dann genüsslich abarbeitet. "Die Normalen", in diese Schublade stopft Lück alles, was ihm so an Negativem in den Sinn kommt und er charakterisiert die verschiedenen Typen äußerst differenziert und menschenverachtend. Was das alles soll, blieb mir schleierhaft, denn das kann ja wohl keiner wirklich ernst nehmen. Bei Lütz klingt es allerdings nicht besonders komisch. Und er baut sein Lieblingsthema, die Abwertung alles "Normalen", bis zum Ende des Buches immer wieder ein. Meines Erachtens disqualifiziert er sich damit selber, denn mit dieser Unsachlichkeit relativiert er auch die an sich akzeptablen Passagen seines Buches. Insgesamt ist dieses Buch ein seltsamer und auch unausgegorener Mischmasch aus Oberflächlichkeiten, Sachinformationen, unbelegten Behauptungen und eigenen (diskussionswürdigen) Ansichten vor dem Hintergrund eines -wie ich finde- missglückten Aufhängers. Es macht mehr Sinn, sein Geld in ein "richtiges" Fachbuch zu investieren.

Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift.      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Und genau das ist es, was der Autor tut! Er schildert anhand tragischer, aber nicht weniger komischer Beispiele diverse psychische Erkrankungen und wagt dabei immer wieder den Vergleich: ist das alles wirklich so "krank" oder sind es nicht vielmehr ganz andere Menschen, die eigentlich auf die Couch gehören? Als da wären: Menschen, die Gefallen an stumpfsinnigen Sendungen wie Dschungelcamp finden - oder noch schlimmer - daran teilnehmen. Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken Kriege auslösen oder Wirtschaftssysteme zu Fall bringen. Manfred Lütz stellt auch klar: ein psychisch kranker Mensch tut nichts Böses, nur böse Menschen tun Böses!
Das Buch lässt uns auf breitem Felde einen Blick in die Psychologie und Psychiatrie werfen, ohne dass man dazu Fachmann sein muss. Es erklärt auf simple Weise Begriffe wie Depression, Schizophrenie, Sucht, Manie, Phobie, etc. und es führt uns immer wieder vor Augen, dass wir "Normalos" manchmal auch eine Psychiater gebrauchen könnten.
Diese Buch wird jenen gefallen, die nicht Fachsimpelei sondern unterhaltsame Information suchen. Es ist flott geschrieben und bietet eigentlich alles, was man sich von einem Sachbuch erwarten kann. Nicht umsonst hat Eckard von Hirschhausen ("Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" und "Glück") das Vorwort geschrieben - die beiden Autoren sprechen die selbe Sprache!

Ganz nette Lektüre, aber mit Mängeln und zweifelhaften Aussagen      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe mir das Buch gekauft, weil mich der Titel ansprach und weil auch ich finde, dass Leute mit 'ner Macke mehr vom Leben haben.

Kurz, nachdem ich mich an die ersten Seiten des Buches gemacht hatte, hatte meine Vorfreude leider bereits einen ersten Dämpfer bekommen. Denn wenn man sich, so wie ich, die Mühe macht und den Klappentext liest sowie das Vorwort von Eckart von Hirschhausen, gefolgt vom Vorspiel und der Einführung, bekommt man gefühlte 50 Mal in allen möglichen Variationen die Hauptaussage von Herrn Lütz & Co. um die Ohren gehauen, dass die Normalen auf dem Erdenball eigentlich die Kranken seien und die psychisch Angeknacksten die Normalen. Man hat eigentlich recht schnell kapiert, worauf Herr Lütz hinaus möchte, doch finde ich, hätte er das Kundtun seiner These ruhig ein bisschen besser dosieren können und dem Leser am Anfang auf den wenigen Seiten nicht in dermaßen geballter Ladung plump-aufdringlich eintrichtern müssen.
Um so positiv überraschter war ich, dass das Buch im Folgenden einen seriösen, für den Laien verständlichen Überblick über die gängisten psychischen Erkrankungen und deren Behandlung bot. Den hier mehrmals aufgekommenen Vorwurf, dass sich Herr Lütz anmaße, auf nur 180 Seiten "Alle Diagnosen, alle Therapien" der Psychotherapie zum Besten zu geben, sollte man nicht ganz so Ernst nehmen. Es ist müßig zu glauben, dass ein Psychiater mit über 30 Jahren Berufserfahrung für sich in Anspruch nimmt, alles Wissenswerte und Relevante von Psychiatrie und Psychotherapie in dieses kleine Büchlein zu packen. Erst recht bei dem humorvollen Anstrich, der wohl kaum zu übersehen ist und erst recht, da er dies im Nachwort selbst einräumt. Insofern kann ich diese Kritik in keinster Weise nachvollziehen.

Was beim Lesen der Lektüre deutlich wird, ist die positive Haltung des Autors zur Behandlung psychischer Krankheiten mit Psychopharmaka. Auch ich finde, dass man jene Medikamente nicht pauschal verteufeln und zu kritisch betrachten sollte und diese durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, da sie, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, einem seelisch Erkrankten tatsächlich deutlich dabei helfen können, schneller und besser zu genesen. Daher konnte ich auch diese Kritik, die hier mehrmals vorgebracht wurde zunächst nicht teilen - bis ich auf Seite 158 des Buches vorgelangt war. Bis dorthin hatte Herr Lütz, wie gesagt, mehr als einmal seine Vorliebe zur Behandlung psychischer Erkrakungen mit Psychopharmaka kundgetan, doch die Anekdote, die er auf besagter Seite zum Besten gibt, schlug dem Fass dann doch den Boden aus: Hier erzählt Herr Lütz, wie stolz er darauf war, eine schwer depressive Frau erfolgreich durch die Verabreichung von Lithium wieder geheilt zu haben. Dummerweise bekam sie von dem Lithium einen Nierenschaden, so dass ihr behandelnder Internist das Mittel wieder absetzte. Die Folge war, dass die Patientin wieder schwer deppressiv wurde. Die Frau bestand jedoch darauf, wieder Lithium zu bekommen. "Sie war voll aufgeklärt, wollte aber das Nierenrisiko in Kauf nehmen, um ihre schrecklichen Depressionen nicht mehr zu bekommen." Vielleicht hätte Herr Lütz jene Anekdote besser nicht in seinem Buch erzählt, denn ich finde es höchst zweifelhaft und bedenklich, seiner positive Einstellung zur medikamentösen Behandlung psychischer Krankheiten anhand einer solchen Geschichte die Krone aufzusetzen und einen Nierenschaden bei einer Patientin als das geringere Übel darzustellen.

Zuguterletzt noch ein Punkt, weshalb das ansonsten durchaus lesenswerte Werk für mich nicht mehr als 3 Sterne verdient hat: Die Arbeit des Korrektors dieses Buches kann nicht anders als lausig beschrieben werden. Man muss sich fragen, ob der Text überhaupt durch die Hände eines Korrektors gegangen ist, denn es wimmelt in dem Buch von haarsträubenden Kommafehlern und auch grammatikalisch ist auf den knapp 190 Seiten einiges im Argen. Wie das Buch so abgenommen werden und in den Druck gehen konnte, ist mir vollkommen schleierhaft.

Deshalb gibts von mir für den Schmöker insgesamt nur drei Sternchen...

Irre      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Buch ist bei mir in gutem Zustand angekommen. Das Buch ist Irre wie der Titel.

Irreführender Mischmasch      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe das Buch nur bis zum Kapitel 'Depressionen' gelesen und werde mir den Rest ersparen. Was den Inhalt betrifft, fand ich dort leider keinerlei neue Erkenntnisse. Möglicherweise habe ich zu viel erwartet, nachdem ich in der Hoffnung auf eine Antwort im Hinblick auf die Frage, warum mein depressiver Freund sich umgebracht hat, dieses Buch gelesen habe, ohne dadurch jedoch auch nur ein Quäntchen schlauer zu werden als zuvor.
Möglicherweise hat das Buch tatsächlich nur die Absicht zu unterhalten, anstatt zu informieren.
Viel mehr habe ich teils sehr verärgert fest gestellt, daß die Krankheitsbilder (bis zum Kapitel 'Depressionen', denn weiter habe ich nicht gelesen) erstaunlich harmlos dargestellt und obendrein auch noch verschwiegen wird, daß beispielsweise Angehörige von Suchtkranken, vor allem deren geistig, seelisch und oft auch körperlich misshandelte Kinder, oft behandlungsbedürftiger sind, als der 'Kranke' selbst. Von Triebtätern und deren Opfern wohl mal ganz zu schweigen.
Alles Andere haben die bereits veröffentlichten 1-Sterne Rezensionen schon sehr gut dargelegt und dem möchte ich mich hiermit anschließen. Lieber richtige Fachliteratur zum jeweiligen Krankheitsbild lesen, als diesen irreführenden Mischmasch.

Kommt an Hirschhausen nicht heran...      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich sehe es eher als ein Sachbuch. Da ich selber im psychatrischen Bereich arbeite... wenig Neues. Einige Lacher,aber im Ganzen nicht Fisch noch Fleisch!Trotzdem ambitioniert und sehr menschlich, für Laien eventuell interessant. Kann man, muss man nicht lesen!

Seelenkunde, heiter bis wolkig      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein Buch, das verspricht, in 180 Seiten in alle Diagnosen und Methoden der Psychiatrie einzuführen und das auf unterhaltsame Art und Weise, muss die Aufmerksamkeit von Menschen erwecken, die von Berufswegen in dem Dilemma stehen, die Königsdisziplin der Wissenschaft zu vertreten, aber gleichzeitig den Überblick über das Weltwissen verloren zu haben: Theologen. Dieser mangelnde Überblick schmerzt besonders auf dem Gebiet der Psychologie, denn diese liegt ja an der Grenze eines wichtigen pastoralen Handlungsfeldes, der Seelsorge - wenn nicht sogar mitten darin.
Der Autor, nicht nur Chefarzt in einer Psychiatrie, sondern auch katholischer Theologe, weist öfter auf die Verbindung von religiöser und psychologischer Deutung einer psychischen Krankheit hin. Bei ihm kann sich der Theologe gut aufgehoben fühlen: Man lernt über das Berufsdenken des Psychiaters, bekommt den Blick geweitet über die in der Seelsorgeausbildung oft einseitig vorgestellten Methoden der Psychotherapie, und erhält tatsächlich die ein oder andere sinnvolle Fragestellung für die Seelsorge, etwa im Bereich der Erkennung von Suchtkrankheiten. Für die theologische Anthropologie wichtige Fragen, wie die ethische Einschätzung von Medikamenten in der Psychiatrie, werden von Lütz gut geklärt.
Leider hat Lütz zu viel gewollt; das zeigt letztlich schon der Umschlag mit seiner Auswahl an Untertiteln. "Eine heitere Seelenkunde" - das hätte es getan. Dagegen "Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen" - diese These vermögen Lütz' Tiraden gegen die "wahnsinnig" bzw. "blödsinnig" Normalen, die "Normopathen", nicht zu bestätigen. Eigentlich würde man ihm diese Kapitel nur verzeihen, wenn es witzig wären. Aber der heitere Plauderton, in dem sonst das Buch verfasst ist, gerät hier zu zwanghaft komisch, seine Bemerkungen über Prominente wie Dieter Bohlen zeigen die gleiche Lieblosigkeit, die auf der anderen Seite den Comediens, den Lustigmachern, vorgeworfen wird. Das ist immerhin die guten Nachricht für die Theologen: die ersten 30 Seiten können auch noch übersprungen werden ...

Gregor Heidbrink

IRRE oder NORMALE behandeln      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
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manipulativ, suggestiv, wissenschaftlich nicht haltbare Behauptungen ! Heilung von Schizophrenie mit Neuroleptika !      1 von 5.00 Punkten       Verfasser
" Psychiatrie und Psychotherapie auf 185 Seiten ? Ich habe das Buch von führenden Experten lesen lassen und die fanden, die vorliegenden 185 Seiten würden reichen". Eine spannende Behauptung zu Beginn des Buches. Über 30 Seiten wertet Herr Dr. Lütz die Normopathen unserer Gesellschaft ab, leider überhaupt nicht humorvoll, eher latent und unterschwellig aggressiv. Möglicherweise gehört Herr Dr. Lütz selbst zu den " völlig normalen Psychiatern", er begeistert sich für völlig unseriöse Interventionen von Milton Erikson, die die Realtität einer psychotherapeutischen Behandlung nicht reflektieren. Kaum für den Laien erkennbar werden die verschiedenen aktuellen wissenschaftlichen Standards und Sichtweisen in die Erzählung mit eingebaut, was einer unterschwelligen Konditionierung gleichkommt. Einerseits spricht Herr Dr. Lütz von Wissenschaftlichkeit und lehnt jegliche ideologische Orientierung in der Psychotherapie ab, andererseits verschweigt er wesentliche Tatsachen und favorisiert eindeutig die von Klaus Grawe ermittelten unspezifischen Wirkfaktoren einer Therapie und stellt dann eine Behauptung auf, die mir den Atem verschlagen hat:

Zitat S. 76:

" Als die Medikamente etwas reduziert wurden, kamen die Wahngedanken in milderer Form wieder, so dass der Patient darauf bestand, die Dosis wieder zu erhöhen. Die Medikamente und ganz sicher nicht unsere Gespräche hatten diesen Patienten geheilt. (...) Psychopharmaka müssen so eingesetzt werden, dass sie befreiend wirken. Alles andere wäre unverantwortliche Manipulation. Ähnliches wie von der Schizophrenie gilt von schweren Depressionem, die mit antidepressiven Medikamenten geheilt werden können".

Neuroleptika und Antidepressiva gibt es seit 50 Jahren, machen niemals abhängig...

Im Nachwort des Buches schreibt Herr Dr. Lütz: " Das Buch ist für Menschen geschrieben, die nicht vom Fach sind und die sich einen Überblick über die spannende Welt der Psychiatrie und Psychotherapie verschaffen möchten".

Als jemand vom Fach kann ich Ihnen als " Laie und Normalo" versichern ist dringend von diesem Buch abzuraten, wenn Sie sich über seriöse Psychotherapie informieren wollen. Fakt ist und das ist unverantwortlich, dass Herr Dr. Lütz " Heilung" von Schizophrenie und schwerer Depression durch Psychopharmaka suggeriert und mit diesem Buch letztlich die " Compliance" seiner Patienten erhöhen will. Fakt ist, dass ein seriöser Psychiater und Therapeut weiß, dass Psychopharmka nie Heilung bewirken und nur Symptomlinderung und es in den meisten Fällen, sobald die Medikamente wieder abgesetzt werden es zu heftigen Rebound Phänomenen kommt d.h. dass die Patienten in vielen Fällen und nicht in Ausnahmen schwere Rückfälle erleiden. Auch wenn Herr Dr. Lütz Klaus Grawe zitiert, den Effektivitätsforscher über die Wirksamkeit von Psychotherapie und Psychopharmakatherapie schlechthin, dann hätte er das letzte Buch von Herrn Grawe Neuropsychotherapie lesen sollen. Dort weist Herr Grawe ausdrücklich darauf hin, dass die Behandlung mit Antidepressiva völlig überschätzt wird, die Effektstärken von der Pharmaindustrie ermittelt wurden und zwar nur über Fremdbeurteilung d.h. der einzelne Patient wurde nicht nach der Therapie über seine subjektive Veränderung befragt, sondern die sogenannten wissenschaftlichen Studien über die Wirksamkeit von Psychopharmakatherapie wurden bis auf eine Studie alle und auschließlich von der Pharmaindustrie finanziert. Die Rückfallquote die Herr Grawe bei Psychopharmakatherapie ermittelt hat liegt bei mehr als 70 % innerhalb eines Jahres, dies gilt im Übrigen auch für Psychotherapie, wohlgemerkt bei Depressionen. Auf alle Fälle ist die Psychotherapie in ihrer Wirksamkeit der Psychopharmakatherapie überlegen.
Nur nebenbei bemerkt: Mit SSRI hebt sich möglicherweise ihre Stimmung und es geht ihnen eine zeitlang besser, doch ganz nebenbei haben Sie dann keine Lust mehr auf Sexualiät, aber wie schreibt Herr Dr. Lütz so schön " macht nicht abhängig". Wenn Sie ein klassisches Neuroleptika einnehmen besteht die große Gefahr von Spätdyskinesien ( motorische Tics), schauen sie sich den Film Einer flog über das Kuckkucksnest an, dort können Sie die Folgen der klassischen Neuroleptika betrachten.

Die atypischen Neuroleptika wie Zyprexa haben " weniger Nebenwirkungen wie Herr Lütz schreibt", nur nebenbei nehmen sie dann 10 bis 20 kg an Körpergewicht zu

Bei den trizyklischen Antidepressiva vorallem aber auch bei allen anderen Antidepressiva besteht die Gefahr dass manische Episoden, allein nur durch die Antidepressiv ausgelöst werden.

Nun haben sie ein Jahr TZA eingenommen, dann erleben sie eine manische Phase und schon haben Sie die Diagnose " bioplare Störung". Nur keiner der Herren Psychiater käme auf die Idee dies auf die Wirkung der Psychopharmaka zurückzuführen.

Bei Schizophrenie ist oft die Neuroleptikagabe indiziert, aber nicht weil dadurch die Schizophrenie geheilt werden würde, sondern nur weil die " Herren Psychiater" keine besseren Alternativen haben. Dies ist einzig und allein der Grund. Auch von Heilung zu sprechen ist völlig unverantwortlich, da suggeriert wird, dass Schizophrenie eine biologische Ursache habe. Dies ist nun mal der aktuelle Trend der Hirnforschung. Nur weil man mit neuen Verfahren die psychophysiologische Aktivität im Gehirn sehen kann, bedeutet dass noch lange nicht, dass die Ursachen im Gehirn liegen. Was die Kollegen Spitzer, Roth, Hüther etc. postulieren und als moderne Hirnforschung verkaufen, sollten sie mit absoluter Vorsicht genießen, denn das Wesentliche, wie ihr Bewusstsein entsteht und die Empfindung des " Ich bin" dafür haben die lieben Hirnforscher keine Erklärung. Aber das ist eine anderer Geschichte.....

Lesen Sie lieber ein Fachbuch über Psychotherapie oder noch besser vertrauen Sie weder ihrem Arzt, ihrem Apotheker, ihrem Psychiater und Psychotherapeut, sondern nur sich selbst ! Weder ein Diplom,noch ein Doktortitel garantiert ihnen Qualität ! Entscheiden Sie, wenn sie eine Klinik zur Psychotherapie oder eine ambulante Behandlung aufsuchen einzig und allein nach ihrem inneren Gefühl, ob sie sich bei diesem Therapeuten wohlfühlen oder auch nicht. Lassen sich sie sich nichts einreden, wenn andere meinen, was gut für sie wäre, sondern übernehmen Sie die Verantwortung und gehen wieder, wenn Sie spüren sie werden hier nur wie ein Patient behandelt. Ich versichere Ihnen ein Privatpatien, drei Monate in einer psychosomatischen Klinik bringt 30000 Euro ( dreissigtausend) Umsatz, was glauben Sie wie interessant Sie für eine Klinik sind.

Um nochmals Herr Grawe zu zitieren: " Der wichtigste Wirkfaktor in jeder Psychotherapie ist die therapeutische Beziehung"







Irrsinnig      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Einer der besten neuzeitlichen Bücher; der Autor Manfred Lütz entlarvt die falschen Machenschaften und Interessen der "Alltagspsychologie" unserer Gesellschaft und verdeutlicht den häufigen Irrlauf traditioneller psychologischer Auffassungen.
Wer Freude an einer heiteren, dennoch kritischen Betrachtung unserer überpsychologisierten Gesellschaft hat, sollte sich diese Buch gönnen.

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