Das Gleichgewicht der Welt
Rohinton Mistry
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 81 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
"So etwas wie ein uninteressantes Leben gibt es nicht"... 5 von 5.00 Punkten
Verfasser ...das sagt der Korrekturleser Mr. Valmik zu Maneck, einer der Hauptpersonen, und trifft damit den Nerv des Buches.
Bombay 1975, zur Zeit des Ausnahmezustandes und der indischen Staatsgründung: Die Geschichten von vier Menschen, die einander durch Zufall kennenlernen, spinnen sich zu einer großen Geschichte mit vielen kleinen Einzelgeschichten. Das sind der Student Maneck, der aus einem Bergdorf stammt. Der Schneider Ishvar und sein Neffe Om, ebenfalls Schneider, die wie viele andere in der großen Stadt Arbeit suchen. Und Dina, eine Witwe anfangs vierzig, die dringend Geld benötigt, um ihre Wohnung erhalten zu können. Maneck lernt die Schneider auf einer Zugfahrt kennen, beide sind sie auf dem Weg zu Dina, und so nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die schon längst begonnen hat...
Rohinton Mistry holt anfangs weit aus, um auch die spannenden Vorgeschichten unserer vier Protagonisten zu erzählen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen und so lernt man als LeserIn Indien von seinen verschiedenen Seiten kennen - und man erfährt wirklich viel, kann sich ein sehr gutes Bild über das Land und seine Leute machen. Dina und Maneck sind privilegiert in einer Gesellschaft, die hauptsächlich aus Armut besteht, aus einer Armut, die Ishvar und Om nur allzu gut kennen, da sie in eine untere Kaste hineingeboren wurden. Eine jede Lebensgeschichte ist einzigartig und sehr fesselnd und eindrücklich. Leicht hatte es keiner der vier Protagonisten, sie erfahren viel Leid und Ungerechtigkeit, vor allem Ishvar und Om und deren Vorfahren. Die beiden haben so viel Pech im Leben, dass man es fast nicht für möglich hält. Aber es ist leider möglich, wenn man in Indien ohne Rechte geboren wird. Man glaubt dem Autor jeden Satz, auch wenn er noch so schrecklich ist, noch so unvorstellbar.
Das Buch umfasst an die 900 Seiten und hat damit genau die richtige Länge. Es gibt Passagen, bei denen man nicht aufhören kann zu lesen, dann wieder ruhigere, besinnlichere Stellen, wo man als LeserIn zusammen mit den Protagonisten ein bisschen zur Rast kommen kann und das Buch auch ohne weiteres mal aus der Hand legen kann. Einmal in den Strom der Ereignisse gezogen, kann man sich Mistry's Geschichten über kurz oder lang jedenfalls nicht mehr entziehen, er erzählt und erzählt rastlos weiter und immer weiter... und so unglaublich viel geschieht in diesem Buch! Wenn man es dann schließlich zu Ende gelesen hat, hat man ein ganzes Stück über Indien erfahren und das Gefühl, ein bisschen Lebensweisheit erlangt zu haben. Über den Schluss war ich zwar ein bisschen enttäuscht, aber was soll man sagen: Rohinton Mistry beschönigt nun mal nicht, wo es nichts zu beschönigen gibt. Trotz dem vielen Leid ein schönes Buch über Zusammenhalt und Freundschaft in einer Welt, die aus den Fugen gerät.
ein Buch der vollen Emotionen 5 von 5.00 Punkten
Verfasser dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Der Autor kann wunderbar erzählen, beschreiben und die gesamte Geschichte enthält ungesehene Wendungen. Nach diesem Buch bewegen einen viele Emotionen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es bewegt einem auch noch nach dem man es zu Ende gelesen hat. Mir hat sich beim Lesen immer wieder die Frage gestelle, wie ich gehandelt hätte. Rohinton Mistry beschreibt das Leben in Indien ohne Verschönigungen, ohne Verurteilungen! Ich habe keine andere Wahl als 5 Sterne zu geben.
Die Schönheit und Grausamkeit Indiens in der Nachkolonialzeit 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Das Gleichgewicht der Welt
Selten habe ich ein so plastisches und faszinierendes Buch gelesen! Ich konnte es nur noch wegen Müdigkeit aus der Hand legen. Der Roman erzählt die Geschichte mehrerer Personen, deren Wege im Verlauf der Geschichte aufeinander treffen, sich kreuzen oder auch nur streifen aus dem Blickwinkel des / der Protagonisten und ihrer Kontakte. Das Kastensystem, die politischen Wirren nach 1947, die Versuche, den Vielvölkerstaat Indien zu vereinen, die Korruption und Grausamkeit der Herrschenden und die ohnmächtigen Versuche der Nichtprivilegierten, ihr Überleben zu sichern. Und erzählt wird das Ganze so lebendig, als sei man selbst dabei. Die Ärmsten der Armen, die Bettler zeigen ihr Gesicht hinter der Fassade zum Geld einsammeln für den Bettlermeister, der ihnen Schutz gewährt. Die Herrschenden leben ihre Angst vor dem Machtverlust auf brutalste Weise aus. Und doch scheint jeden Tag wieder die Sonne, keimt ein Funken Hoffnung...
episch aber intensiv 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Eine Reise durch die vielschichtigen Realitäten Indiens abseits der touristischen Routen führt längs der Zeitachse und quer durch eine Gesellschaft der unterpriviligierten Schichten jenseits des Glanzes eines Taj Mahal. Gegen Armut, Perspektivlosigkeit, Macht und Erniedrigung stellen Freundschaft und Vertrauen die einzigen und somit wichtigsten Mittel im Kampf ums Überleben dar.
Dargestellt wird dies durch die Schicksalsgemeinschaft der Witwe Dina, die ihren einsamen Kampf um ein selbstbestimmtes (Über-)Leben führt, mit dem Studenten Manek und zwei Schneidern, die im Kastensystem eigentlich als Gerber, als Unberührbare geboren waren. Was erst undenkbar erscheint, wird zum grossen Glück in ihrem Leben. In ihrem Umfeld erlebt der Leser Geschichten, die in ihrer teils brutalen, teils anrührenden Absurdität so faszinierend wie abstossend erscheinen. Ob Slumbewohner oder Grossgrundbesitzer, Bettlermeister oder Krüppel, keiner entkommt den strengen Regeln der Gesellschaft, die jedes Leben in engen Bahnen determiniert. Ein Aufbegehren gegen die strengen (Kasten-)Regeln oder jeder andere Versuch, sich ein Stück Freiheit zu erkämpfen, endet hier über verhängnisvolle Verknüpfungen im Fiasko. Das Gleichgewicht der Welt ist fragil: keine Bewegung ist ohne Gegenbewegung möglich, alles hängt zusammen.
In epischer Breite Breite auf über 800 Seiten wagt der Leser einen umfassenden Einblick in den Subkontinent. Möglicherweise hätte auch die Hälfte des Umfangs genügt; zuletzt überdreht sich die Spirale der erschütternden Ereignisse bis zum schier Unerträglichen. Und dennoch möchte man diese intensive Lektüre kaum missen.
Kein Happy-End für die Romanfiguren und Indien 2 von 5.00 Punkten
Verfasser Zu Beginn ist das Buch von R. Mistry packend und vermittelt dem Leser in interessanter Weise viel über das Leben der Romanfiguren in Indien. In sehr bildreicher Weise wird dem Leser das Leben in Indien näher gebracht. Leider gibt es keinen positiven Ausgang für die Darsteller so dass gegen Ende des Buches Leid, Korruption und die Schattenseiten Indiens deutlich überwiegen und der Leser in dieser bedrückenden Stimmung ohne Hoffnung zurückgelassen wird.
Ein Indien Roman schlechthin 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wer sich mit Salman Rushdie's Stil nicht anfreunden kann und trotzdem DEN Roman über Indien sucht, dem kann ich nur das 'Gleichgewicht der Welt' empfehlen. Die bewegende Geschichte über die 2 Schneider, die auf Arbeitssuche von ihrem Heimatdorf nach Bombay verschlagen werden, ist ein Juwel der Weltliteratur, das wesentliche Aspekte und Konfliktherde der neuzeitlichen indischen Gesellschaft (das Buch wurde 1996 veröffentlicht) umfasst (Hindu/Muslin, Kastendenken, Ausnahmezustand unter Indira Ghandi, Armut der städtischen Bevölkerung, Stadt-Land u.a.) und gleichzeitig von berührender Menschlichkeit erzählt. Auch wenn der Roman zu großen Teilen in Bombay spielt, der Heimat von Rohinton Mistry, ist es kein klassischer Bombay-Roman, sondern geht weit über diese Geografie hinaus.
Berührend und bedrückend 3 von 5.00 Punkten
Verfasser Mistry ist ein wunderbarer Autor der es versteht, seine Figuren spürbar zum Leben zu erwecken. Unbestritten ist das so. Aber obwohl ich mich bevorzugt lieber schwerer denn leichter Buchkost stelle: nach 850 Seiten verlasse ich Mistrys Indien, in dem er keinem seiner Protagonisten auch nur eine ansatzweise Glücks-Chance vergibt, wirklich bedrückt. Der Titel ist lesenwert, aber hoffnungslos. Und so fühlt man sich dann duraus auch selbst, wenn man ihn schliesslich beendet hat.
Einers der Besten Bücher seit langem 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich habe mir das Buch für den Urlaub gekauft und es hat mich nicht mehr losgelassen. Ich hatte ein paar Monate zuvor den Film Slumdog Millionär gesehen. In diesem Buch bekommt man noch mehr Einblick in die tiefe Armut und das Leben in Indien. Ich finde das Buch ist "schwere Kost" aber einfach nur schön. Wie die zwei Schneider Ihr Schicksal ertragen ist bewundernswert. In dem Buch wird bestätigt das Geld nicht Reichtum ist. Oft sind es gerade Menschen mit wenig Geld, die wirklich reich sind!
Ich habe Tage und Wochen über das Buch nachdenken müssen und habe es jetzt schon zweimal verschenkt. Alle waren begeistert! Das Buch ist ein absolutes Muss!
Toll geschrieben! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ein super Buch. Es ist spannend, die Geschichten der verschiedenen Leute zu verfolgen und einen so umfassenden Einblick in das Leben in Indien zu erhalten, auch wenn vieles erschreckend ist und nicht gerade Lust macht, das Land zu besuchen. Trotzdem habe ich die Lektüre sehr genossen!
Tolles Buch 5 von 5.00 Punkten
Verfasser R. Mistry ist ein ausgezeichneter Autor, und das Thema ist super-interessant. Habe noch nie so viel über Indien erfahren. Dieses Buch lohnt sich absolut!