Ein Glückskind: Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein neues Leben fand

Thomas Buergenthal

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Wahrlich gut getroffener Titel      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Anfänglich schleppte ich mich durch die Seiten. Aber schnell nahm es an Fahrt auf und ich legte es nur widerwillig aus der Hand. Der Titel ist wirklich gut gewählt. Man bekommt einen interessanten Einblick in die Zeit der Judenverfolgung. Erschreckend welch Leid die Menschen ertragen mussten. Vollkommen nachvollziehbar wird geschildert, dass man den Tod oft gedanklich als besseren Weg sah - als Ausweg aus dem Leid. Der Autor wählt einfache Worte so dass man sich sehr gut hinein fühlen kann. Das Buch ist definitiv empfehlenswert, denn niemals darf diese Zeit vergessen werden.

Glück kann man überall haben - man muss es nur sehen      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein erstaunliches Buch. Eigentlich lese ich solche Bücher nicht besonders gerne, oft ist es unerträglich, solches Leid mitzuerleben, und ich weiß oft nicht wie man damit umgehen soll.
Bei Thomas Buergenthal ist es anders: er beschreibt sehr detailliert und eindringlich. Und auf eine ganz subtile Art und Weise doch wieder distanziert und als Beobachter. Grausamkeiten wie eine Erschießung werden manchmal lakonisch in einem Satz abgehandelt. Aber sie bleiben einem trotzdem in Erinnerung. Gerade die scheinbare Distanz ist es, die die Nähe, das Annähern an das Grauen überhaupt ermöglicht. Nicht zuletzt ist dabei aber auch zu fühlen, mitzuerleben, dass der Autor bei seinem Erleben auf eine gewisse Art und Weise selbst innerlich erfroren ist um das Ganze - gerade als Kind - überhaupt bei psychischer Gesundheit überleben zu können. Mitfühlend, leidend, liebend doch irgendwie nur noch Maschine.... bis er irgendwann wieder in den Armen seiner Mutter liegen durfte, die er erst zwei Jahre nach Kriegsende wieder traf und von da an wieder Kind sein durfte - ein "Kind wie Du und ich" - oder etwa doch nicht?
Insgesamt sehr lesenswert weil es Mut macht. Den unbedingten Überlebenswillen schon beim Lesen weckt und klar macht: auch und gerade mit solchen Erlebnissen lässt sich ein lebenswertes erfülltes Leben leben ohne zu verdrängen. Sondern gerade aus dem erlebten Grauen die Kraft dafür zu schöpfen, wozu man sich dadurch berufen fühlt. Dies macht Thomas Buergenthal im letzten Drittel des Buches eindrücklich klar.

Ein Glückskind - für die Welt      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Die Greuel des Holocaust sind in vielerlei Weisen beschrieben worden und man kennt sie in meiner Generation recht gut.

Thomas Buergenthals Schilderung ist insofern lesenswert, als er gleich zwei Ghettos, Ausschwitz und den Todesmarsch überlebte - und das als Kind von zehn Jahren. Beeindruckend ist für mich, wie tapfer dieser kleine Junge war und wie enorm groß sein Überlebenswille. Er schien durch diesen Alptraum hindurchzugehen, immer wieder Freunde und Beschützer zu finden, ohne Schaden an seiner Seele zu nehmen.

Das größte Wunder aber ist für mich, dass dieser Mensch, der so viel abgrundtief böse Taten von Menschen erleben mußte und seinen geliebten Vater verloren hat, dass dieser Mensch seinen Hass gegenüber den Deutschen überwinden konnte. Sehr ehrlich schreibt er, dass er diese Hass und Mordgedanken nach dem Krieg durchaus gehabt hat. Aber er hat sie überwunden, nach seinen Worten musste er das auch schaffen, um nicht verrückt zu werden. Ein Wunder ist auch, dass er weder zynisch, noch ein Menschenhasser geworden ist.

Thomas Buergenthal ging aber noch einen Schritt weiter: Er widmete sein neues Leben nach dem Krieg der Bekämpfung von Unrecht in aller Welt und ist Richter am Obersten Gerichtshof für Menschenrechte geworden.

Für mich ist dieser Mensch ein Held. Ohne Christ zu sein lebt er das, was Jesus als Ideal vorgelebt hat: Wenn Dich jemand schlägt, halte die andere Wange hin ....





Unbedingte Leseempfehlung      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Thomas Buergenthal kommt 1934 in Lubochna, Slowakei, zur Welt. Doch schon 1939 müssen die Eltern zusammen mit ihm den idyllischen Ort fluchtartig verlassen. Das Kurhotel, das sie besitzen, wird konfisziert. Eine Entschädigung erhält die Familie nicht, schließlich sind sie Juden.

Sie fliehen vor den Deutschen in Richtung Polen, in der Hoffnung, ein Visum für die Einreise nach England zu erhalten. Doch der Einmarsch deutscher Truppen in Polen vereitelt diesen Plan. Nun ist eine Ausreise nicht mehr möglich. Schließlich kommt die kleine Familie ins Ghetto von Kielce. Hier erlebt der kleine Junge Hunger, Folter, Krankheiten und wahllose Hinrichtungen. Alles auf offener Straße.

1942 wird das Ghetto aufgelöst. Die Menschen werden am frühen Morgen aus den Wohnungen getrieben, viele werden in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet, darunter auch Thomas Großeltern. Mundek Buergenthal, Thomas Vater, gelingt es, seine Familie und noch einige andere Menschen vor diesem Schicksal zu bewahren. Sie werden in ein Arbeitslager gebracht. Doch auch dieser Aufenthalt findet nach einem Jahr ein abruptes Ende. Sie werden in Viehwaggons gepfercht und eine Reise beginnt, die in Auschwitz endet. Hier darf die Familie nicht zusammenbleiben. Dem Vater gelingt es jedoch, den kleinen Thomas bei sich zu behalten, so kann dieser der tödlich endenden Selektion entgehen. Nun müssen sie die Hölle auf Erden durchmachen: stundenlange Zählappelle, der Kampf um jedes Stückchen Brot, Kälte und die Todesangst, die sie jede Sekunde verfolgt. Als das Lager im Winter '44 geräumt wird, beginnt der Todesmarsch in Richtung KZ Sachsenhausen. Auch den übersteht Thomas, aber allein.

In Sachsenhausen wird Thomas schließlich von der roten Armee befreit. Später begegnet er polnischen Soldaten, die ihn aufnehmen. So wird Thomas Buergenthal mit zwölf Jahren zum Maskottchen der polnischen Armee. Endes des Jahres 1946 gelingt es seiner Mutter, ihn in einem jüdischen Waisenhaus wiederzufinden.

Thomas Buergenthal, der heute amerikanischer Jurist für Menschenrechte und Völkerrecht ist, schildert in seiner Autobiographie seine Kindheit im Holocaust. Es ist die Geschichte eines Jungen, der mitten aus seinem Leben gerissen wurde und Schreckliches durchmachen musste. Doch er hat überlebt. Das Buch gibt einen bewegenden Einblick in die Sichtweise eines Kindes im Holocaust. Es zu lesen kann ich nur empfehlen.

Was für eine unglaubliche Geschichte...      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wenn das Buch von Thomas Buergenthal verfilmt werden würde, dann käme einem die ganze Geschichte vielleicht konstruiert vor. Man denkt sich, so viel Glück kann ein kleines Kind doch inmitten all dieser Schreckens- und Gräueltaten doch gar nicht gehabt haben: Zwei Ghettos, Auschwitz und einen Todesmarsch zu überleben... Doch der Autor beschreibt sehr eindringlich, dass es nicht nur "Glück" war, sondern auch der unbedingte Überlebenswille, den er von seinen Eltern vermittelt bekam. Buergenthal erinnert sich an die vielen Menschen, die ihm und anderen "Todgeweihten" geholfen haben - wie z.B. Tschechen, die von Brücken Brot in die Waggons mit KZ-Häftlingen warfen. Darüberhinaus ist die Geschichte des kleinen Jungen, der in den Vernichtungslagern völlig auf sich allein gestellt ist, ungemein packend und kurzweilig zu lesen. Buergenthal gelingt es, seine Sicht als Kind der Vorgänge des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs darzustellen, ohne anzuklagen. Ich war fast ein wenig enttäuscht, dass das Buch da aufhört, wo seine eigentliche Zukunft anfing. Doch zu Schluss war ich wieder versöhnt. Der Autor beschreibt, das er sein Leben lang für das kämpfte, was früher wie heute keine Selbstverständlichkeit war/ist: Die Einhaltung der Menschenrechte...

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