Gold: Die Geschichte des Generals Johann August Suter

Blaise Cendrars

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Vom Tellerwäscher zum reichsten Mann der Welt und zurück      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Es ist eines der großen und grotesken Schicksale, das in der Welt erstaunlich wenig bekannt ist. Stefan Zweig hat mich in seinen "Sternstunden der Menschheit" darauf gebracht. Johann August Suter ist der Mann, dem einmal ein riesiger Teil Kaliforniens gehörte und der 1848 wohl durchaus der reichste Mann der Welt war - bis er in kürzester Zeit alles wieder verlor.

Es ist die klassische Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär. Geboren in der Schweiz floh er 1834 nach New York und arbeitete sich als Gelegenheitsarbeiter hoch, zog weiter nach Westen, und beschlagnahmte als General und Pionier schließlich ein riesiges Gebiet Indianerland in Kalifornien. Er unterhielt eine eigene Armee, setzte sich gegen Indianer, Mexikaner und die US-Regierung durch und baute eine große Kolonie namens "Neu-Helvetien" auf. Bis dann 1848 Gold auf seinem Land gefunden wurde. Eine Unze Gold konnte man bei ihm pro Tag ausgraben, damals mehr als das Jahresgehalt eines Arbeiters, und in der Folge kam es zu dem größten Goldrausch in der Geschichte der Menschheit. Hunderttausende Abenteurer aus der ganzen Welt zogen in Suters "Vorgarten" ein, die Ländereien zerfielen, binnen weniger Jahre entstanden die Städte San Francisco und Sakramento. Heute liegen 1500 Orte in dem Gebiet, das einstmals diesem einen Mann gehörte.

Stilistisch fand ich das Buch überzeugend, Blaise Cendrars hat anhand der Tagebücher und weiterer Aufzeichnungen gut recherchiert und erzählt flüssig und kurzweilig (und ich bin froh, dass er sich nicht in hypothetischen Gefühlsduseleien verloren hat, wie ein Mitrezensent sich gewünscht hat. Man kann sich vorstellen und es ergibt sich aus Zitaten, wie gebrochen dieser Mann gewesen sein muss. Andererseits hatte er in den Jahren zuvor selbst tausende Schicksale zerstört, als er die Indianer bekriegte und sogar eine Sklavengesellschaft gegründet hatte, die Männer aus der Südsee entführte und zur Kolonie brachte). Meine Ausgabe stammt aus dem Jahr 1936 mit Frakturschrift und einer Reihe S/W-Bildchen der Kolonie, aber ich gehe davon aus, dass die aktuelle Version textlich unverändert ist.

Schicksal      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Blaise Cendrars (1887 - 1961), mit richtigem Namen Frédéric-Louis Sauser, hat mit sich dieser Romanbiografie 1925 als Schriftsteller in Paris etabliert. Zu dieser Zeit hatte der Schweizer Cendrars schon einiges von der Welt gesehen. So war er mit wechselnden Berufen und mit unbeständigem Glück in Russland, China, Brasilien und Amerika gewesen. Es mag sein, dass die Figur des Generals Suter Cendrars als Vorbild und Spiegel zugleich diente. Der Inhalt der Geschichte ist rasch skizziert - Johann August Suter, Nachkomme einer erfolgreichen schweizerisch-süddeutschen Papiermacherdynastie, Hasardeur und willensstarker Tunichtgut, schleicht sich mit gefälschten Papieren nach Amerika, wo er als Händler und Pionier schliesslich in Kalifornien landet und es erfolgreich und nachhaltig besiedelt und bebaut. Die politischen Auseinandersetzungen dieser Zeit (Kalifornien gehörte noch zu Mexiko) umging er geschickt. Als auf seinem Land jedoch Gold gefunden wurde, war es vorbei mit der Erfolgsgeschichte - auch die eigenen Leute liefen dem glänzenden Metall nach und alles versank in kurzzeitiger Euphorie, Glückspiel, Alkohol und Faustrecht. Suter kam danach nie mehr auf die Beine. - Cendrars Sprache ist knapp und präzis, mehr beschreibend als erzählend, aber immer noch lesenswert und aktuell. Das Buch liest sich flüssig. Einziger Schwachpunkt ist die persönliche Distanz zu Suter, sein Innenleben bliebt aussen vor. Cendrars beschränkt sich auf die Fakten. Wer weiss, vielleicht ist das gut so, denn psychologische Extrapolationen aus den Zwanzigerjahren hätten wahrscheinlich heute an Glaubwürdigkeit verloren.

Interessantes Buch      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Eine Art Biographie des unfreiwilligen Gründers von San Francisco. Die Geschichte des reichsten Mannes der Welt, der ruiniert wurde, weil auf seinem Grundstück Gold gefunden wurde.

Sehr empfehlenswert      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. Es ist eine Mischung aus Wild-West Geschichte und philosophischer Abhandlung. Es ist eine überzeitliche Warnung vor der zertörerischen Kraft des Geldes.

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