Israel
Tom Krausz
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Unterhaltsam und informativ 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Pünktlich zum 60-jährigen Geburtstag Israels - am 14. Mai 1948 erklärte David Ben Gurion die israelische Unabhängigkeit - erscheint Sylke Tempels Reisereportage im Rowohlt Verlag. Mit viel Zeit und Offenheit hat sich die Autorin auf diese Reise begeben. Erklärtes Ziel: Die Korrespondentin-Brille absetzen und Israel mit neuen Augen sehen. Keine Interviews mit bedeutenden israelischen Persönlichkeiten führen, sondern Gespräche mit normalen" Menschen.
Und so bekommt der Leser ein sehr persönliches Buch geboten, ein buntes Gemisch aus Eindrücken, Gedanken und Interpretationen. Kenner der biblischen und politischen jüdischen Geschichte werden an den einen oder anderen Stellen vielleicht anderer Meinung sein. Für Einsteiger in jüdische Geschichte aber bietet es einen gut dosierten Einblick, der auf humor- und liebevolle Weise versucht die Gegensätze dieses Volkes für den Leser nachvollziehbar zu machen und von einer Autorin geschrieben wurde, die sich seit 25 Jahren mit Israel und dem Nahostkonflikt beschäftigt. So räumt Sylke Tempel mit einigen Klischees auf, lässt verschiedenste Stimmen zu Wort kommen, macht immer wieder Exkurse in die biblische und historisch-politische Geschichte eines Volkes, dessen Staatsgründung allein auf einer Idee basiert. Palästinenser kommen in diesem Buch nur zur Wort, wenn sie israelische Staatsbürger sind, das heißt aber nicht, dass sie in diesem Buch nicht existieren. Ganz im Gegenteil macht die Autorin das Wunschdenken der Israelis deutlich, pazifistische und beliebte Besatzungsmacht sein zu wollen. Auch die Unterschiede zwischen den ursprünglichen zionistischen Pionieren und den neuen" Einwanderern, deren Integration Israel immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, zeigt die Autorin auf.
Eine unterhaltsame und informative Reisereportage. Für alle, die nach Israel reisen werden oder wollen, ein Muss!
Überzeugend 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Welch eine Überraschung: Endlich ein Buch über Israel ohne die üblichen Klischees und Vorurteile. Statt dessen überzeugt die Autorin durch Sachverstand, Neugier auf Land und Menschen, und, ja man darf und soll es in diesem Zusammenhang sagen, mit einer gehörigen Portion Humor, den man bei diesem Thema nicht zwangsläufig vermutet. Sylke Tempel nimmt den Leser mit auf eine unvergessliche Israel-Reise.
Zugreifen und lesen!
Unvoreingenommen und tiefgründig 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Unvoreingenommen, unterhaltsam - manchmal richtig komisch - und doch tiefgründig. Diese Mischung ist selten, wenn es sich um das Thema Israel oder Nahost handelt.
Dies ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch ein zutiefst politisches Buch, das ganz offensichtlich von den langjährigen Erfahrungen der Autorin als Nahostkorrespondentin geprägt ist. Ein Buch, das sehr persönlich ist, aber überhaupt nicht einseitig. In dem sie ihre Begegnungen beschreibt, aber auch enorm viel Wissen erkennen lässt. Die Autorin, so schreibt sie in ihrem Vorwort, beschränkt sich bei ihrer Reise auf Israel in den Grenzen von 1967. Sie wünscht den Palästinensern "ihren eigenen Staat und ihren eigenen Chronisten". Besser kann man das nicht sagen - jedoch bedeutet das keineswegs, dass der Konflikt mit den Palästinensern zu kurz käme. Er ist sogar sehr präsent, wenn sie sich mit Soldaten unterhält, mit "neuzeitlichen Zeloten" unter den Siedlern oder den arabischen Staatsbürgern Israels.
Jemand, der Israel kennt, wird es zu schätzen wissen. Für jene, die das Land kennenlernen wollen,ist es ein absolutes Muss.