Völker im Lande Kanaan

Jonathan N. Tubb

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Archäologische Reise in die Levante      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Der Autor analysiert die frühen Völker im Lande Kanaan, dem Gebiet der Levante (Raum Israel, Libanon, West-Jordanien und West-Syrien). Im Gegensatz zu den Ägyptern, Babyloniern oder Assyrern gibt es bei diesen Völkern wenig überliefertes Material. Daher ist man speziell auf archäologische Funde angewiesen. Anhand von solchen, speziell in Siedlungshügeln (Tell) entdeckt, versucht Tubb genauere Angaben machen zu können. Aufschlussreich sind vor allem Keramikfunde oder Bestattungsriten, welche kulturelle Nuancen preisgeben. Die Tell-Schichten sind zudem eine chronologische Fundstelle, da jeweils auf den Ruinen neu aufgebaut wurde. Allerdings bekommt man so lediglich einen allgemeinen Überblick, wo des öfteren mehr neue Fragen aufgeworfen werden als alte beantwortet.

So erfährt man dass die Kanaaniter eine eigene Kultur entwickelten, verbunden mit Einflüssen aus den Nachbarregionen oder aus deren Herkunftsgebieten. Die Region war ein Handelsknotenpunkt zwischen Ägypten, dem Zweistromland und den nördlichen Nachbarn. Kanaan geriet des öfteren in Einflusssphären, wie jener der Ägypter, Babylonier, Perser, Griechen oder Römer, konnte aber auch zeitweilig eigenständige Stadtstaaten oder Kleinstaaten hervorbringen.

Das Buch gibt einen guten EInblick in die Entwicklung dieser Gebiete bis zur Römerzeit. Der Leser soll sich aber bewusst sein, dass der Schwerpunkt auf der archäologischen Deutung liegt.



Auch Steine sind Zeugen      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
dieses Land Kanaan blickt auf eine Jahrtausend alte Geschichte zurück.Es gibt wenig schriftliche Zeugnisse darüber,aber die Archäologen waren fleissig und sind fündig geworden.Wer sich für dieses Land interessiert,und wer würde das nicht ,in Anbetracht der Ereignisse dort.Die Archäologen zeigen auf wer dort vor achttausend Jahren gelebt,gebaut und gearbeitet hat,die verschiedensten Völker,bis zu den Römern. Gut geschrieben und reich bebildert und mit einem Register mit sog.weiterführender Literatur.

Archäologie und Altes Testament      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Unter dem Originaltitel "Canaanites" wurde das Buch des Kurators am Middle East Department des British Museum in London, Jonathan N. Tubb, bereits 1998 veröffentlicht. Es gehört zur Reihe "Peoples of Past", die von der British Museums Press herausgegeben wurde. Seit den 1970er jahren war Tubbs, zunächst als Assistent, dann als Grabungsleiter im Auftrag des British Museum im Nahen Osten tätig. Als Experte für Kanaaniter und Phönizier gilt sein Interesse der Bronze- und Eisenzeit (etwa 3400 - 300 v. Chr.). Für die Metallarbeiten und Keramik dieser Zeit steht er im Ruf einer führenden Autorität. Ein besonderes Anliegen ist ihm der Aufstieg des historischen Israel und die Prüfung der Historizität der alttestamentarischen Erzählungen.

Als "Völker im Lande Kanaan" ist das Buch im Oktober 2005 im Stuttgarter Konrad Theiss Verlag in seiner deutschsprachigen Ausgabe erschienen und damit nicht nur der letzte - sondern mit seinen 152 Seiten auch der kürzeste - Band der vierteiligen Sachbuchreihe "Völker der Antike".

Gleich nach dem Inhaltsverzeichnis erhält der Leser durch eine Karte der "antiken Levante" und eine "Detailkarte der südlichen Levante" einen Überblick über die wichtigsten historischen und archäologischen Stätten von Karkemisch am oberen Lauf des Euphrats bis hin zum Golf von Aqaba. In seiner Einleitung weist der Autor darauf hin, dass er in seinem Buch aufgrund des Fehlens zeitgenössischer Schriftquellen einen völlig anderen Weg zur historischen Rekonstruktion verfolgen musste. Nur an wenigen Stellen war es möglich, Belege aus relevanten zeitgenössischen Schriftdokumenten heranzuziehen, an anderen Stellen schien es zulässig, die biblischen Überlieferungen zu verwenden. Die Rekonstruktion der kanaanitischen Kultur muss jedoch hauptsächlich von den Ergebnissen der archäologischen Forschungen ausgehen, die in den letzten 150 Jahren stattgefunden haben. Nur den systematischen Ausgrabungen und der regionalen Feldarbeit ist es schließlich zu verdanken, dass eine "Geschichte der Kananiter" überhaupt geschrieben werden kann. Wichtigste Forschungsobjekte sind die als "Tells" bezeichneten künstlichen Hügel, die durch mehrmalige Zerstörung und den anschließenden Wiederaufbau einer Siedlung an der selben Stelle gewachsen sind. Als eigenständiges Artefakt bewahrt so jeder Tell durch eine Abfolge von Schichten, mit der frühesten zu unterst und der jüngsten an der Spitze, seine ureigene Siedlungsgeschichte. Jede Schicht gerät so zu einer "Zeitkapsel", in der sich neben der Architektur immer auch Fundstücke, wie Metallarbeiten, Steinwerkzeuge, Tonscherben usw. befinden, die die Schicht (Epoche) charakterisieren......

.....und Jonathan N. Tubb sein Buch in elf Kapitel untergliedern lassen. Im ersten Kapitel "Kanaan und die Kanaaniter" werden nach einer räumlichen Lokalisierung des antiken Kanaan auf das Gebiet des heutigen Staates Israel, das Westjordanland, den Gaza-Streifen, das westliche Jordanien, die syrisch-libanesische Küste und das südliche Binnenland Syriens, verschiedene Erklärung für die Herkunft des Begriffes Kanaan vorgestellt. Im Alten Testament ist Kanaan das "gelobte Land" in dem sich die Israeliten niederlassen und gegen dessen Einnwohner (Kanaaniter) durchsetzen müssen. Tubb stellt hier bereits klar, dass die historischen Israeliten eine eigene Untergruppe, ein eigener Stamemsverband der kanaanitischen Kultur, also selbst Kanaaniter, gewesen sind!

Kapitel zwei behandelt das Neolithikum und Chalkolithikum (8500 - 3300 v. Chr.) mit der wohl ältesten Siedlung der Welt, dem 9000 jahre alten Jericho. In der Frühbronzezeit bildeten sich erste Stadtstataaten heraus, die einen Handel mit Olivenöl und Wein betrieben. In Königsgräbern der 1. Pharaonendynstie wurden Krüge kanaanitischer Herkunft gefunden. Eine wichtige Ausgrabungstätte ist der im heutigen Jordanien gelegene Doppelhügel "Tell es-Sa'idiyeh". Kapitel vier und fünf haben die Frühbronzezeit IV (2400 - 2000 v. Chr), die Mittelbronzezeit und die Hykos (2000 - 1550 v. Chr.) zum Gegenstand. In diese Zeit fällt die Ära der "Erzväter", für deren Existenz es zwar keine historischen und archäologischen Beweise gibt. Es gibt jedoch kaum eine Zweifel, dass die Gründer des späteren Israels Kanaan im Laufe des 3. oder frühen 2. vorchristlichen Jahrhundert betreten haben könnten. Den in Ägypten eingedrungenen Fremdherrschern der Hykos wird ein kanaanitischer Ursprung zugesprochen. Das Leben unter fremder Herrschaft in der Spätbronzezeit (1550 - 1150 v. Chr.) der kanaanitischen Städte und der ägyptisch-hetitische Antagonismus werden im sechsten Kapitel dargestellt. Hierbei wird auch die Religion der Kanaaniter mit dem obersten Gott El und seiner Gefährtin Aschera erläutert. Für die Zeit Ramses II. gibt es eine offensichtliche Koinzidenz von Hebräern und Hapiru. Auch die biblische Landnahme durch Josua, die nach jüngsten Erkenntnissen in der Herausgliederung einer eigenen, israelitischen Kultgemeinschaft bestand. Auf der "Israel-Stele" des Pharao Merenptah wurde um 1208 v. Chr. erstmals "Israel" erwähnt. Die rätselhaften Seevölker, zu denen auch die Philister zählten, sind Gegenstand des siebten Kapitels. Aus ihrem Siedlungsgebiet Philistina sollte sich später die Bezeichnungf Palästina entwickeln.

Der israelitischen Reichsbildung unter König David, seiner Eroberung von Jebus (Jerusalem) und der Feindschaft zu den Philistern in der frühen Eisenzeit (1150 - 900 v. Chr.) ist das nächste Kapitel gewidmet. Dem Tode Salomons folgte der Zerfall seines Reiches in das nördliche Israel und das südliche Juda. Die späte Eisenzeit (900 - 539 v. Chr.) war erneut durch ägyptische, assyrische und babylonische Fremdherrschaft geprägt, der die Perserzeit (539 - 332 v. Chr.) folgen sollte. Mit der Schlacht bei Issos im Jahre 333 war auch diese beendet, und der kurzen Regierungszeit von Alexander dem Grossen folgte die hellenistische und römische Epoche. Das letzte Kapitel ist daher dem kanaantischen Erbe bei den Griechen, Römern und Karthagern gewidmet.

In einem Anhang finden sich eine Zeittafel, in der die historischen Perioden Kanaans und Ägyptens gegenübergestellt werden, Anmerkungen (Fussnoten) zu den einzelnen Kapiteln, eine Liste weiterführender Literatur, ein Register und ein Bildnachweis. "Völker im Lande Kanaan" ist für einen fundierten Einstieg in die Thematik zu empfehlen. Leider lässt es historische und biblische Völker des Landes, wie z. B. Amalekiter, Keniter, Geschuriter pp. vermissen, während Ammoniter, Moabiter und Jebusiter nur kurz erwähnt werden. Daher 4 Amazonsterne.

Als weitere interessante Lektüre zum Thema empfehlen sich Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel und der Roman Die Quelle.

Die Texte sind Eigentum von Amazon.de.
Die Wiedergabe erfolgt gemäß dem Web Services Licensing Agreement von Amazon und ohne Gewähr.

 Hauptseite "Völker im Lande Kanaan"  Letzte Seite