Star Wars Imperial Commando, Band 1: Die 501.

Karen Traviss

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Viel Gerede um (fast) nichts      2 von 5.00 Punkten       Verfasser
Bin ein großer Fan der Republic Commando Reihe, sowohl in Buch-, als auch in Videospiel-Form.

Die Charakterentwicklung schließt gut an die Vorgänger an. Einige der Charaktere verändern sich sogar relativ stark. Allerdings fehlt mir bei diesem Teil wirklich die Prise Salz in Form von Action!
Im Verlauf dieses Bandes baut sich schon eine Spannungskurve auf, auf dessen Entladung man zum Ende hin vergebens hofft. Vielleicht wird es ja was in Band II...

Diesen ersten Band der IC-Reihe muss ich aber definitiv "schlecht" bewerten, weil meine Erwartung durchweg nicht erfüllt werden konnten. Schade!

Gute Fortsetzung, jedoch falscher Titel      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Nachdem ich die 4 Vorgänger gelesen habe und mich in der Welt der Klone doch recht wohl fühle (war zu Beginn von Teil 2 "Angriff der Klonkrieger" nicht so), habe ich mir nun Teil 5 geholt und verschlungen.

Primär geht es im Buch um den Versuch Niner und Darman nach Mandalore zu holen. Im Laufe des Buches verschiebt es sich in Richtung der Rache von Dr. Uthan gegen das Imperium sowie in Überlegungen wie man die 3 neuen Jedi loswird. Nebenbei wird ein unbekannter Jedi-Meister getötet und der neue Chef von Niner und Darman stellt sich vor. Mit dem Titel "Die 501." hat das Buch aber ehrlich gesagt gar nichts zu tun. Lediglich das Niner und Darman 2 neue Kamaraden erhalten (sind aber nicht lange dabei) und man nun bei der 501. ist. Kurzauftritt von Lord Vader inkl.

Ich hoffe das im kommenden Teil es wieder mehr um die Commandos geht, wobei das ende hier in eine neue Richtung gehen wird.

Für Starwars Fans ist das Buch zu empfhelen, Neueinsteiger sollten mit den ersten Bänden anfangen, den sonst kann man die Story nicht ganz nachverfolgen.

Etwas langatmig      3 von 5.00 Punkten       Verfasser

Grundsätzlich interessante Geschichte, mit einer steten Entwicklung der Charakteren.

Leider fehlt für meinen Geschmack eine Prise Aktion, das Ganze ist für mich phasenweise etwas anstrengend zu lesen.
In Order 66 hatte Karen Traviss mit Ihrer Mischung aus Handlungsentwicklung und Actionsequenzen meinen Geschmeack eher getroffen.

Wie immer ist das wohl eine Frage der Perspektive!

Alles in allem aber ok.


Schließt wurderbar an die Vorgänger      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Die Reihe der Republic Commandos meiner Meinung nach deswegen so gut, weil nicht alles Schwarz/Weiß ist. Es gibt keinen naiven Überhelden, der alles richtig macht.
Die Akteure weisen eine komplizierte Struktur auf und nicht ist nach dem Motte, "Ende gut, alles gut", denn die Schwierigkeiten der Deserteure und Flüchtlinge im Exil werden sehr anschaulich beschrieben. Sehr angenehm zu lesen, und spannend. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und meine Erwartungen sind zur vollsten Zufriedenheit erfüllt worden.

Für alle Mando'ade ein Fest      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Von Mand'alor Karen Traviss kommt hier das von vielen Mando'ade ersehnte erste Buch der Imperial Commando-Reihe, "Die 501.". Der 538-seitige Roman steht konsequent in der Tradition seiner Vorgänger, setzt vor allem auf Mando, Mando und nochmals Mando und ist dementsprechend nicht unbedingt ein Buch für aruetiise wie mich. Zuletzt hatte ich zu meiner großen Freude Traviss' für mich bestes Werk seit "Triple Zero", die Romanadaption des animierten Pilotfilms "The Clone Wars", gelesen und war so voller Hoffnung, dass dieses Buch die letzten Werke (die unter uns gesagt teils ziemliche osik waren) der Wächter der Macht-Reihe vergessen machen würden. Und anfangs dachte ich auch, shabla noch mal das knüpft ja an gute alte Tage an, damals als "Feindkontakt" frischen Wind verbreitete. Doch vode, was soll ich sagen, dieses Buch hat 538 Seiten deren Inhalt auf 200 hätte zusammengekürzt werden können.

Inhaltlich knüpft "Die 501." direkt an den Vorgänger "Order 66" an. Wenige Wochen nach der Erklärung einer Neuen Ordnung und dem Beginn der großen Jedisäuberung haben sich die meisten der Mitglieder des Skirata-Clans in Kyrimorut, dem Zufluchtsort für desertierte Klone, ihre Familien, altgediente Mando'ade (drei Cuy'val Dar) und alle möglichen anderen Flüchtlinge (eine Wissenschaftlerin, die eine Massenvernichtungswaffe geschaffen hat, eine lange verschollene Tochter...) eingefunden. Abgesehen davon dass sich immer noch alle im Aay'han befinden, einem abstrakten Gefühl der Trauer um jene, die im Vorgängerband starben, passiert hier nicht viel. Einzig die Diskussionen um das Schicksal einiger Flüchtlinge, die man lieber nicht aufgenommen hätte, sorgt für etwas Schwung in diesem Handlungsstrang, der um die 60 bis 70% des Buches ausmacht. Ansonsten baut man Schuppen, hütet man Robas und tut allerlei Dinge die keinen aruetii interessieren. Der andere Handlungsstrang behandelt Darman und Niner, die beiden Mitglieder der ehemaligen Omega-Squad, die nach den dramatischen Ereignissen auf der Shinarcan-Brücke im imperialen Dienst verbleiben mussten. Sie sind nun Mitglied der 501., auch Vaders Faust genannt, und führen im Auftrag des Imperiums Missionen gegen Jedi, Rebellen und sonstige Feinde des Imperators aus. Doch auf Darman, der ein psychisches Wrack ist, wartet ein Sohn, Kad, in Kyrimorut - das verspricht Konfliktpotential.

Um nicht alle vode sofort zu verscheuchen möchte ich zunächst mit dem Positiven beginnen, denn der Roman hat durchaus seine Stärken:

Trotz der später noch besprochenen Kritikpunkte muss ich sagen, dass die gute Karen hier stilistisch wirklich gut gearbeitet hat - "Die 501." liest sich äußerst flüssig, auch wenn mich einige ihrer Dogmen (bezüglich Jedi etc.) schier zur Verzweiflung trieben. Außerdem gelingt es ihr einen unmittelbar auf "Order 66" aufbauenden Plot zu konstruieren und dennoch Neueinsteigern in die Reihe die Chance zu geben alles nachvollziehen zu können - kandosii - gut gemacht Frau Traviss.

Was diesen Plot angeht so bin ich irgendwie zwiegespalten. Auf der einen Seite hat mich die Handlung eigentlich nie gelangweilt, auf der anderen Seite hat sie auch einfach keine Höhepunkte. 538 Seiten lang plätschert das Buch so vor sich hin, werden (erfreulicherweise) diverse Bezüge zu anderen Werken des EU hergestellt (zur "The Clone Wars"-Reihe, zu "Palpatines Auge"...), erfährt man noch mehr Dinge über die mandalorianische Kultur, die wie schon gesagt keinen aruetii interssieren, und plötzlich ist man auf Seite 500. Da fing ich dann langsam an mir Sorgen zu machen. Letzlich wirkte das ganze Buch auf mich wie ein einziger Aufhänger für das Sequel, das irgendwann Ende 2010 erscheinen soll. Das ist wohlgemerkt die Meinung eines Star Wars Fans, den schon die beiden Vorgänger nicht wirklich überzeugen konnten - einem Fan, der sich mehr Abenteuer und Action wünscht, und weniger mandaloriansche Familiensage.

Aber (!!!): Wer die Vorgängerbände mochte, wird dieses Buch lieben.

"Die 501." setzt konsequent das fort, was schon seit Mitte der Reihe als Trend abzusehen war. Noch mehr - um es einmal drastisch zu formulieren - Gelaber, noch weniger echte Commando-Arbeit und noch radikalere Philosophien. Und hier setzt dann auch schon mein neben dem höhepunktslosen Plot und der strikten Weigerung Action-Szenen einzubauen größter Kritikpunkt an:

Frau Traviss hat keinen blassen Schimmer von dem, was einen Jedi ausmacht. Das ist freilich nichts Neues und erst recht nichts Überraschendes, wusste sie doch schon in den vorigen Bänden von egozentrischen Jedi jedes Ranges zu berichten. Diese seltsame Darstellung der galaktischen Friedenshüter - die beileibe nicht fehlerlos sind (!) - ufert hier zu diversen Hassreden aus, die den typischen Jedi wie folgt zeigen: Die Jedi - wohlgemerkt DIE Jedi, sie werden alle über einen Kamm geschoren - sind selbstgefällige Kindesentführer, die unter Druck wahrlos Zivilisten als Schutzschilde benutzen und sinnlos unschuldige Klonsoldaten töten. Ihre Fähigkeit die Macht zu nutzen ist eher eine Krankheit, derer sich jeder Vernünftige [Jusik] schämen sollte, ihre Behauptung Frieden und Gerechtigkeit aufrechterhalten zu wollen nichts weiter als eine Verschleierung ihres wahren Ziels: Macht und außerdem sind sie naiv, verlieren Zweikämpfe gegen praktisch jeden mando'ade und haben kein Selbstbewusstsein. Welcher di'kut hat ihr das erzählt? Die Klone sind arm dran, keine Frage, die Jedi haben Fehler gemacht, auch keine Frage. Aber die Jedi, Frau Traviss (wie auch die ebenfalls verteufelte Republik) sind und waren immer selbstlos und voller Mitgefühl. Jeder ordentliche Jedi verteidigt die Demokratie und die Freiheit und hat darüber hinaus, nichts, wirklich nichts mit den Sith gemein, außer das beide Gruppen Machtnutzer sind. Schwieriger ist die Sache mit der Familie. Man kann sicher darüber streiten, ob eine strikte Abkehr von Bindungen wie sie den Menschen ausmachen sinnvoll ist, das zeigt aber auch dass sie den Charakter der dunklen Seite nicht wirklich erfasst hat. Erstaunlich finde ich auch, dass der Hass auf die Jedi wesentlich größer zu sein scheint als auf Palpatine, obwohl sie wissen, das der nicht nur die Klonarmee "in Auftrag gegeben hat", sondern auch den Krieg inszeniert hat. Ich würde dem zuerst in den shebs treten wollen.

Die meisten anderen Charaktere sind ganz ordentlich gezeichnet. Allerdings haben sie alle eine Neigung, die mich ebenfalls genervt hat. Jede zweite Seite lese ich "...er fühlte sich so schuldig.", was an sich noch nichts Schlechtes ist. Doch wofür fühlen sie sich schuldig? Die Antwort lautet: für alles! Bardan Jusik fühlt sich für einen Angriff auf Gibad verantwortlich, weil er die Wissenschaftlerin gerettet hatte, die den Virus entwickelt hatte, weil die seine vode von ihrer Lebensverkürzung befreien sollte? Hätte er es nicht getan hätte sich nichts verändert, außer dass seine Brüder lange vor ihm stürben.

Ein Zitat möchte ich noch erwähnen. Es stammt von Ordo und ich habe solche Anspielungen als sehr positiv empfunden: "Ich finde ihren Mangel an Vertrauen in die imperiale Ausstattung bedauernswert."

Fazit:

Mando'ade werden's genießen, aruetiise sollten aber einen gewissen Vorrat tihaar in der Hinterhalt haben. "Die 501." hat genau dieselben Stärken und Schwächen wie das letzte Buch auch: wenig Action, wenig Handlung, viel Dogmatismus, dafür viel Mando, nette Anspielungen und einen Stil der zumindest keine Langeweile aufkommen lässt. Das Sequel wird aber vermutlich nicht mehr von Karen Traviss kommen, ebenso wenig wie eine geplante Boba Fett-Biographie und der "Essential Guide to Star Wars Military".

Vaders Faust schlägt los      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Während der Imperator beginnt seine Herrschaft über die Galaxis zu festigen und die letzten separatistischen Widerstandsnester auszuheben, wird die Große Armee der Republik zur neuen Imperialen Armee umgeformt. So finden sich die fähigsten Klonkommandos nun weitgehend in den Reihen von Darth Vaders persönlicher 501. Legion wieder. Als Sondereinheit sollen die Commandos die letzten verbliebenen Jedi jagen und auslöschen was von ihrem Orden übrig geblieben ist. Doch auch abtrünnige Gruppen wie die Anhänger von Djinn Altis geraten zunehmend in das Visier von Vaders Handlangern.

Darman und Niner sind somit Teil der 501. geworden, ihr altes Omega Squad existiert allerdings nicht mehr. Als Kameraden von Deserteuren gilt Skiratas Commandos eine besondere Überwachung und so wird aus Omega das mit zwei corellianisch trainierten Commandos ergänzte Squad 40. Allein aufgrund ihrer Fähigkeiten und Errungenschaften haben es die Omegas in die Reihen von Vaders Faust geschafft, doch ihre in Zweifel gezogene Loyalität ist es wegen der sie sich zunächst mit minderwertigen Zielen wie einem Fluchthelfer der Jedi abgeben müssen. Während Darman zunehmend der Anti-Jedi-Propaganda und dem charismatischen Commander Roly Melusar erliegen zu scheint ist Niner zutiefst verunsichert wegen ihrer versäumten Flucht.

Auf Mandalore ist die Lage ebenfalls angespannt. Während Kal Skirata immer noch alles daran setzt seinen Jungen das Leben zu retten und ihre beschleunigte Alterung aufzuhalten, wozu ihm jedes Mittel recht wäre, wird der Skirata-Klan auch Anlaufstelle für gestrandete Jedi, mit denen Kal'buir nicht allzu viel anzufangen weiß. Seine eigenen Ressentiments und Fenn Shysas Politik richten sich eindeutig gegen die organisierten Machtbenutzer, welche er für all das Leid und die Kriege in der Galaxis verantwortlich macht. Dennoch erlaubt er seinem Adoptivsohn Bardan Jusik Kad Skiratas Fähigkeiten zu trainieren, um den Jungen vor seiner Entdeckung zu schützen...


Teilweise lässt sich das Schicksal des Skirata-Clans bereits erahnen wenn man Karen Traviss Wächter der Macht-Bände zu Rate zieht, doch wie die Geschichte der Skiratas in einem möglicherweise zweiten und dann wohl nicht mehr von Karen Traviss verfassten Imperial Commando-Band enden wird steht genauso wie die Zukunft des Themenbereichs Mandalorianer in den Sternen. Imperial Commando 1 knüpft jedenfalls zunächst dort an wo Republic Commando den Leser zurück ließ, am Beginn von Palpatines Neuer Ordnung. Zugleich greift Karen Traviss allerdings auch lose Fäden aus ihrem zweiten und ebenfalls letzten Clone Wars-Roman "Keine Gefangenen" auf, indem sie etwa Djinn Altis und seine Anhänger in die Handlung einbaut. Auch versucht sie durch Sa Cuis, Jax Pavan und Whiplash einen Bezug zu den neueren Kurzgeschichten und Romanen über die Ära des jungen Imperiums einzubauen, schlägt dabei allerdings ihren völlig eigenen Weg ein.

Karen Traviss Darstellung der Jedi war seit jeher von einer unkonventionellen Perspektive geprägt, die den Ressentiments Kal Skiratas und der Mandalorianer Rechnung trug. In Imperial Commando ist es daher schon fast logisch dass diese Haltung noch etwas extremer wird. Verkörpert durch Roly Melusar tritt ein neuer Charakter auf, dessen heiliger Zorn sich gegen jede Art von Machtbenutzer richtet. Eine verhängnisvolle Einstellung zumal der imperiale Geheimdienst wie sein Vorgänger Sa Cuis vitales Interesse daran hegen überlebende Jedi nach Möglichkeit auch lebend zu fangen, um sie möglicherweise auf die dunkle Seite zu bringen. Melusars Politik sieht jedoch kein tod oder lebendig vor, denn nur ein toter Machtnutzer sei ein guter Machtbenutzer, egal welcher Coleur. Eine spannende Konstellation und bedeutendes Potential, was wie schon in früheren Traviss-Romanen viel von sicht erwarten lässt. Was allerdings gerade wegen der Anspielungen auf Coruscant Nights ausgeblendet bleibt ist die Rolle der Inquisitoren, welche in Michael Reaves Trilogie unablässig auf der Jagd nach Jax Pavan und allen möglichen Machtbenutzern sind.

Die große Säuberung hat begonnen, ohne Zweifel und Karen Traviss gelingt es sie auf gewohnte Weise in Szene zu setzen, doch da liegt auch eines der Probleme mit Imperial Commando. Wie schon in ihren RC-Bänden beweist sie eine Neigung zum episodenhaften, länger anhaltende Actionsequenzen will sie nicht bieten. Dialoge finden hingegen primär zwischen den "Skiratas" statt, wer nicht Teil des Clans ist wird da schnell zum Feindbild, was ganz der leicht xenophoben mandalorianischen Kultur entspricht. Doch dieses Problem, dass sich Traviss über alles andere auf ihren Skirata-Clan konzentriert, hat sie mittlerweile ganz passabel in den Griff bekommen. So fühlen sich die Kapitelübergänge nun weit organischer und nicht mehr so gezwungen an. Die Wechsel zwischen den Charakteren sind verständlicher und überfordern den Lesern obgleich der stets wachsenden Zahl an Akteuren nicht mehr so wie früher. Womöglich auch weil Imperial Commando versucht die Tür für Neueinsteiger offen zu halten, weshalb immer wieder ein Rückblick auf die vergangenen Missionen der Commandos geworfen wird.

Fazit:
Alles in allem einer von Karen Traviss besten Romanen, schade dass es zu keiner Fortsetzung aus ihrer Feder kommen wird. Jedoch auch für sich genommen ein gelungenes Werk.

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