Stadtnatur: Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen Ein Naturführer durch die Stadt

Josef Reichholf

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

PFLICHTLEKTÜRE für Naturliebhaber und Umweltschützer      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Sachbuch hat mindestens 7 Sterne verdient. Falls Sie Naturliebhaber, Umweltschützer, Tierschützer o.ä. sind, dann lesen Sie dieses Buch - es wird Ihre Sicht auf die Natur und den Naturschutz verändern.
Erfahren Sie, was wirklich die Artenvielfalt bedroht und wie man sie fördern kann.

Für die breite Masse geeignet      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Als ich Kind war, sprach man noch von der Verstädterung der Amsel. Heute singt in unserem Grundstück in einer Großstadt-Vorstadt im Frühjahr eine Singdrossel und brüten Jahr für Jahr Ringeltauben. Beim Nachbarn brütete dieses Jahr auf einem winzigen Teich erfolgreich eine Stockente. Bis in unseren Garten kommen Füchse, und im nahegelegenen Auwald trifft man auf Rehe und Wildschweine.

Mit großer Sachkenntnis nimmt sich Reichholf dieser Entwicklung an und erläutert ihren Ablauf, ihre Ursachen und Folgen. Für den interessierten Laien oder Schüler ist das ein wunderbares und auch gut bebildertes Buch, das man sehr empfehlen kann.

Der Biologe wird hingegen kaum etwas Neues erfahren. Es fehlen, wie in anderen Reichholfschen Büchern auch, völlig die Fußnoten und die weiterführenden genauen Literaturhinweise. So etwas schreibt sich dann natürlich schnell. Wer tiefgründigere Informationen sucht, sollte zu Büchern greifen wie z. B. "Biologische Invasionen" von Ingo Kowarik und Siedlungsvegetation -.

Überraschend und spannend      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
Wer von der Stadt aufs Land fährt, um sich an den Reizen der Natur zu ergötzen, sitzt mitunter einem verbreiteten Vorurteil auf. Er findet dort zwar vielfach unverbaute Ausblicke, kühle Gewässer und üppiges Grün. Wer den Kontakt zu seltenen oder exotischen, aber auch unspektakulären heimischen Tieren und Pflanzen sucht, sollte lieber Augen und Ohren in Berlin, München, Köln oder den vielen anderen Städten offenhalten. Denn während die Städter in den Ferien oder an den Wochenenden hinaus "in die Natur" pilgern, die vielmehr eine vom Menschen geformten Kulturlandschaft ist, haben sich die Wildpflanzen und Wildtiere längt in die Gegenrichtung aufgemacht: Sie sind geflüchtet aus einem Meer der Monotonie auf die städtischen Inseln der Vielfalt.
Mit einer Vielzahl genau beobachteter, wissenschaftlich analysierter und unterhaltsam beschriebener Beispiele führt er seine überraschende These aus: In den menschlichen Siedlungen liegen Artenreichtum und Individuenhäufigkeit deutlich über den Werten der freien Natur. Und je größer die Stadt, desto größer die Artenvielfalt.
Denn viele Tiere könnten durchaus in der Menschenwelt leben, wenn man sie nur ließe. So traue sich der Fuchs in den Städten anders als auf dem Land wieder am Tage aus seiner Gartenlaube oder Garage, da er sich hier nicht mehr vor den Jägern verstecken müsse und der Tag seine natürliche Wachzeit ist. Auch viele andere Tiere lernen, dass ihnen die Städter nichts anhaben wollen. Und wie zur Belohnung nimmt Reichholf Naturfreunde wie auch überzeugte Städter auf eine unterhaltsame und erkenntnisreiche Exkursion in einen nahen, oftmals fremd gebliebenen Lebensraum gleich vor unsere Haustüre.

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