Der NS-Staat: Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick

Ian Kershaw

Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Brillantes Buch      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Das Werk Ian Kershaws überzeugt nicht nur durch seine brillante Aufarbeitung des äußerst kontroversen Inhalts, sondern auch durch die sachliche und klare Strukturierung.
Nicht nur für (angehende) Historiker, sondern auch für den Laien durchaus verständlich wird eine der wohl komplexesten Forschungskontroversen der deutschen Geschichte behandelt. Eingehend wird dabei auf verschiedene Foschungsrichtungen eingegangen und diese sehr verständlich und in präzisen Formulierungen (ein Faktum, an welchem es manchen Fachbüchern mangelt)dargelegt.

Sehr guter Kontroversenüberblick mit minimalen Mängeln      4 von 5.00 Punkten       Verfasser
In Ian Kershaws Buch "Der NS-Staat" werden die relevantesten Kontroversen zum NS-Staat gegenübergestellt, verglichen und erläutert.
Der englische Historiker stellt dabei sowohl ältere Debatten - etwa ob der Nationalsozialismus ein totalitäres oder faschistisches System gewesen sei - als auch aktuellere Kontroversen (Goldhagen-Debatte) in den Diskussionsmittelpunkt.
Als löblich erweist sich dabei Kershaws vorzüglicher Schreibstil als auch seine neutrale Nüchternheit bei der Beschreibung der unterschiedlichen Theorien. Erst im Anschluss an deren Darlegung macht sich der Autor daran, diese näher zu inspizieren und wertend zu beurteilen.

Die angebotene Diskussionspalette ist üppig und ansprechend, die Autorenauswahl zu meist gelungen (auch marxistische Historiker kommen zu Wort) und Kershaws Schlussreflexionen sind sicher formuliert. Allerdings erweist sich der letztgenannte Punkt auch als indirekter Schwachpunkt des Werkes, da sich der Leser zwar meist Kershwas Meinung anschließen dürfte, dieses Faktum ihn allerdings unnötigerweise bevormundet. Kershaws Analysen muten dadurch des Öfteren, wenn auch unfreiwillig, etwas arrogant an.

Dennoch ein unschätzbar wertvolles Buch, das in keinem Bücherschrank zur NS-Zeit fehlen darf.


Gelehrt      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ein gelehrtes Buch, gespickt mit Fußnoten, vor allem für Fachleute geschrieben und solche, die es werden wollen. Von einem Deutschen verfasst wäre so etwas praktisch unleserlich für den Laien. Kershaw bringt es jedoch fertig, einen Wust an Material doch sehr lesbar aufzubereiten, was auch für den Übersetzer spricht. (Dessen Anmerkung, der Begriff "Holocaust" habe sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt, dürfte jedoch das Relikt einer älteren Ausgabe des Buches sein.) Kershaw macht hier deutlich, welch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zum Thema in der Fachwelt existieren. Er breitet die jeweiligen Argumente zunächst neutral vor dem Leser aus und zieht dann jeweils seine eigenen Schlussfolgerungen. Da muss man dann nicht in jedem Punkt mit dem Autor übereinstimmen. Meistens wird es aber wohl doch der Fall sein. Souverän!

Hervorragender Überblick      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Klar strukturiert referiert der britische Historiker sowohl über die wichtigsten Interpretationen zur Erklärung nationalsozialistischer Phänomene als auch die Kontroversen zu diesem Thema -- nicht ohne jeweils auch seine eigene Meinung anzubieten. Obwohl Ian Kershaw die komplexen Zusammenhänge auf knappen 400 Seiten abhandelt, bleibt er nicht an der Oberfläche. 1999 brachte er das 1983 erstmals erschienene, brillant geschriebene Buch auf den neusten Forschungsstand.

Dieter Wunderlich (Autor)


Unbedingt empfehlenswert      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Dieses Buch ist Pflichtlektüre für jeden Studenten, Interessiererten und überhaupt Jeden. Klar strukturiert und alle aktuellen Kontroversen und Debatten inbegriffen - so muß ein historischer Überblick aussehen!

Unentbehrliches Standardwerk      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Kein anderer Autor, der sich mit der NS-Zeit beschäftigt, versteht es meiner Meinung nach so brilliant, komplizierte Sachkomplexe einfach, aber trotzdem nicht oberflächlich darzustellen. Wer die Grundlinien des NS-Staates verstehen möchte, kommt an diesem Buch einfach nicht vorbei. Für Studenten ein unentbehrliches Werk, um Licht in das Dickicht der Unmengen von Publikationen zu diesem Thema zu bekommen.

Präzise Dokumenation der Forschungskontroversen.      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ian Kershaw, ein renommierter britischer Historiker, unternimmt in seinem 1983 erstmalig erschienenen Werk "Der NS-Staat" den Versuch, die Kontroversen der Forschung zum Nationalsozialismus wertneutral in ihren Leitlinien zu dokumentieren, ohne hierbei seine eigene Meinung zur Sache außen vor zu lassen. Dies gelingt ihm vorzüglich. So ist sein Buch die beste Einführung ins Thema. Bereits bei vergleichsweise geringer Lesearbeit ist man in der Lage, die wichtigsten Kontroversen in Ansätzen widerzugeben. Natürlich reicht das Buch nicht aus, um einen wirklich tiefgehenden Einblick in die jeweiligen Werke zu erlangen. Dies indes ist auch nicht der Anspruch Kershaws. Er ist sich der Tatsachen bewusst, dass es unmöglich sein wird, a) die Literatur zum Nationalsozialismus zu dokumentieren, b) selbige selbst zu lesen. Es ist vor diesem Hintergrund in gleichem Maße inhaltlich verständlich wie methodisch zwingend, die Ebene des allgemeinen Überblicks jener des tiefgehenden Einblicks vorzuziehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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